Nachtrag zu den Zinsen: Isländischer Wirtschaftsminister äußert sich

7. März 2010

Immer wieder liest und hört man, dass eine Gruppe von Sparern die Insolvenzverwalter und Gläubiger der Kaupthing Bank durch eine ,,geniale Verzögerungstaktik“ zur vorrangigen Auszahlung der Zinsen ,,zwingen“ möchte. Dabei wird die tatsächliche isländische Rechtslage entweder verkannt oder verschwiegen. Zu den Zinsen äußerte sich nun von höchster Stelle der isländische Wirtschaftsminister Gylfi Magnusson – und bestätigte das, was wir bereits in den Handlungsmöglichkeiten als Verfahrensgang skizziert hatten:

Zu [den ungeklägten Fragen gehört] unter anderem die […], wann die etwa 30000 deutschen Sparer Ihr Geld vollständig wiederhaben…

Schon jetzt hat jeder Sparer seine Einlagen zurückbekommen. Aber es ist richtig, nach wie vor steht die Frage im Raum, was mit den kumulierten Zinsen passiert. Aber soweit wie wir das bisher beurteilen können, ist das keine Frage an den isländischen Staat mehr.

Sondern?

Das ist eine Rechtsfrage. Es muss geklärt werden, ob die Zinsen der Anleger zu den vorrangigen Ansprüchen zählen. Die Frage ist, welche Gläubiger zuerst ausgezahlt werden. Das wird aber die Justiz entscheiden.

Das gesamte Interview ,,Kaupthing ist jetzt eine Frage für die Justiz“ kann man bei Handelsblatt nachlesen.

3 Reaktionen zu “Nachtrag zu den Zinsen: Isländischer Wirtschaftsminister äußert sich”

  1. Nathalieam 10. März 2010 um 15:18 Uhr

    Dann hoffe ich mal, dass jeder die Handlungsmöglichkeiten gelesen und verstanden hat.
    Für die Idealisten unter uns: Nicht aufgeben, denn schließlich geht es nicht ums Geld, sondern ums Recht!

  2. Janam 10. März 2010 um 17:48 Uhr

    Ich muss korrigieren: Es geht v.a. nicht um’s Recht, sondern um’s Prinzip! Das ist zwei Kategorien höher.

  3. Lehaneam 11. März 2010 um 16:42 Uhr

    Auch mir geht es nicht nur um die Zinsen. Immer mehr kristallisiert sich heraus. Ich möchte, das ein Zeichen gesetzt wird, zugunsten von Kleinanlegern. Das es möglich ist.
    Auch wenn ich nicht an vorderster Front agiere.
    Es schadet auf jeden Fall nicht, auch nicht den Isländern.

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