Monatsarchiv für September 2010

Kaupthing-Insolvenzverwalter gibt weiteres Verfahren bekannt

21. September 2010

Das Abwicklungkomitee (Winding-up Committee = Insolvenzverwalter) der Kaupthing Bank hat heute bekannt gegeben, wie es in Bezug auf Zinsen weiter geht, siehe die englischsprachige Mitteilung auf der Kaupthing-Seite. (Hier die Nachricht auf der Deutschen Seite) Hier eine sinngemäße Übersetzung:

Insgesamt haben die deutschen Edge-Gläubiger 16.343 Ansprüche gestellt. Die Mehrheit hatte die Einstufung als vorrangige Forderung beantragt, das Winding-up Comittee hat diese aber als gewöhnliche Ansprüche angesehen und eingestuft. Gegen diese Entscheidung und/oder gegen die Einstufung der Forderungen der Höhe nach haben ca. 5500 Gläubiger Einspruch eingelegt.

Das Winding-up Committee hat davon 25 Fälle an das Bezirksgericht in Reykjavik weiter geleitet und ist der Ansicht, dass damit alle oder die meisten Einsprüche abgedeckt werden. Die ersten Verhandlungen laufen bereits und Entscheidungen sind für Mitte 2011 wahrscheinlich. Wenn das Bezirksgericht oder sogar die nächste Instanz (Oberstes Gericht von Island) gegen das Winding-up Committee entscheiden, wird es seine Entscheidungen zu den Einsprüchen entsprechend korrigieren.

In naher Zukunft wird das Winding-up Committee unter www.kaupthing.com eine Liste mit allen Gläubigern veröffentlichen, die in den Anwendungsbereich dieses Verfahrens fallen.

Um sowohl kostspielige als auch lange Prozesse zu vermeiden, hat das Winding-up Committee alle anderen Einspruchsverfahren bis zu den Urteilen ausgesetzt. Deshalb ist es für diese Gläubiger nicht notwendig, um ein Vermittlungstreffen mit dem Winding-up Committee zu ersuchen (wer da wohl gemeint ist? 😉 ).

Alle Entscheidungen des Winding-up Committee, gegen die nicht Einspruch eingelegt wurde, sind gemäß Art. 119 Abs. 1 isl. Insolvenzordnung (eigentlich ergibt sich das aus Art. 120 Abs. 3 😉 ) endgültig und werden nicht von den Gerichtsverfahren und von dieser Nachricht erfasst.

Zocken bis der Staat hilft…

20. September 2010

Eine sehr interessante Reportage zur Finanzkrise findet sich in der ARD Mediathek.

Wie stirbt eine Bank?

15. September 2010

Dazu erfährt man Näheres in einem äußerst interessanten Artikel über ,,Lehmans Sterbehelfer“ (aus der FTD) bei wissen.de!

Aufschlussreich: Der erwähnte Insolvenzverwalter berät auch das Verfahren um die isländische Kaupthing Bank. Es macht also durchaus Sinn, dass sich das Verfahren der Kaupthing Bank aus unserer Sicht immer so sehr ,,dahin geschleppt“ hat: Allein bei Lehman hat sich das später zu verteilende Vermögen inder Zwischenzeit verdoppelt (von 7% Insolvenzquote auf derzeit 15%). Entsprechendes dürfte auch für Kaupthing gelten, was (nach derzeitigem Stand) natürlich auch die Zinsforderungen betrifft.

Siehe zu Abwicklung und Insolvenzquote der Kaupthing Bank schon unsere Artikel u.a. vom 18.04.2010, 01.12.2009 und 08.09.2009.

Von Bankräubern und Anwälten oder warum eine Klage vermutlich nichts bringt…

15. September 2010

In der WOZ (Schweiz) habe ich heute folgenden Artikel entdeckt:

Ein Bankraub und seine Folgen

Selbst die im Artikel beschriebene Isländerin ist bisher auf dem Rechtsweg gescheitert und hier ging es um reales Geld, nicht um nie verdiente Zinsen. Zitat:

Ich will mein Geld zurück, ich will prozessieren, aber mein Anwalt weiss noch nicht, ob das überhaupt geht.