Monatsarchiv für November 2010

Irland und Schuldzuweisungen

22. November 2010

Darum geht es um diesen Artikel bei Focus Online.

Es ist mehr oder weniger pervers. Am Ende soll es die Bundesregierung gewesen sein, die mit der Forderung nach künftiger (Mit-)Haftung der Gläubiger an allem Schuld war?

1. sollte diese (Voll-)Haftung eigentlich selbstverständlich sein.

2. haben die Iren das versucht, was Island nicht konnte (und Irland letztlich auch nicht). Einen Bankensektor komplett zu retten – einen Bankensektor, dem die westlichen Regierungen/Zentralbanken die Waffe ,,Kredite“ in die Hand drückten und der dann damit wild um sich schoss.

3. Dagegen hilft langfristig nur: a) Dem Bankensektor das Spielzeug ,,Zentralbankgeld“ endlich wegnehmen (am besten gleich die Zentralbanken abschaffen). b) Eigenkapital muss bei Banken wirklich ,,eigenes Kapital“ sein, d.h. eingezahltes Bargeld oder andere Wertgegenstände (KEINE Kredite). c) Banken dürfen nur noch das Drei- oder Vierfache und nicht wie vor der Krise das Fünfzigfache ihres Eigenkapitals vergeben. Schritt für Schritt in diese Richtung. Natürlich führt das zu weniger Wachstum (und in der Zwischenzeit sogar zu einer volkswirtschaftlichen Schrumpfung), dafür ist das Wachstum dann nachhaltiger und wechselt nicht ständig zwischen ,,aufblähen“ und ,,platzen“. Davon hat besonders die Masse der Bevölkerung erst Recht nichts, weil auf einen Schlag alles weg sein kann.

Neues Icesave-Abkommen in Sicht?

18. November 2010

Damit befasst sich die englischsprachige Financial Times.

Ausgangspunkt ist immer noch, dass der britische und niederländische Steuerzahler 3,8 Mrd. € fordern, weil britische und niederländische Regierung mit dieser Summe Kunden der Landsbanki-Niederlassungen ,,Icesave“ in GB und NL ausgezahlt haben. Auf Zahlungen warten britischer und niederländischer Staat nun seit zwei Jahren.

Die Isländer haben – durchaus berechtigt (siehe Artikel vom 17.02.2010) – auf ihre begrenzte rechtliche Verantwortung für Einlagen hingewiesen, die auf 20.887 € pro Anleger beschränkt war. Außerdem sollen die Kosten für den wiederum isländischen Steuerzahler so gering wie möglich gehalten werden, weshalb Rückerstattungen an niederländischen und britischen Fiskus (vergleichbar zu uns Kaupthing-Sparern) aus der Insolvenzmasse der Landsbanki bezahlt werden sollen. Aus diesen Gründen ist ein im Februar ein Abkommen von den Isländern von 93% der Wählern abgelehnt worden, weil die Wähler diese Bedingungen nicht als erfüllt ansahen (siehe z.B. FAZ vom 07.03.2010).

Obwohl britische und niederländische Regierung zunehmend zuversichtlich sind, dass die Insolvenzmasse der Landsbanki für den Löwenanteil der Forderungen ausreichen wird, haben die Regierungen rechtliche Bedenken. Denn wenn der gesamte ,,Leichenschmaus“ der Landsbanki an britische und niederländische Steuerzahler geht, bleibt logischerweise für die anderen Gläubiger der Landsbanki nichts mehr übrig. Da es allerdings auch bei der Landsbanki Leute gibt, die ihr Kapital und/oder Zinsen haben möchten, rechnen GB und NL aus dieser Ecke mit Anfechtungsklagen und langwierigen/unsicheren Gerichtsverfahren.

Insgesamt deutet sich aber ein für den isländischen Steuerzahler günstigeres als das ursprüngliche Abkommen an.

Vermummungsverbot im Internet?

15. November 2010

Geradezu herzhaft lachen musste ich heute über diesen Artikel auf n-tv.de. Kann er nicht ernst meinen der Herr Fischer. Interessant wäre dann allerdings die Reaktion von unseren Nachbarn. Wenn dann noch die Kennzeichnungspflicht für Zinsjäger kommt, dann wird Wuppertal zur Partymeile!

Wird kaupthingedge.forencity.de nun zum Finanzberater?

2. November 2010

Ich war nun doch schon etwas verwundert, als mir ein User das neueste Machwerk unserer Nachbarn weitergeleitet hat. Ist das nun eine Empfehlung? Ist es Eine Warnung? Oder ist es einfach ein „Hallo – es gibt uns noch – und wir haben sonst nichts zu berichten!“?

*kopfkratz*

Naja – meiner Ansicht nach ist die Mail genauso ein Quatsch wie der dort propagierte Thread, oder ist das ein neuer Anlauf der Zinsjäger? Ich will es ehrlich gesagt gar nicht wissen…

Neuer Vulkanausbruch in Island droht

2. November 2010

Laut Medienberichten droht Island ein neuerlicher Vulkanausbruch. Diesmal ist allerdings nicht der Eyjafjallajökull der Übeltäter, welcher in der Vergangenheit zu einem Chaos im Flugverkehr gesorgt hatte. Grimsvötn ist der Name des „Übeltäters“. Ein neuerliches Chaos ist allerdings nicht wahrscheinlich.