Meine Sicht: Ein paar Hilfen zum Ausfüllen des Antrags

27. August 2009

Nachdem jetzt einige z.T. irreführende Berichte aufgetaucht sind und wir zahlreiche Anfragen in der letzten Zeit erhalten haben, will ich noch die wichtigsten Fragen beantworten, so wie ich sie lösen würde.

Wie immer gilt auch hier: Alle Angaben ohne Gewähr. Jeder ist für seinen Antrag in dieser rechtlich unsicheren Sache allein verantwortlich!

Update 29.08.09: Was ist mit „ledger“ auf dem englischsprachigen Formular gemeint?

Gute Frage. In der deutschen Übersetzungshilfe von Kaupthing wurde das interessanterweise weg gelassen. Ich habe mit StefanM darüber gesprochen und wir vermuten, dass damit der „Kontotyp“ Tagesgeld (instant access savings account) bzw. Festgeld (fixed term savings account) gemeint. Es könnte aber auch die „Hauptkontonummer“ (Stammnummer und Erweiterungen der Nummer für Unterkonten wie Tagesgeld, Depot, etc.) gemeint sein, wobei uns nicht bekannt ist, ob es eine solche in Deutschland gab. Da dieser Begriff in der deutschen Übersetzung fehlt, gehe ich davon aus, dass diese Zeile nicht entscheidend ist (garantieren kann ich das natürlich nicht).

Wie berechne ich die Zinsen?

Da gilt die deutsche Zinsformel, wie es auch Kaupthing bestätigt hat (siehe hier):

K(apital)*P(Zinssatz)*T (Tage)
——–
360*100

Jedes Mal, wenn sich entweder das eingezahlte Guthaben K durch Ein- oder Auszahlung geändert hat oder der Zinssatz geändert hat, sollte man ein Zwischenergebnis machen. Und dann für den nächsten Zeitraum T (in Tagen) eine weitere Rechnung aufmachen, bis sich wieder entweder K oder P ändern usw.

Am 31.12. sind die Zinsen der Einlage bei Tagesgeld dem Konto gutzuschreiben und werden danach mitverzinst (siehe bereits hier). Für Festgeld gilt laut Kaupthing-AGB Nr. VI. 3. das „Ende der jeweiligen Festlaufzeit“ als Gutschriftszeitpunkt.

Nachtrag 19.10.2009: Bei einer taggenauen Berechnung, die in unserem Fall wohl von Bedeutung ist, muss man nach der deutschen Zinsberechnungsmethode natürlich JEDEN Monat mit 30 Tagen ansetzen, also auch Februar oder August, etc. Denn das Bankjahr hat nur 360 Tage.

Wie berechne ich Zinsen ohne einen Kontoauszug von Kaupthing?

Das sehe ich nicht als entscheidendes Problem. Ich habe einen Kontoauszug für Ende Juli 08. Darin waren alle meine Überweisungen am Morgen auch am nächsten Tag bei KED gutgeschrieben. Sollte eine Überweisung vom Referenzkontoüberweisung also vor 15 Uhr in Auftrag gegeben worden sein, sollte sie üblicherweise in Deutschland auch am nächsten Tag gutgeschrieben worden sein. Aus meiner Sicht kommt es da auf einen Tag mehr oder weniger auch nicht an. Das sollte das Abwicklungskomitee  bei der Prüfung der Ansprüche zur Not ohne Nachteil für ubs korrigieren (garantieren kann ich das natürlich nicht). Als Beweise könnte man Kopien der Kontoauszüge der Referenzkontoüberweisungen (Rest des Auszugs am besten schwärzen, siehe auch hier) mitschicken.

Was hat es mit den Umrechnungen auf sich?

Ich würde einfach den Betrag in Euro ausrechnen, dann nach dem Wechselkurs der Kaupthing-FAQs umrechnen und dann beides eintragen, sprich in Euro und in Kronen.

Ich will für meinen Anspruch „Priority“=Vorrang beantragen. Wie begründe ich das?

Sofern ich in den nächsten Wochen dazu komme, entwerfe ich für meinen Antrag eine Begründung dazu und stelle sie hier ein (abschreiben allerdings ohne Gewähr). Update 04.10.09: Hier ist sie.

Was muss ich sonst noch beachten?

Da hilft es aufmerksam, die Hinweise von Kaupthing durchzuarbeiten und einzuhalten – StefanM hat sie sogar übersetzt. Wer sich zusätzlich Hilfe holen will, kann sich ebenfalls durch unsere Zusammenstellung (ohne Gewähr) klicken.

4 Reaktionen zu “Meine Sicht: Ein paar Hilfen zum Ausfüllen des Antrags”

  1. blauam 30. August 2009 um 10:43 Uhr

    Zur Frage : Was ist mit “ledger” auf dem englischsprachigen Formular gemeint?

    Mir ist der Ausdruck „ledger“ wie bereits beschrieben als “Hauptkontonummer“ bekannt!
    Darunter werden dann alle noch vorhandenen Konten, ob Sparen oder Darlehen etc. geführt.

    „ledger“ bedeutet ja auch Fixpunkt!

  2. StefanMam 30. August 2009 um 15:01 Uhr

    @ blau: Wie oben zu lesen, haben Jan und ich dies bereits diskutiert und hielten am Ende den Kontotyp für wahrscheinlicher. Aber stimmen muss das natürlich nicht.

    Der Begriff ist in jedem Fall von der Verfasserin unglücklich gewählt worden, denn an sich würde Stammnummer eher zutreffen, aber andererseits weniger passen . . .

    Aber ich habe bereits die Erstellerin des Dokuments „Claim form – Deposits – English“ – http://www.kaupthing.com/lisalib/getfile.aspx?itemid=20368 – angemailt und gefragt, was sie denn mit Ledger gemeint hat.

    Vielleicht erhalte ich ja eine Antwort. Wenn nicht, kann der, der eine Stammnummer hat, natürlich einfach Kontotyp UND Stammnummer eintragen.

    Gruß

    Stefan

  3. Koeppiam 31. August 2009 um 21:32 Uhr

    …vielleicht nannte man es früher in deutsch ganz profan Kundennummer?
    …unter dieser Kundennummer (pro Kunde) konnten ein oder mehrere Kontonummern eingerichtet werden… für TG- oder FG-Konten….

  4. StefanMam 15. September 2009 um 14:52 Uhr

    Heute erhielt ich endlich die Antwort des WUC, was das Komitee unter „ledger“ versteht:

    ZITAT

    Dear Stefan,

    A ledger number is the account type and is a part of the account number.

    As previously stated, it is recommended that customers of Kaupthing Edge file a claim with the English claim form, and use the German claim form only as a guideline.

    Best Regards,

    Winding-up Committee of Kaupthing Bank hf.

    ZITAT ENDE

    auf deutsch:

    Eine „ledger-Nummer“ ist der Kontotyp und sie ist Teil der Kontonummer.

    Wie bereits mitgeteilt empfehlen wir den Kunden von Kaupthing Edge ihre Ansprüche mit dem englischsprachigen Formular anzumelden und das deutschsprachige nur als Ausfüllhilfe zu verwenden.

    Ende der Übersetzung

    Habe erneut nachgefragt und darauf hingewiesen, dass es bei der KED außer der Kontonummer keine Stammnummer oder Kontotypnummer gab – zumindest nicht bei mir.

    Es gibt nur eine Kundennummer, die den ersten 5 Stellen der Kontonummer entspricht. Diese hat aber nichts mit dem Kontotyp (FG oder TG) zu tun.

    Habe noch einmal (nun zum dritten Mal) gefragt, ob man dort evtl. den Kontotyp (TG oder FG) eintragen solle.

    Auf die Antwort des WUC werde ich jetzt wohl wieder 2 bis 3 Wochen warten müssen.

    Gruß

    Stefan

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