Einige Gedanken eines einfachen Users
Jan 14. Oktober 2009
Bekanntlich ist über die Zinsfrage in Island noch nicht endgültig entschieden. Das wissen wir als Team von helft-uns seit Monaten und haben es umgehend hier mitgeteilt. Siehe den Auszug aus unserem Artikel vom 28.06.09:
[...] Dies sagen wir nicht aus einer Schnapslaune, sondern aufgrund langen und ausführlichen Gesprächen mit Kaupthing-Vertretern, die wir für vertrauensvoll halten. Fakt ist: Die Zinsen deutscher Bankkunden sind ein Fall, der in Island noch nicht endgültig geklärt ist.[...]
Auch einigen Mitstreitern unseres Nachbarn foren-city wurde bei einer Demonstration vor der Kaupthing-Filiale am 09.10.09 mitgeteilt, dass die Entscheidung über die Zinsen noch nicht gefällt wurde:
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Wichtig! Ob überhaupt Zinsen als Forderungen anerkannt werden, in welcher Form und bis zu welchem Zeitpunkt, ist noch nicht entschieden. Wann hierüber eine Entscheidung fällt war nicht zu klären. Diese Frage berührt aber nicht die Frage der Antragstellung! Wer dann mit dieser Entscheidung nicht einverstanden ist, dem bleibt der Klageweg – und nur dieser und nur dann.
Ich halte fest: Auf der isländischen Seite besteht nach wie vor Verhandlungsbereitschaft über die Anerkennung der Zinsforderungen als vorrangige Forderungen. Wie diese Verhandlungen in Form eines “Wettstreit der Argumente” zwischen uns Sparern und der isländischen Seite ausgeht, wird sich am 29. Januar 2010 entscheiden. Dann wird Kaupthing eine Gläubigerversammlung abgehalten (siehe Artikel vom 13.07.09) und Kaupthing wird eine Entscheidung über die Ansprüche treffen. Dann werden wir sehen, ob unsere Argumente geholfen haben.
Voreilige Klagen gegen irgendwelche isländischen Stellen (zumal auf unsicherer Grundlage) würde ich jedenfalls im Moment nicht einreichen. Ist erstmal eine Klage gegen eine isländische Stelle erhoben, befürchte ich, dass dieses Verhandlungsvertrauen verspielt wäre und die ganze Zinsangelegenheit nur noch vor Gericht geklärt werden würde.
Kurz: Der logische Weg ist aus meiner Sicht: Dreieinhalb Monate sollte man das Verhandlungsklima nutzen und versuchen, die Insolvenzverwalter der Kaupthing Bank mit Argumenten zu überzeugen – sollten die Verhandlungen scheitern, kann sich jeder immer noch überlegen, ob man Klagen gegen verschiedene Stellen in Island einreicht, so man denn will.
Daher meine Meinung: Den “Verhandlungen mit Argumenten” eine Chance geben, die Isländer sind keine Unmenschen, sonst hätten sie uns nicht zu 100% unser eingezahltes Kapital zuückgezahlt. Wenn die Verhandlungen nichts bringen, kann man weitersehen, wenn man möchte.
Deshalb kann ich nur wiederholen, was ich persönlich für alle, die Zinsen haben möchten, in der nächsten Zeit am sinnvollsten halte:
Übrigens gilt zu dem Antragsverfahren allgemein die alte logische Regel: Je mehr Anträge Kaupthing auf den Tisch bekommt, je größer also der Stapel der deutschen Zinssparer wird, desto eher und genauer dürfte sich das Kaupthing-Abwicklungskomitee mit dem Zins-Problem beschäftigen.
