Auszahlungsprozess

24. Mai 2009

Zuerst einmal vielen Dank für die bisherige ausgezeichnete Arbeit und die umfassende Information.

Es scheint ja jetzt tatsächlich der Auszahlungsprozeß in Gang gesetzt worden zu sein. Und wenn ich es richtig verstehe, werden die Anleger nicht vom isländischen Einlagensicherungsfond, sondern von der Bank selbst ausbezahlt. Damit haben alle diejenigen, die über die gesicherten 20.887 EUR hinaus Anlagen bei KE hatten, am Ende das große Los gezogen. Sie hätten ja nach Entschädigung über den Einlagensicherungsfond einen (großen) Teil ihres Geldes verloren. Und da von Anfang an KE immer den Hinweis auf die Höhe des isländischen Einlagensicherungsfonds veröffentlicht hatte, werden wohl diese risikobereiten „Groß“-Anleger die großen Gewinner sein. Daß dabei wohl auch politisch einflußreiche „Groß“-Anleger dabei waren, zeigen sowohl die merkbare Zurückhaltung von BMF und BAFIN sowie die Einmischung der DZ Bank.

Alle „richtigen“ Anleger haben bei diesem Spiel der „Großen“ verloren. Denn über dem normalen Weg der Einlagensicherung wäre wie in den anderen Ländern auch die Entschädigung schon lange durch. Ich wünsche mir nur, dass die risikoreichen „Großen“ die Klein-Anleger mit einem Anteil der Zinszahlungen entschädigen, auf die die bewußten Anleger ja nun überlange zu Gunsten der Großen verzichten mussten.

Für mich ist der Fall Kaupthing ein Paradebeispiel für das „geheimnisvolle“ Zusammenwirken von Politik und Banken zum Nachteil der „Kleinen“, die sich an die Spielregeln gehalten haben.

Ich wünsche uns allen, dass der Weg der Rückzahlungen nun zügig voranschreiten kann.

Vielen Dank nochmal für Eure Arbeit

Robin

8 Reaktionen zu “Auszahlungsprozess”

  1. oertheedgeam 24. Mai 2009 um 21:30 Uhr

    Da möchte ich ein bisschen widersprechen.

    Mir ist nichts davon bekannt, dass der isländische Einlagensicherungsfonds bislang für andere Länder mehr getan hätte als wie in unserem Fall Entschädigungsanträge zu sammeln. Die müßige Spekualtion, dass, wenn es keine Verschwörung der Ü20887-Anleger gäbe, die Auszahlung über den TIF schon längst stattgefunden hätte, ist reine Fantasterei.

    Außerdem würde ich Anleger, die 25000 oder 30000 bei Kaupthing haben, nicht unbedingt als die „Großen“ im Gegensatz zu den „normalen“ mit 20887 Euro hinstellen. Woher du die Forderung ableitest, dass diese Personen irgendwelche Zinsen an die anderen Betroffenen zahlen sollen, ist mir rätselhaft. Plakativ gesprochen willst du also, dass dir Karl-Heinz Geld schenkt? Obwohl du selbst risikoreich (huch!) Geld bei einer Auslandsbank angelegt hast, statt bei der Sparkasse um die Ecke? Falls du hingegen die institutionellen Anleger meinst: die gehen bei der ersten Auszahlungsrunde leer aus, weil nur Sparguthaben „priority claims“ sind.

    Und was hat es mit diesen „Spielregeln“ auf sich? Besagen die, dass man, wenn die Forderungen, die man gegenüber einem Schuldner hat, eine bestimmte Garantiesumme übersteigen, freiwillig auf den Rest zu verzichten hat? Du hast natürlich recht, durch die Regelung der „priority claims“ haben die Ü20887 Glück im Unglück. Als Gewinner kann ich mir aber so recht keinen aus der Gemeinde Kaupthinggeschädigter vorstellen, ob „riesig“, „groß“ oder „klein“ („normal“), schließlich verlieren wir insgesamt Millionen Euro an Zinsen.

    Für mich ist dein Beitrag leider ein Paradebeispiel für die „geheimnissvolle“ Vorstellungskraft, die zu Verschwörungstheorien führt.

  2. nomoneyam 25. Mai 2009 um 08:03 Uhr

    Es ist, was es ist und bleibt´s bis zum Schluss.
    Was ist denn dann mit unseren Zinsen?
    Keine Priority Claims, ach so!
    Na dann!

    Wieviel sind 5,5% von 20k damit addiert?
    Welcher Betrag ist/war angeblich durch einen nichtvorhandenen Einlagesicherungsfond geschützt?
    Wer hat denn jetzt den pos Cashflow eingesackt, der mit unserem Geld seit dem letzen halben Jahr und bis jetzt in diesem Moment generiert worden ist?

    Es ist schon irgendwie so wie der junge Mann hier singt.
    http://www.youtube.com/watch?v=BU9w9ZtiO8I

    Wer erstmal seine 50, 60 oder auch 100k, zurück bekommen hat, wird wohl kaum beim Bücklingsprotestmarsch in Steinbrücks und/oder Merkels Vorgarten mit demütig geneigtem Haupt und empor gerichteten Hintern teilnehmen.

    Kann Robin hier nur beipflichten!

  3. Jupp Jaucheam 25. Mai 2009 um 08:20 Uhr

    Eine interessante Haltung zum Thema.

    Nur kann Interesse auch künstlich geschürt/ wachgerufen werden und man bleibt dann zugleich die erforderlichen konkreten Fakten und Belege schuldig.

    „Daß dabei wohl auch politisch einflußreiche “Groß”-Anleger dabei waren, zeigen sowohl die merkbare Zurückhaltung von BMF und BAFIN sowie die Einmischung der DZ Bank.“

    Einflußreiche „Groß“-Anleger?
    Diese These kann man ja einfach mal so in den Raum stellen.

    Merkbare Zurückhaltung von BMF und BAFIN?
    Dazu bedarf es nicht viel. Widerspiegelt solche merkbare Zurückhaltung doch nur die allgemein-strategische Vorgehensweise von Kanzlerin Merkel.

    Die Einmischung der DZ-Bank?
    Wie passt das denn nun zur „Groß“-Anleger-Theorie??

    Dann noch:
    „das “geheimnisvolle” Zusammenwirken von Politik und Banken zum Nachteil der “Kleinen”“
    Wenn es so geheimnisvoll ist: Durch diesen Beitrag kam eben auch nicht gerade Licht ins Dunkel.

    Nix für ungut.

    Gruß

    Jupp Jauche

  4. r-burghart@versanet.deam 25. Mai 2009 um 10:16 Uhr

    Hallo Robin, ich denke alle sollten froh sein, die gesamten Einlagen zurück zu bekommen. Wiso diese Anleger den anderen etwas „wegnehmen“ kann ich nicht nachvollziehen(Ich bin unter der Einlagensicherung). Vielleicht hättest Du auch gerne mehr Geld bei den Isländern eingezahlt, wenn Du mehr gehabt hättest. Also Bitte kein Neid. Wir sind alle gleich betrogen worden.

    r.b.

  5. nomoneyam 25. Mai 2009 um 12:13 Uhr

    Die wahren Ursachen und Zusammenhänge werden wir niemals erfahren.
    Wo kämen wir denn da hin! 😉

    Ich wäre auch froh, wenn meine Einlage (20000€), von meinem Vater mühsam mit den Händen (inkl. Schweiss, Schwielen und Blasen) erarbeitet und lange bei den „Seriösen“ konservativ (also so, daß die Bank gut dran verdient und sowenig wie möglich oder auch nötig davon abgegeben hat) angelegt.

    Totzdem ist die Sache mit den Priority Claim eine ausgemachte und durchgekungelte Sauerei! Und das bleibt´s auch, bis die Rubel rübergerollt worden sind.

    Ihr glaubt doch nicht wirklich, daß mit unserem Geld in den letzten Monaten nicht profitabel gearbeitet wurde? Auch wenn, letztendlich, diejenigen, welche für die ach so großmütigen Versicherungen von Staaten und Kirchen und IWF später bezahlen werden, wieder wir (oder zumindest ein Teil von uns), also Arbeiter, Angestellte und Kleinselbstständige blechen werden.

    Hab keine beweisenden Details – ist mir zu kompliziert! Und das Leben ist bestimmt zu schade für diesen Mist!

    Viele Grüße und guten Glauben!

  6. nomoneyam 25. Mai 2009 um 12:36 Uhr

    Die Ausdrucksfehler möge man mir verzeihen. Bei diesem haut´s mir in letzter Zeit bereits nach wenigen Gedankengängen beinahe die Sicherungen raus. Und der deutschen Sprache war ich noch nie sonderlich mächtig. 😉

  7. Reineram 25. Mai 2009 um 12:47 Uhr

    Hallo,
    warum jetzt streiten??? Es könnte doch noch schlimmer kommen:
    Was wäre,wenn in den jetzt erwarteten Briefen folgendes stehen würde:
    „Sehr geehrter KE-Kunde. Wir freuen uns, Ihnen, so schnell wie möglich, ihre bei uns unverzinst liegenden Ersparnisse zurück zu erstatten. Allerdings erfolgt das in Isländischer Krone, es sei denn, Sie gestatten uns, zu gegebener Zeit zu entscheiden, Ihre Einlage in EUR für 3 Jahre als Stärkung des Eigenkapitals unserer New Kaupthing Bank einzubehalten“

    Im Ernst: es ist völlig unverständlich, warum man mehr als 30.000 Kunden das „Verfahren der Rückzahlung“ in einem Einzel-Brief erklären muss und das nicht auf der homepage der KE macht.
    Die Kontostände per Datum Moratorium wurden jedem Kunden mit KE-Brief vom vom 17.11.2008 bereits ins Haus geschickt!

    Mit Kaupthing wird man in 7 Monaten zum Zyniker. Würde gern den/die Verantwortlichen in Reykjavik kennenl, um meinen persönlichen Dank zum Ausdruck bringen zu können!
    Grüsse, R
    PS: Ich hoffe mit oben Beschriebenen bei KE niemand auf eine Idee gebracht habe!!!

  8. Nathalieam 25. Mai 2009 um 17:57 Uhr

    Na ja, da diverse Daten schon in die Briefe eingedruckt sind, schließt man mit einem persönlichen Anschreiben somit schon diverse Fehlerquellen aus – im Gegensatz zu einem Blankoformular, was man komplett selbst ausfüllt.

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