Lehman-Sparer erzielen nur kleinen Erfolg gegen Citibank

30. Mai 2009

Nach Verhandlungen zwischen Citibank und Verbraucherzentrale NRW will die Bank Käufer von Lehman-Zertifikate entschädigen. Allerdings will die Bank lediglich 25% der Kunden, die bei der Citibank Lehman-Zertifikate gekauft haben, auch entschädigen. Auch betragen die Zahlungen nur 30% bis 80% des angelegten Geldes, im Schnitt 50%. Dafür will die Citibank „aus Kulanz“ 27 Mio. € für „ältere, risikoscheue, unerfahrene Anleger“ bereitstellen. Ein Sprecher der Citibank teilte mit, dass die Bank in rund 100 Fällen im Schnitt 6000 € erstattet habe – angeblich nur dort seien Beratungsfehler passiert.

Siehe u.a. die Berichte bei Handelsblatt, WELT, FTD und Dow Jones Newswires.

Zuletzt hieß es in einem Artikel des Stern über Kaupthing-Sparer, dass die Bundesregierung für LehmanBrothers eingestanden sei. Dies ist so aber nicht richtig, wie die aktuellen Berichte wieder einmal zeigen. Lediglich die Entschädigung der (Groß)Sparer bei der deutschen Tochter Lehman Brothers Bankhaus AG (Mitglied im deutschen Einlagensicherungsfonds) hat die Bundesregierung vorfinanziert (siehe auch unseren Artikel vom 24.01.09), nicht aber eine Entschädigung der Kleinanleger mit Lehman-Zertifikaten. Der Großteil der durch Lehman-Zertifikate Geschädigten soll nach den Plänen der Verkaufsbanken weiterhin leer ausgehen. Siehe dazu auch unsere Artikel vom 11.05.09, 22.02.09, 20.02.09, 06.02.09, 03.12.08, 01.12.08.

Deshalb bitten wir weiterhin, die Lehman-Geschädigten über ihre Webseiten www.lehman-zertifikateschaden.de und Aktion Krötenwanderung bei ihren Vorhaben zu unterstützen.

3 Reaktionen zu “Lehman-Sparer erzielen nur kleinen Erfolg gegen Citibank”

  1. Freddieleinam 30. Mai 2009 um 07:30 Uhr

    Anfrage bei meiner Bank:

    „Ich bräuchte ca. 5.000 € für eine Investition. Meine Sparleistung liegt ca bei 1.000 €/mtl – was können Sie mir empfehlen?“

    Antwort:

    „Einen Kleinkredit. Mit 250 € mtl. Rate können Sie den bequem abzahlen, ohne für Eventualitäten gerüstet zu sein. Kosten: 320 € Zinsen und Bearbeitungsgebühr“

    Ich habe dann mein Konto um 5.000 € überzogen, mich hinsichtlich meiner Ausgaben sehr zurückgehalten, fällige Zahlungen erst so spät wie möglich getätigt usw.

    Bilanz: Wesentlich weniger Zinsen, trotz höherem Zinssatz

    Soviel zu ‚Beratung‘ einer Bank!

  2. Dirkam 30. Mai 2009 um 09:17 Uhr

    Bank“Berater“ sind eben auch nur Verkäufer….. die BERATEN nicht, die VERKAUFEN. Letztlich sind die Prämien eben auch Teil ihres Gehaltes….

  3. blauam 31. August 2009 um 20:58 Uhr

    „Sparkasse muss Lehman-Opfer auszahlen“ titelt heute das Handelsblatt.
    http://www.handelsblatt.com/sparkasse-muss-lehman-opfer-auszahlen;2451072

    Neue Hoffnung für Lehman-Opfer: Ein weiterer Geschädigter hat vor Gericht einen Erfolg erzielt.

    Kläger-Anwalt Matthias Schröder bezeichnete das Urteil als einen „Meilenstein mit Mustercharakter“. Seine Kanzlei vertrete insgesamt rund 400 weitere Kleinanleger aus dem Frankfurter Raum. Die meisten von ihnen seien Rentner, die nur wenig Erfahrung mit dem Finanzmarkt gehabt hätten. Durch Falschberatung seitens mehrerer Banken sei ihnen ein Schaden von teilweise mehreren
    10 000 Euro entstanden.

    Hoffe, dass durch dieses Urteil ( (LG Frankfurt 2/19 O 287/08) eine Art Domino-Effekt eintritt und immer mehr Banken zur Entschädigung „verdonnert“ werden, bzw. ganz „blauäugig“ angedacht, dass die Banken für ihr „Fehlverhalten“ auch ohne Gerichtsurteile einstehen.

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