Wichtige Mitteilung des Winding-up Committees vom 01.02.2011

2. Februar 2011

Aufgrund der aus meiner Sicht hohen Wichtigkeit dieser Veröffentlichung habe ich mich dazu entschlossen (vorübergehend) aus meinem Kaupthing-Ruhestand zurückzukehren.

Hallo Jan: Wie siehst Du das Ganze als Jurist? Deine Meinung wäre mir sehr wichtig.

Deutsche Übersetzung von StefanM vom 02.02.2011 (wie immer ohne Gewähr)

Im Anschluss an die Gläubigerversammlung vom 29. Januar 2010 hat das Winding-up Committee der Kaupthing Bank hf. gemäß dem in Kapitel XVII des Insolvenzgesetzes Nr. 21/1991 vorgeschriebenen Verfahren die Gläubiger zu den settlement meetings eingeladen.

Anmerkung des Übersetzers: Diese Einladungen zu Versammlungen mit dem Ziel eine Einigung herbeizuführen erfolgten nur per (Internet-)Veröffentlichung – nicht per Briefpost – und waren an alle Gläubiger gerichtet, die Widerspruch eingelegt hatten oder mit der Entscheidung des Winding-up Committees nicht einverstanden waren.

Bitte beachten Sie, dass – wenn ein Gläubiger, der gegen eine Entscheidung des Winding-up Committees Widerspruch eingelegt hat, zum settlement meeting nicht erscheint – das Winding-up Committee aufgrund der Vorgaben des Insolvenzgesetzes Nr. 21/1991 den Fall zur Entscheidung an das Bezirksgericht von Reykjavik abgeben muss. Falls der Gläubiger bei der Verhandlung seines Falles vor Gericht auch nicht erscheint, wird sein Widerspruch mit hoher Wahrscheinlichkeit abgewiesen und der entsprechende Gläubiger kann vom Gericht zur Zahlung von Gerichts- und Anwaltskosten an Kaupthing Bank hf. sowie an andere Gläubiger verurteilt werden. Sämtliche der Kaupthing Bank hf. zugesprochenen Kosten werden bei den entsprechenden Gläubigern eingetrieben werden.

Die Abweisung eines Widerspruchs durch das Bezirksgericht aufgrund der Tatsache, dass der entsprechende Gläubiger nicht vor Gericht erschien, führt zudem zu dem Ergebnis, dass das Winding-up Committee diesen Fall als abgeschlossen betrachtet. In den vergangenen Wochen wurden dem Winding-up Committee in einer größeren Anzahl von abgewiesenen Klagen bzw. Widersprüchen bereits die Erstattung von Anwalts- und Gerichtskosten zugesprochen und das Winding-up Committee hat bereits damit begonnen, diese Kosten einzutreiben.

Es ist daher wichtig, dass jeder Gläubiger in Hinblick auf das oben Gesagte seinen Widerspruch überdenken sollte.

Das Winding-up Committee möchte noch betonen, dass alle settlement meetings in isländischer Sprache abgehalten werden.

ENDE DER VERÖFFENTLICHUNG

Hier das Original:

01.February 2011

General notice on disputed claims

Since the Creditors’ Meeting on 29 January 2010 the Winding-up Committee of Kaupthing Bank hf. has been inviting creditors to settlement meetings in compliance with the procedure set out in chapter XVIII of the Bankruptcy Act no. 21/1991.

Attention is drawn to the fact that if a creditor who has objected to a decision by the Winding-up Committee does not attend the settlement meeting, the Winding-up Committee must, in accordance with the Articles of the Bankruptcy Act no. 21/1991, refer the dispute to the District Court of Reykjavik for resolution. If a creditor fails to make an appearance before the District Court when his case is filed, the case will most likely be dismissed and the relevant creditor may be ordered, by the Court, to pay Kaupthing Bank hf. and/or another creditor’s legal costs. All legal costs awarded to Kaupthing Bank hf. by the courts will be collected from the relevant creditors.

The dismissal of a disputed case by the District Court where a creditor fails to make an appearance would also result in the decision by the Winding-up Committee on the respective claim being considered final. In the last few weeks, the Winding-up Committee has been awarded legal costs in a number of dismissed cases and has begun collecting these costs.

It is important that creditors review their objections in light of the above.

The Winding-up Committee would also like to emphasize that all settlement meetings are held in Icelandic.

Quelle: http://www.kaupthing.com/Pages/4271?NewsID=4398

Gruß

Stefan

15 Reaktionen zu “Wichtige Mitteilung des Winding-up Committees vom 01.02.2011”

  1. Dirkam 3. Februar 2011 um 00:54 Uhr

    Hallo StefanM. Willkommen zurück. 🙂

    Die BILD würde hier wohl die Frage stellen: „Endet die Zinsjagd nun im Kostendebakel?“ 😉 Das bestätigt mich lediglich in meiner stets geäußerten Meinung: „Finger weg von den Zinsen“. Ich bin auch mal gespannt auf Jan’s Statement hierzu, da ich ja seine Meinung zu dem Thema kenne.

    Ich verfolge das Thema noch ganz am Rande mit, und muss mich nur wundern, mit welcher Gutgläubigkeit, juristischem Nichtwissen und unglaublicher Selbstüberschätzung das Thema angegangen wurde/wird. k.o.pthing macht den Eindruck eines „Ich will auch mal Anwalt spielen“ – Professors, der mit deutschen Vorstellungen versucht isländisches Recht zu dozieren. Lavcadio spielt den Finger hebenden Kläffmahner, der in Nebensätzen auch noch zu jedem politischen Weltereignis eine Meinung in die Welt blubbert [

    ] und für alles einen Rückschluss auf die Finanzkrise und Herrn Steinbrück parat hat, bloß weil er nie zum Wein auf Augenhöhe mit abschließendem Handschlag nach Dieburg kam. Das hat für mich weder was mit professioneller Arbeit, noch mit Gemeinschaftssinn zu tun. Es ist schlicht und ergreifend naiv. Das Ergebnis kriegt man hier präsentiert – und das wird meiner Meinung nach erst der Anfang vom großen Katzenjammer sein.

    Hier geht es um Milliarden, da sind die 4,50€ Zinsen lediglich störender Fliegendreck auf dem Parkett der Anwaltsschaaren „renomierter“ europäischer Großbanken.

    Sorry Stefan, aber bei dem Thema schwillt mir dann doch der Kamm, weil man mit Kreisklasse-Fußballern nicht versuchen kann in der Bundesliga zu spielen. Wenn man dann noch auf die netten Anwälte vertraut, dann rundet es das Bild nur ab. Bei diesem Thema tummeln sich doch nur die Jäger und Sammler, die auf den schnellen Profit aus sind – und das auch legitim, denn die müssen schließlich davon leben.

    Wenn ich dann noch die selbstbeweihräuchernden Massen-Mails lese, die statt ICH ICH ICH nun WIR WIR WIR zum „Inhalt“ haben, dann ist der Weg zur Schüssel nicht weit. *kotz*

    Bin gespannt wie es weiter geht. Ich hoffe für viele Leute, das es kein böses Erwachen gibt…

    Bis dahin!

  2. Dirkam 3. Februar 2011 um 00:57 Uhr

    …so kommt mir das alles vor:



  3. Dirkam 3. Februar 2011 um 01:12 Uhr

    Tja, die Zinsen sind wohl fort – man(n) 😉

  4. Pressam 3. Februar 2011 um 10:53 Uhr

    Hallo Stefan,

    ich versuche mal, Deine wichtigen Informationen auf „Normalmaß“ herunterzubrechen mit der Bitte um Bestätigung und/oder Korrektur.
    Wenn ich das richtig verstehe, dann…

    1. Das Winding-up Committee der Kaupthing Bank hat die Gläubiger dieser Tage zu so genannten settlement meetings eingeladen (Einladung veröffentlicht nur im Internet). Eingeladen sind: Gläubiger (also alle, die noch z.B. Zinsen fordern) und die Vertreter der KE-Bank. Ziel: eine Einigung zu treffen, z.B. über die Zinsforderungen.
    2. Wer zum settlement meeting nicht erscheint, dessen Fall wird dem Bezirksgericht von Reykjavik vorgelegt zur Entscheidung. Falls der Gläubiger (also z.B. ich) zum Gerichtstermin auch nicht erscheint hat – vermutlich – Pech: Abweisung der „Klage“ und das WUC schließt den Fall ab. Das Gericht kann den fehlenden Gläubiger dann zur Zahlung von Gerichts- und Anwaltskosten an Kaupthing Bank verdonnern.
    3. Ggf. treibt Kaupthing Bank diese Kosten beim Gläubiger ein (mit Gerichtsvollzieher?).
    4. Die settlements meetings finden in isländischer Sprache statt, einer Sprache, die im hiesigen Sprachraum weit verbreitet ist… ;-))

    So weit – so klar.

    Man kann zum Thema Zinsen stehen wie man will, man kann die Einlassungen von Dirk gutheißen oder auch nicht, aber das ändert nichts an den Irrungen und Wirrungen im konkreten Falle und an den schalen Beigeschmack, den diese „Wendung“ hervorruft.

    a) Wir Gläubiger haben Zins-Forderungen angemeldet gemäß isländischem (Insolvenz-)Recht.
    b) Wir haben ggf. Widerspruch eingelegt gegen die Entscheidung des WUC – alles im Rahmen isländischer Rechtsgrundsätze.
    c) Nunmehr fordert die Kaupthing Bank jeden Gläubiger auf, nach Island zu kommen. Wer nicht vor Ort erscheint, hat vermutlich Pech (siehe oben).

    Einschub an Dirk: Von dieser „Forderung“ war mir bis auf den heutigen Tag nichts bekannt. Zumindest kann ich mich nicht entsinnen, derartiges mal gelesen zu haben. Insofern sind Querschläger in Richtung Forum m.E. in dieser Überspitzung nicht notwendig.

    * Es leuchtet wohl jedem ein, dass kein Gläubiger, der, sagen wir, 1.000 Euro Zinsen fordert (bei einer max. Anlagenhöhe von seinerzeit 20.000 Euro) nach Island fliegt und Kosten verursacht, die die Zinsforderungen übersteigen.
    * Der „Drohung“, ggf. Anwalts- & Gerichtskosten beim Gläubiger (in Deutschland) einzutreiben, sehe ich persönlich gelassen entgegen. Ich bin mir sehr sicher, dass im Falle eines Falles Island bei uns Kleinanlegern nicht einen Cent einfodern würde.

    Trotzdem bleibt für mich ein bitterer Geschmack im Rachenraum zurück: Hier werden seitens des WUC Forderungen erhoben, wohlwissend, dass wir Kleinanleger diese überhaupt nicht erfüllen können.

    Das erinnert mich, sorry Dirk, aktuell an Hosni Mubarak, der bei Wahlen politische Gegner zulässt, wenn sie vorab mindestens 250 Unterschriften von Parlaments.Abgeordneten präsentieren. Ein Ding der Unmöglichkeit, weil Mubaraks Partei den Großteil der Abgeordneten stellt…

  5. Dirkam 3. Februar 2011 um 13:44 Uhr

    @Press: keine Frage, es bleibt ein Beigeschmack, aber meines Erachtens ist die ständige Panikmache seitens des Forums im Fall der Fälle (es entstehen Kosten welche den möglichen Zinsertrag übersteigen) einfach nicht unschuldig.

    Melden Sie ihre Forderungen jetzt noch an. Ich zitiere: „ES BESTEHT HANDLUNGSBEDARF FÜR JEDEN“ – „LETZTE CHANCE“ (Info Mail 40) usw. Man hat nur zum Handeln ermuntert, aber mangels Wissen nicht über die Risiken informiert. Das finde ich nicht korrekt. Katzenjammer garantiert – und schuld sind wie immer die anderen. Wenn ich den Rechtsweg beschreite, sollte ich mir auch über das Risiko im Klaren sein. Ich warte nur auf die nächste Rundmail. Prognose: HEUTE

  6. Janam 3. Februar 2011 um 17:46 Uhr

    Zunächst einmal willkommen zurück im Club der rüstigen Rentner, 😉

    als Erstes nehme ich Dirk vollumfänglich in Schutz:

    Einschub an Dirk: Von dieser “Forderung” war mir bis auf den heutigen Tag nichts bekannt. Zumindest kann ich mich nicht entsinnen, derartiges mal gelesen zu haben. Insofern sind Querschläger in Richtung Forum m.E. in dieser Überspitzung nicht notwendig.

    Das kann ich leider so nicht gelten lassen. Auf DIESER Seite wurde auf die Risiken des Verfahrens bereits bei der Entscheidung des Winding-up Committees hingewiesen (Ende Januar 2010). Ich zitiere wörtlich:

    Auf der Gläubigerversammlung wird bei einem Einspruch eine Schlichtung mit dem Gläubiger bzw. dessen Vertreter versucht. Sollte diese scheitern oder ist der Gläubiger nicht anwesend und nicht vertreten, soll das Abwicklungskomitee eine (weitere) Schlichtung versuchen. Scheitert auch diese Schlichtung, landet der Streit vor isländischem Gericht!

    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2010/01/19/handlungsmoeglichkeiten-nach-der-entscheidung-des-abwicklungskomitees/

    Macht der Gläubiger bzw. sein Bevollmächtigter vom Einspruchsrecht Gebrauch ist der Weg wiederum: Schlichtungsversuch und bei Scheitern isländisches Gericht.

    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2010/01/19/handlungsmoeglichkeiten-nach-der-entscheidung-des-abwicklungskomitees/

    Das bedeutet, dass zwei (je nach Sichtweise) mehr oder weniger gewöhnliche Sparer als Bevollmächtigte nach Island reisen werden, um dort mit isländischem Insolvenzverwalter und Anwälten der Großbanken über unsere Forderungen zu verhandeln. Dabei sollte jedem klar sein: Bei dem aktuell anstehenden Termin handelt es sich NICHT um eine reine Info-Veranstaltung, sondern um eine Veranstaltung, die die unter Weg 2 und 3 beschriebenen Konsequenzen mit sich bringt. Mit einer Bevollmächtigung werden die beiden Sparer ermächtigt, einen der oben beschriebenen Wege nach ihrem Gutdünken einzuschlagen. […] Wir übernehmen für diese Aktion keinerlei Haftung oder Konsequenzen, auch hier liegt die Alleinverantwortung bei kaupthingedge.foren-city. Mit deren Verantwortlichen muss man alles Weitere klären.

    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2010/01/19/handlungsmoeglichkeiten-nach-der-entscheidung-des-abwicklungskomitees/

    Ich fasse mal das für mich Wichtige zusammen:
    Jeder, der bei der Gläubigerversammlung ist oder sich dort vertreten lässt muss nach Einspruch gegen die Einstufung und einem gescheiterten Schlichtungsversuch mit Anwalts- und Gerichtskosten in Island rechnen !!! Zusätzlich fallen auch noch Kosten an für einen Dolmetscher, denn -wer hätte es gedacht- verhandelt man in Island auf isländisch. Das werden unabschätzbare Kosten. Denn warum sonst sollten die Rechtsschutzversicherungen den Weg gehen und ihren Kunden vorab einen Großteil der Zinsen überweisen?

    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2010/01/19/handlungsmoeglichkeiten-nach-der-entscheidung-des-abwicklungskomitees/#comment-4957

    Deutlicher geht’s wohl nicht. Mehr ,,Packungsbeilage“ (kostenlos und ohne finanzielle Verpflichtungen) kann‘ s wohl nicht geben. Letzterer Kommentar stammte übrigens von Nathalie, die die die Risiken bestimmter ,,Handlungsmöglichkeiten“sehr wohl und bravourös erkannt hat.

    Soviel dazu.

    Jetzt zu unseren lieben Nachbarn von foren-city: Diese haben ein vollkommen anderen Ansatz gewählt, Dirk hat es bereits angedeutet: „Es fallen keine Anwalts- und Gerichtskosten an, wer das behaupten sollte sagt die Unwahrheit.”, siehe hier , „Jeder, auch Festgeldanleger und ‚Last-Minute-Überweiser der DZ-Problematik verzichtet auf einen hohen Anspruch, wenn er nicht reagiert.“ siehe hier; „Legen Sie Widerspruch gegen die Entscheidung des Liquidationsausschuss ein!“, siehe hier; „Dies ist die letzte Chance, gegen die massenhafte Fehleinstufung vorzugehen.“ siehe hier. Natürlich war das unverantwortlich und erinnert ein Stück weit an bestimmte Art von Telefonwerbung… Allerdings kann man die Schuld nicht allein auf diese schieben. Von einer Laienschauspielertruppe kann man kein großes Kino erwarten. Wer also den Appellen/Versprechungen/Marschbefehlen dieser Truppe blind vertraut hat, der hat aus der Kaupthing-Geschichte leider wenig gelernt…

    Dann braucht man sich nicht wundern, wenn (Achtung, Hobby-RA k.o.pthing jetzt kannst du wieder was lernen!) eine Art Versäumnisurteile nach isländischem Recht ergehen… Ja, guten Morgen, lieber k.o.pthing, Versäumnisurteil gibt’s auch im deutschen Recht, guckst du hier. Auch irgendwie logisch, dass die unterlegene Partei die Kosten des Verfahrens tragen muss. Wer eben keine Ahnung vom Ablauf eines Gerichtsverfahren (noch dazu eines isländischen) hat, muss sich einen Anwalt suchen oder sich überlegen, wie er mit diesem Risiko umgeht. Wer sich vom Klempner die Zähne ziehen will, muss auch die Schmerzen ertragen… Sorry, da fehlt mir leider das Mitleid.

    Zur Beruhigung: Die obige Meldung betrifft zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus meiner Sicht nur eine Minderheit der Einspruchsgläubiger und nicht pauschal alle Gläubiger. Dazu habe ich aber im Moment keine Lust und keine Zeit, große Ausführungen zu machen…

  7. Pressam 3. Februar 2011 um 19:36 Uhr

    @Jan
    @Dirk
    Asche auf mein Haupt! Ich bitte euch beide vielmals um Entschuldigung für meinen Un(Sach)Verstand. Sehr ärgerlich, dass ich eure Fachkompetenz auch nur in Zweifel gezogen habe.
    Ich gelobe feierlich Besserung.
    Aber wo viel Schatten, da auch zumindest etwas Licht.
    Jetzt darf ich ruhigen Gewissens weiter gegen das „Forum“ wettern – und ein weiteres Puzzlestück in mein unfertiges Bild meines Freundes k.o.pthing einsetzen.
    Heisa, das macht (wieder) Spaß.

  8. Dirkam 3. Februar 2011 um 21:59 Uhr

    Hervorragende Ausarbeitung mein lieber Jan. Das zeichnet dich aus. Ich habe es nur grob mit eigenen Worten umrissen 😉 weil ich nur noch interessierter Beobachter bin und deine hier, hier, hier und hier Artikel jedes Mal ein Hochgenuss sind (im vergleich zum WIR, WIR, WIR und ICH ähhh WIR).

    @Press: kein Thema, hier darf man sagen was man denkt. 🙂 Ich bin immer noch stolz, dass die Anzahl der gelöschten Artikel/Kommentare auf dieser Seite unter 10 liegt (von SPAM abgesehen). Wenigstens wieder ein wenig Leben in der Bude – wo immerhin noch Hunderte Besucher jede Woche hier sind.

  9. Dirkam 3. Februar 2011 um 22:11 Uhr

    @Press: ein Einschub noch zu Hosni Mubarak: sehe ich anders. Was er macht ist gegen die Freiheit und Würde von Menschen und hat ein weitaus größeres Ausmaß als eine nicht nette, aber rechtlich haltbare Vorgehensweise gegen ein paar lästige „Kleinsparer“. Ich will diese Leute damit nicht herabsetzen, aber hier wird mit harten Bandagen gekämpft. Das ist kein Kindergeburtstag. Die Zinsen der Kleinsparer sind Kolateralschaden, da man sich lange genug mit dem Schwanz, der mit dem Hund wedelt beschäftigt hat.

  10. Janam 3. Februar 2011 um 23:47 Uhr

    Zunächst einmal die schlechte Nachricht: Tatsächlich betrifft diese Mitteilung erstmal alle Gläubiger, die Einspruch gegen die Einstufung ihrer Forderung eingelegt haben. Das beschriebene Verfahren entspricht – soweit für mich ersichtlich – der isländischen Insolvenzgesetzgebung. Kurz gesagt: Theoretisch muss jeder Einspruchsgläubiger damit rechnen, dass mit seinem Einspruch in genau dieser Weise verfahren wird: Einleitung eines Gerichtsverfahrens durch Ansetzung eines Schlichtungstermins.

    Jetzt kommt aber die gute Nachricht (zumindest für einen Großteil der Einspruchsgläubiger): Man muss mal eine Lanze für die Isländer brechen. Das Abwicklungskomitee (Winding-up Committee) war sehr freundlich zu uns und hat nicht alle nach dem oben genannten Vefahren behandelt. Stattdessen hat es für die Mehrzahl der Fälle Musterverfahren mit einigen Anwälten organisiert. D.h. es werden nur wenige repräsentative Verfahren durchgeführt und alle anderen bis zu einem Ergebnis zurückgestellt/ausgesetzt (siehe hier). Die Mehrzahl der Verfahren befindet sich daher derzeit in der Schwebe. Das dürfte die Leute auf der in der Meldung genannten ersten, längeren Liste betreffen. Wer da drauf steht, hat also kostenmäßig (erstmal) nichts zu befürchten. Ich glaube auch nicht, dass mit den ,,settlement agreements“ die bisher abgehaltenen und allgemein öffentlich angekündigten ,,creditors‘ meetings“ gemeint – das zeigt schon die unterschiedliche Sprachwahl (auch das entsprechende isländische Gesetz trifft diese Unterscheidung in Art. 120). Ich glaube weiterhin, dass die bisherigen Mitteilungen im Internet den Anforderungen an eine ordentliche Ladung, auch nach isländischem Recht, in keinster Weise entsprechen: Dafür dürften vollkommen allgemeine gehaltene ,,announcements“ im Internet auch nach isländischem Recht nicht ausreichen. Außerdem ging es in diesen Mitteilungen stets um angekündigte ,,creditors‘ meetings“, während Termine für ,,settlement meetings“ überhaupt nicht öffentlich und allgemein angesetzt wurden.

    Die aktuelle Mitteilung betrifft daher aus meiner Sicht derzeit nur ausgewählte Verfahren, die wohl individuell (per Post?) zu einem Schlichtungstermin eingeladen wurden. Womöglich handelt es sich um die Gruppe Einspruchsgläubiger, die auf der zweiten in der Dezembermeldung genannten, kürzeren Liste standen und für die die Musterverfahren nicht galten (siehe hier). Wer demnach vom Abwicklungskomitee persönlich aufgefordert wurde, an einem solchen Schlichtungstermin teilzunehmen und nichts unternommen hat, der muss definitiv mit Kosten rechnen. Dass die Isländer bei Nichtzahlung über deutsche Behörden eine Zwangsvollstreckung versuchen, ist nicht ausgeschlossen, zumindest in Westeuropa (EWR), recht wahrscheinlich sogar nach einem EU-Beitritt Islands…

  11. Janam 3. Februar 2011 um 23:57 Uhr

    @Press: Ist schon ok. Du kannst ja auch nicht jeden Artikel auf dieser Seite im Kopf haben. Was nicht heißen muss, dass wir deshalb noch nicht drüber berichtet haben. 🙂 Zum Thema Meinungsfreiheit siehe Dirk. 😉 Dass k.o.pthing, lavcadio & Co., die selbsternannten ,,grauen Eminenzen hinter dem Verfahren in Island“, die angeblich über alles und jederzeit Bescheid wissen, nicht rechtzeitig vor den drohenden isländischen Versäumnisurteilen gewarnt haben, ist schon ein Armutszeugnis für das ,,Aktionskomitee“ und spricht Bände… Sonst werden die Rundmails gerne und oft für allen möglichen QUATSCH… ähhh Inhalt genutzt, aber wenn’s mal wirklich brennt, steht man auf dem Schlauch… Über Risiken aufklären, wenn sie sich realisiert haben (siehe aktuelle Kaupthing-Meldung), kann jeder (der was mit Versäumnisurteilen anfangen kann 😉 ), dazu brauche ich kein ,,Aktionskomitee“…

    @Dirk: Wie eben geschrieben, das Winding-up Committee hat sogar die Samthandschuhe angezogen. Wäre es auf Krawall gebürstet, hätten sie jeden Einspruchsgläubiger sofort direkt und einzeln in die Schlichtung und ins Gerichtsverfahren zitieren können. Hat es aber nicht und stattdessen für die Mehrzahl der Leute nochmal Musterverfahren, sozusagen als Testballons, vorausgeschickt. Man hat dort also durchaus Verständnis für das Bedürfnis nach unkomplizierter rechtlicher Klärung grundlegender Fragen. Aber du hast in dem Sinne recht, dass es über dieses Zuckerbrot hinaus sicher keine Leckerlis mehr vom Winding-up Committee geben wird und das Ganze darüber hinaus (aus den von dir genannten Gründen) knallhart nach isländischem Gesetz abgearbeitet werden wird…

  12. Janam 7. Februar 2011 um 20:18 Uhr

    Gar nicht mal schlecht, um nicht zu sagen gut, wenn auch nicht mit neuen Infos:

    Unsere Nachbarn haben jetzt eine komprimierte Sachstandsinfo eingestellt. Wer sich also nochmal die bisherigen Ereignisse seit letztem Jahr kompakt durchlesen möchte, kann dies unter folgendem Link machen:

    http://kaupthingedge.foren-city.de/topic,7941,-wo-stehen-wir-heute.html#106496

    P.S.: Laut der Meldung soll die Sachstandsinfo regelmäßig aktualisiert werden.

  13. Janam 7. Februar 2011 um 23:47 Uhr

    Und sogar die ,,Erste Hilfe“ hat foren-city überarbeitet:

    Januar 2010 – Februar 2011:

    ,,Aus gegebenem Anlaß:
    Es erreichen uns Anfragen ob das, was wir tun, mit Kosten verbunden sei. Die Antwort lautet: NEIN
    Wer uns seit Oktober 2008 begleitet weiß, wir kommunizieren stets offen und umfänglich. Alles, was wir tun, ist kostenfrei. Niemand geht irgendeine finanzielle Verpflichtung ein. Gegenteilige Mutmaßungen sind grund- und haltlos. Es fallen keine Anwalts- und Gerichtskosten an, wer das behaupten sollte sagt die Unwahrheit.
    Wir arbeiten ehrenamtlich. Bevor irgendwelche Kosten anfallen werden wir darüber umfassend und offen informieren, und die Sachverhalte im Forum besprechen.

    Seit wenigen Tagen:
    ,,Aus gegebenem Anlaß:
    Es erreichen uns Anfragen ob das, was wir tun, mit Kosten verbunden sei. Die Antwort lautet: NEIN
    Wer uns seit Oktober 2008 begleitet weiß, wir kommunizieren stets offen und umfänglich. Alles, was wir tun, ist kostenfrei. Niemand geht irgendeine finanzielle Verpflichtung ein. Gegenteilige Mutmaßungen sind grund- und haltlos. Wir arbeiten ehrenamtlich. Bevor irgendwelche Kosten anfallen werden wir darüber umfassend und offen informieren, und die Sachverhalte im Forum besprechen. “

    Fällt es auf? Offensichtlich darf man jetzt sagen, dass Anwalts- und Gerichtskosten anfallen können, ohne die Unwahrheit zu sagen. 😉

  14. Dirkam 8. Februar 2011 um 09:48 Uhr

    Tja. Dann ist also alles was sie tun umsonst (Quasi vom Hund für die Katz) und kann im Zweifelsfall Kosten nach sich ziehen. Was passiert, wenn die Kosten anfallen, bevor darüber informiert wurde?

  15. Janam 8. Februar 2011 um 13:47 Uhr

    Dirk, was man foren-city immerhin lassen muss ist, dass sie immer dazu lernen, wenn auch langsam, und ihre Strategie klammheimlich daran anpassen.

    Nur zwei Beispiele:

    1. Nachdem das foren-city-Aktionskomitee bei der Durchsetzung zunächst lange erfolglos herumeierte (siehe hier und hier ), jammmerte es am 08.05.2010 noch per Rundmail, dass es kein Gehör in Island fand:,,Es wird erstaunlich viel Energie darauf verwendet unsere Stimmen nicht zu hören. Den Bevollmächtitgten (und mit Ihnen 4.000 Geschädigten) wurde die rechtlich zustehende Teilnahme an der letzten Gläubigerversammlung verweigert. Bis heute bleibt man uns eine Erklärung darüber schuldig.“ Siehe hier. Dann kam am 11.05.2010 vom Winding-up Committee die Meldung kam, dass es Musterverfahren vorbereite (siehe hier). Noch in der folgenden Nacht (!) wurde das Aktionskomitee – seinem Namen entsprechend – plötzlich ganz hektisch, suchte noch am selben Tag Gläubiger mit RV (siehe hier ) und versuchte im Juni 2010 mit eigenen Musterverfahren und Spendenaufrufen (siehe hier), auf den Zug aufzuspringen. Dies scheint auch gelungen, wenn sich auch die Sinnhaftigkeit der zusätzlichen foren-city-Musterverfahren noch zeigen wird.

    2. Inzwischen heißt es in der Meldung ,,Wo stehen wir heute„:
    ,,Nach dem 30.12.2009 in Island eingetroffene Forderungen waren verspätet, und sind bis auf wenige, definierte Ausnahmen, vom WuC als ungültig abgelehnt worden. Forderungen, aus denen Art und/oder Höhe der Forderung nicht klar erkennbar waren, wurden zwar in die Gläubigerliste (Creditors List) aufgenommen, inhaltlich jedoch abgelehnt, das heißt in der Creditors List mit „H“ gekennzeichnet. […] Seit der Gläubigerversammlung am 29 Januar 2010 lädt das Liquidation Committee der Kaupthing Bank nun Gläubiger zu Sitzungen (Mehrzahl) in Übereinstimmung mit den Verfahren, die gemäß Kapitel XVIII des Gesetzes Nr. 21/1991 der Insolvenz durchzuführen sind. Diesen Sachstand hat Kaupthing am 01.02.2011 nochmals verdeutlicht. Siehe hierzu auch die entsprechende Meldung auf der Website: http://www.kaupthing.com/Pages/4271?NewsID=4398. Hiervon betroffen sind derzeit aber nur solche Gläubiger, bei denen Fehler im Zuge der Claimeinreichung zum Status „H“ geführt haben und die Widerspruch eingelegt haben.“
    Schön geschrieben, nur reichlich spät… Es gab mal Zeiten, da riet k.o.pthing den Leuten pauschal einfach, verspätete Forderungen dennoch anzumelden (siehe hier). Dass die Mails Marke ,,Legen Sie Widerspruch ein!“ (siehe hier) die Lage der „H“-Gläubiger verschlimmbessert haben, zeigt der ganze neue Ton der aktuellen foren-city-Sachstandsmeldung. Statt ,,Es fallen keine Anwalts- und Gerichtskosten an, wer das behaupten sollte sagt die Unwahrheit“ jetzt also seit kurzem eine differenzierte Betrachtung…

    Weiter so!

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