So schnell kann’s gehen…

19. Mai 2010

Übrigens: Im Oktober 2008 haben alle über das kleine Island und die deutschen Kaupthing-Sparer gelacht, die ein zu großes Rad gedreht haben. Dass die Probleme im übrigen Europa ziemlich gleich sind, konnte man schön ausblenden. Spätestens seit Griechenland- und Euro-Krise dürfte das vorbei sein. Der einzige Unterschied zwischen Rest-Europa und Island besteht, dass das kleine Land nicht mehr soviele Schulden aufnehmen konnte, um das Rad weiterzudrehen. Deshalb war dort der Spuk Knall auf Fall vorbei. Dafür konnte man dort schon/endlich mit den Aufräumarbeiten beginnen. Hier geht das große Kredit- und Finanzblasenspiel weiter, wodurch natürlich die Fallhöhe auch größer wird. Wer in wenigen Jahren dann lachen wird, bleibt abzuwarten…

So hieß es in meinem Kommentar vom 07.05.10. Das war anscheinend ganz gut getroffen. Nun berichtet Henryk M. Broder auf SPIEGEL Online Folgendes aus Island:

Für die erstaunlich gute Laune der Isländer gibt es noch einen weiteren Grund: Nun sind sie an der Reihe, Witze über die Europäer zu machen, die ihrerseits auf eine Krise zusteuern, verglichen mit der die isländische nur ein kurzer Schluckauf war. „Who’s laughing now, Europe?“, fragt die Stadtzeitung „Reykjavik Grapevine“ und zeigt auf dem Titelblatt Island in Form eines Spiegeleis: „Sunny Side Up!“

Eine Reaktion zu “So schnell kann’s gehen…”

  1. Pressam 20. Mai 2010 um 11:57 Uhr

    Hallo Jan,
    Wie recht Du hast. Wer bislang das Spiel unserer Politiker nicht durchschaut hat, nun werden ihm/ihnen die Regeln auf dem Silbertablett präsentiert. Sie zeigen grundsätzlich immer mit dem Finger auf die anderen – und verfallen in sinnentleerten Aktionismus, nur um von ihren eigenen Fehlern und Tatenlosigkeiten abzulenken. Leider ist es wie beim Werfen eines Bumerangs: Irgendwann kommt er zurück und wenn man ihn nicht auffängt, trifft er den Werfer, meist schmerzhaft am Kopf.

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