Nachschlag von 5,57 % für nach Art. 112 ausgezahlte Zinsgläubiger

13. November 2014

Dies betrifft alle Kaupthing-Sparer, die im August 2013 ihre Zinsen nach Art. 112 als vorrangige Gläubiger erhalten haben (siehe hier).

Die Kaupthing-Insolvenzverwalter wählten damals für die Auszahlung den (für Kaupthing günstigen) Umrechnungskurs zum 22.04.2009.

Dagegen hat die Aresbank SA geklagt und nun dahingehend Recht bekommen, dass als Umrechungskurs der (für die Gläubiger/Sparer günstige) Auszahlungstag des 16.08.2013 anzusetzen war.

Daraus ergibt sich eine Differenz zugunsten der genannten Gruppe von 5,57%. Die Kaupthing-Insolvenzverwalter kündigen die Auszahlung dieses Betrages an.

Wichtig! Sollte sich in der Zwischenzeit die Bankverbindung geändert haben, bitte Kaupthing eine Mail schreiben. Einen Mustertext findet ihr hier.

Die Originalmeldung von Kaupthing lautet wie folgt:

Zitat:

Judgement of the Supreme Court of Iceland in case no. 707/2014, Kaupthing hf. v Aresbank S.A.

On 16 August 2013, Kaupthing distributed payments to creditors holding accepted claims under article 112 of the Bankruptcy Act (“priority claims”). As all priority claims had been converted to Icelandic Krona in accordance with paragraph 3 of article 99 of the Bankruptcy Act, payment of priority claims was to be made in Icelandic Krona. Creditors were however given an option to have their payment made in euro converted at the exchange rate as at 22 April 2009 (“euro-option”)

The dispute in the case concerned whether Kaupthing was allowed to use the exchange rate as at 22 April 2009 to convert and pay creditors with accepted claims under article 112 of the Bankruptcy Act in accordance with the terms of the euro-option or whether the exchange rate on the date of payment, 16 August 2013, should have been applied.

The Supreme Court found that the Bankruptcy Act did not allow for Kaupthing to use any other exchange rate, to convert and calculate payments of claims in Icelandic Krona to foreign currency, than the quoted selling exchange rate on the date of payment.

As a result, Kaupthing will recalculate and distribute payments to those creditors that received payment of their priority claims in euro. The difference between the EUR/ISK exchange rate on 22 April 2009 and 16 August 2013 is 5.57% and is estimated to result in additional payment for Kaupthing of EUR 4.6 million to the respective creditors.

It should be noted that as part of its reasoning the Supreme Court found that a liquidator in bankruptcy is, under the Bankruptcy Act, allowed (but not obliged) to use funds in foreign currency to pay creditors, whose claims were originally in foreign currency and that a liquidator in bankruptcy is furthermore allowed (but again not obliged) to use Icelandic Krona to buy foreign currency on the market and distribute that currency to foreign creditors. The liquidator would, in both instances, when converting the claim in Icelandic Krona to foreign currency, need to apply the rate of the respective currency on the date of payment.

Please find below the link to the offical verdict on the Supreme Court‘s website:

http://www.haestirettur.is/domar?nr=9950

Unoffical English translation

[Edit Dirk] Frage von Dirk: Erhöht das nun die Spende an isländische Wohltätigkeitsorganisationen wie hier versprochen? Wurde diese eigentlich bereits geleistet?

17 Reaktionen zu “Nachschlag von 5,57 % für nach Art. 112 ausgezahlte Zinsgläubiger”

  1. Janam 13. November 2014 um 17:16 Uhr

    Und mal wieder sind die Kaupthing-Insolvenzverwalter mit einer zweifelhaften Auszahlungspraxis rechtlich auf die Nase gefallen. 😉

  2. k.o.pthingam 13. November 2014 um 19:47 Uhr

    Ganz richtig. Fraglich ist wirklich, ob Kaupthing bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung rund um das Thema, ob das Winding-Up Committee während des Verfahrens eigene Fristen setzen darf, obsiegen würde.
    Im isländischen Gesetz gibt es genau EINE Gläubigerversammlung zur Abwicklung ALLER Forderungen. Bis zum Ende dieser EINEN Sitzung sollte man dem Gesetzeslaut folgend Forderungen anmelden bzw. auch Korrekturen anbringen können. Da WuC erklärt aber immer wieder Forderungen als endgültig abgelehnt.

    Im Übrigen hatte ich einen Beitrag zum Thema schon gestern hier auf der Seite eingereicht. Wo ist der denn hin?!

  3. Janam 13. November 2014 um 22:26 Uhr

    Klare Frage, klare Antwort: Ich habe – wie du siehst – selbst formuliert und dann eine redaktionelle Entscheidung zugunsten eines der beiden Beiträge getroffen… 😉

  4. Pressam 14. November 2014 um 18:14 Uhr

    Super, wenn ich das richtig verstehe, bekomme ich irgendwann weitere Zinsen zurück, naja, so um die 5,57% rum. Wunderbar, für´s Nixtun! P.S. Liebe Grüße an k.o.pthing. Der Mann scheint zur Ruhe gekommen zu sein und schreibt jetzt überwiegend vernünftige – und verständliche – Sachen. Was mich denn auch brennend interessieren würde: Was macht denn das Forum heute? Mitsamt dem einstigen Spitzenmann, also dem Mann an der Spitze?

  5. k.o.pthingam 14. November 2014 um 21:30 Uhr

    @press: schau doch einfach rein. Die Webadresse ist ja bekannt: http://www.SPAMforum.de [Mod Edit: Und deshalb ist der Schleichwerbungs-Link auch nicht nötig. Zumal die Werbung für eine Webseite unverdient ist, die Dirks Ruf in einer 1,5 Jahre alten prominent platzierten „Bekanntmachung” ankratzen soll. Da ärgert sich wohl jemand noch immer über diese Geschichte]
    Was dort läuft: Wie bisher Hilfestellung für Kaupthinggeschädigte, Begleitung des weiteren Abwicklungsprozesses auch für die nicht-priorisierten Forderungen.

    In einem muss ich mich jedoch wundern: Ich denke nicht, dass ich zu irgendeinem Zeitpunkt die Ruhe verloren hätte, weder Kaupthing gegenüber noch etwa wegen irgendwelchen Anfeindungen die mir aufgrund unserer Aktionen von wem auch immer gegenüber gebracht wurden.

    bezüglich des Profits trotz „Nixtun“ hab ich es gestern auf Nachfrage dort auch schon geschrieben:

    „wir hatten ursprünglich auch überlegt, bezüglich des Umtauschkurses tätig zu werden, allerdings hatten wir dann Hinweise bekommen, dass dort eine nicht-isländische Bank ensprechend unterwegs war und hatten dieser dann größere Chancen eingeräumt als in einem eigenen Verfahren.

    Knackpunkt wäre für uns gewesen, wenn der Umtauschkurs am Tage der Auszahlung unterhalb desjenigen des Referenzstichtages 22. April 2009 gelegen hätte.
    Für den Fall musste man ja bei der Anforderung der sofortigen Auszahlung in Euro bestätigen, diesen Kursverlust zu tragen.

    Dieses hätte dann ja wiederum nicht den uns nach der Einlagensicherungsregelung zustehenden Betrag ergeben.

    Welche Bank das war, hatte man uns damals nicht verraten, allerdings kann man es jetzt dem Urteil entnehmen:
    Es ist die spanische Ares Bank S.A. hinter der die LIBYAN FOREIGN BANK zu 99,86% und die CRÉDIT POPULAIRE D’ALGÉRIE zu 0,14% steckt.
    Hinter der LIBYAN FOREIGN BANK steht wiederum die Lybische Zentralbank…“

  6. Dirkam 15. November 2014 um 11:59 Uhr

    Super k.o.thing. Bewahre weiter Ruhe – steht Dir gut. Gib die 5,57% nich auf einmal aus und erinnere Karlheinz mal an sein Versprechen.

  7. k.o.pthingam 15. November 2014 um 12:32 Uhr

    Die 5,57% reichen in meinem Fall evtl. für einmal Pizza essen gehen, von daher lässt sich Dein Rat vermutlich nur schwer befolgen.
    Karlheinz muss sicherlich nicht von mir an irgend etwas erinnert werden. Schon gar nicht an längst erfüllte Versprechen.

  8. Janam 15. November 2014 um 13:10 Uhr

    @Press: Ich finde es auch gut, dass k.o.pthing zur Ruhe gekommen ist. Aber vielleicht kam er – wie er selbst sagt – ja nie aus der Ruhe, da dieser Beitrag von jemand anderem unter seinem Namen verfasst wurde, wie damals von Nathalie und Dirk wohl richtig vermutet?

    Gute Entscheidung von euch, k.o.pthing, dass ihr das Klagen diesmal den Profis überlassen habt – das hatte ja Erfolg (wie schon einmal)! Dagegen ging eure Klage beim letzten Mal ja leider schief…

    Die Aresbank hatte ich ja oben im Artikel bereits erwähnt… Danke für die zusätzlichen Infos von der Aresbank-Website, k.o.pthing!

  9. Dirkam 15. November 2014 um 15:06 Uhr

    Längst erfüllte Versprechen? Und zwar?

  10. Dirkam 15. November 2014 um 17:09 Uhr


    Kauf Dir ein Shirt – gibt es auch als Rapper-Pulli.

  11. Nathalieam 15. November 2014 um 17:17 Uhr

    Ich habe meinen Namen gehört?

  12. Pressam 15. November 2014 um 18:19 Uhr

    @Dirk: Also, wenn das „meine“ 5,57 Prozent hergeben, dann kaufe ich mir dieses Rapper-T-Shirt. K.opthing ein Rapper – wow, das sind ganz neue Perspektiven. 😉

    @Jan: Dein Super-Gehirn vergisst auch nichts… 🙂 Der Link ist super, dieser verbale Ausraster von k.o.pthing ist Aktenkundig – und wenn ich ihn heute, im milden Lichte des Rückblickes lese, muss ich euch Recht geben: Nie und nimmer hat das Herr F. aus W. damals geschrieben, eher jemand, der damals wie ein getroffener Hund zurück BELLen muss.

    @k.o.phting. In diesem Zusammenhang habe ich Deine damalige Replik auf meine Vorhaltungen gelesen, wonach „Du“ mir unterstellst, von Recht und Justiz nichts zu verstehen. Schon damals hast „Du“ Dich gewaltig getäuscht, aber sei´s drum. Und wenn Du noch nie die Ruhe verloren hast – solltest Du mal tun. Befreit ungemein!

  13. Janam 30. November 2014 um 19:34 Uhr

    @Alle: Ich freue mich nicht nur, dass k.o.pthing gelernt hat, zur sachlich-zielorientierten Ruhe zu kommen, sondern dass die Chefs des Hilfe-Forums auch in anderer Hinsicht lernfähig zu sein scheinen:

    Nach der hier geführten Diskussion wurde von einem lernfähigen Aktivisten DES Hilfe-Forums (von k.o.pthing, von dem von dir, @Press, genannten jemand oder einem Dritten) offenbar ebenfalls erkannt, dass der o.g. anderthalb Jahre alte, bellende Miesepeter-Artikel gegen Dirk keine große Bekanntmachung mehr wert ist. Daraufhin wurde die Bekanntmachung immerhin zum gewöhnlichen Artikel unter ferner liefen herabgestuft…

    Über derart vorweihnachtliche Intelligenz und Besinnung kann ich nur staunen! Weiter so!

    In diesem Sinne wünsche ich allseits eine fröhliche Adventszeit.

  14. Pressam 16. Dezember 2014 um 11:52 Uhr

    Heute Morgen sind unerwartete Weihnachts-Zinsen eingegangen. Aus Island. Ohne mein Zutun. Sensationell. Danke Jan, danke Stefan – noch einmal für alles bisherige Geleistete. Ohne euch beide…

    @Dirk: Ich möchte mein Versprechen einlösen… Wo kann ich dieses Rapper-Shirt erwerben? Es soll mich allzeit daran erinnern, dass ich nicht KO gegangen, sondern mit einem blauen Auge davon gekommen bin.

    @K.o.phting: Bei mir reichen die Zinsen nicht nur fürs Shirt, sondern auch noch für zwei Pizzas. Entweder Du hast einen sauteuren Italiener um die Ecke – oder Deine Anlage war reichlich mickrig. Egal, guten Appetit!

  15. Pressam 16. Dezember 2014 um 11:55 Uhr

    P.S. Das muss ich noch los werden.
    Ich finde es wirklich Bewundernswert, wie Island zu seinen „Fehlern“ steht – und uns ein verspätetes Xmas-Geschenk macht. Davor ziehe ich meinen Hut.

    Ich würde mir wünschen, wenn mehr Länder & Menschen ihre Fehler eingestehen und die Konsequenzen mann-/frauhaft tragen würden.

  16. Janam 16. Dezember 2014 um 15:22 Uhr

    @Press: An das Pizzaessen im Rapperpulli schließe ich mich gerne an – auch bei mir ist die Nachzahlung eingegangen! 🙂

    Beim besonderen Fehlereingestehen in Island muss ich die Kirche aber im Dorf lassen. Die abzuwickeldne Kaupthing musste sich für diese Nachzahlung von der Aresbank (bzw. dem dahinter stehenden libyschen Staat bzw. was von ihm übrig geblieben ist) erst bis vor den Obersten Gerichtshof bringen lassen (siehe oben).

    Übrigens wäre noch eine Heldenrolle frei – nämlich für diejenigen Gläubiger, die damals das Grundsatzurteil zur Fehleinstufung der Zinsen gegen die ebenfalls abzuwickelnden Landsbanki und Glitnir erstritten haben (siehe hier). Da haben selbst die in eigener Sache keineswegs bescheidenen Hilfeforums-Vorsitzenden leider noch keinen benannt. 😉

  17. Dirkam 17. Dezember 2014 um 02:30 Uhr

    @Press: der Shop ist oben verlinkt, kostet allerdings 20$ der Versand nach Deutschland 😉

    Lustig ist, wie die Zinsjäger im Forum fleißig Ihren „Gewinn“ bis auf die vierte Stelle nach dem Komma ausrechnen und wie sich der Oberzinsjäger über den Rapper-Pulli streicht und sich im Eigenlob suhlt! Immer wieder ein Genuss!

    Es gelang uns ein aufrichtiges und freundliches Verhältnis zum Führungsstab von Kaupthing herzustellen. Wir behandelten uns gegenseitig respektvoll, ehrlich und mit Offenheit. Das führte z.B. auch zu der uns gegenüber abgegebenen, exklusiven Zusage des Auszahlungstermines unserer Einlagen, welcher auch eingehalten wurde.

    Vielleicht feiern die Helden der Krise auch noch 2021 die gleichzeitige Eröffnung des Berliner Flughafens und die Fertigstellung von Stuttgart 21 bei einem Gläschen Rotwein mit Peer Steibrück und verabschieden sich per Handschlag bis auf weiteres und reiten gemeinsam mit Hartmut Mehdorn und Wowi in den Wuppertaler Sonnenuntergang zum alljährlichen Klassentreffen der dortigen Gesamtschule im Café Island. Immerhin waren sie es ja, die zu hunderten am Ostersonntag mitten in Berlin demostriert haben. Weshalb? Hat bis dahin sowieso jeder vergessen. Lediglich die Relevanz der Aktion zum Ergebnis ist identisch…

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