Vorsicht! Mögliche Datenfalle!

21. Juli 2009

„Im Falle einer Anmeldung von Ansprüchen verzichtet der Gläubiger gleichzeitig auf sein Recht der vertraulichen Behandlung seiner Daten (das Bankgeheimnis) in Höhe des von ihm geltend gemachten Anspruchs.“

Dies entstammt der Bekanntmachung der Kaupthing Bank (bzw. der aus meiner Sicht absolut korrekten übersetzten Fassung von StefanM).

Hier sollte für uns Sparer Vorsicht geboten sein bei der Einsendung von Dokumenten, die den Anspruch gegenüber Kaupthing beweisen. Denn damit kann Kaupthing theoretisch dasselbe machen wie es den Lehman-Kunden ergangen ist (siehe den Artikel bei WELT Online). Deshalb: So wenig persönliche Daten wie möglich mitschicken sowie Angaben, die nichts mit Kaupthing zu tun haben und die nicht gefragt sind, schwärzen.

Wie gesagt, es gibt derzeit keine akute Handlungspflicht, die Frist läuft noch bis zum 30.12.2009. Es lohnt sich abzuwarten, wann Kaupthing das Formblatt veröffentlicht und ob sie Angaben dazu machen, was sie von Sparern für Angaben haben möchten. Aber auf diese brisante Geschichte wollen wir nur schon einmal hinweisen.

Die Verbraucherzentralen haben wir ebenfalls informiert (vgl. den letzten Absatz des Artikels bei WELT Online).

3 Reaktionen zu “Vorsicht! Mögliche Datenfalle!”

  1. StefanMam 22. Juli 2009 um 00:02 Uhr

    Man beachte dazu auch folgenden Satz aus dem genannten Dokument:

    „Die Liste der angemeldeten Ansprüche wird allen Parteien, die selbst Ansprüche angemeldet haben, mindestens eine Woche vor der Versammlung zugänglich gemacht.“

    Nicht die Summe, sondern die LISTE . . .

    Auch dieser Satz ist ein Teil meiner Übersetzung.

    Es ist übrigens auch bei einem Insolvenzverfahren in Deutschland normal, dass denjenigen, die Ansprüche angemeldet haben, auch die Ansprüche anderer bekannt gegeben werden.

    Das beginnt schon bei der Gläubigerversammlung vor Gericht – wohl gemerkt in Deutschland.

    Dort liest dies der Insolvenzverwalter laut vor. Allerdings werden nur die angemeldeten Ansprüche Anwesender vorgelesen – mit Hinweis darauf, in welcher Höhe der Insolvenzverwalter den jeweiligen Anspruch bereits anerkannt hat.

    Gruß

    Stefan

    PS kleine Korrektur: Die Frist läuft am 30.12.09 ab 😉

  2. Janam 22. Juli 2009 um 21:51 Uhr

    @Stefan: Ja, da hast du natürlich Recht, auch in Deutschland gibt es die Bekanntgabe von Ansprüchen Gläubiger untereinander.

    Es ist aber theoretisch auch möglich, dass Kaupthing die Liste ins Internet stellt und zusätzlich die Unterlagen jedes Anspruchstellers anhängt (so wie eben bei Lehman), denn „zugänglich machen“ kann vieles bedeuten. Und ob in der Liste nicht auch jeder mit Höhe seines Anspruchs drin steht, ist derzeit auch unklar. Gerade bei einem Zusammenbruch eines internationalen Unternehmens dieser Größenordnung ist die Gefahr für eine solche, für Kaupthing unkomplizierte Vorgehensweise zumindest vorhanden.

    Und man sollte nicht vergessen, dass fast alle großen Banken ebenfalls Gläubiger von Kaupthing sind, so dass dadurch sensible Daten wieder ganz schnell in den Händen von deutschen Banken landen können – und zwar ganz legal auf Anfrage.

    Deshalb halte ich daran fest: So viele Daten wie nötig, aber so wenig wie möglich einreichen.

    Danke übrigens für die kleine Korrektur, habe ich angepasst.

    Gruß.
    Jan

  3. StefanMam 25. Juli 2009 um 09:27 Uhr

    @ Jan und alle, die das Thema interessiert:

    Es heißt ja:

    „Im Falle einer Anmeldung von Ansprüchen verzichtet der Gläubiger gleichzeitig auf sein Recht der vertraulichen Behandlung seiner Daten (das Bankgeheimnis) IN HÖHE DES von ihm geltend gemachten ANSPRUCHS.“

    Das hieße m.E., nur Name und geltend gemachter Betrag werden denjenigen, die ein berechtigtes Interesse nachweisen können (andere Gläubiger) zugänglich gemacht.

    Das könnte bzw. dürfte dann nach meinen Erfahrungen (die ich leider schon einmal sammeln durfte) in etwa so aussehen:

    Max Mustermann, Musterstadt, Deutschland, angemeldeter Anspruch: 1.000 Euro, anerkannt: 800 Euro

    Ich will ‚mal nicht davon ausgehen, dass andere für die AnspruchsANMELDUNG zwingend erforderliche Daten, wie z.B.

    – die Berechnung der Zinsansprüche (welche Guthaben jeweils von wann bis wann, . . .)
    – die Kontodaten des Referenzkontos für die Erstattung
    – die vollständige Anschrift des Gläubigers
    – etc.

    mit veröffentlicht werden.

    Unabhängig davon – sicher verhindern kann man es wohl nur, wenn man seine Ansprüche nicht geltend macht, d.h. darauf verzichtet.

    Gruß

    Stefan

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