Auswertung Schreiben des Abwicklungskomitees

19. Januar 2010

Hier sind die wichtigsten (neuen) Informationen des Schreiben des Abwicklungskomitees zusammengefasst – wie immer ohne jegliche Gewähr! Da ich bisher kein Schreiben bekomme habe, erfolgt dies anhand der eingestellten Schreiben der Mitstreiter Karl-Heinz und bestfox (Vielen Dank an die beiden für ihr rasches Handeln!).

Anscheinend handelt es sich um ein Standardschreiben für alle deutschen Sparer, das für den Einzelfall ein wenig abgewandelt wird.

Das Abwicklungskomitee (= Insolvenzverwalter) schreibt, dass es den betreffenden Anspruch und auch das anliegende Belegmaterial  geprüft habe und zu folgenden Ergebnissen gekommen sei:

  • Forderungen, die als vorrangige Hauptforderung „Prinicpal“ geltend gemacht wurden, werden abgelehnt, da vorrangige Forderungen bereits ausgezahlt worden seien. Die fälschlich angemeldeten Forderungen würden aber als gewöhnliche Insolvenzforderungen anerkannt (vermutlich handelt es sich um Zinsforderungen, die unter „prinicpal“ eingetragen wurden).
  • Die Zinsforderung werde nicht als vorrangige Forderung anerkannt, da rechnerisch aufgelaufene Zinsen weder vor noch nach dem 22. April 2009 als vorrangige Forderungen anerkannt werden könnten.
  • Die Zinsforderung werde aber in gewisser Höhe (sehr wahrscheinlich bis zum 22.04.2009) als gewöhnliche Insolvenzforderung anerkannt (die nach Insolvenzquote bedient wird – siehe zur Behandlung dieser Forderungen den Bericht vom 08.09.09).
  • Forderungen nach dem 22.04.2009 werden als nachrangige Forderungen vollständig abgelehnt, da (wahrscheinlich mangels Insolvenzmasse) keine Aussicht auf Bezahlung bestehe (Das war zu erwarten: siehe den Artikel vom 15.07.09, den Kommentar vom 18.10.09 und den Artikel vom 18.11.09).

Am 22.01.2010 wird – wie bereits bekannt – eine Liste von Forderungen ins Netz gestellt, zu der man sich mit den beigelegten Daten Zugang verschaffen kann. Der Inhalt der Liste ist vertraulich, steht nur Gläubigern oder ihren Bevollmächtigten zu und darf nicht veröffentlicht werden.

Aufgrund der Reichweite und Zahl der Forderungen habe das Abwicklungskomitee vor der Gläubigerversammlung am 29.10.2010 noch nicht alle Forderungen einordnen können. Daher werde das Abwicklungskomitee eine Folge-Gläubigerversammlung am 19.05.2010 10:00 Uhr im Hilton Hotel Nordica, Sudurlandsbraut 2, Reykjavik ansetzen, um die Ansprüche zu diskutieren, die noch nicht am 29.01.2010 abgeschlossen werden konnten. Sollte auch bis dahin der Forderungsbewertungsprozess noch nicht abgeschlossen sein, werde das Abwicklungskomitee ein weiteres Treffen im Jahr 2010 ansetzen, um die Diskussion der Anerkennung von ausstehenden Forderungen abzuschließen.

Hier sind die Handlungsmöglichkeiten in Bezug auf dieses Schreiben.

2 Reaktionen zu “Auswertung Schreiben des Abwicklungskomitees”

  1. bestfoxam 20. Januar 2010 um 15:30 Uhr

    Danke, Jan, für Deine Übersetzung und Eure Erläuterungen !
    Ich habe noch einige Fragen, die vielleicht auch anderen in den Sinn kommen werden,
    wenn das Antwortschreiben eingeht:

    Wenn die Zinsforderungen als „gewöhnliche Insolvenzforderung anerkannt“ ist,
    und wenn man keine weiteren Schritte einleitet,
    heißt das, dass es ewig dauern kann, bis etwas zurück-/ausgezahlt wird ?

    Was bedeutet genau: „.., die nach Insolvenzquote bedient wird.“ ?
    Entschuldige bitte, falls ihr das im Vorfeld der Antragstellung schon mal irgendwo erklärt haben solltet !
    Die Summe, die in Bezug auf den Artikel 113 in dem Schreiben akzeptiert wird,
    wird dann irgendwann auch mal ausgezahlt ? Oder nur vielleicht ?
    Wieso ist die höher, als mein „total amount of claim“ aus dem Antrag ?

    Ich verstehe nicht, wieso das Commitee sagt, es würde den Antrag auf „principals“ ablehnen,
    den man doch aber in dem Formular „Claim form for deposits“ gar nicht gestellt hat.
    Ich habe da unter „Interest claimed“ jedenfalls nur anfällige Zinsen bis und nach dem 22.04.09 eingetragen. ??

  2. Janam 20. Januar 2010 um 23:37 Uhr

    Gute Fragen, bestfox, da lohnt es sich noch einmal ein paar Worte ergänzend zu verlieren:

    – zur Frage des WANN der Auszahlung von Forderungen: Manche würden diese Frage elegant mit „nihil est perpetuum datum“ beantworten. Fakt ist: Es lässt sich derzeit nicht abschätzen, wann ausgezahlt wird. Nach Aussagen des Vorsitzenden des Resolution Committee in einem Interview vom 08.09.09 heißt es, der Abwicklungsprozess könne Jahre dauern. Es ist aber auch denkbar, dass Abschlagszahlungen auf die Forderungen vorgenommen werden: Geld sammeln und auszahlen, Geld sammeln und auszahlen, etc. Da wird die Zeit Aufschluss bringen, vielleicht schon die Gläubigerversammlung am 29.01.2010.

    – “.., die nach Insolvenzquote bedient wird.” Es ist im Prinzip ganz einfach. Es gibt das Vermögen der Kaupthing Bank hf., die Insolvenzmasse. Jede Aktie, jede Forderung, jeder Bürostuhl aus dem Vermögen wird zu Geld gemacht (darum dauert das gesamte Verfahren auch so lange). Dann wird die Insolvenzmasse durch die Höhe aller Forderungen geteilt und dann hat man die Quote, die jeder Gläubiger von seiner (gewöhnlichen) Forderung bezahlt bekommt. Im besagten Interview vom 08.09.09 wurden einmal 20% in den Raum geworfen. Wobei sofort hinterher geschoben wurde, dass sich die Summe noch ändern (insbesondere erhöhen) könnte, da es von der Wertentwicklung der Vermögenswerte (und dem Verkaufstiming des Insolvenzverwalters) abhängt, wieviel am Ende tatsächlich an Quote gezahlt wird.

    – “principals”: In dem Zinsformular gab es ja drei Spalten, wovon eine „principal“ war. Ich vermute, dass du in die erste Spalte einen Teil der Zinsforderung eingetragen hast.

    P.S.: Das Interview vom 08.09.09 habe ich nochmal oben im Artikel eingebaut.

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