Statement eines Anwaltes …

27. Mai 2009

…zu folgendem Satz:

„Vorsorglich erklären wir hiermit die Kündigung unserer Geschäftsbeziehung mit Ihnen.“

Der von Ihnen zitierte Satz „Vorsorglich erklären wir hiermit die Kündigung unserer Geschäftsbeziehung mit Ihnen“ soll nur nochmals verdeutlichen, dass nach Auszahlung Ihrer Einlage keine weiteren Geschäftsbeziehungen mit der Bank bestehen und fortgeführt werden. Nach einer Kündigung der Geschäftsbeziehung bestehen insbesondere keine gegenseitigen Verpflichtungen mehr. Die Bank möchte wohl vermeiden, dass Anleger auf die Idee kommen, hieraus noch Verpflichtungen der Bank für die Zukunft herzuleiten.

Siehe auch FAQ´s der Kaupthing Bank Punkt 15

8 Reaktionen zu “Statement eines Anwaltes …”

  1. Heindieteram 27. Mai 2009 um 13:01 Uhr

    Hallo Nathalie,

    für mich ist noch imer nicht klar, ob mit der Auszahlung der
    Spareinlagen solange gewartet wird, bis auch der letzte sein
    Formular 1 oder 2 zurückgeschickt hat.
    Gibt es dazu eine Aussage der Kaupthing Bank?
    (ich hoffe dass ich nichts überlesen habe)

    Gruß und Dank Heindieter

  2. Nathalieam 27. Mai 2009 um 14:42 Uhr

    Hallo Heindieter,

    über einen Auszahlungszeitpunkt ist noch gar nichts bekannt. Wollen wir nur hoffen, dass es nicht nochmal 7 Monate dauert.

    Gruß Nathalie

  3. Herbert Kahnertam 28. Mai 2009 um 11:16 Uhr

    Hallo liebes Team,
    habe nach meiner Rückkehr auch den Auszahlungsantrag vorgefunden. Mich irritiert, dass aufgelaufene, aber noch nicht gutgeschriebene Zinsen nicht ausgezahlt werden. Mein Wissensstand war, dass die Zinsen, welche bis zur Insolvenzerklärung angefallen sind, ebenfalls mit ausgezahlt werden. Befinde ich mich da in einem Irrtum und weiß jemand, ob Zinsen überhaupt jemals ausgezahlt werden?
    Gruß Herbert

  4. Nathalieam 28. Mai 2009 um 11:18 Uhr

    Zinsen sind keine priority claims. Info´s findest du auch bei den FAQ`s der Kaupthing oder auch hier

  5. Bertram.Meyeram 28. Mai 2009 um 13:20 Uhr

    Zum Einen sollte die Auszahlung nun rasch, in eigentlich wenigen Tagen, erfolgen. Warum nämlich nicht ? Alle Formalitäten sind nun sogar für uns Deutsche endlich durch. Womöglich möchte man das auch noch rechtzeitig vor den Wahlen abwickeln …

    Ansonsten denke ich : natürlich muss bzw. wird es dann noch um Zinsen gehen, im nächsten Schritt, nach Überweisung der priority claims.

  6. kralleam 28. Mai 2009 um 20:28 Uhr

    „Das Statement eines Anwalts“ gibt doch allen Grund zur Empörung: „Nach einer Kündigung der Geschäftsbeziehung bestehen insbesondere keine gegenseitigen Verpflichtungen mehr. Die Bank möchte wohl vermeiden, dass Anleger auf die Idee kommen, hieraus noch Verpflichtungen der Bank für die Zukunft herzuleiten.“
    Natürlich bestehen weiterhin Verpflichtungen der Bank ggb. ihren Kunden – nämlich die aufgelaufenen Zinsen. Das ist doch m.E. unstrittig. Diese Schulden der Bank sind vielleicht nicht erstrangig, aber unstrittig. Wieso also kann die Bank durch vorsorgliche Kündigung der Geschäftsbeziehungen ihre verbleibenden Schulden einfach abstreifen?
    Was mich jedoch noch nachdenklicher macht: Wieso weist ein (unser?) Anwalt nicht auf die weiter bestehenden Ansprüche auf Zinsauszahlung hin, sondern übernimmt kommentarlos den Standpunkt der Bank??

  7. Bertram.Meyeram 29. Mai 2009 um 09:35 Uhr

    Ich sehe das ähnlich : es kann doch keiner sagen :

    „lieber Vertragspartner, ich kündige unseren Vertrag einseitig mit der Folge, dass keinerlei Pflichten mehr zwischen uns bestehen“ .

    In Rechtssystemen geht sowas nämlich zum Glück nicht.

    Was da bis hin zu Anwälten teilweise an Ansichten und Rechtsverständnis geradezu laienhaft, dilettantisch und ernüchternd zur Kenntnis zu nehmen ist, mag wohl ein weiterer Ausdruck unserer derzeit „etwas“ aus dem Ruder geratenen gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse auf allen möglichen Gebieten sein.

    Beklagenswert und natürlich unhaltbar. Selbstverständlich hat es erst einmal Zinsansprüche. Aber das wurde an anderer Stelle ja schon professioneller behandelt. (Stichwörter : Vermögensmasse u.a.) …

    Werden wir wohl noch sehen, was sich in diesem Punkt ergibt. Selbst Kaupthing nimmt ja darauf Bezug, dass das noch zu regeln ist.

  8. Janam 29. Mai 2009 um 10:14 Uhr

    @kralle: Keine Angst. Eine Kündigung wirkt immer nur für die Zukunft, so wie die Kündigung einer Wohnung oder eines Arbeitsverhältnisses ja auch nicht das Verhältnis in der Vergangenheit „auslöscht“. Das sagt auch das Schreiben des Anwalts: „Verpflichtungen der Bank für die Zukunft“. Alles, was bis zum Wirksamwerden der Kündigung an Ansprüchen aufläuft, z.B. Zinsansprüche bestehen völlig richtig und unstreitig weiter. Die Bank kann also verbleibende Schulden nicht durch eine Kündigung abstreifen, sondern will nur, dass keine weiteren Ansprüche in der Zukunft entstehen. In diesem Fall geht es bei der Kündigung v.a. darum, dass die Bank wegen der Moratorien keine normalen Bankgeschäfte mehr vornehmen darf, sondern nur noch Abwicklungsgeschäfte (eben z.B. Kündigungen).

    P.S.: Über die Qualität mancher Rechtsberatungen mancher Anlegeranwälte kann man sich durchaus streiten, nicht jeder hält, was er verspricht. 😉

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