Auch in Luxemburg gibt es unter den Uninformierten das Märchen von 5,65% als erkennbarem Risikoaufschlag

30. November 2008

Auch in Luxemburg gibt es (ehemalige) Wirtschaftsminister, die es besser wissen. Siehe das Interview der luxemburger Zeitung Wort hier. Dazu muss man sagen, dass eine derart verallgemeinernde Frage, die auch noch Aktionäre mit Tages- und Festgeldsparern in einen Topf wirft, keine andere Antwort erwarten lässt.

Das scheinen manche Kleinaktionäre und Kaupthing-Sparer anders zu sehen. Soll der Staat aus Sorge um das Image des Finanzplatzes die lädierten Anleger in vollem Umfang entschädigen?

Wenn eine Bank Kunden mit Zinssätzen von fünf Prozent und mehr anlockt, dann muss ein aufgeklärter Bürger doch aufhorchen und sich fragen, wieso die eine Bank sich so etwas leisten kann, die Konkurrenz hingegen nicht. Dass manche Kunden sich keine kritischen Fragen gestellt haben, deutet auf eine Rundum-Sorglos-Mentalität hin, die der Staat nur fördern würde, sollte er die geprellten Kunden vorschnell entschädigen. Zumal nicht alle Opfer der Finanzkrise gleich behandelt werden. Die einen Anleger werden entschädigt, die anderen, die Kunden von Lehman Brothers zum Beispiel, gehen leer aus. Wieso das so ist, kann mir niemand erklären.

2 Reaktionen zu “Auch in Luxemburg gibt es unter den Uninformierten das Märchen von 5,65% als erkennbarem Risikoaufschlag”

  1. xyzam 1. Dezember 2008 um 06:50 Uhr

    Ein großer Fehler wird immer wieder dadurch gemacht, dass man die Dinge von gestern mit den Augen von heute betrachtet. Das geschieht jetzt von bestimmten Kreisen auch durchaus gewollt, um so bequem und verfälschend den Kaupthing-Sparern Leichtfertigkeit und Zocker-Mentalität vorzuwerfen, wegen eines Zinsvorteils von ca. 0,5 bis 1% bei ihrer Anlage.

    Wie war die Situation denn wirklich damals? Seit der Währungsreform in 1948 galten Anlagen als Fest- oder Tagesgeld jedenfalls in unserem Lande und nach meiner Kenntnis auch im gesamten Europa immer als absolut sicher. Die Höhe der Einlagensicherung, für den normalen Sparer allgemein nur € 20.000,-, war ärgerlich niedrig, aber von den Banken so vorgegeben und nicht veränderbar. Es wäre Aufgabe des Gesetzgebers gewesen, da schon viel früher einzugreifen. Doch selbst der hatte bis heute nicht daran gedacht, obwohl auch größere Bargeldtransaktionen, z. B. bei Hausverkäufen und bis in den Millionenbereich, auf dieser Basis hinterlegt wurden.

    Die zu erzielenden Zinsen richteten sich nach dem Markt für Geldanlagen. So gab es 1970 eine Zeit, in der sogar 12% Zinsen geboten wurden und vor etwa 10 Jahren erhielt man auch bis 7,5%. Etwa Mitte 2008 zogen die Zinsen auch wieder etwas an. War es da leichtfertig, wenn man sein Geld dort investierte, wo eine Bank 0,5 bis 1% mehr bot? Es war doch aus damaliger Sicht abzusehen, dass auch die anderen Banken dem Trend folgen würden.

    Schon die Einstufung eines Sparers, der sein Geld dort anlegt, wo er dann 0,5 – 1% mehr Zinsen erhält, als leichtfertig oder gar als Zocker, ist so irreal unsinnig, als wolle man auch jemanden, der sein Geld für weniger anlegt, deswegen heilig sprechen. Und dass es an den Banken knirschte und krachte, drang zu spät bis an die Öffentlichkeit, war bis dahin nur Insidern bekannt.

  2. clauss00am 1. Dezember 2008 um 11:31 Uhr

    Es gab davor und danach(gemeint ist die akute Finanzkrise), wenn auch zeitlich begrenzt, Zinsangebote von 6 und 5%. Ich kann da auch jetzt kein überhöhtes Angebot feststellen. Außerdem haben deutsche Banken, von denen man annehmen sollte, dass Sie mehr Einblick besitzen , Millionen in Island verloren (auch verzockt?). Aber dass dafür der Steuerzahler aufkommt, spielt in der Berichterstattung keine Rolle. Um die „Kleinzocker “ auszuzahlen, könnte man das Moratorium aufheben und die Auszahlung über Kaupthing Edge Deutschland vornehmen. Aber sicher hat man von deutscher Seite “ Höheres“ im Sinn und der Kleinsparer ist der Buhmann und das Bauernopfer. Vielleicht überdenken auch einige der „Hochrufer“ auf die deutsche Politik mal ihre Haltung.

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