Einige Gedanken eines einfachen Users

14. Oktober 2009

Bekanntlich ist über die Zinsfrage in Island noch nicht endgültig entschieden. Das wissen wir als Team von helft-uns seit Monaten und haben es umgehend hier mitgeteilt. Siehe den Auszug aus unserem Artikel vom 28.06.09:

[…] Dies sagen wir nicht aus einer Schnapslaune, sondern aufgrund langen und ausführlichen Gesprächen mit Kaupthing-Vertretern, die wir für vertrauensvoll halten. Fakt ist: Die Zinsen deutscher Bankkunden sind ein Fall, der in Island noch nicht endgültig geklärt ist.[…]

Auch einigen Mitstreitern unseres Nachbarn foren-city wurde bei einer Demonstration vor der Kaupthing-Filiale am 09.10.09 mitgeteilt, dass die Entscheidung über die Zinsen noch nicht gefällt wurde:

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Wichtig! Ob überhaupt Zinsen als Forderungen anerkannt werden, in welcher Form und bis zu welchem Zeitpunkt, ist noch nicht entschieden. Wann hierüber eine Entscheidung fällt war nicht zu klären. Diese Frage berührt aber nicht die Frage der Antragstellung! Wer dann mit dieser Entscheidung nicht einverstanden ist, dem bleibt der Klageweg – und nur dieser und nur dann.

Ich halte fest: Auf der isländischen Seite besteht nach wie vor Verhandlungsbereitschaft über die Anerkennung der Zinsforderungen als vorrangige Forderungen. Wie diese Verhandlungen in Form eines „Wettstreit der Argumente“ zwischen uns Sparern und der isländischen Seite ausgeht, wird sich am 29. Januar 2010 entscheiden. Dann wird Kaupthing eine Gläubigerversammlung abgehalten (siehe Artikel vom 13.07.09) und Kaupthing wird eine Entscheidung über die Ansprüche treffen. Dann werden wir sehen, ob unsere Argumente geholfen haben.

Voreilige Klagen gegen irgendwelche isländischen Stellen (zumal auf unsicherer Grundlage) würde ich jedenfalls im Moment nicht einreichen. Ist erstmal eine Klage gegen eine isländische Stelle erhoben, befürchte ich, dass dieses Verhandlungsvertrauen verspielt wäre und die ganze Zinsangelegenheit nur noch vor Gericht geklärt werden würde.

Kurz: Der logische Weg ist aus meiner Sicht: Dreieinhalb Monate sollte man das Verhandlungsklima nutzen und versuchen, die Insolvenzverwalter der Kaupthing Bank mit Argumenten zu überzeugen – sollten die Verhandlungen scheitern, kann sich jeder immer noch überlegen, ob man Klagen gegen verschiedene Stellen in Island einreicht, so man denn will.

Daher meine Meinung: Den „Verhandlungen mit Argumenten“ eine Chance geben, die Isländer sind keine Unmenschen, sonst hätten sie uns nicht zu 100% unser eingezahltes Kapital zuückgezahlt. Wenn die Verhandlungen nichts bringen, kann man weitersehen, wenn man möchte.

Deshalb kann ich nur wiederholen, was ich persönlich für alle, die Zinsen haben möchten, in der nächsten Zeit am sinnvollsten halte:

Übrigens gilt zu dem Antragsverfahren allgemein die alte logische Regel: Je mehr Anträge Kaupthing auf den Tisch bekommt, je größer also der Stapel der deutschen Zinssparer wird, desto eher und genauer dürfte sich das Kaupthing-Abwicklungskomitee mit dem Zins-Problem beschäftigen.

15 Reaktionen zu “Einige Gedanken eines einfachen Users”

  1. woodeddyam 14. Oktober 2009 um 10:29 Uhr

    Danke Dir, lieber Jan, dass Du das alles noch einmal verständlich zusammen gefasst hast.

    Viele Grüße

    Woodeddy

  2. StefanMam 14. Oktober 2009 um 14:06 Uhr

    a) @Jan: ganz kleine Korrektur: Die Versammlung war am 09.10.09 🙂

    b) habe mich auch etwas ausführlicher mit den Vorhaben der Klagen etc. auseinandergesetzt und auch Mails von anderen Geschädigten dazu erhalten:

    Auch andere sind der Meinung, dass – aus den von Jan bereits genannten Gründen – eine Klage zum jetzigen Zeitpunkt eher schädlich als nützlich sein könnte. Aber natürlich muss jeder selbst entscheiden, was er tut. Auch ich gebe hier – genau wie Jan – nur meine persönliche Meinung ab, nach der ich dieses Vorhaben auch für ein wenig riskant halte.

    c) nochmal @Jan: Irgendetwas störte mich an Deiner Überschrift. Jetzt weiß ich was es ist, der einfache User. Dieser Kommentar stammt von einem einfachen User, nicht aber der Beitrag 🙂

    Weitere Kommentare / Meinungen zum Thema Klagen wären nicht schlecht.

    Gruß

    Stefan

  3. Janam 14. Oktober 2009 um 14:31 Uhr

    zu a) Da hast du allerdings Recht! Korrigiert per Hand. 😉 Wie kam ich auf den 04.10.09 ?

    zu c) Die Überschrift lasse ich aber so. Da ich ja im Kaupthing-Ruhestand bin, schreibe ich auch nur noch Beiträge als einfacher User: 😉
    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2009/10/04/mission-erfuellt/

  4. blauam 14. Oktober 2009 um 17:44 Uhr

    Auch ich halte voreiliges Klagen eher als „Verspielen“ etwaiger Sympathien, denn immerhin haben wir ALLE unsere Einlagen in VOLLER Höhe auch wieder zurück bekommen. Auch hat Island in der Vergangenheit gezeigt, wie rasch sie neue Gesetzesgrundlagen schaffen können;-) wäre bei uns wohl undenkbar!

    Deshalb – meine persönliche Meinung – zuerst gut fundierte Anträge – mit allen geforderten Anlagen und Übersetzungen an das Kaupthing-Abwicklungskomitee senden! Bei Ablehnung steht dann immer noch der Klageweg offen !

  5. k.o.pthingam 25. Oktober 2009 um 13:40 Uhr

    Soweit mir das bekannt ist, sind derzeit bis auf wenige Klagen in Deutschland gegen die Kaupthing Bank hf. Niederlassung Deutschland auf Herausgabe der Jahresrechnungen sowie der Kontenabschlussrechnung derzeit keine gerichtlichen Auseinandersetzungen von Ex-Kunden der Kaupthing in Gang gesetzt worden. Einige wenige Vollstreckungsbescheide auf Zinszahlungen bzw.
    Auszahlung des Kontenabschlussguthabens sind ergangen. Nicht zuletzt hierdurch ist die von der
    Bank veröffentliche maßgebliche Zinshöhe festgelegt und unangreifbar geworden.

    Ob diese überhaupt erfolgreich geführt werden können, nachdem die Niederlassung mit Verkündigung zum 12.10.2009 aus dem Handelsregister gelöscht wurde, bleibt abzuwarten.
    Sollte die Parteifähigkeit der Beklagten hierdurch nicht mehr gegeben sein, ist in Island zu prüfen, ob denn die FME (das ist die für die Löschung der Zweigniederlassung zuständige Finanzaufsicht), dieser Löschung a) zustimmen musste und b) zustimmen durfte bzw. ob ein Rechtsnachfolger die Verpflichtungen aus unseren Kontoverträgern vollumfänglich leisten muss.

    Mehrere Mitstreiter hatten im Vorfeld dieser Löschung nach Bekanntmachung der Löschungsabsicht
    auf der Kaupthing Website der FME mitgeteilt, dass nach Deutschem Recht die BaFin einer Löschung nicht zustimmen dürfe, da noch nicht alle Verpflichtungen im Sinne eines ordentlichen Geschäftsverkehres erfüllt worden waren und sich evtl. Schadenersatzansprüche vorbehalten.

    In Anschluss an die Reaktion des TIF auf die derzeit noch laufende Briefaktion (s. Forum), den wir alle ja wohl von Beginn an in der Verantwortung für die Komplettenschädigung der Zinsen für alle Anleger mit Gesamtansprüchen <20.887 zum Stichtag 30.10.2008 sehen (vgl. Jans / StefanMs Begründung Abschnitt 3), wird zu prüfen sein, ob nicht eine frühe Musterklage in Island gegen den TIF genau diese Argumentationsschiene noch vor der Gläubigerversammlung bestätigen kann.

    Ich persönlich halte das als Geschädigter dieser Gruppe sogar für notwendig:

    Sollte sich herausstellen, dass der TIF zahlen muss, wäre jeder Antrag von <20.887-Geschädigten an das WuC fehlerhaft, der die von der Bank vertragsgemäß zu leisten gewesenen Zinsgutschriften als Bestandteil des Kontoabschlussguthabens vor dem 30.10.2008 geltend macht.

    Die TIF-Klage ist zudem die einzige Möglichkeit für alle "Nullgruppler" zeitig aktiv zu werden und nicht jahrelang auf eine quotale Entschädigung Ihrer Zinsansprüche zu warten, sondern die Komplettentschädigung zeitnah einzufordern.

    Das kann man eventuell auch anders sehen, wird wohl jedoch nicht einzelne Mitstreiter davon abhalten, genau diesen Weg zu gehen. Solange nicht gegen das WuC selbst Klagen anhängig gemacht werden, sollte auch der Weg "Verhandlung mit Argu,menten" grundsätzlich erhalten bleiben.

    P.S.: Soweit ich das richtig verstanden habe, wird das WuC selbst für die gerichtliche Klärung monierter Einordnungsentscheidungen vornehmen. Kann das bitte noch einmal geprüft werden?

  6. Janam 26. Oktober 2009 um 08:59 Uhr

    Einige wenige Vollstreckungsbescheide? Die stapeln sich seit einem Jahr in Frankfurt…

    Die Antwort des TIF ist seit Monaten bekannt – eine Lösung über den TIF ist in Island keinesfalls gewollt:
    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2009/06/16/informationen-des-tif-zu-zinszahlungen/
    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2009/06/12/news-vom-einlagensicherungsfonds/
    Daran hat sich schon eine Bundesregierung die Zähne ausgebissen.

    Solltet ihr ein Urteil bis Mitte Dezember vorliegen haben (keineswegs selbstverständlich) und solltet ihr verlieren (wovon ich jetzt einfach mal nicht ausgehe), dann wird euer Urteil zum Bumerang für uns alle auf der Gläubigerversammlung. Der Grat zwischen zielführend und kontraproduktiv ist also schmal. Ich gehe deshalb davon aus, dass eure Klage nicht nur von Hobby-Rechtsanwälten geplant wurde, sondern von euren Spezialanwälten eingehend auf hervorragende Erfolgschancen geprüft wurde.

    Das alles abgesehen von meiner Meinung oben: Auch wenn wir Kaupthing-Sparer bekanntlich einen Hang zum „Alles-oder-Nichts“-Spielen haben, kann man damit auch noch bis Februar warten. 🙂

  7. k.o.pthingam 26. Oktober 2009 um 16:51 Uhr

    Hallo Jan,

    dass sich Vollstreckungsbescheide stapeln war mir bislang nicht bekannt.
    Hast Du da eine konkrete Übersicht, vor allem auch hinsichtlich dessen, was dort vollstreckt werden darf/durfte und welchen Erfolg evtl. vorgenommene Vollstreckungen hatten?

    Die Einschätzung des TIF, er sei mit Beginn der Auszahlung der Kontoeinlagen (Stand 30.10.2008)
    nicht mehr zuständig, ist ja wohlbekannt. Eine Begründung für diese Einschätzung hat er bis heute
    jedoch niemandem gegenüber geliefert, schon gar nicht mit dem Verweis auf irgendwelche gesetzliche Regelungen. Evtl. erhalten alle diejenigen, die sich an der im Forum noch laufenden Briefaktion beteiligt haben, diese in der nächsten Zeit jedoch mitgeteilt.

    Im Gegenteil gab es recht früh, im Zuge der Antragstellung die gegenteilige Auffassung beim TIF, die ja auch dazu geführt hat, dass wir alle <20.887 (hoffe ich) unser +accrued interests im Entschädigungsbeantragungsformular mit aufgeführt haben.

    Dass die Bundesregierung die TIF-Entschädigung nicht durchsetzen konnte, hat meiner Meinung nach andere Gründe als die mangelnde Klarheit der gesetzlichen Regelung. Die Isländer wollten (aus guten Gründen) die hierfür notwendige Kreditlösung nicht.

    Siehst Du persönlich denn keine Gefahr in den Widerspruch hineinzulaufen, einerseits mit Ansprüchen auf der Grundlage der TIF-Entschädigung zu argumentieren (Deine/StefanMs Begründung Punkt 3), dann aber erst gar nicht bei der hierfür zuständigen Stelle versucht zu haben, den Anspruch durchzusetzen?! Wenn dann Klagen anhängig sein sollten, hat man zumindest die Möglichkeit auf diesen Umstand hinzuweisen.

    Wenn Klagen gegen den TIF scheitern (wobei ich mir da wohl weniger sicher bin als Du…) würde
    da denn Deine/StefanMs gesamte Begründung (auch zu 1. und 2.) wanken? Nur dann könnte aus
    meiner Sicht ein vorheriges Urteil für die jeweils Klagenden (und evtl. für uns alle) zum Bumerang werden. Das wäre dann in der Tat gefährlich (aber die Begründung stände dann auch auf sehr wackeligen Füßen)

    Ich wüsste im Übrigen auch nicht, dass sich schon Klagen in Vorbereitung befinden. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass Geschädigte in dieser Sache schon tätig geworden sind. Spezialanwälte sind von daher vermutlich auch noch nicht im Spiel, und diejenigen, die evtl. über einen im Forum genannten Anwalt in Island die Unterlagen einreichen, werden aufgrund der Kostenstruktur wohl kaum zu denen gehören, die <20.887 gelegen haben.

    Dass, ähnlich wie die Ansprüche an das WuC, auch eine Klage gegen den TIF fundiert vorbereitet sein sollte, versteht sich meiner Meinung nach von selbst.

  8. Dirkam 26. Oktober 2009 um 20:29 Uhr

    …immer wieder faszinierend, wie es k.o.pthing schafft die Kommentare länger als die Artikel zu machen 😉 😉 Herzlich willkommen zurück aus dem Urlaub!

  9. Janam 27. Oktober 2009 um 18:50 Uhr

    Hallo k.o.pthing,

    bin ja bekanntlich im Kaupthing-Ruhestand:
    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2009/10/04/mission-erfuellt/
    Damit ist auch die Zeit der umfassenden Kaupthing-Rechtsgutachten vorbei. Deshalb in aller Kürze:

    Dass die Bundesregierung die TIF-Entschädigung nicht durchsetzen konnte liegt daran, dass in Island eine TIF-Lösung nicht gewollt ist. Und so ist es auch heute bei den Zinsen.

    Nein, die Gefahr sehe ich nicht, denn das Verfahren wurde seitens der deutschen Sparer eingehalten und wir wurden ausdrücklich an das Winding-Up Committee verwiesen.

    Alles, was man in der „Zinssache=Priority Claims“ unternimmt, steht auf wackligen Füßen, da die Zinsfrage europaweit soweit ersichtlich noch nie gerichtlich geklärt wurde und nicht ausdrücklich geregelt ist. Auslegungssache. Eine Klage gegen den TIF wackelt aber aus taktischer Sicht besonders – denn dann hat man ein Urteil, das entweder sagt, dass Zinsforderungen Teil der Einlage sind – oder eben nicht. Und so wie ihr ein siegreiches TIF-Urteil vorlegen würdet, würde es entsprechend auch das WuC tun.

    Es kann ja auch sinnvoll sein, sich alle Optionen offenzuhalten. Aber noch ist die Entscheidung in Island schwebend. Und solange die Chance auf eine für uns positive Entscheidung auf/bis zur Gläubigerversammlung besteht, ist eine Klage, die KEINE höchstwahrscheinlichen Siegchancen hat, Russisch Roulette.

  10. Nathalieam 28. Oktober 2009 um 10:57 Uhr

    1. Oh man … frei nach dem Motto „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“…

    2. Vollstreckungsbescheide in Deutschland gegen eine nicht mehr existierende Bank in Deutschland mit Hauptsitz in Island … ob das wohl zum Erfolg führt?

    3. In meinen Augen hat man über ein Jahr Zeit gehabt, sich mit der Rolle des TIF auseinander zu setzen. (siehe auch 1.)

    4. Mit genug Abstand würde ich sagen, Einige beschäftigen sich so intensiv mit den Zinsen, weil sie keine anderen Hobbies haben oder nicht in ihr „normales Leben“ zurück kehren wollen. Denen kann ich nur auf den Weg geben: Seit froh 100% eurer Einlagen in relativ kurzer Zeit zurück bekommen zu haben.

    5. Zinsen kann man beantragen, Ausfüllhilfen stehen zur Verfügung. Wie das WUC (falls es noch nicht bekannt ist, die sind mit der Abwicklung der Bank beschäftigt, siehe auch 3.) dann damit umgeht werden wir sehen. Nach Infos aus Kaupthing wurde über die Zinsen immer noch nicht entschieden (und ich verstehe das) und ich denke, dass umso mehr Anträge da sind, umso eher wird man sich damit auseinandersetzen. Ansonsten werden die Ansprüche einfach aus der Insolvenzmasse bedient (ob da wohl genug übrig bleibt?).

    6. Ich bin kein Jurist und kein Banker. Ich verfüge lediglich über einen Kopf, der sich seit über einem Jahr intensiv mit Kaupthing, EU, EWR, Bankenrecht usw. beschäftigt hat (siehe Überschrift des Artikels). Diese Situation ist ein- und erstmalig, hier ist viel nicht geregelt oder schwammig formuliert. Aber einiges scheint mir einfach nur logisch auch ohne entsprechende Ausbildung. Warum verzettelt man sich immer wieder? (siehe Punkt 4).

    7. @k.o.pthing
    „Dass sich Vollstreckungsbescheide stapeln war mir bislang nicht bekannt. Hast Du da eine konkrete Übersicht, vor allem auch hinsichtlich dessen, was dort vollstreckt werden darf/durfte und welchen Erfolg evtl. vorgenommene Vollstreckungen hatten?“
    Durch die immer wieder erwähnten sehr guten Kontakte eures Forums sind hier vielleicht nähere Informationen zu bekommen. Unsere Kontakte haben leider nur für die Info gereicht, dass bei Kaupthing Deutschland ein Stapel Vollstreckungsbescheide liegt.

  11. k.o.pthingam 28. Oktober 2009 um 22:48 Uhr

    @nathalie

    zu 2. Die drei Vollstreckungsbescheide die mir bekannt sind haben zweierlei „Erfolg“ gebracht: a. Die Anerkenntnis der Gültigkeit der Deutschen AGB (incl. der sechswöchigen Kündigungsfrist) sowie b. die damit verbundene, inzwischen durch Veröffentlichung der Kaupthing bestätigte Anerkenntnis des unverminderten Zinssatzes für den Gesamtzeitraum bis zur Auszahlung der ursprünglichen Einlage.

    zu 3. Du hast Recht, aber gerade wegen der auch nach einem Jahr noch notwendigen Auseinandersetzung mit der Rolle des TIFs bin ich unverändert der Meinung, dass dieser zahlungspflichtig ist und nun sich nun endlich vor dieser Zahlung nicht mehr drücken kann, weil die letzmalig verlängerbare und verlängerte Frist nun abläuft.

    zu 5. Unabhängig von den evtl. beschrittenen „Nebenwegen“ soll möglichst zu jedem Konto ein gut begründeter Antrag an das WuC. Wer den Antrag nicht stellt schenkt sein Geld den Verursachern der Krise.

    zu 6. Worin siehst Du konkret eine Verzettelung. StefanM hat hier in seinem Kommentar ausdrücklich um weitere Meinungen/Kommentare zum Thema Klagen gebeten. Dass der Kampf
    um Zinsen (wenn man ihn den will, ich weiß, das ist ja nicht Deine Linie…) an vielen verschiedenen
    „Fronten“ und auf verschiedenen Ebenen geführt werden muss, ist uns allen ja schon lange klar.

    zu 7. Dann habe ich Jans Bemerkung wohl falsch verstanden. Ich dachte, er hätte konkretere Infos.
    Danke für die Klarstellung.

  12. Dirkam 30. Oktober 2009 um 09:06 Uhr

    @k.o.pthing: und was genau soll der TIF zahlen? Deine Zinsen? Viel Glück! Du solltest ehrlich froh sein, deine Einlage zurück zu haben….meine ganz persönliche Meinung. Schau doch mal wie eine Bankeninsolvenz sonst so abläuft…

    zu 2.: SUUUUUUUPER! Und nun? Was nützen anerkannte AGBs nebst bestätigtem Zins wenn noch nicht einmal feststeht ob dieser jemals gezahlt wird? Bitte ziehen sie eine Nummer und reihen sie sich mit ihren Zinsforderungen in die Schlange der anderen Gläubiger ein. Aber vielleicht gibt es ja Island 4 wo man „Medienwirksam“ einen Stapel Vollstreckungsbescheide nach Reykjavik bringt im Schlepptau mit Ex-Finanzminister Peer Steinbrück mit dem man dann vor dem Althing einen Glühwein trinkt….es stellt sich nur noch die Frage nach dem WER will das noch sehen?

    Das berühmte „Geld dem Verursacher schenken“ kann ich nicht mehr hören. Das ist für mich eine abgedroschene, populistische Floskel – nicht mehr und nicht weniger. Es geht hier doch einzig und alleine ums Geld, was völlig legitim ist. Ich sehe meinen Verzicht auf die Zinsen als Beitrag zum Wiederaufbau der Isländischen Bankenlandschaft, die für die Menschen dort von existenzieller Bedeutung ist. Ich habe weder Lust auf den Klageweg – noch habe ich Lust das Formuar auszufüllen – ja ich bin zu faul für ein paar Kröten diesen Aufwand zu betreiben. Ich verstehe allerdings jeden, der das tun möchte, denn bei einigen ist das richtig viel Geld, daher finde ich es super, was Jan und StefanM hier geleistet haben – das möchte ich nicht schmälern. Das Klagen allerdings finde ich albern….

    Auch hierzulande stopft man den Verursachern der Krise Geld für 1% in den Rachen, damit diese es wieder zu 10% verleihen können. Ärgert mich auch ABER: So WHAT? Wir sind durch unser kapitalistisches System nun mal Abhängig von den Banken, das werden 3,50€ Zinsen die man Island „schenkt“ mit Sicherheit keinen Unterschied machen. Das sind nicht mal Peanuts. Unsere Einlagen + Zinsen waren eben nur ein Bruchteil der Gelder, die in Island versenkt wurden. Wir sollten lieber dankbar sein über das isländische Notstandsgesetz, ohne das wir vermutlich komplett leer ausgegangen wären. Island allerdings hätte wohl nun einen neuen Einwohner 😉 ….

    Zu 7.: das mit dem „falsch verstehen“ ist uns in 1 Jahr Kaupthing häufiger passiert, daher auch nichts außergewöhnliches.

  13. Nathalieam 30. Oktober 2009 um 18:13 Uhr

    @k.o.pthing

    zu 2) das hat aber nicht der Vollstreckungsbescheid bewirkt. Ich habe den Anschein, dass das vorgeschoben wird, damit man überhaupt einen Erfolg vorzuweisen hat

    zu 3) Warum soll der TIF zahlungspflichtig sein? Für mich gibt es keinerlei Gründe.

    zu 5) Da schließe ich mich Dirk´s Meinung an

    zu 6) Meine „Verzettelung“ möchte ich bildlich darstellen:
    In der Musterstraße gibt es einen Wasserrohrbruch. Den möchte man beheben. Leider hat das zuständige Unternehmen keine Mitarbeiter zur Verfügung und frägt bei dem befreundeten Elektriker an. Der hat Zeit und fängt an -mit dem Wissen es gibt einen Wasserschaden in der Musterstraße- , in allen Straßen in 5 km Umfeld einfach mal ein Loch zu graben. Manche Löcher sind bis zur Leitung ausgegraben, aber weit und breit kein Schaden. Bei manchen wird nur der Straßenbelag entfernt. Nun gibt es also überall Löcher („offene Baustellen“), das Problem ist nicht gelöst und keiner weiß, was genau und warum das gemacht wurde. Klappen konnte das nicht, denn der Kerl ist Elektriker und hat von Wasserschäden nicht die geringste Ahnung.

    zu 7) Auch da schließe ich mich Dirk´s Ausführungen an.

    Schade, dass die Punkte 1 und 4 untergegangen sind 🙁

  14. k.o.pthingam 30. Oktober 2009 um 19:57 Uhr

    @dirk
    Der TIF soll die von uns allen im letzten November dort auf der Grundlage seiner damaligen Äußerungen beantragten Zinsanteile bezahlen (Vgl. Jan/StefanMs Begründung Punkt (3).
    Wenn er zahlt, entfällt zudem für alle „Nullgruppler“ das umständliche und langwierige WuC-Verfahren.

    Sicherlich reihen wir uns alle in die lange Schlange der Zinsgläubiger ein. Die Feststellung der Gültigkeit Deutschen Rechtes für unsere Kontenverträge und der rechtlich vollumfänglich möglichen Geschäftsfähigkeit der Kaupthing Bank hf., Niederlassung Deutschland nach Aufhebung des Deutschen Moratoriums kann durchaus rechtliche Relevanz erhalten. Ich werde vermutlich allen anderen Begründungen (z.B. nach Isländischem Recht) eine genau darauf aufbauende Argumentation für die Einordnung der Kontoabschlussguthaben (das ist es nämlich, was uns zusteht und nicht etwa Zinsforderungen) als priority claims vorschalten, da dieses den „weitestgehende“ Anspruch darstellt.

    Dass und warum Du Deine Zinsen nicht einforderst, kann ich nachvollziehen. Es sollte aber jedem selbst überlassen bleiben, welche Einstellung er zu den Institutionellen Anlegern und dem Resultat einer Nichtanforderung seiner Restforderung beim WuC hat: nicht die Isländer, sondern die Deutschen Versagerbanken und die anderen Gläubiger bekommen dann das Geld. Das ist gemeint.

    @nathalie
    Ich denke, ich verstehe, was Du mit diesem Bild sagen möchtest. Allerdings beziehe ich das eher
    auf Klärungsprozesse, die im vergangenen Jahr auf Seiten der Kaupthing, der Isländischen und der Deutschen Politik geschehen sind.

    Bei denjenigen, die die Geltendmachung der Restforderung aktiv supporten, kann ich eine Verzettelung nicht erkennen, und zwar weder bei Jan/stefanM noch im Forum.
    Da gibt es ganz klare Linien aus vielen verschiedenen individuellen Motiven heraus. Aber selbst
    die Art der Motivation sollte jedem zugestanden werden, sofern es der gemeinsamen Sache weiterhin dient und niemandem schadet.

  15. Janam 31. Oktober 2009 um 16:30 Uhr

    Hallo k.o.pthing,

    zu 6.
    Worin siehst Du konkret eine Verzettelung. StefanM hat hier in seinem Kommentar ausdrücklich um weitere Meinungen/Kommentare zum Thema Klagen gebeten.
    Jeder darf sich verzetteln oder nicht verzetteln, wie er will oder auch nicht. Sprich: Eine sachliche Diskussion, ohne den anderen persönlich anzugreifen, war und ist bei helft-uns möglich.
    Auch wenn ich der Auffassung bin, dass unsere Zinsansprüche in dem bereitgestellten Verfahren gestellt werden sollten. Ich bin aber auch der Meinung, dass man uns in Island dank des Notgesetzes zu keinem Zeitpunkt vergessen hatte. Die 100%ige Kapitalrückzahlung für alle ist mehr, als uns in den AGBs garantiert war. Keineswegs selbstverständlich, wenn man sich andere Staatsbankrotte in der Geschichte anschaut. Deshalb meine ich: Ansprüche vorbringen „Ja“, die Kapazitäten in Island (die dort dringend benötigt werden, siehe wieder verschobene Bankeneinigung im Falle Kaupthing) weiter jaherlang massiv in Anspruch nehmen „Nein“.

    zu 7.
    Dass sich Vollstreckungsbescheide stapeln war mir bislang nicht bekannt. Hast Du da eine konkrete Übersicht, vor allem auch hinsichtlich dessen, was dort vollstreckt werden darf/durfte und welchen Erfolg evtl. vorgenommene Vollstreckungen hatten?
    Ist dein Vollstreckungsbescheid (oder die deiner Bekannten) schon vollstreckt worden? Ist der Gerichtsvollzieher in Frankfurt vorstellig geworden? Oder Das Vollstreckungsgericht tätig geworden? Dadurch dürfte sich die Frage beantworten lassen…

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