Monatsarchiv für Dezember 2010

Eine schöne Weihnachtsgeschichte :-)

23. Dezember 2010

findet man auf Wissen.de mit Dieter, Klaus, Oma und Kaupthing 😉 Ich konnte auf jeden Fall herzlich lachen.

Frohes Fest allen treuen Lesern.

Kaupthing veröffentlicht Sachstandsmeldung und zwei Listen

15. Dezember 2010

Kaupthing hat gestern eine Sachstandsmeldung zu den Musterverfahren veröffentlicht und zwei Listen online gestellt (siehe hier).

In der Sachstandsmeldung des Insolvenzverwalters (Winding-up Committee), die sich auf die von Anfang September bezieht, heißt es, dass von den 25 Musterverfahren bereits 21 vor Gericht gelandet sind. Zunächst werden zwei Verfahren verhandelt. Darin geht es um den Rang der Forderung (Priority oder nicht?). Urteile dazu werden für Mitte 2011 erwartet.  Die beteiligten Richter, Anwälte und der Insolvenzverwalter sind sich einig, dass bis zur Klärung dieser Verfahren alle weiteren Verfahren ausgesetzt werden. Im Übrigen geht das Winding-up Committee davon aus, dass die 25 Verfahren die meisten Streitpunkte um die Kaupthing Edge Deutschland Forderungen abdecken, u.a. Fragen des Vorrangs  und der Berechnung der Forderungen, der von der DZ-Bank aufgehaltenen Überweisungen, Strafzinsen, usw. Wer meint, nicht unter die Musterverfahren zu fallen, kann unter der angegebenen E-Mail-Adresse um einen Schlichtungstermin mit dem Winding-up Committee bitten und damit ein eigenes Gerichtsverfahren auslösen.

Die Listen enthalten einerseits die mit Einspruch angefochtenen Forderungen, die von einem Kaupthing Edge Deutschland Musterverfahren betroffen sein könnten. Andererseits enthält die zweite Liste per Einspruch angefochtene, abgelehnte Forderungen, die von den Musterverfahren nicht erfasst sind.

Noch einmal zur Euro-Krise

13. Dezember 2010

Bei Focus Online gibt es dazu interessante Interviews mit Prof. Wolfgang Gerke und Paul De Gauwe.

In gewissen Punkten möchte ich ergänzen bzw. den beiden widersprechen:

1. Herr Gerke spricht auch davon, dass Deutschland ,,ganz besonders [vom Euro] profitiert“. Richtig daran ist, dass der deutsche Exportanteil in Euro-Länder von 46% 1999 auf 41% 2009 gesunken ist. Exportsteigerungen gab es v.a. in Bezug auf die neuen osteuropäischen Mitgliedsstaaten und Länder wie China, Indien, Brasilien, etc. Deshalb muss es korrekt heißen, wenn man sagt, ,,Deutschland hat vom offenen Markt in der EU (den gibt es schon länger als den Euro, aber auch er kann dazu gehören) enorm profitiert“.

2. Fakt ist, dass deutsche Banken die größten Schuldner der Krisenstaaten sind. Ob man daher direkt die Banken stützt oder direkt die Staaten ist zweitrangig. Es hängt also alles mit allem zusammen: Dumm (-dreiste?) Gläubiger haben leichtsinnigen Schuldern Geld geben. Da muss man endlich (Wo war eigentlich die BaFin?) den Banken strengere Spielregeln geben (siehe schon hier). Man könnte daher durchaus darüber nachdenken, ob man nicht die Zinsen für die Hilfskredite senkt, wie es Herr De Gauwe vorschlägt (und sich ein Beispiel am neuen Icesave-Abkommen nimmt?).

3. Allerdings wird keine Subvention und kein Konjunkurprogramm daran etwas ändern, dass die Krisenstaaten durch harte Zeiten gehen werden. Herr De Gauwe bringt es nicht wirklich auf den Punkt, aber erklärt es zwischen den Zeilen:  Griechenland ist in jeder Hinsicht überschuldet, staatlich und auch privat. In Irland, Portugal und Spanien wurden die Bürger zum massiven Konsum auf Kredit animiert, hier liegt das Problem v.a. im Privatsektor, wobei die ,,Rettungsaktionen“ der Länder das Problem auch auf den Staat überschwappen lassen. Woher sollen also die neuen ,,Wachstumsimpulse“ kommen, die diese Länder aus der Krise ,,zaubern“? Sollen Staat und/oder Private noch mehr auf Pump konsumieren, wodurch sie erst in die Krise geraten sind? ,,Das Bier ist alle, holt den Whiskey“ beißt sich also mit dem gesunden Menschenverstand, wenn man den Kater bekämpften möchte. Deshalb führt an dem Sparkurs kein Weg vorbei und sind und die harten Auflagen der Geberländer sind vollkommen in Ordnung, wie es auch Herr De Gauwe anerkennt.

4. Vollkommener Unsinn ist es dagegen, dass die EZB massenweise (Krisen-)Anleihen aller Art kauft und daher auf Kosten der Geldwertstabilität darauf zockt, alles werde zurückgezahlt. Daher halte ich die Inflationserwartungen von Herrn Gerke noch für recht optimistisch. Irrsinn wäre es auch, gemeinsame ,,Euro-Staatsanleihen“ auszugeben: Das würde bedeuten, dass die Deutschen dafür bestraft würden, dass sie sich jahrelang privat im Konsum und staatlich (Diskussion um Agenda 2010, Rente, Hartz IV, etc.) nur das geleistet haben, was sie auch bezahlen können.

Island zahlt Icesave-Millionen zurück

11. Dezember 2010

Wenn das Parlament dem in diesem Artikel beschriebenen Abkommen zustimmt, werden die IceSave Millionen binnen 30 Jahren zurück gezahlt. Hintergrund dürfte der Beitrittswunsch Islands zur EU sein.

Werden aus Zinsjägern nun Inflations-Spekulanten?

11. Dezember 2010

…scheint so! *kopfschüttel*

Eric Cantona oder Das Lied vom volkswirtschaftlichen Selbstmord

5. Dezember 2010

Dass einiges im Finanzsystem im Argen liegt, wird kaum einer bestreiten (siehe hier)…

Deshalb möchte der ehemalige Fußballprofi Eric Cantona die Macht der Sparer demonstrieren und am kommenden Dienstag einen Bankrun starten, meldet n-tv.de.

Klingt auf den ersten Blick nach einer guten Idee. Nur bedenkt er auch die Konsequenzen? Kritik weisen die Organisatoren jedenfalls zurück:

Sorgen, dass alles durch einen Zusammenbruch der Banken noch schlimmer werden könnte und die Ersparnisse der einfachen Leute verloren gehen könnten, machen sich die Internetaktivisten um Feuillien nicht: Das Ziel der Aktion sei nicht, „alles kaputt zu machen, sondern etwas Neues aufzubauen“.

Da kann ich nur fragen: Wie naiv/dumm kann man eigentlich sein? Die Rettungsmaßnahmen, die seit 2008 eingeleitet wurden, dienten ja trotz aller Polemik nicht dem Boni-Erhalt von Bankern, sondern sollten den Crash ganzer Volkswirtschaften verhindern. Das Problem ist ja gerade, dass wenn man den Banken den Stecker zieht, den Volkswirtschaften sofort der Saft ausgeht. Klar kann man das Problem auf diese Weise auf einen Schlag lösen, aber das hätte hier Island XXL zur Folge, mit Massenarbeitslosigkeit, geschlossenen Banken a la Kaupthing, etc. etc.  Also im Gegenteil zur Absicht von Cantona & Co. würde man erst alles kaputtschlagen und dann etwas Neues aufbauen.

Vielleicht ist es besser, das Notwendige Schritt für Schritt zu tun, weil man eben noch in Geiselhaft der Banken und Risikokapitalgeber Zentralbank ist? Manchmal ist es besser, wenn ein Fußballer am Ball bleibt. 😉