Monatsarchiv für August 2010

Same Shit – Different Board (noa Bank Forum)

26. August 2010

Ich lache mich scheckig. Die neue lavcadio-Spielwiese ist eröffnet. Die gleichen Gesichter haben nun ihren Diskussions-Mittelpunkt verlagert und wälzen die gleichen Themen bis zum Erbrechen unter einer neuen Adresse – geholfen hat’s (bisher) nix. Die noa-Bank Kunden werden relativ schnell entschädigt werden, davon bin ich überzeugt. Sind eigentlich auch noa-Bank Kunden dort angemeldet oder nur altbekannte Gesichter und „Größen“? Es sind etwas über 800 Beiträge im Forum und davon haben lavcadio, UlliZ, n.o.athing (k.o.pthing?) und prom 400 geschrieben. RESPEKT. Wie wäre es mit http://wirhabenlangeweile.foren-city.de ? Zeit dass die Ferien zu Ende sind! Hinter welchem Pseudonym schreibt Köppi?

Wer Spiel, Spannung und Schokolade möchte, der findet hier sein Glück 😉

Info-Update: Gespräch mit foren-city-Aktivist k.o.pthing

17. August 2010

k.o.pthing ist einer der führenden Köpfe aus dem Aktionskomitee unserer Nachbarn. Er war kürzlich erneut in Island und hatte Gelegenheit mit einigen Personen zu reden, die in Island am Kaupthing-Insolvenzverfahren beteiligt sind. Daher wäre es natürlich interessant gewesen, ein paar Schlüsseldaten zum Verfahren zu erfahren.

Aus diesem Artikel hier hat sich eine rege Diskussion ergeben (siehe schon dort). Dieser Artikel dient der Zusammenfassung. Leider erwies sich k.o.pthing als schwieriger Gesprächspartner, da er (auch auf präzise Nachfragen) wenig zur Sache beitragen konnte und stattdessen ausschweifend Unwichtigkeiten diskutierte. Dadurch wurde das Thema unübersichtlich. Ich fasse daher das Wesentliche, das unsere Leser interessieren könnte, zusammen – aufgrund der genannten Schwierigkeiten allerdings ohne Gewähr! Die Infos beziehen sich auf Einsprüche gegen die Entscheidung des Winding-up Committees, Zinsansprüche nicht als Priority Claims, sondern als gewöhnliche Insolvenzforderungen einzustufen.

1. Das Winding-up Committee hat zusammen mit zwei isländischen Anwälten Gerichtsverfahren hinsichtlich der deutschen Kaupthing-Edge-Sparer eingeleitet:
Bei den Anwälten handelt es sich um die beiden bislang einzigen mit Kaupthing-Edge-Deutschland-Fällen betreuten isländischen Anwälten. Insgesamt werden 13 Fälle an das isländische Bezirksgericht weitergeleitet, davon sind wohl 5 Fälle Musterverfahren (siehe unter 2.). Zwei der Musterverfahren werden von einem beim Obersten Gericht zugelassenen Anwalt im Auftrag einer deutschen Rechtsschutzversicherung vertreten. Drei der Musterverfahren betreffen foren-city-Nutzer und werden von einem anderen Anwalt vertreten. Beide Anwälte haben vollkommen selbständig und unabhängig von foren-city die Musterverfahren eingeleitet und eigene Begründungen eingereicht. Eine frühzeitige Anbindung an diese Verfahren hat das foren-city-Aktionskomitee nicht geschafft, weshalb das Verfahren unter 1. in Begründung und Verfahren von den Vorhaben unter 3. bisher unabhängig geblieben ist. Inzwischen versucht das foren-city-Management, eine Abindung an die angelaufenen Musterverfahren nachzuholen bzw. eigene Musterverfahren zu starten (siehe unter 3.) Ob die Verfahren der drei foren-city-Mitglieder vom foren-city-Spendenkonto (oder über Rechtsschutzversicherungen oder ganz auf eigene Rechnung) finanziert werden, teilte k.o.pthing trotz Nachfrage nicht mit. Zum zeitlichen Ablauf der in die Wege geleiteten Musterverfahren (Zitat k.o.pthing): ,,Es gibt Mitte September ein Hearing vor Gericht, dann bekommt der Klägeranwalt eine Frist von drei Wochen für seine Begründung, dann bekommen die WuC-Anwälte weiter drei Wochen zur Beantwortung, dann erfolgt einige Zeit später die erstinstanzliche Entscheidung, dann die Weiterleitung zur Revision.“

2. In allen Verfahren geht es v.a. um die Frage, welchen Rang die Zinsforderungen derjenigen erhalten, die Einspruch eingelegt haben. Möglicherweise profitieren bei einem Erfolg dieser Musterverfahren alle Einspruchsgläubiger (egal, welches Antragsverfahren sie gewählt haben). k.o.pthing antwortete zu diesem Punkt ausweichend, sodass er hier nichts konkret Zielführendes beisteuern konnte. Endgültige Gewissheit wird man erst nach einem endgültigem Urteil (voraussichtlich in einigen Jahren) haben.

3. k.o.pthing und sein foren-city-Zentralkomitee versuchen darüber hinaus Folgendes: In ihrer Begründung hatten die foren-city-Macher nicht nur unsere Argumentationshilfe kopiert, sondern zusätzlich einige Eigenheiten ergänzt. Jedenfalls wollen die foren-city-Macher ,,ihre“ Begründung (d.h. die Kopie unserer Begründung plus foren-city-Eigenheiten) ebenfalls zu Musterverfahren machen – entsprechendes gilt für Fälle von DZ-Bank-Betroffenen und Festgeld-Anlegern, die angeblich von den laufenden Verfahren nicht erfasst sind (siehe dazu im Einzelnen foren-city-Rundmail 28). Für diese Verfahren gilt vorrangig die aktuelle Großspendenaktion von foren-city. Falls bei dieser noch Geld übrig bleibt, sollen zur Sicherheit noch ein bis zwei Verfahren durchgeführt werden, die sich speziell auf die auf unserer Seite bereitgestellte Argumentationshilfe beziehen. Eine – zumindest vorläufig – benötigte Spendenhöhe teilte k.o.pthing nicht mit, es geisterten zu Beginn der Aktion einmal ,,erhebliche Kosten im fünfstelligen Bereich“ durch den Raum. Zur Erklärung: Das Verfahren unter 3. ist nicht an das unter 1. angebunden, obwohl foren-city sich einst im Juli 2009 einer engen ,,Zusammenarbeit“ mit dem anderen Anwalt rühmte und dafür bereits Spenden gesammelt hatte, obwohl der andere Anwalt foren-city-Mitglieder vertritt und obwohl k.o.pthing als Vertreter zahlreicher Sparer auf der Gläubigerversammlung im Januar 2010 in Island war. k.o.pthing hat in dieser Hinsicht ein Versäumnis bestritten und pauschal erklärt, es laufe alles nach Plan. Dies mag jeder für sich bewerten. Warum das Verfahren unter 3. jetzt noch gebraucht wird, obwohl es bereits Musterverfahren gibt (siehe 1.), deutete k.o.pthing nur an: Vermutlich geht es darum, bestimmte, vom foren-city-Zentralkomitee erdachte Besonderheiten ebenfalls per Musterverfahren klären zu lassen (dieser Eindruck erhärtet sich nach der foren-city-Rundmail 28). Im Übrigen enthalte ich mich an dieser Stelle einer Bewertung über die Sinnhaftigkeit einzelner oder aller unter 3. geplanten Schritte – diese bewerte ebenfalls jeder für sich.

Fazit: Da k.o.pthing weder das Verfahren noch seine Vorgehensweise transparent erklären konnte, gebe ich an dieser Stelle keine Empfehlung für die foren-city-Aktivitäten ab. Wer hinsichtlich seiner Zinsen bis zum Äußersten und wirklich sicher gehen möchte, der wende sich am besten an einen der isländischen Anwälte oder an eine mit Kaupthing-Edge-Fällen bereits befasste deutsche Kanzlei… Die Kontaktdaten des beim Obersten Gerichts zugelassenen, deutschsprachigen isländischen Anwalts (siehe 1.) will k.o.pthing nicht nennen. Die Kontaktdaten des anderen isländischen Anwalts (siehe 1.) findet man hier. Wer kein Geld und keinen Aufwand für seinen Einspruch mehr investieren möchte, sollte einfach abwarten, wie die laufenden Musterverfahren (siehe 1. und 2.) ausgehen…

Noa Bank

12. August 2010

Unsere Nachbarn haben gestern eine recht zielführende Rundmail zur Noa Bank verschickt (siehe hier), mit der sie sich ebenfalls seit einiger Zeit beschäftigen. Dies ehrt sie.

Zwei Dinge sollte man noch hinzufügen:

  • Die Bank ist nicht pleite (Auszahlungen sind weiter möglich). Sie hat aber anscheinend Schwierigkeiten, die Zinssätze für die vielen Einlagen zu erwirtschaften und versucht diese ,,loszuwerden“, nachdem die BaFin schon die Annahme von Neukunden untersagt hatte (guter Artikel dazu bei WELT Online).
  • Die Noa Bank unterliegt immerhin der deutschen Einlagensicherung – allerdings nur bis 50.000 € für Einlagen wie Tages-/Festgeld (sowie bis zum maximalen Gegenwert von 20.000 € für 90% der Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften). Siehe deren AGB, Nr. 20! Dies sollten Kunden der Bank berücksichtigen.

Ein BLOG ist sicherer als ein FORUM

6. August 2010

und damit hat Helft-Uns mal wieder die Nase vorn da unsere Seite auf WordPress (natürlich aktuellste Version) läuft im Gegensatz zu unseren Nachbarn (phpBB) 😉

WordPress vergleichsweise sicher

Auf der Black Hat Sicherheitskonferenz in Las Vegas wurde eine interessante Studie vorgestellt. Eine Software namens Blind Elepehant scannt dazu Websites nach der verwendeten CMS-Software sowie deren Version und kann damit etwas über die Verbreitung unsicherer Anwendungen sagen. Es wurden gut eine Million Websites untersucht mit dem Ergebnis, dass 100% aller Websites mit phpBB kritische Sicherheitslücken enthielten, 95% bei MediaWiki, bei Joomla 92%, Movable Type 91%, Drupal 70% und bei WordPress nur 4% aller Websites kritische Sicherheitslücken enthielten.

Es zeigt sich also, dass die Einführung des automatischen Updates wohl dafür sorgte, dass sehr viele WordPress-Websites aktuelle Versionen nutzen. Auch die standardmäßige Deaktivierung von XML-RPC dürfte ein weiterer Sicherheitsgewinn sein. Die Folien der Studie gibt es hier.

Quelle: WordPress Deutschland

ROFL – die Isländer mal wieder

Spenden in Milliardenhöhe…

4. August 2010

Ja, so ist das wenn das Geld keine Rolle spielt. Initiatoren der Kampagne sind Microsoft-Gründer Gates und Investment-Legende Buffett – sie setzen jetzt auf Dutzende Nachahmer. Leider scheint das bei unseren Nachbarn nicht zu klappen, aber sie können sich darauf berufen wieder Vorreiter gewesen zu sein. Nach dem Motto „Die Vordenker unter unseren Nachbarn sind Gates und Buffet weit voraus und haben schon länger die Kompletten Teile ihres (Zins-)Vermögens social organisations in Iceland versprochen.“

Einsprüche gegen Einstufung – Der Weg führt zum Gericht

3. August 2010

Dieser Artikel betrifft alle, die auf der Anerkennung ihres Zinsanspruches als vorrangige Forderung (Priority Claim) bestehen und deshalb gegen die anderslautende Entscheidung des Abwicklungskomitees (Winding-up Committee) Einspruch eingelegt haben (zur Erinnerung: Dies entspricht Weg 2 hier).

Anlass ist ein weiterer Island-Reisebericht unserer Nachbarn (siehe hier), der uns zugespielt wurde. Kurz gesagt: Dieser enthält nichts Neues gegenüber Januar 2010: Es steht im Prinzip dasselbe drin wie auf der foren-city-Telefonkonferenz bereits zu hören war. Über den Streit entscheiden also nicht die Verhandlungskünste des Aktionskomitees unserer Nachbarn, sondern isländische (oder sogar europäische) Richter (siehe auch unsere regelmäßigen Klarstellungen von Anfang an: 1, 2, 3, 4, 5 und 6). Das sog. ,,informelle Treffen mit dem Wuc“ steht übrigens nicht nur unseren Nachbarn, sondern jedem Einspruchs-Gläubiger zu, der mit dem Winding-up Committee in den Räumlichkeiten der Bank in Reykjavik reden möchte (siehe hier unter Frage 4).

Was folgt daraus für alle, die o.g. Einspruch eingelegt haben? Sie müssen sich entscheiden, ob sie gerichtliche Schritte (und die damit verbundenen weiteren Kosten) in Island (!) einleiten wollen.

Wer mit unseren Nachbarn den Weg über Musterklagen (siehe dazu sehr ausführlich hier) gehen möchte, sollte Folgendes beachten:

  • Das Winding-up Committee hat bereits selbst Gerichtsverfahren eingeleitet (siehe hier unter Frage 4). Unklar ist, wie dieses Verfahren genau aussehen soll. Sicher ist, dass damit nicht die geplanten Musterverfahren unserer Nachbarn gemeint sind. Denn laut deren Bericht (siehe hier) ist es ihnen erst jetzt gelungen, ihre Musterklagen-Idee dem Winding-up Committee überhaupt erst einmal vorzuschlagen. Kurz gesagt: Das Verfahren lief seit Januar 2010 komplett am Aktionskomitee von foren-city vorbei.
  • Aus dem Bericht (siehe hier) ergibt sich auch in anderen Punkten, dass das exakte gerichtliche Vorgehen des foren-city-Aktionskomitees noch immer nicht klar ist: Sie haben sich erst jetzt beim Bezirksgericht Reykjavik über Gerichtskosten und mögliche konkrete Vorgehensweisen informiert… Außerdem haben sie sich mit zwei isländischen Anwälten getroffen (damit hat sich die Zahl ihrer isländischen Anwälte innerhalb weniger Tage bereits verdoppelt, siehe hier unter 3.). Über Anwaltskosten enthält der Bericht (siehe hier) gar keine Angaben. Kurz: Das ganze gerichtliche Vorgehen des foren-city-Aktionskomitees steckt somit noch in der Planungsphase, möglicherweise sogar nur in deren Köpfen.
  • Insgesamt kann man schließen: Die Kosten, Dauer und Erfolgsaussichten für das Verfahren unserer Nachbarn sind weiterhin vollkommen unsicher. Zu beachten ist, dass ein gerichtliches Verfahren kaum mit einer Instanz gelöst sein wird, sondern in Island über mehrere Instanzen und eventuell noch zu europäischen Gerichten führen kann. Dies wird Kosten und Dauer des Verfahrens sicherlich weiter treiben.