Wirtschaftswoche: Kaupthing-Kunden: Kampf um Geld und Gerechtigkeit

21. Mai 2010

Die Wirtschaftswoche hat in einem längeren Artikel noch einmal die Argumente der Kaupthing-Sparer zusammengeschrieben. Diese sind allerdings nicht neu, sondern altbekannt und maßgeblich von dieser Seite aus mitgeliefert (siehe z.B. Artikel vom 16.07.09 – dort insbesondere Anmerkung zu Punkt 16 -, Argumentationshilfe vom 04.10.09).

Meine Meinung zu den Nachwehen der Kaupthing-Geschichte:

Gerechtigkeit? Die Einlagen sind doch längst zu 100% aus der Insolvenzmasse der Kaupthing-Bank zurückgezahlt worden. Ursprünglich waren nur 20.887 € abgesichert. Also haben die Isländer rechtlich noch draufgelegt. Mehr als genug Gerechtigkeit also… Was bringen mir AGB, wenn die Bank pleite ist? Antwort: Nichts. Dann gilt Insolvenz- und nicht AGB-Recht. Mittels AGB hat sich noch niemand dem Insolvenzrecht entzogen. Daher verstehe ich die große Aufregung nicht… Auch wenn’s nicht jeder hören mag: Es geht jetzt eher darum, wer das Insolvenzrisiko der Bank hinsichtlich der Zinsen tragen muss. Müssen auch wir Sparer unser ,,Lehrgeld/Leergeld” zahlen oder wird uns dies auch abgenommen? Dies ist einfach ein hübsches Spiel…

Geld? Ich halte dieses Verfahren nicht mehr für ergiebig. Und wenn man sich die im Artikel der WiWo genannten Summen anschaut, sieht es mir eher nach einem teuren Hobby aus…

Die Klage könnte sich bald als Pyrrhussieg herausstellen. Denn die (rechtliche) Musik spielt in Island… Ein deutscher Vollstreckungsbescheid dürfte in einem isländischen Insolvenzverfahren herzlich wenig interessieren, da es dem Charakter des Insolvenzverfahrens komplett widerspricht…

2 Reaktionen zu “Wirtschaftswoche: Kaupthing-Kunden: Kampf um Geld und Gerechtigkeit”

  1. Dirkam 21. Mai 2010 um 14:47 Uhr

    Grundsätzlich sei jedem sein Zins gegönnt – aus Prinzip versteht sich. Trotzdem finde ich den Ballon etwas groß den man aufbläst. Wenn ich dann noch lese „Dieser Sparer wartet auf Zinsen des Jahres 2008 in Höhe der Hälfte der Paketkosten.“ kann ich für mich nur die Stirn runzeln. Hat man Langeweile oder geht es hier wirklich um’s Prinzip?

    Ein Gutes hat die Sache ja: die sozialen Einrichtungen in Island werden sich freuen (2:04):
    http://www.mbl.is/mm/frettir/innlent/2009/06/15/vill_svor_um_sparifed/

  2. Janam 21. Mai 2010 um 15:31 Uhr

    Ich gönne es auch jedem. Gerade bei dem Einsatz. Und wenn man sich dann immer noch so reinhängt, ist es bestimmt ein tolles Gefühl, wenn man die Zinsen am Ende auch bekommt.

    Ein ehrenhaftes und gönnerhaftes Versprechen. Hoffentlich ist es noch nicht (hier und in Island) hinten runtergefallen.

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