Rechtsschutzversicherungen übernehmen einen Teil der Zinsansprüche?

7. November 2009

 

Eine Mitstreiterin hat mich auf untenstehenden Beitrag aufmerksam gemacht und nach meiner Meinung dazu gefragt.

Diesen foren-city-Beitrag möchte ich Euch hier keinesfalls vorenthalten, zumal seitens des Verfassers keine Einwände gegen solche Veröffentlichungen hier bestehen.

gepostet am 05 November 2009 19:45 auf foren-city:

Titel: Schon jetzt: Zinsen werden anteilig gezahlt 

Geschädigten mit einer Rechtsschutzversicherung wurde durch deren Versicherungen das Angebot gemacht, die Zinsansprüche nicht weiter mit Hilfe eines Anwaltes zu verfolgen.
Im Gegenzug übernahmen die jeweiligen Versicherungen angefallene Eigenateile (sofern vertraglich vereinbart), sowie alle bisher angefallenen Kosten.
UND: Die Versicherungen boten einen Betrag X an, der den Geschädigten direkt ausbezahlt wurde.
Es handelt sich hierbei um Zinsansprüche im 3-stelligen und 4-stelligen Bereich. Die Leistung der Versicherung liegt bei um ca. 50%.
Es ist jedermannes eigene Entscheidung dieses Deal einzugehen: Auf den Anwalt verzichten und ca. 50% Zahlung erhalten.
Es ist sicheres Geld welches sofort fließt, die weitere Verfolgung der Zinsansprüche aus Island ist dadurch nicht behindert.

Das Ganze klingt für mich so unwahrscheinlich, dass es schon wieder wahr sein könnte.

Ein Risiko besteht nicht. Jeder mit einer Rechtsschutzversicherung, der dort noch nicht wegen einer Deckungszusage angefragt hat, kann dies jederzeit unter Darlegung seiner Ansprüche tun. Üblicherweise erhält man – vorausgesetzt der vereinbarte Rechtsschutz deckt den Fall ab – zunächst nur eine Deckungszusage für eine erste Beratung, nach der der Anwalt dann der RV die Erfolgsaussichten darlegen muss. Bei einem Vertrag mit Selbstbeteiligung wird der Anwalt dann diesen Teil seiner Kosten üblicherweise direkt dem Mandanten in Rechnung stellen.

Beispiel: Die Beratung kostet 250 €. Die Selbstbeteiligung beträgt 200 €. Dann stellt der Anwalt der RV 50 € und dem Mandanten 200 € in Rechnung. Dies sollte man bedenken!

Beim Schreiben an die RV kann man natürlich bereits bei der Deckungsanfrage darauf hinweisen, dass bei Beauftragung eines deutschen Anwalts letztlich ein Korrespondenzanwalt in Island erforderlich sein werde und dass man möglicherweise am Ende sogar vor den isländischen obersten Gerichtshof ziehen müsse, um die Vorrangigkeit sämtlicher Teilansprüche durchzusetzen.

Dies – folgt man den Ausführungen im o.a. Zitat – könnte eine RV dazu veranlassen, die Gesamtkosten abzuwägen und zum Ergebnis zu gelangen, dass die zu übernehmenden Kosten höher als der Anspruch sein könnten. Insbesondere besteht ja das Risiko, dass zumindest ein Teil dieser Kosten nicht von der Gegenseite erstattet werden wird. Bei einem Gerichtsverfahren in Deutschland werden die Kosten der Parteien z.B. bei einem Vergleich i.d.R. im Verhältnis des Obsiegens/Unterliegens aufgeteilt.

Im Schreiben an die RV würde ich zunächst nichts von einer möglichen Vereinbarung – wie oben zitiert – schreiben, sondern die erste Antwort abwarten. Abhängig davon könnte man dann in einem Antwortschreiben diese Vereinbarung zitieren.

Ein Risiko besteht in keinem Fall, denn eine Abtretung etwaiger (Teil-)Ansprüche an die RV bedürfte ja in jedem Fall einer gesonderten Erklärung, die die RV zunächst beim Versicherungsnehmer anfordern müsste.

Falls sich jemand zu den hier angesprochenen Schritten entschließen sollte, so wäre es nett, wenn er/sie dies hier in einem Kommentar posten würde. Insbesondere wäre natürlich die Antwort der RV sehr interessant.

Gruß

Stefan

Eine Reaktion zu “Rechtsschutzversicherungen übernehmen einen Teil der Zinsansprüche?”

  1. mumam 9. November 2009 um 22:03 Uhr

    Danke für hinweiß.
    werde es bei meiner RV probieren und dann berichten.

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