Monatsarchiv für Mai 2009

Unterschriftenliste / Auswertungen

31. Mai 2009

An das Team und alle Mitstreiter,

bitte fordert nochmals alle Mitstreiter auf, bei Erhalt des Briefes (Auszahlungsaufforderung) aus Island, sich in den persönlichen Daten unter (Freiwillige Angaben) eizutragen.

Bei mir kommt nämlich der Verdacht auf, daß Island bewußt und mit Absicht noch längst nicht alle Briefe (wie am 22.05.2009 behauptet) abgeschickt hat.

Schwer zu verstehen wäre sonst, daß das Team erst 326 (Stand 31.05.2009) gemeldet bekam, und das bei 3.844 Mitstreitern !!! Ich finde, hier ist schon wieder etwas oberfaul. Was meint Ihr ?

Weiter bitte ich das Team, die persönlichen Daten bzw. die Auswertungen dahingehend zu erweitern, daß auch die bereits ausgefüllten bzw. unterschriebenen Briefe zurück nach Island registriert werden.

Gruß an das fleißige Team und alle Mitstreiter
Afrikakopf

Anmerkung Nathalie: Ich habe aus deinem Kommentar einen Artikel gemacht.

Buchtip

31. Mai 2009

Halldór Gudmundsson:
„Wir sind alle Isländer: Von Lust und Frust, in der Krise zu sein“

Zu bestellen z.B. über Amazon

Natürlich auch in allen gut sortierten Buchläden erhältlich.

Anmerkung Nathalie: Vielen Dank an Mitstreiter Reiner für die Info.

Terminhinweis

31. Mai 2009

Peer Steinbrück auf europapolitischer Veranstaltung in Erkrath

Der stellvertretende Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, wird am Donnerstag, dem 4. Juni 2009, an einer europapolitischen Veranstaltung in Erkrath teilnehmen. Er wird dort über das Thema „Für ein sozialdemokratisches Europa“ sprechen. Neben dem Bundesfinanzminister sprechen Kerstin Griese, MdB, Klaus Hänsch, MdEP und ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments, Petra Kammerevert, Kandidatin für das Europaparlament, sowie Detlef Ehlert, Bürgermeisterkandidat der SPD in Erkrath.

Die Veranstaltung findet statt

am Donnerstag, dem 4. Juni 2009,
ab 17:45 Uhr,
in der Markthalle,
Bahnstraße/Ecke Bavierstraße, 40699 Erkrath.

Anmerkung Nathalie: Danke für den Hinweis an Köppi.

Interessant 2: Zweite IWF-Kreditrate wird wahrscheinlich im Juli gezahlt

30. Mai 2009

Die isländische Premierministerin Johanna Sigurdardottir erklärte letzten Montag im Althing – dem isländischen Parlament – , dass die isländische Wirtschaft durch die Verzögerungen bei den IWF-Zahlungen nicht berührt sei, da die erste Zahlung des IWF sowie der nordischen Länder noch nicht ausgegeben sei. Man könne die Krone so lange stützen, solange die Währungsbeschränkungen in Kraft seien. Das gegenwärtige Ziel laute, dass die die zweite Rate im Juli ausgezahlt werde. Hätte Island die fällige Rate bereits jetzt erhalten, würde dies die Regierung außerdem Geld für Zinsen kosten.

Johanna Sigurdardottir antwortete auf die Frage eines Abgeordneten von der Unabhängigkeitspartei, der die Zahlung eine Frage des Vertrauens in das Land nannte und befürchtete, dass die IWF-Verzögerungstaktik  starke Auswirkungen auf die Politik der isländischen Zentralbank haben werde. Die Antworten der Regierungen zu diesem Themen seien bisher sehr ungenau gewesen.

Die Premierministerin erklärte, dass es einige Gründe für die Verzögerung in den Verhandlungen mit dem IWF gebe. Darunter ist die Notwendigkeit, Fortschritte im Hinblick auf die endgültige Neuausstattung der Banken mit Kapital zu erzielen, bevor der Kredit gezahlt werde. Dies könne hoffentlich Anfang Juli sein.

Sinngemäße und zusammengefasste Übersetzung aus dem Englischen von IceNews.

Siehe zu diesem Thema auch unsere Artikel vom 16.05.09 (mit weiterführenden Verweisen) und 23.04.09.

Interessant 1: GB und NL stehen mit Island vor Einigung

30. Mai 2009

Die Verhandlungen zwischen Großbritannien, den Niederlanden einerseits und Island andererseits über die Kreditbedingungen zur Erstattung der Icesave-Entschädigungskosten sind in einer heißen Phase. Der isländische Finanzminister Steingrimur Sigfusson sagte, man sei einer Einigung noch nie so nahe gewesen. Zu klären sei auch, inwiefern Einnahmen aus Krediten der Old Landsbanki unmittelbar zur Rückzahlung von Icesave-Schulden verwendet werden können. Wieviel am Ende der isländische Fiskus für die Icesave-Kosten zahlen müsse, sei immer noch sehr unklar und hänge vom Zinssatz und davon ab, wie genau die Erstattung erfolgt. Erste Schätzungen gingen von umgerechnet ca. 886 Mio. € aus, nun wird ein Betrag von umgerechnet ca. 417 Mio. € genannt.

Siehe IceNews (in Englisch).

Bei den Icesave-Kosten geht es um die Erstattung der Kosten, die Großbritannien und die Niederlande aufgebracht haben, um die Sparer der Landsbanki/Icesave-Niederlassungen in den Ländern vollständig auszuzahlen. Dazu finanzierten sie freiwillig auch die Verpflichtungen des isländischen Einlagensicherungfonds vor (alle Beträge bis zur bekannten Grenze von 20.887 €).

Ursprünglich hatte sich die Bundesregierung an diese Erstattungsverhandlungen mit ihrer eigenen Kreditlösung angehängt (siehe z.B. unsere Artikel vom 22.11.08, 25.11.08 und den BMF-Sachstand vom 02.03.09 samt unserer Anmerkungen.

Peer Steinbrück nimmt Stellung zur Hilfe der Bundesregierung im Fall Kaupthing

30. Mai 2009

NamenloserBetroffener fragt: Welche Bemühungen wurden außer dem Kreditangebot an den isländischen Einlagensicherungsfonds, das dieser aber gar nicht wollte und auch nicht annahm, konkret zum Wohl der deutschen Sparer der Kaupthing Bank unternommen?

Peer_Steinbrueck: Ich fand das ausgesprochen großzügig, dass wir dem isländischen Einlagensicherungsfonds einen Kredit von über 300 Mio. Euro angeboten haben, damit er seine Verpflichtungen gegenüber seinen deutschen Kunden übernehmen konnte. Dafür habe ich im Bundestag keineswegs uneingeschränkte Zustimmung erfahren. Ein gelegentliches Lob von Kaupthing-Kunden hätte zu meiner Motivation beigetragen. Jetzt hat Island eine andere Lösung gefunden, so dass die Ansprüche der Kaupthing-Kunden bedient werden können.

Quelle: Chat-Protokoll des BMF (siehe dazu auch unseren Artikel vom 20.05.09)

Anmerkung Jan: Tja, aufgrund des letzten Satzes dürfte klar sein, dass wir seit den geplatzten Kreditverhandlungen derzeit allein in isländischen Händen liegen und sich die Bundesregierung (vorerst?) zurückhält. Mögen diese Hände unser Geld endlich freigeben! P.S.: (Ein ehrliches) Danke und Lob, Herr Steinbrück für Ihren Einsatz bei den IWF- sowie den Kreditverhandlungen! Leider war Ihr Ministerium in den Verhandlungen mit isländischen Verantwortlichen hinsichtlich einer schnellen Lösung im Interesse der Sparer nur nicht so erfolgreich wie z.B. Ihre finnischen, norwegischen, britischen, niederländischen und österreichischen Kollegen – soviel Selbstkritik sollte doch sein? 😉

Isle of Man: Kaupthing-Tochter auf der Insel wird abgewickelt

30. Mai 2009

Damit werden Sparer mit Einlagen bis zu 50.000 GBP (entspricht 50% der Einlagen bei der Kaupthing-Tochter) durch die Einlagensicherung der Isle of Man entschädigt. Alle weiteren Einlagen, soweit Vermögenswerte verkauft werden können. Siehe Telegraph, Press Association und iomtoday.co.im (alle in Englisch).

Weitere Hintergrundinformationen liefert unser Artikel vom 23.05.09.

Lehman-Sparer erzielen nur kleinen Erfolg gegen Citibank

30. Mai 2009

Nach Verhandlungen zwischen Citibank und Verbraucherzentrale NRW will die Bank Käufer von Lehman-Zertifikate entschädigen. Allerdings will die Bank lediglich 25% der Kunden, die bei der Citibank Lehman-Zertifikate gekauft haben, auch entschädigen. Auch betragen die Zahlungen nur 30% bis 80% des angelegten Geldes, im Schnitt 50%. Dafür will die Citibank „aus Kulanz“ 27 Mio. € für „ältere, risikoscheue, unerfahrene Anleger“ bereitstellen. Ein Sprecher der Citibank teilte mit, dass die Bank in rund 100 Fällen im Schnitt 6000 € erstattet habe – angeblich nur dort seien Beratungsfehler passiert.

Siehe u.a. die Berichte bei Handelsblatt, WELT, FTD und Dow Jones Newswires.

Zuletzt hieß es in einem Artikel des Stern über Kaupthing-Sparer, dass die Bundesregierung für LehmanBrothers eingestanden sei. Dies ist so aber nicht richtig, wie die aktuellen Berichte wieder einmal zeigen. Lediglich die Entschädigung der (Groß)Sparer bei der deutschen Tochter Lehman Brothers Bankhaus AG (Mitglied im deutschen Einlagensicherungsfonds) hat die Bundesregierung vorfinanziert (siehe auch unseren Artikel vom 24.01.09), nicht aber eine Entschädigung der Kleinanleger mit Lehman-Zertifikaten. Der Großteil der durch Lehman-Zertifikate Geschädigten soll nach den Plänen der Verkaufsbanken weiterhin leer ausgehen. Siehe dazu auch unsere Artikel vom 11.05.09, 22.02.09, 20.02.09, 06.02.09, 03.12.08, 01.12.08.

Deshalb bitten wir weiterhin, die Lehman-Geschädigten über ihre Webseiten www.lehman-zertifikateschaden.de und Aktion Krötenwanderung bei ihren Vorhaben zu unterstützen.

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