Monatsarchiv für November 2008

Isle of Man – Kaupthing-Abwicklung um 60 Tage verschoben

28. November 2008

Das entschied ein Gericht auf der Insel. Damit ergäben sich nach dem Bericht von Isle of Man Today (auf Englisch) drei Rückzahlungsmöglichkeiten für die Kunden der dortigen Kaupthing Niederlassung:

1. Die Auszahlung von bereits durch den vorläufigen Insolvenzverwalter zu Geld gemachten Werten und Ergänzung aus den bereits vom Isle-of-Man-Parlament (Tynwald) der britischen Einlagensicherung zur Verfügung gestellten Steuergeldern i.H.v. 150 Millionen Pfund.

2. Die Rettung durch das Isle-of-Man-Finanzministerium, indem der Kaupthing Niederlassung Isle of Man wieder Kaptial zur Verfügung gestellt würde. Dadurch könne eine Entschädigung über die gesetzliche Einlagensicherung erreicht werden.

3. Die Übernahme der Isle-of-Man-Filiale durch einen Dritten und Einstehen für die Einlagen durch diesen.

Eine Bank wird abgewickelt

28. November 2008

Der Insolvenzverwalter der Kaupthing- Vermögenswerte hat beschlossen, den Kaupthing-Anteil in Höhe von 5,49 %-Anteil an der norwegischen Versicherung Storebrand zum Verkauf anzubieten. Das Bieterverfahren endet spätestens heute um 07:30 Uhr GMT (entspricht 08:30 Uhr MEZ). Siehe Reuters-Meldung auf Englisch hier.

Da sich eine goße Nachfrage nach diesem Anteil abzeichnete und die Aktien von Storebrand daraufhin deutlich stiegen, protestierte die Muttergesellschaft Kaupthing gegen den ,,Verkauf unter Wert“. Daraufhin brach die norwegische Regierung den Verkaufsprozess der Anteile erst einmal ab, siehe die Meldung bei Bloomberg. Am 13.10. hatte Norwegen die norwegischen Kaupthing-Vermögenswerte in Verwaltung genommen ( Anmerkung: wahrscheinlich als Gegenleistung für Kredite an Kaupthing zur Auszahlung der norwegischen Sparer).

Artikel, die wir für unseriös halten

27. November 2008

Hier 3 Beispiele für unseriöse Artikel

Pressnetwork vom 27.11.2008

Bankingportal vom 27.11.2008

News4Press vom 26.11.2008

Siehe auch aktuellen Leitfaden unter „Gerüchte“.

Willkommen, liebe KfW, offiziell im Kreis der Kaupthing-Sparer

27. November 2008

Folgendes berichtet die Rheinische Post (siehe zum Thema auch den Bericht bei n24.de)

Der staatlichen Förderbank KfW drohen durch ihr finanzielles Engagement in Island Verluste in bisher ungeahnter Millionenhöhe. Das Institut ist mit insgesamt 799 Millionen Euro in Island engagiert, zitiert die „Rheinische Post“ (Freitagsausgabe) aus einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Finanzausschuss des Bundestages. Davon sind 400 Millionen Euro direkt in Darlehen sowie isländische Wertpapiere angelegt. Bisher war nur eine Summe von 288 Millionen Euro bekanntgeworden. Weitere 399 Millionen Euro hat die KfW laut Finanzministerium über Auslandstöchter isländischer Banken angelegt, unter anderem bei der Kaupthing-Bank in Luxemburg. Eine Risikovorsorge ist bisher lediglich für 97,6 Millionen Euro vorgesehen.

Kleine Anfrage im Bundestag: Information der Verbraucher in der Finanzkrise

27. November 2008

[…] Außerdem wollen die Abgeordneten wissen, welche unabhängigen Beratungsmöglichkeiten es für Kunden von Instituten wie Lehman Brothers oder Kaupthing Bank gebe. Gefragt wird auch nach der finanziellen Ausstattung der Verbraucherzentralen und Planungen zum besseren Schutz von Bankkunden.

Siehe hier.

Was bleibt: Verunsicherung

27. November 2008

Die Deutschen haben im Oktober 46,3 Milliarden Euro aus (eigentlich insolvenzsicheren, weil Sondervermögen) Investmentfonds abgezogen, wozu auch die Kaupthing-Pleite beigetragen hat, berichtet der britische Guardian hier. Dies zeigt, wie groß die Verunsicherung unter deutschen Sparern inzwischen ist.

Diesmal ein sachlicher Kommentar in der FAZ zur Finanzkrise

27. November 2008

Daniel Mohr sieht die Banken in der Pflicht, das Vertrauen der Anleger durch transparente Finanzprodukte zurückzugewinnen, siehe hier.

Soviel zum Thema ,,Dumme Sparer“

27. November 2008

Kommentar von Michael Vaupel, der freudig überrascht ist, dass der Durchschnittsanlagebetrag bei Kaupthing genau seiner Empfehlung entsprach, siehe hier. Seine Kritik richtet sich vielmehr gegen die Kaupthing-Bank.

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