Aktion: Besucht eure Wahlkreisabgeordneten aus dem Bundestag

20. Februar 2009

Liebe Mitstreiter,

das Gute liegt manchmal so nahe. Wir schreiben uns die Finger wund und ärgern uns, wenn wir gar keine Antwort bekommen oder Standardantworten. Aber wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet eben zum Berg. Die Zeit, die wir dazu benutzen, um Standardantworten zu bekommen, können wir auch besser nutzen, um mit unseren Volksvertretern ins Gespräch zu kommen. D.h. lasst uns die Politiker besuchen. Es kann sich lohnen wie die Kontaktaufnahme von Thomas & Silke mit Thomas Thießen (MdB) zeigt (hier und hier).

Wenn ihr fragt: Wie komme ich mit den Politikern ins persönliche Gespräch? Unter bundestag.de könnt ihr durch Eingabe eurer PLZ und eures Wohnortes herausfinden, welche Politiker in eurem Wahlkreis gewählt worden sind. Habt ihr dann die Bundestags-Seite eurer Wahlkreis-Abgeordneten geöffnet, geht es weiter: Jeder Bundestagsabgeordnete hat eine eigene Webseite: Dort könnt ihr  Telefonnummern (v.a. vom Wahlkreisbüro) und Termine bei euch vor Ort herausfinden.

  • Zeigen wir ihnen, dass wir keine anonymen Spekulanten sind, sondern Menschen mit Gesicht: Menschen mitten im normalen Berufsleben, Familienväter und – mütter, Rentner – kurz allesamt Menschen, die ihr Leben lang hart arbeiten mussten, um überhaupt etwas Geld sparen zu können.
  • Lasst euch nicht abwimmeln. Rufen wir an und bestehen wir auf einem baldigen Termin! Wir warten seit 5 Monaten, haben nun die Chance 80% ,,Abschlagszahlung“ zu bekommen, jetzt muss endlich einmal etwas passieren.
  • Lasst euch auf dem Laufenden halten über euren Abgeordneten. Was passiert nach dem Gespräch? Was macht der Abgeordnete in unserer Sache? Machen wir zur Not neue Gesprächstermine.

Und was wollen wir unseren Bundestagsabgeordneten sagen? Z.B. das:

  • Diskutieren wir mit ihnen persönlich, falls sie uns für risikofreudig halten: Wir haben kein Geld nach Island überwiesen, sondern sind Kunden einer deutschen Bankniederlassung unter Aufsicht der BaFin. Die Bank hatte eine deutsche Bankleitzahl – wie sich inzwischen herausstellt, gehörte diese zu einem Geschäftskonto beim Zentralinstitut der deutschen Genossenschaftsbanken. Wir sind für unsere Zinsen in Deutschland steuerpflichtig. Es gibt keinen Grund, uns die kalte Schulter zu zeigen, weil Bankenaufsicht und Bankensystem versagen!
  • Die Kaupthing Bank hat in Island 80% der Einlagen zur Auszahlung bereit gestellt. Jetzt ist die Bundesregierung gefragt, getreu ihrem Versprechen aus dem Bundesfinanzministerium (,,Die deutschen Kunden werden ihre Einlagen vollständig zurückerhalten.“) die Kaupthing Bank bei einer schnellen und unbürokratischen Lösung von erst einmal 80 % der Einlagen zu unterstützen. Wenn 80% bereit stehen, sollen auch alle eine ,,Abschlagszahlung“ in dieser Höhe erhalten: Was man hat, das hat man! Wir warten lieber noch auf 20% als auf 100%.
  • Für die Rückzahlung der restlichen 55 Mio. € möge die Regierung ebenfalls an einer baldigen und kundenfreundlichen Lösung zusammen mit Kaupthing und isländischer Regierung arbeiten. Notfalls ist ein Kredit über 55 Mio. € immer besser als ein Kredit über 308 Mio. €.

Wir haben unter ,,Was kann ich tun“ eine neue Rubrik eingerichtet (oder auch direkt hier), wo ihre über eure Kontaktaufnahme berichten könnt. Unsere Seite hat täglich (!) zwischen 3000 und 6000 Besucher. Das dürfte auch für unsere Abgeordneten in Wahlkampfzeiten interessant sein.

Viele Grüße.

Euer Team von kaupthing-edge.helft-uns.de

P.S.: Natürlich sollten wir auch nicht denjenigen vergessen, der uns persönlich versprochen hat, den Kaupthing-Knoten zu durchschlagen. Er wird sich z.B. sicher auf ein Aschermittwochsessen mit Kaupthing-Sparern oder eine Diskussion nach einem Vortrag freuen.

BITTE AUCH ALLE ANDEREN AKTUELLEN AKTIONEN BEACHTEN!

9 Reaktionen zu “Aktion: Besucht eure Wahlkreisabgeordneten aus dem Bundestag”

  1. giselgerdam 20. Februar 2009 um 21:52 Uhr

    Hallo Jan,
    diese Idee finde ich hervoragend!
    Dazu habe ich einige Fragen:
    Bisher konnte ich aus finanziellen Gründen an keinen der bisherigen Veranstaltungen teilnehmen. Ich wohne in NRW
    (Aachen) und würde gerne in Erkrath dabei sein. Vielleicht ist jemand auch aus meiner Gegend und ich hätte noch 2 Plätze frei.
    Doch nun zu meinen Fragen:
    1. Ist jemand bereit uns offiziell bei Herrn Steinbrück zu vertreten? Können wir u.U. direkt mit dem Menschen reden?
    2. Könnte der jenige eine Petition
    überreichen?
    3. Bedarf es eine Genehmigung um dort mit mehreren Leuten evtl. mit Tranparenten etca.
    aufzukreuzen?
    4. Gibt es Vorschläge für Schlagworte auf Transparente
    oder ähnlichem?
    5. Wird die Presse evtl. TV informiert?
    6. Wo ist der Treffpunkt damit wir wirklich als „geballte“ Truppe
    in Erscheinung treten?

    Ich weiß, Fragen über Fragen aber ich denke diese Gelegenheit kommt nicht so oft wieder und die sollte man ausnutzen.
    Jan, durch deine letzte Analyse betr. Moratorium, werde ich immer mutloser jemals meine 23.ooo Euro wiederzusehen!!!
    Als letzter Schritt käme vielleicht noch eine halbseitige Anzeige in einer Tageszeitung welche bevorzugt von Politikern gelesen wird in Frage.
    Wir sind 3500 eingetr. Mitglieder,
    wenn jeder nochmals 10 Euro spenden würde, wären das 35ooo Euro…damit ließe sich doch sicher sowas finanzieren.
    Diese Anzeige müsste natürlich taktisch klug gestaltet werden.
    Darüber vielleicht später mehr. Erstmal auf nach Erkrath.
    Viele liebe Grüße an das gesamte Team
    von Gerd Schidlowski

  2. Gabrielam 20. Februar 2009 um 23:04 Uhr

    Die Idee finde ich auch sehr gut.

    würde gerne ein Gruppe aus meinem Wahlkreis zusammenstellen,
    wer kommt aus dem Kreis Offenbach/Rhein-Main-Gebiet/Südhessen?

    Vielen Dank an die Verantwortlichen dieser ermutigenden Website!!

    Gabriel

  3. Janam 21. Februar 2009 um 15:20 Uhr

    Hallo Gerd,

    zu meiner Lageanalyse: Die war gar nicht entmutigend gemeint. Immerhin sehe ich die Chance, dass wir bald ein Zwischenziel erreichen könnten: 80% Rückzahlung der Einlagen in naher Zukunft. Dieses Zwischenziel sollten wir aus Team-Sicht zunächst einmal verfolgen. Was mit den 55 Mio. € ist, kann ich nicht beurteilen. Ich bin aber zuversichtlich, dass auch diese zurückgezahlt werden – wann hängt aus meiner Sicht wie gesagt aus dem Finanzpoker ab, bei dem es meiner Meinung nach um nichts weniger geht als ums die Zukunft eiens ganzen Landes (Island).

    Zu deinen Fragen:
    1. Uns ist kein direkter Kontakt zu Peer Steinbrück bekannt. Das wird auch nicht ganz so einfach sein, denn Herr Steinbrück hat in der Finanz- und Wirtschaftspolitik noch ganz andere Probleme auf dem Schreibtisch. Also, kann man nur verschen, irgendwie mit ihm ins Gespräch zu kommen. Vielleicht eine Eintrittskarte zum Fischessen in Erkrath (siehe Forums-Link)? Vielleicht am Rande der Demonstration davor in Erkrath? Vielleicht auch über Herrn Steinbrücks Ortsverband (er tritt 2009 im Wahlkreis 105 (Mettmann I) an (vielleicht eine Sparer-Delegation aus seinem Wahlkreis)? Wir wissen da auch nicht den Königsweg. Entscheide, was du am Aussichtsreichsten findest.
    2. Eine Petition könntest du auch versuchen, in Erkrath zu überreichen. Du kannst gerne einen Entwurf manchen uns ihn mir über unsere E-Mail-Adresse zu kommen lassen. Ich schaue gern mal drüber und mache Verbesserungsvorschläge. Du oder Dirk und Nathalie können in dann im Fischessen-Thema im Forum zur Diskussion für eine gemeinsame Erkrath-Petition stellen.
    3. Für eine Demonstration bedarf es keiner Genehmigung (Versammlungsfreiheit). Nur eine Anmeldung wird verlangt, damit dei Behörden eventuell notwendige organisatorische Vorkehrungen treffen können. Wie ich in dem Forums-Thema gelesen habe, wird eine solche Anmeldung erfolgen. Transparente sind erlaubt, es sei denn die Behörde hat einen sehr guten Grund ein Transparent zu verbieten (z.B. persönliche Beleidigungen). Kurz gesagt: Transparente sehe ich nicht als Problem.
    4. Vorschläge gibt es wohl in dem Forums-Thema. Da gibt es ja das Logo (,,Beendet den Albtraum – JETZT!!!“). Mein Vorschlag wäre noch ,,Peer Steinbrück am 22.11.2008: Alle deutschen Kaupthing-Sparer werden ihre Einlagen vollständig zurückbekommen. – Kaupthing-Sparer fragen: WANN? – 25.02.2009: Es tut sich immer noch nichts.“
    5. Laut Forums-Thema kommt wohl auf jeden Fall die Rheinische Post. Vielleicht kommt noch weitere Presse.
    6. Laut derzeitigen Forums-Thema-Informationen: Erste Treffpunktmöglichkeit: 17:30 Uhr Parkplatz vor dem Sängerheim Langenfeld. Zweite Möglichkeit: 18:30 Uhr Bürgerhaus Hochdahl, Sedentaler Straße 105, 40699 Erkrath

    Ich hoffe, die Antworten helfen dir etwas. Die Grüße ans Team sind angekommen. 😉

    Noch ein schönes Wochenende wünscht

    Jan

  4. promam 21. Februar 2009 um 17:47 Uhr

    POLITIKER UNTERWEGS – 2009 Jahr der Wahlen

    Wahl des deutschen Bundespräsidenten 2009 am 23. Mai

    Europawahl vom 4. Juni bis 7. Juni (in Deutschland am 7. Juni)
    Kommunalwahlen in Baden-Württemberg am 7. Juni
    Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern am 7. Juni
    Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz am 7. Juni
    Kommunalwahlen im Saarland am 7. Juni[
    Teil-Kommunalwahlen in Sachsen am 7. Juni
    Teil-Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt am 7. Juni
    Regionalwahl in der Region Stuttgart am 7. Juni
    Kommunalwahlen in Thüringen frühestens am 1. Mai, spätestens am 31. Juli (voraussichtlich am 7. Juni)

    Landtagswahl im Saarland am 30. August
    Landtagswahl in Sachsen am 30. August
    Landtagswahl in Thüringen am 30. August
    Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen:
    Nachdem das nordrhein-westfälische Verfassungsgericht die beschlossene gemeinsame Durchführung der Kommunalwahl mit der Europawahl (7. Juni) für nichtig erklärt hat, legte der Inneminister den Termin auf den 30. August 2009

    Bundestagswahl 2009 am 27. September
    Landtagswahl in Brandenburg 27. September (voraussichtlich)

    und:
    Parlamentswahlen in Island am 25. April

  5. Nathalieam 22. Februar 2009 um 13:22 Uhr

    Liebe Mitstreiter,

    sicherlich habt ihr unseren Aufruf
    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2009/02/20/aktion-besucht-eure-wahlkreisabgeordneten-aus-dem-bundestag/
    gelesen.

    Daraufhin erreichten uns zahlreiche Anfragen, in denen der Wunsch geäußert wurde, dass Kaupthing-Geschädigte des gleichen Wahlkreises gemeinsam einen Termin bei ihrem jeweiligen Abgeordneten ausmachen. Diese Idee finden wir super, denn wie wir wissen: Gemeinsam sind wir stärker!

    Dirk hat deshalb zu unserer Unterschriftenliste, die ja zugleich auch Mailverteiler ist, eine weitere Eingabefunktion programmiert, in die ihr eure Wahlkreisnummer eingeben könnt.
    Solltet ihr dann einen Gruppenbesuch beim jeweiligen Abgeordneten organisieren wollen, können wir gezielt alle Mitstreiter mit derselben Wahlkreisnummer anschreiben.
    Euren Wahlkreis und die zugehörige Nummer findet ihr unter http://www.bundestag.de/mdb/wkmap2009/index.html.

    Außerdem wollen wir noch repräsentativer werden – schließlich lesen auf unsere Seite auch Medienvertreter und das BMF mit. So sind z.B. von 3602 Personen „nur“ 1247 Angaben zum Familienstand und „nur“ 1325 Angaben zum Anlagebetrag. Dies liegt v.a. daran, dass diese Funktionen von uns eingeführt wurden, als viele bereits eingetragen waren. Wir bitten euch daher auch diese Angaben nachzutragen. In der Signatur findet ihr den Link, wo ihr eure Daten einsehen und bearbeiten könnt.

    Wir weisen noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass eure Daten keinesfalls weitergegeben werden! In der Rubrik ,,Eingetragene Mitstreiter“ seit ihr anonymisiert und alle anderen Daten fließen nur in unsere Statistiken unter ,,Auswertungen“ ein.

    Wir wünschen euch einen schönen Sonntag und danke für eure Mithilfe und Treue.

  6. Nathalieam 22. Februar 2009 um 14:02 Uhr

    Bitte auch die anderen aktuellen Aktionen beachten
    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2009/02/20/was-kann-ich-tun-mitmachen/

  7. dobrzewskiam 27. Februar 2009 um 13:56 Uhr

    Hallo Mitstreiter,

    anbei mein Schreiben an meinen Bundestagsabgeordneten…

    —————————————————————————————————————————

    Sehr geehrter Herr xxx,

    ich möchte mich als Bürger von xxx in Ihrer Funktion als Vertreter meins Wahlkreises im Deutschen Bundestag an Sie wenden.

    Meine Frau und ich sind beide durch das Moratorium der Kaupthing Bank in Island betroffen und können seit über einem halben Jahr nicht auf unsere Ersparnisse zugreifen. Unsere Ersparnisse haben wir in Deutschland bei der Kaupthing Bank angelegt nachdem wir uns vergewissert haben dass dies eine ordnungsgemäß in Deutschland niedergelassene Bank ist und darüber hinaus dass Mutterhaus durch die Garantien des Europäischen Währungsfonds abgesichert ist. Ich vermute dass Ihnen die Situation dieser Bank vertraut ist.

    Dass sich die Isländische Hauptbank aufgrund des Staatsbankrotts in Schwierigkeiten befindet verstehen wir durchaus und ebenso dass sich daraus Komplikationen für die Abwicklung der Bankgeschäfte der Kunden ergeben. Obwohl es so schlecht um die Kaupthing Bank auch nicht bestellt sein kann, schließlich hat auch nach dem verhängten Moratorium die Bank weitere andere Bankhäuser übernommen und arbeitet beispielsweise aktuell an der Übernahme einer Britischen Modekette, aber das nur am Rande.

    Wofür ich hingegen kein Verständnis habe ist die Tatsache, dass Deutsche Gläubiger inzwischen die einzigen Privatkunden sind, die noch auf den Gläubigerversammlungen der Kaupthing Bank auftreten – die Privatkunden fast aller anderen Europäischen Länder sind schon seit Monaten ausbezahlt worden. Nur in Deutschland erlaubt man es der DZ Bank, die für Kaupthing in Deutschland die Bankgeschäfte abwickelt, unter fadenscheinigsten Begründungen die Summe von 55 Millionen Euro zu beschlagnahmen, womit wiederum Kaupthing begründet dass sie auf unbestimmte Zeit die Gläubiger zwar gerne ausbezahlen würde – aber nicht kann.

    Dass eine international tätige Bank behauptet, sie wisse nicht welche der bei Ihnen eingegangenen Gelder Kaupthing-Kunden und welche der Kaupthing Bank gehören ist so unwahr wie unverschämt. Dass es in Deutschland angeblich rechtlich nicht möglich sein soll solche Vorgehensweisen, die man nur Erpressung nennen kann, zu verhindern kann ich nicht begreifen. Kaupthing und DZ Bank zeigen jeweils nur mit dem Finger auf den anderen, und das Bundesministerium für Finanzen zuckt nur mit den Schultern, sagt „Abwarten“…und hat seine Zusage dass noch vor Ende 2008 die Gläubiger ausbezahlt werden still und heimlich zurück gezogen.

    Ich hoffe sehr dass Sie aufgrund Ihres Fachwissens als Ökonom ein etwas fundierteres Verständnis für Finanzangelegenheiten haben als Ihr Bundestagskollege Christian von Stetten aus Hohenlohe, der kürzlich zum Besten gab dass „…die Finanzkrise nur entstehen konnte, weil es immer noch Menschen gibt, die glauben, dass man zwölf Prozent Rendite bekommen kann, ohne selbst die Hände zu rühren, jeder Wahlkreis-Abgeordnete in Berlin hat 600 bis 700 Anleger der Kaupthing-Bank, die ihn jetzt um Hilfe bitten.“
    (Quelle http://stimme.de/hohenlohe/nachrichten/kuenzelsau/sonstige;art1912,1469961). Ich bin kein risikofreudiger Zocker, der mit Geld um sich wirft (12 Prozent gab es bei der Kaupthing Bank übrigens auch nie, soviel zum Fachwissen von Herrn von Stetten) sondern ein Sparer der sein Geld bei einer ordnungsgemäß niedergelassenen und abgesicherten Bank in Deutschland angelegt hat.

    Und vor allem bin ich selbst keine Bank die unendliche Finanzreserven hat von denen sie zehren kann. Nach über sechs Monaten mit blockiertem Tagesgeldkonto komme ich ins Schleudern, wenn ich nicht in drei, spätestens vier Wochen mein Geld zur Verfügung habe kann ich andere finanzielle Verbindlichkeiten nicht mehr erfüllen, und habe dann nicht nur finanzielle sondern auch rechtliche Probleme.

    Ich bitte Sie als meinen Vertreter im Bundestag, sich für eine schnellstmögliche Klärung der Rechtslage mit der DZ Bank und eine Auszahlung der Kaupthing-Gläubiger einzusetzen – die Situation in Island und in xxx wird umso brenzliger je länger sie andauert, und wenn nicht endlich dem Wegelagerertum der DZ Bank ein Ende gemacht wird und sich Kaupthing nicht mehr darauf berufen kann, dann sind die Deutschen Sparer womöglich bald die letzten die die Hunde beißen.

    Viel Dank im Voraus für Ihren Einsatz.

    Mit freundlichen Grüßen,

    xxx

  8. ustriam 1. März 2009 um 19:17 Uhr

    Hallo zusammen,

    anbei mein Schriftverkehr mit MdB Herrn Dörflinger. Für uns sind allerdings keine wirklich neuen Infos enthalten

    Sehr geehrter Herr xxx

    vielen Dank für Ihre E-Mail vom 22.02.2009 an Herrn MdB Dörflinger, die ich im Auftrag des Abgeordneten gern beantworte:

    Am 9. Oktober 2008 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein Zahlungs- und Veräußerungsverbot über die deutsche Niederlassung der Kaupthing Bank verhängt. Dieses so genannte Moratorium war erforderlich geworden, um zum Schutz der Kunden in Deutschland verbliebene Vermögenswerte zu sichern, da die Muttergesellschaft in Island nicht mehr ausreichend Liquidität zur Verfügung gestellt hatte. Nach deutschem Recht müssen laut BaFin spätestens sechs Wochen nach Verhängen des Moratoriums die Weichen für die Entschädigung der Kunden gestellt werden. Die deutsche Niederlassung hat noch Gelder in unbekannter Höhe, darf diese aber aufgrund des Moratoriums nicht auszahlen. Was im Fall einer Insolvenz mit den Geldern geschieht, die noch bei der deutschen Tochter liegen, ist unklar. Unter Umständen müssten diese Einlagen dann in den isländischen Einlagensicherungsfonds überwiesen werden.
    Die Kaupthing-Bank ist nicht Mitglied des deutschen Bankenverbandes und als ausländisches Institut auch nicht in der deutschen gesetzlichen Einlagensicherung. Daher nimmt die isländische Bank auch nicht am deutschen Einlagensicherungsfonds, der Sparen Einlagen von mindestens 1,5 Millionen Euro garantiert, teil. Die Kunden profitieren auch nicht von der Garantieerklärung der Bundesregierung für Einlagen auf Tages- und Festgeldkonten.

    Nach der EU-Einlagensicherungsrichtlinie, welche auch für Island als Mitglied des EWR gilt, sind bis zu 20.887 Euro gesichert. Dieser Betrag ist vom isländischen Staat garantiert und unabhängig vom Kurs der Krone. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank weisen hierauf ausdrücklich hin. Von einer nicht ausreichenden Sicherung kann damit grundsätzlich nicht gesprochen werden. Der isländische Staat müsste einspringen, wenn das Geld im Fonds nicht ausreicht, hat sich allerdings auf den Standpunkt gestellt, nur an isländische Bürger zu zahlen, da die ausländischen Verbindlichkeiten dermaßen groß seien, dass sie zum Staatsbankrott von Island führen würden, wenn sie bedient werden müssten.

    Die isländische Bankaufsicht hat den Entschädigungsfall am 30. Oktober 2008 feststellt. Damit können nun auch die deutschen Kunden der deutschen Niederlassung der Kaupthing-Bank ihre Ansprüche gegenüber dem isländischen Einlagensicherungsfonds geltend machen. Die deutschen Kunden der Kauptink Bank müssen sich beim isländischen Einlagensicherungsfonds melden, um ihre Einlagen zurückzufordern.

    Die Bundesregierung steht in intensiven Verhandlungen mit der isländischen Regierung. Sie hat bilateral, über die EU-Kommission sowie auch über den EU-EWR-Rat darauf hingewirkt, dass Island seine rechtlichen Verpflichtungen aus der EU-Einlagensicherungsrichtlinie anerkennt und dass deutsche Kunden der Kaupthing Bank gegenüber anderen Kunden der Kaupthink Bank nicht benachteiligt werden. Island hat nunmehr verbindlich zugesagt, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Dies hat auch den Weg für den Abschluss eines Abkommens über ein IWF-Unterstützungsprogramm geebnet. Das Programm sieht vor, dass Island seinen Bankensektor restrukturiert, die Gleichbehandlung in- und ausländischer Gläubiger sicherstellt sowie die sich ergebenden Verpflichtungen gegenüber EU-Einlegern anerkennt.

    Derzeit ist davon auszugehen, dass die deutschen Kunden der isländischen Kauphting-Bank ihre Spareinlagen vollständig zurückerhalten werden. Gemeinsam mit den Niederlanden und Großbritannien wird die Bundesregierung Island mit einem Kredit unterstützen, damit es seinen finanziellen Verpflichtungen aus der isländischen Einlagensicherung erfüllen kann. Die Bundesregierung gewährt demnach dem isländischen Einlagensicherungsfonds einen Kredit über 308 Millionen Euro. Diese Kreditsumme ist genauso hoch wie die Summe der Einlagen aus Deutschland ist. Damit kann der isländische Einlagensicherungsfonds – mit deutscher Unterstützung – den Kunden aus Deutschland ihre Ersparnisse zurückzahlen. Offen ist nun, wann die Kunden ihr Geld zurück erhalten. Dies kann noch einige Zeit dauern. Das genaue Prozedere soll von der isländischen Einlagensicherung organisiert werden. Details werden mit der Bundesregierung noch ausgehandelt.

    Herr Dörflinger gibt Ihnen nach Rücksprache mit den Finanzpolitikern der CDU/CSU-Bundestagsfraktion folgende Ratschläge:

    1. Eine Verstaatlichung ist noch keine Insolvenz. Ob Kaupthing dauerhaft zahlungsunfähig ist, entscheidet sich erst noch und erscheint mir wenig wahrscheinlich. So lange sind die deutschen Einlagen wegen des Moratoriums der BaFin eingefroren. Die gesetzliche Frist zur Entschädigung der Einleger der isländischen Kauphting-Bank läuft am 30. Januar 2009 aus. Sparer müssen ihre Ansprüche bis zu diesem Datum anmelden, und zwar über die Website der isländischen Einlagensicherung: http://www.tryggingarsjodur.is/QA. Das englischsprachige Formular ist im Internet zu finden unter tryggingarsjodur.is/Payments (unter Application for compensation).

    2. Dem Formular müssen beigefügt werden: möglichst aktuelle Kontoauszüge, belege über Einzahlungen vom Referenzkonto. Die gelten auch alternativ zu den Kaupthing-Kontoauszügen, falls die nicht vorliegen oder nicht auszudrucken sind. Aus formalen Gründen sollten Kunden das Formular in englischer Sprache ausfüllen. Läuft ein Konto auf zwei Kontoinhaber, beispielsweise auf beide Eheleute, dann sollte jeder der Partner einen eigenen Antrag auf Erstattung stellen.

    3. Die Adresse des isländischen Einlagensicherungsfonds lautet:
    Depositors’ and Investars’ Guarantee Fund, Borgartun 26, 3. floor, 105 Reykjavik, Iceland, Tel. +354 540 1200, E-Mail: tif@tif.is and digf@tryggingarsjodur.is

    Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften weitergeholfen zu haben.

    Mit freundlichen Grüßen aus Berlin

    XXX

    ——– Original-Nachricht ——– Betreff: Kaupthing Bank
    Datum: 22 Feb 2009 19:37:00 +0100
    Von: briefkasten@dbt-internet.de
    Antwort an: ustri@web.de
    An: thomas.doerflinger@bundestag.de

    An: Thomas Dörflinger, CDU/CSU
    Betreff: Kaupthing Bank

    Sehr geehrter Herr Dörflinger,

    wie Ihnen sicherlich bekannt ist, haben zahlreiche Anleger in Deutschland Gelder bei der Kaupthing Bank angelegt. Im November gab es eine Zusicherung des Fiananzministers, dass die deutschen Kunden vollständig entschädigt werden. Leider ist bis heute immer noch nicht bekannt, wann dies der Fall ist. Offenbar wird noch verhandelt.
    Meine Bitte nun an Sie ist, sich auch für Anleger aus dem Wahlkreis Waldshut einzusetzen, damit endlich klar wird, wann mit einer Rückserstattung des Geldes gerechnet werden kann. Ich habe dort noch € 5000 angelegt

    Ich habe mein Geld bei derKaupthing Edge angelegt, da ich die Bank und natürlich die Konditionen für sehr gut empfinde.
    Aufmerksam wurde ich über einen Artikel aus dem Fokus. Da ich der Meinung war/bin, dass das Geld zumindest bis zur Höhe des Einlagenfonds gesichert ist, habe ich mir hier auch keine weiteren Gedanken gemacht, solange man diesen Wert nicht überschreitet.
    Auf diesen Aspekt wurde auch immer in diversen Tests und Artikeln zur Bank hingewiesen.

    Darf ich auf Ihre Mithilfe hoffen? Vielen Dank schon im Voraus.

    Freundliche Grüsse
    U.S.


    XXXX

    Büro Thomas Dörflinger MdB

    Deutscher Bundestag
    Platz der Republik 1
    11011 Berlin

  9. simoneam 19. März 2009 um 01:59 Uhr

    Habe nun 5 Abgeordnete des Saarlandes angeschrieben…

    Ich hoffe das jeder mitmacht und wir endlich wieder an unser Geld kommen!

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