Infos zum isländischen Anwalt Sveinsson bzw. zu dessen Beauftragung

29. September 2009

 

In den letzten Wochen habe ich versucht, u.a. einige Informationen über den Anwalt Þórður Heimir Sveinsson (Thordur) und dessen Assistentin Sólveig Lilja Einarsdóttir (Lilja) – speziell in Hinblick auf die mögliche Beauftragung zur Anmeldung der Zinsansprüche – zu sammeln. Zur Erinnerung: Thordur ist der auf Foren-City empfohlene Vertrauensanwalt.

Hierzu habe ich sowohl im Internet recherchiert als auch Lilja und Thordur per Mail kontaktiert.

Aus dem Kontakt ergab sich ein sehr ausführlicher E-Mail-Schriftwechsel. Seit dem 23.08 waren dies bis dato 12 – zum Teil sehr umfangreiche – Mails von Lilja sowie 13 Mails von mir. Die wichtigsten Punkte habe ich in untenstehenden Bericht, der aus zwei Teilen besteht, zusammengefasst.

 

Teil 1: Die Anwaltskosten und die Leistungen, die man dafür erhält

 

120 € beinhalten gemäß Mail Lilja/Thordur vom 08.09.09

– sämtliche mit dem Mandanten erforderliche Kommunikation,
– eine professionelle Aufbereitung des Anspruchs,
– Anmeldung der Zinsansprüche als (Priority Claim) nebst Begründung

Wichtig: Für 120 € werden ausschließlich die vom Mandanten mitgeteilten Buchungstermine und Zinssätze zugrunde gelegt.

weitere 50 € werden im Falle einer Erweiterung der Beauftragung fällig gemäß Mail Lilja/Thordur vom 08.09.09

– für Thordurs Anfrage bei Kaupthing zum Kaupthing-Konto des Mandanten bzgl. der Buchungstermine und/oder der jeweils gültigen Zinssätze.

Lilja schreibt auf meine Frage, was Thordur mit „I will seek information from KB bank“ meine:

Thank you for pointing this out this needs more explanation. This should be more detailed. If you do not have sufficient information for example statements of all deposits/withdrawals, statements showing interest accrued, your attorney will request them from Kaupthing bank on your behalf.

What it means is that in the „power of Attorney“ Thordur will be able to request information on behalf of his client. We should give out more detailed information here as in these instances people need to have sent the signed form as well as this includes additional cost of 50 EUR.

Kurz zusammengefasst: Anfragen bei der Bank bzgl. Buchungsdaten (wg. fehlender Auszüge) oder zur Höhe der aufgelaufenen Zinsen kosten zusätzliche 50 €.

Thordur schreibt zu den Erfolgsaussichten:

I expect that the changes are high that the windup committee will reject the claims as a priorty which will lead to having to take them to court, most likely supreme court.

Ich gehe davon aus, dass das Abwicklungs-Komitee die Ansprüche als Priority Claims ablehnen wird, was eine Klage vor Gericht, sehr wahrscheinlich vor dem obersten Gerichtshof erforderlich machen wird.

Die Kosten für eine solche Klage sind in den o.a. Anwaltsgebühren natürlich nicht enthalten. Diese sind sehr hoch könnten evtl. auf mehrere Mandanten aufgesplittet werden – so Thordur weiter.

Um zu bewerten, ob sich die Beauftragung eines Anwalts zur Anmeldung der Ansprüche für 120 € oder 170 € lohnt, hier noch folgende Betrachtung:

Wenn die Zinsansprüche – wovon Thordur ausgeht – nur als allgemeine Forderungen anerkannt werden, so werden wir nach Aussagen von Steinar Thor Gudgeirsson – Mitglied des Resolution-Komitees und Anwalt beim obersten Gerichtshof – mit einer Quote von ca. 20 % rechnen müssen (s.a. http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601087&sid=aoeMrq6UOkgk).

Wer mehr will, wird lt. Thordur mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit klagen müssen.

 

Nachfolgend ein Rechenbeispiel mit rein fiktiven Daten zur Veranschaulichung:

Max Mustermann hat(te) bei KED ein Tagesgeldkonto, auf das er am 01.07.08 eine erste Einzahlung über 10.000,00 € tätigte. Am 01.10.08 zahlte er weitere 10.000,00 € ein und erhielt am 01.07.09 seine ursprüngliche Einlage von insgesamt 20.000,00 € zurück.

Sein Zinsanspruch berechnet sich unter der Annahme eines über die gesamte Zeit konstanten Zinssatzes von 5,65 % p.a. wie folgt:

Zinsen 2008:
(10.000,00 € x 0,0565 / 360) x 90
     +
(20.000,00 € x 0,0565 / 360) x 90
     =    423,75 €

Zinsen 2009
(20.423,75 € x 0,0565 / 360) x 180
     =    576,97 €

Zinsanspruch gesamt:
     = 1.000,72 €

Bei einer Quote von 20 % sind dies ca. 200 €

Max Mustermann hat in unserem Beispiel seine Freibeträge bereits ausgeschöpft und muss daher von diesen 200 € 25 % Abgeltungssteuer zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag und ggf. 8 bzw. 9 % Kirchensteuer zahlen.

Ihm bleiben damit netto 147,25 €, bzw. nach Abzug von Kirchensteuer sogar nur 143,03 € bzw. 142,50 €. Es kann zudem viele Jahre dauern, bis der diesen Betrag ausbezahlt bekommt.

Max hat aber allein für die Anmeldung der Ansprüche 120 € Anwaltsgebühren bezahlt. Ist er sich mangels Kontoauszügen wegen der Buchungstermine und/oder der aufgelaufenen Zinsen unsicher und lässt diese durch Thordur anfragen, so hat er sogar 170 € Anwaltsgebühren gezahlt.

Fazit:

Es sollte jeder selbst nachrechnen, ob sich die Investition von 120 € oder gar 170 € für ihn lohnt.

Dies soll aber niemanden entmutigen zu versuchen, die Zinsen auf anderem Wege als Priority Claim durchzusetzen. Auch ich finde mich mit Thordurs ziemlich ernüchternden Aussagen nicht so einfach ab.

Dennoch halte ich es für wichtig, dass jedem bewusst ist, wie der Anwalt Thordur die Chancen einer Anerkennung als Priority Claim ohne Klage einschätzt.

 

Teil 2: Infos zu Thordur und Lilja als Ergebnis eigener Recherchen, speziell aber als Ergebnis von Anfragen bei Thordur und Lilja

 

Das E-Mail-Konto von Lilja gehört zum Mail-Server der Universität Reykjavik (http://www.reykjavikuniversity.is), das von Thordur gehört zum Mailserver der Firma Virtus (http://www.virtus.is ).

Thordur ist seit 2008 bei Virtus als Anwalt beschäftigt. Die Web-Seiten von Virtus gibt es leider nur auf isländisch.

Lilja taucht im E-Mail-Verzeichnis der Universität, in der alle Angestellten von der Lektorin bis hin zu den Professoren aufgeführt sind, nicht auf.

Bei der Firma Virtus handelt es sich um ein Unternehmen, das Personalberater, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und auch 7 Anwälte beschäftigt. Es handelt sich nicht um eine klassische Anwaltskanzlei. Kunden sind – nach dem was ich in Erfahrung bringen konnte – ausschließlich Unternehmen. Virtus ist auf folgenden Gebieten tätig:

– Innheimtuþjónusta
– Bókhalds- og rekstrarráðgjöf
– Lögmannsþjónusta (Lögmenn = Rechtsanwalt)
– Mannauðsráðgjöf

Thordur selbst arbeitet in der Rechtsabteilung von Virtus. Wer ihn als Anwalt in Sachen „Anmeldung von Zinsansprüchen beauftragt“, schließt aber keinen Vertrag mit Virtus ab, sondern mit Thordur persönlich, wobei die Anwaltsgebühren hierfür i.H.v. 120 € bzw. 170 € auf Thordurs eigenes Konto zu überweisen sind.

Bzgl. seiner bisherigen Tätigkeiten konnte ich nur folgende Infos auf der Virtus-Homepage in Erfahrung bringen:

Þórður H. Sveinsson útskrifaðist frá lagadeild HÍ 1988 og hóf sama ár störf hjá bæjarfógetanum í Vestmannaeyjum. Hann fékk réttindi til málflutnings fyrir héraðsdómi 1991 og löggildingu sem fasteigna- og skipasali 1996. Árin 1991 – 1995 starfaði Þórður hjá Tollstjóranum í Reykjavík og sá m. a. um rekstur dómsmála fyrir tollstjóraembættið. Á árunum 1996 – 1999 rak Þórður sína eigin fasteignasölu og lögfræðiskrifstofu. Á árunum 2000 – 2003 starfaði Þórður eingöngu sem lögmaður. Þórður starfaði hjá sýslumanninum á Akureyri á árunum 2003 – 2004. Á árinu 2004 tók Þórður við starfi lögfræðings hjá Fiskistofu og gegndi því til ársloka 2007. Þar fékkst hann við hin ýmsu mál m.a. öll millifærslumál aflaheimilda, umframaflamál, veiðiskyldumál, samþjöppun aflaheimilda, veiðar án veiðileyfis, framhjálöndunarmál, bakreikningsmál, álagningarmál, meðaflamál, veiðar ESB skipa og ýmis brotamál. Þórður gekk til liðs við VIRTUS lögmenn í ársbyrjun 2008.

Ansonsten habe ich im Internet zu ihm oder von ihm weiter leider nichts gefunden außer, dass er in Island als Rechtanwalt zugelassen ist.

Zu Lilja konnte ich leider überhaupt keine Infos in Erfahrung bringen.

In meiner ersten Mail hatte ich zunächst angefragt, warum es aus Thordurs Sicht sinnvoll sei, einen Anwalt mit der Anmeldung der Ansprüche zu beauftragen – und insbesondere, warum man speziell ihn beauftragen solle.

Vor dem Hintergrund, evtl. auch hier sein Angebot (http://kaupthingedge.foren-city.de/download.php?id=580)  zu veröffentlichen, hatte ich mit Hinweis auf eine solche mögliche Veröffentlichung zusammen mit dazu benötigten Hintergrundinformationen diese erste Mail mit Fragen an Thordur gesendet.

Lilja, die sämtliche Mails allein beantwortet hat, schreibt dazu im Namen von Thordur:

Frage: Besteht für den Fall, dass jemand einen falschen Zinssatz oder eine falsche Priorität angibt, tatsächlich ein Risiko, dass sein gesamter Anspruch zurückgewiesen wird?

Antwort (Original und Kurzzusammenfassung):

Yes there is really a risk involved as if the claim is incorrect it can be rejected. Actually this is really is challenging and a deep law question. Let me frame it in a few lines; Incorrect claims face high risk of being rejected, but there is a possibility in the instances where there are enough assets to meet all accepted claims that the remaining otherwise rejected claims will be considered by certain rules for estimates….. the bottom line is, claims should be professionally prepared and it´s most important that they are accurate, the data provided for calculation correct.

Due to my experience in this field as well as my close contact with members of the sollution committee as well as employees of KB I am in a position to gain proper and correct information regarding each account and therefore prepare accurate claims.

Thordur schreibt, dass tatsächlich ein Risiko der Rückweisung solcher Anspruchsanmeldungen bestehe und betont noch einmal, dass ein hohes Risiko der Rückweisung bestehe. Er schreibt weiter, dass – wenn genug Mittel zur Befriedigung aller Ansprüche zur Verfügung ständen, diese evtl. aber dennoch befriedigt werden könnten. Zusammengefasst sei es wichtig, dass die Anspruchsanmeldungen professionell erstellt sein sollten, und dass alle Angaben inkl. der Berechnungen korrekt seien.

Aufgrund seiner Erfahrungen auf diesem Gebiet und auch seiner engen Kontakte zu Mitgliedern des Resolution-Komitees und zu Mitarbeitern der Kaupthing Bank sei er – so wörtlich – in der Lage, vollständige und korrekte Informationen zu jedem Konto zu erhalten. Daher sei es ihm möglich, Anspruchsschreiben korrekt zu erstellen.

Frage: Wie kommt es, dass Ihre Assistentin eine E-Mail-Adresse der Universität von Reykjavik hat? Ist sie dort vielleicht als Jura-Dozentin tätig?

Antwort (Original und Kurzzusammenfassung):

My assistant is an MBA (master of business administration) with a 15 years of experience from the financial market. She is a freelance project manager and she has her own email adress. Her experience and knowledge of the financial market is highly regarded and she will assist with the calculation of the interests. She and her team is highly service oriented and will take good care of communicating with every customer on a personal level as each case is personal.

Lilja sei MBA (Diplom-Kauffrau) mit 15-jähriger Finanzmarkt-Erfahrung. Sie sei Freiberuflerin und Ihre Kenntnisse der Finanzmärkte genössen höchste Anerkennung. Lilja werde ihm bei Berechnung der Zinsen assistieren. Sie und ihr Team würden sich ferner um die persönliche Betreuung jedes einzelnen Mandanten kümmern.

Da man mir die Beantwortung weiterer Fragen definitiv angeboten hatte, erweiterte ich meine Fragen, hier der Kürze wegen zum Teil nur die Zusammenfassung der Antworten auf deutsch:

Frage: Ist der Begriff in Ihrem Angebot „Einklagen“ so korrekt oder ist damit die Anmeldung beim Abwicklungs-Komitee gemeint? (Ich erklärte Lilja den Begriff Einklagen auf englisch)

Antwort: Nachdem ich die Erklärung gelesen habe, ist Einklagen nicht richtig. Es soll tatsächlich nur Anmelden heißen. Dabei hatten wir doch einen isländischen Fachübersetzer beauftragt . . .

Frage: Was genau würden Sie für die angegebenen 120 € für mich tun? (Ich habe bereits Original-Kaupthing-Unterlagen darüber, wann welcher Zinssatz galt und nach welcher Methode und auch wie die Zinsen zu berechnen sind). Angenommen, ein Anspruchsteller macht hier keine Fehler, welches Risiko besteht dann noch?

Communication with parties/customers – Gathering of Information from them – Professionally peparation of the claim (my form and arguement) – Calculation of the interest – Communication with the wind-up committee – Filing of the claim as a priority claim

Kommunikation mit den Parteien/Mandanten – Einholen der Informationen von ihnen – Professionelle Aufbereitung des Anspruchs (mein Formblatt und meine Begründung) – Berechnung der Zinsansprüche – Kommunikation mit dem Abwicklung-Komitee – Anmeldung der Ansprüche als vorrangige Forderungen

Antwort: (Auszug im Original)

I expect that the changes are high that the windup committee will reject the claims as a priorty which will lead to having to take them to court, most likely supreme court. But my claiments will never the less receive payments as they were ordinary claims. That takes us to the step to decide wether to take them to court. In that case I would go to court on behalf of 2-3 claimants where the ruling would make an example for the rest of my claimants.

Sie schreibt weiter, dass er erwarte, dass die Ansprüche – obwohl er eine entsprechende Begründung für den Vorrang mit einreichen werde – nicht als vorrangig anerkannt werden würden und man werde wohl vor Gericht, sehr wahrscheinlich sogar vor den obersten Gerichtshof ziehen müssen. Das müsse aber noch entschieden werden. Für den Fall einer entsprechenden Entscheidung, würde er zwei oder drei Mandanten vor diesem Gericht vertreten. Er betont jedoch, dass bei Ablehnung als vorrangige Forderung, die Ansprüche in jedem Fall aber als allgemeine Forderungen (d.h. nach Quote) berücksichtigt werden würden.

Frage: Wer oder was ist Virtus?

Es werden mir nur meine eigenen o.a. Erkenntnisse bestätigt.

Frage: Könnten Sie uns eine englische Version Ihrer Job-History von der Virtus-Homepage zur Verfügung stellen?

Lilja redet „drum herum“ und verweist auf die im Angebot genannten Job-Erfahrung.

Frage: Gibt es Referenzen bzw. Veröffentlichungen zu Ihrer Tätigkeit als Anwalt und zu Liljas Tätigkeit als selbstständige Diplom-Kauffrau?

Auch hier wird „drum herum“ geredet und auf die bereits gegebenen Infos (siehe oben) verwiesen.

Man weiß, dass ich u.a. Dokumente des Abwicklungs-Komitees übersetzt habe und sendet mir mit dieser und auch folgenden Mails Dokumente, verbunden mit der Bitte, ob ich diese für sie übersetzen könne.

So erhielt ich u.a. eine englische, teilweise unvollständige Anleitung, die man bis dato an deutsche Klienten zum Beantworten gesendet habe sowie eine recht fehlerhaft ins Deutsche übersetzte Anwaltsvollmacht.

Ich habe bis dato alle Übersetzungs- und Lektoratsarbeiten – sozusagen als „ehrenamtlicher“ Helfer  – für Thordur erledigt und vor allem auch auf fehlende Punkte hingewiesen, die dann auch ergänzt wurden.

Unter anderem hatte ich Thordur auch einen englischen Vorschlag einer von den Mandanten auszufüllenden Excel-Tabelle für die Ein- und Auszahlungen übersandt. Thordur hatte diese Infos bis dahin formlos (Bitte um Mitteilung Ihrer Ein- und Auszahlungen) von seinen deutschen Mandanten angefordert. Man hat auch diese Excel-Tabelle aufgegriffen, mit eigenen Kopfzeilen versehen und mir in englisch zurückgesendet mit der Bitte um Übersetzung ins Deutsche. Auch dies habe ich für Thordur erledigt.

Ferner wurde ich gebeten, Thordur doch eine Liste darüber zu senden, wann bei KED welcher Zinssatz bei Festgeld und bei Tagesgeld galt. Auch diese habe ich ihm zugesandt.

Ich wies in einer meiner Antworten u.a. auf den ab Anfang 2009 zu berücksichtigenden Zinseszinseffekt hin. Daraufhin erhielt ich die Frage, was denn „compound interest“ (Zinseszins) bedeute.

Tipp: Wer es nicht weiß, gebe in der Google-Suchleiste define: compound interest ein. Man erhält eine große Anzahl von Erläuterungen auf englisch.

Ich habe aber natürlich höflich geantwortet und den Begriff erläutert.

Zuletzt erfahre ich dann noch, dass Thordur die AGBs der KED nicht kennt. Aufgrund des Umfangs konnte ich diese für ihn mit dem besten Willen nicht ins Englische übersetzen . . .

Hier noch ein letztes Zitat, bei dem ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte 😉

I feel to some degree ashamed of what a financial institute from mycountry has done and innocent people are suffering from their mistakes. If Ican in any way with my experience and education be of assistance I’m honoured to do so. Therefore I’ve also minimized my fee’s.

Thodur schreibt, er schäme sich zu einem gewissen Grade dafür, was eine Bank seines Landes getan habe, und dass nun Unschuldige unter deren Fehlern zu leiden hätten. Er fühle sich geehrt, wenn er mit seiner Ausbildung und seinen Erfahrungen Hilfestellung leisten könne. Daher habe er auch seine Gebühren so niedrig angesetzt.

. . .

Die deutsche Version von Thordurs Angebot (http://kaupthingedge.foren-city.de/download.php?id=580) wurde ausweislich der Dokument-Eigenschaften übrigens am 18.07.09 erstellt – mithin bereits vor der Veröffentlichung von Guidelines: How to file a claim (http://www.kaupthing.com/lisalib/getfile.aspx?itemid=20351), die am 28.07.09 erfolgte.

Fairerweise muss ich aber noch erwähnen, dass Thordur mir vor Kurzem für meine Bemühungen angeboten hat, meine Zinsforderungen kostenfrei anzumelden. Ich habe mich dazu entschlossen, von diesem Angebot keinen Gebrauch zu machen.

Um zum Abschluss auch noch eine Frage zu beantworten, die sich der Leser dieses Artikels evtl. stellen wird:

Warum habe ich soviel Zeit investiert, um Thordur mit Übersetzungen und Infos zu Zinsen, etc. zu unterstützen?

Der Grund war nicht ganz uneigennützig. Natürlich hatte ich damit beabsichtigt, auch selbst Infos zu erhalten. Die wichtigste Info, die ich erhielt, ist folgende:

Thordur wird die Zinsen als Priority Claim anmelden, geht dabei zwar von einer Ablehnung aus, bestätigt aber, dass dadurch kein Schaden entstehen werde. Denn – so Thordur weiter – die als Priority Claim angemeldeten Ansprüche würden in jedem Fall als „Ordinary Claims“ berücksichtigt.

Ich hoffe, dass diese Infos für den einen oder anderen hilfreich waren.

 

Gruß

Stefan

4 Reaktionen zu “Infos zum isländischen Anwalt Sveinsson bzw. zu dessen Beauftragung”

  1. Nathalieam 29. September 2009 um 14:22 Uhr

    Vielen Dank Stephan für diese ausführliche Info.

  2. Janam 30. September 2009 um 08:52 Uhr

    @StefanM: Vielen Dank für deine Recherchen!
    Habe sie als deine persönliche Einschätzung zum Angebot des foren-city-Vertrauensanwalt hier aufgenommen:
    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/was-kann-ich-tun/abwicklungsverfahren-anmeldung-von-zinsforderungen/

  3. oertheedgeam 2. Oktober 2009 um 18:57 Uhr

    Vielen Dank auch von mir für die Recherche!

    Allerdings frage ich mich schon, warum alle Kontoinhaber diesem Rechenspaß ausgesetzt werden. Selbst wenn ich noch so akkurat die Berechnung für mich persönlich anstelle, muss sie ja vom Auflösungskomittee nachgerechnet werden, um sie ggf. zurückweisen zu können. Und wenn sie das schon nachrechnen, können sie auch gleich ihr evtl. richtigeres Ergebnis verwenden, statt den Antrag zurückzuweisen.

    Naja, in fünf bis zehn Jahren wissen wir mehr. 😉

  4. StefanMam 4. Oktober 2009 um 16:22 Uhr

    @ oertheedge:

    Du fragst, warum alle Kontoinhaber diesem Rechenspaß ausgesetzt werden, wo doch das Abwicklungs-Komitee ohnehin nachrechnen muss.

    Die Antwort ist einfach: In einem Insolvenzverfahren musst Du den Betrag, den Du beanspruchst, geltend machen und somit benennen. Dazu musst Du ihn aber ja zunächst selbst ausrechnen. Das nimmt Dir auch bei einem deutschen Insolvenzverfahren der Insolvenzverwalter nicht ab (ich spreche da aus leidvoller Erfahrung!). Und evtl. willst Du ja auch noch weitere Kosten wie z.B. Portokosten geltend machen.

    Gruß

    Stefan

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