Der erste Verlierer der Island-Krise ist gerettet: Commerzbank

20. Februar 2009

Die Commerzbank kann sich freuen: Sie hat bereits 8,2 Mrd. € als stille Einlage zur Stützung des Eigenkapitals erhalten – und außerdem kann die Commerzbank Anleihen im Wert von 15 Milliarden € ausgeben, für die der Staat noch bürgt (siehe hier).

Auch die Commerzbank gehört zu den großen Verlierern in Island (siehe bereits hier) und trotzdem kann es sich der Aufsichtsratsvorsitzende erlauben, gegen Hilfen für uns Stimmung zu machen (siehe hier).

Nachdem man sich also bereits so weit aus dem Fenster gelehnt hat, sollte man aufpassen, dass man nun so wenig Scheiben des eigenen Glashauses einwirft wie möglich. Interessant wäre es einmal zu erfahren, wieviel Verluste im Zusammenhang mit Island angefallen sind. Kann es sein, dass man deshalb in der eigenen Bilanz so wenig wie möglich das Wort Island ausweisen möchte? Direkte Abschreibungen auf Island-Geschäfte nimmt man ,,nur“ in Höhe von 138 Mio. € vor. Andererseits musste die Commerzbank im 4. Quartal  sag und schreibe 303 Mio. € aus einer einzigen fällig gewordenen Kreditausfallversicherung zahlen! Mir fällt im 4. Quartal zwischen Oktober und Dezember nur ein großer Finanzcrash ein (Lehman war bereits im September). Tja, welche ausgefallenen Kredite die Commerzbank da wohl abgesichert hat?

Siehe zum Ergebnis der Commerzbank die Süddeutsche Zeitung und Geschäftszahlen-Präsentation der Commerzbank für Journalisten.

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