Eric Cantona oder Das Lied vom volkswirtschaftlichen Selbstmord

5. Dezember 2010

Dass einiges im Finanzsystem im Argen liegt, wird kaum einer bestreiten (siehe hier)…

Deshalb möchte der ehemalige Fußballprofi Eric Cantona die Macht der Sparer demonstrieren und am kommenden Dienstag einen Bankrun starten, meldet n-tv.de.

Klingt auf den ersten Blick nach einer guten Idee. Nur bedenkt er auch die Konsequenzen? Kritik weisen die Organisatoren jedenfalls zurück:

Sorgen, dass alles durch einen Zusammenbruch der Banken noch schlimmer werden könnte und die Ersparnisse der einfachen Leute verloren gehen könnten, machen sich die Internetaktivisten um Feuillien nicht: Das Ziel der Aktion sei nicht, „alles kaputt zu machen, sondern etwas Neues aufzubauen“.

Da kann ich nur fragen: Wie naiv/dumm kann man eigentlich sein? Die Rettungsmaßnahmen, die seit 2008 eingeleitet wurden, dienten ja trotz aller Polemik nicht dem Boni-Erhalt von Bankern, sondern sollten den Crash ganzer Volkswirtschaften verhindern. Das Problem ist ja gerade, dass wenn man den Banken den Stecker zieht, den Volkswirtschaften sofort der Saft ausgeht. Klar kann man das Problem auf diese Weise auf einen Schlag lösen, aber das hätte hier Island XXL zur Folge, mit Massenarbeitslosigkeit, geschlossenen Banken a la Kaupthing, etc. etc.  Also im Gegenteil zur Absicht von Cantona & Co. würde man erst alles kaputtschlagen und dann etwas Neues aufbauen.

Vielleicht ist es besser, das Notwendige Schritt für Schritt zu tun, weil man eben noch in Geiselhaft der Banken und Risikokapitalgeber Zentralbank ist? Manchmal ist es besser, wenn ein Fußballer am Ball bleibt. 😉

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