Mahnwache 2: Feedback aus Frankfurt

5. Februar 2009

Hier ein paar Bilder von der Mahnwache in Frankfurt vor der Kaupthing.

Danke an overdriven für die gesammelten Fakten zur Mahnwache in Frankfurt:

FFM: Fakten/Angaben/Daten:
1. Keine verbindliche Neuigkeiten vom Hr. Kramer (nach einem ca. 1,5 Std. freundlichen und nach meinem Eindruck offenen Gespräch vor/in dem Eingang),
2. Verhandlungen laufen (BMF <>Isl. Finanzministerium), bisher keine endgültigen Ergebnisse,
3. Persönliche Meinung von Hr. Kramer – vor den Wahlen Anfang Mai, traut sich in Island keiner, den Vertrag zu unterschreiben, Lösung kommt irgendwann im Laufe des Jahres,
4. DZ – über 42Mio.€ zur Absicherung der Forderungen der DZ gegenüber Kaupthing eingefroren!
– Am 8/9.10 Überweisungen in Höhe von 42Mio.€ beauftragt und von der DZ nicht ausgeführt, für die Überweisungen gab es ausreichend Geld vorhanden, die Forderungen der DZ gegenüber Kaupthing sind höher als die eingefrorenen Beträge (indirekt angedeutet),
– Überweisungen Richtung KED bei der DZ – ca. 1,5Mio.€ – es wird nach einer Lösung gesucht,
5. KED – Eckdaten
– 30.800 Guthaben-Kunden bei der KED (zumindest 1€ Guthaben),
– Spitzenergebnis 68.000 KED-Kunden, die teilweise Ihr Geld abgezogen haben, Kontos aufgelöst haben, sonstige mit 0€-Kontostand und Nur-Zins-Kunden,
– 90% der Kunden liegen unter der 20.887€-Grenze,
– ca. 280Mio.€ liegt unter der 20.887€-Grenze,
– Bei der KED arbeiten 6 Mitarbeiter, keiner wurde bisher entlassen, auf das Gehalt „wird gehofft“.
– Die KED hat ausschließlich Geld gesammelt, hat in DE weder Kredit-Kunden noch bedeutende Vermögenswerte (außer DZ-Gelder).
– KED hat versucht, Übernahmeinteressenten für die KED mit den 30.000 Kunden zu finden. Die Interessenten haben aber nicht ohne Grund befürchtet, dass sobald die Konten freigegeben werden, wird sofort alles abgezogen.
6. Bei dem isl. ESF arbeiten insg. ca. 4-5 Mitarbeiter (=virtuelle Behörde).
– Solange die Gesamtlösung nicht gefunden ist, wird die Bearbeitung in die Länge gezogen.
– Falls das Geld zur Verfügung steht, kann es in Zusammenarbeit mit der KED ohne bürokratischen Aufwand und in kurzer Zeit abgewickelt werden.
– Man kann davon ausgehen, dass falls die Lösung und das Geld vorhanden sind, wird die Rückzahlung auf einem anderen Weg abgewickelt und der Bearbeitungsprozess bei der isl. ESF verworfen.
– Anscheinend gilt der dt. ESF (EdB) als der von der BR bevorzugte „Dienstleister mit ausreichender Erfahrung“ für den Abwicklungsprozess.

Siehe auch schlanton:

Eine gute Aktion war die Mahnwache vor der Kaupthimng Deutschland Zentrale in Frankfurt. Nur kurz nachdem sich rund 50 Kaupthing-Opfer eingefunden hatten und Transoarente am zaun befestigt hatten, kam Geschäftsführer Michael Kramer ans Tor, um mit uns zu diskutieren.
Er betonte nochmal, auf der Kundenseite zu stehen und von sich aus alles zu tun, um die deutschen Ansprüche zu klären. Da er nicht allzu konkret werden dürfe, gab er trotzdem einige Einschätzungen von sich:
1. Alle bemühen sich sehr um eine Einigung, England, Holland, Deutschland und Island verhandeln gemeinsam aber über getrennte Lösungen.
2. Eine Kreditzusage von Deutschland, die Island nur noch annehmen müsse, gibt es so nicht. Über die Bedingungen werde eben noch verhandelt.
3. Vielleicht wird letztlich der Einlagesicherungsfonds gar nicht tätig werden müssen, weil es eine andere Lösung gibt. Dann kann er, wenn Geld aus Island kommt, auf Knopfdruck alle Kunden ausbezahlen.
4. Das deutsche Team arbeitet weiter und bereitet sich auf diesen Fall vor, von dem auch er hofft, dass er Wirklichkeit wird.
5. Über den Zeithorizont kann er gar nichts sagen, zu viele unterschiedliche Interessen seien im Spiel, deshalb dauere das so lange.
6. Die bei der DZ-Bank eingefrorenen Gelder (Überweisungen vom 8./9.10.2008) liegen noch dort. Ob das ein Vorteil ist, ist unklar. Dabei könnte es sich um rund 42 Mio. handeln.

Letztlich sind wir nach der Aktion nicht viel schlauer, aber das Gespräch war offen und freundlich. Jetzt warten wir noch ab, was aus Island kommt.
Es gilt wohl weiterhin, hier politischen Druck zu machen, damit die deutsche Seite, Finanzministerium, sich für uns engagiert.
schlanton

http://kaupthingedge.foren-city.de/topic,3771,-aktion-50-leute-in-frankfurt.html

Außerdem hat uns blau noch folgende Statistiken über die Einlagen in Deutschland per Mail geschickt:

Was eigentlich noch fehlt ist folgender Hinweis, den uns Herr Kramer noch gab:

– 90 % liegen unter der Einlagensicherung – also unter 20.887 Euro und  davon noch die meisten weit darunter

-10% die noch übrig sind liegen somit auch z.T. weit darüber

  • 5 Kommentare

5 Reaktionen zu “Mahnwache 2: Feedback aus Frankfurt”

  1. DietmarFriesam 6. Februar 2009 um 15:55 Uhr

    Liebe Mitkämpfer,

    zusammen mit Markus war ich ebenfalls zur Veranstaltung in Frankfurt am Main.

    Unser Eindruck war, dass sich hier mit mehr als 50 Teilnehmern eine starke Solidargemeinschaft präsentiert hat.

    Die Gespräche unter den Leuten war sehr freundlich und von gegenseitigem Respekt geprägt.

    Herr Kramer, der sich kurz nach 11:00 Uhr der Runde stellte,
    konnte uns trotz seiner Freundlichkeit nicht mit konkreten Angaben überzeugen. Wir hatten beide den Eindruck, dass er mehr seine persönliche Meinung sagte, denn die Fakten seitens der Kaupthing Bank.

    Wir persönlich glauben, dass Herr Kramer einen „Maulkorb“
    verpaßt bekam und wegen angeblicher Interna nicht mit der Sprache rausrücken wollte.

    Die Schuld an unserem Dilemma dürfte seiner Meinung nach bei den Regierungen beider Länder liegen. Eine Kreditzusage der deutschen Regierung liege gar nicht vor, es laufen aber Verhandlungen.

    Besorgnis hat bei uns die Aussage ausgelöst, dass sich die Frist bis zur Auszahlung bis „Ewigkeit hinziehen“ könnte. Wir meinen aber, dass auch Island das geltende Recht zu respektieren hat, also spätestens bis Oktober eine Lösung stehen muss.

    Herr Kramer steht in regelmässigem Kontakt zur BaFin, zum TIF, aber nicht zur „NEW Kaupthing.

    Denkwürdig fanden wir seine Aussage, dass das Geld der Anleger unmittelbar nach Eingang nach Island ins Mutterhaus transferiert wurde, das sei so üblich und normal.

    Gleichzeitig sagte er, dass, sobald „grünes Licht“ aus Island komme, eine schnelle Rückzahlung möglich sei.

    Zu bedenken ist auch, dass Island klar kein Interesse daran hat, vor den Wahlen seine Bürger mit einer weiteren Neuverschuldung zu vergraulen, logisch, oder?

    Ja, eine Sache habe ich da noch:

    Praktisch alle Beteiligten mit Ausnahme von Herrn Kramer waren doch etwas enttäuscht, dass sich die Medien nicht für uns interessiert haben.

    Insofern rege ich an, dass man mit den entsprechenden Verantwortlichen der Medien mal das Gespräch sucht und ggfls. eine nachträgliche Publikation erreicht.

    Ebenso ist es wichtig, dass Frau Bundeskanzlerin Merkel (Amtseid: Ich werde jeden Schaden vom deutschen Volke abwenden…) sowie das Bundesfinanzministerium sich erheblich stärker engagieren.

    Ganz nebenbei kam heraus, dass es insgesamt ca. 32.000 geschädigte Anleger gibt. Ansonsten verweisen wir auf die sehr guten Anmerkungen des Herrn Schlanton.

    Auch erklärte Herr Kramer, dass noch heute Einzahlungen via Dauerauftrag bei der Bank eingehen. Wozu dann das Moratorium?

    Zur Bafin möchten wir an dieser Stelle kein Statement abgeben, es würde vernichtend ausfallen.

    Liebe Leute, wir wünschen euch und uns viel Glück, damit diese Farce bald ein Ende hat.

    Eine weitgehend vollständige Liste der Teilnehmer werde ich an Herrn Dirk Schwarz schicken, ebenso, sobald sie mir vorliegen, noch ein paar Bilder.

    Zum Schluß vielleicht noch eine Anregung:

    Was haltet ihr davon, einen Button einzurichten, in dem sich Fahrer für Fahrgemeinschaften eintragen können? Markus und ich haben uns auch zusammengetan und wir hatten viel Spaß miteinander unterwegs. Ausserdem haben wir einfach die Kosten halbiert.

    Auch glauben wir, dass so mancher Anleger diese tolle WebSite nicht kennt, sonst wären sicher noch viel mehr Leute gekommen.

    So, jetzt aber genug, ihr Lieben!

    Alles Gute für euch Alle!

    Dietmar und Markus

    Anmerkung Nathalie: Vielen Dank euch beiden für die ausführliche Schilderung. Ich möchte gerne zu dem Thema Presse Stellung nehmen: Es ist so, dass Horst sich bereit erklärt hat, diese Demo anzumelden. Daraufhin wurde er einfach -auch von mir- zum Organisator erklärt. Im Forum erklärte Karlheinz, dass er Kontakt zur Presse in Frankfurt hat und sich darum kümmert. Daraufhin haben wir uns raus gehalten. Dirk hat ebenfalls auch Bitte eine Anfrage weitergeleitet. Ich denke, da hat sich der eine auf den anderen verlassen. Als ich am Vorabend erfuhr, dass KEINE Presse organisiert war, war es leider schon zu spät. Aber was mir sehr am Herzen liegt ist, dass ich Horst meinen größten Dank aussprechen möchte, der unfreiwillig zum Organisator benannt wurde und das trotz dem Stress, der so eine „kleine Demo“ mit sich bringt, das super gemeistert hat. Ich wollte auch kommen, habe dann aber leider verschlafen 🙁 So ist das leider. Aber vielleicht treffen wir uns ja bald schon wieder, vor den Türen einer Clearing-Bank in Frankfurt.
    Und zu den Fahrgemeinschaften: Das können wir machen bzw. Dirk, wenn er zurück ist. Aber ich habe noch keine Idee, wie man das dann umsetzen könnte, dass die Leute dann auch zusammen finden.

  2. DietmarFriesam 6. Februar 2009 um 16:41 Uhr

    Liebe Nathalie,

    da gibt es einen recht einfachen Weg: Jeder der sich zum Fahren bereiterklärt, sollte natürlich seine Telefonnummer und evtl. eMail-Adresse mit angeben. Ich habe Markus gefunden, weil ich das im Forum unter Kommentare so reingeschrieben habe. Hat wunderbar geklappt. Auch der Abreiseort sollte dabei stehen, z. B. Nürnberg oder wo auch immer.

    Dann kann man leicht einen Treffpunkt und die Abfahrtszeit ausmachen.

    LG

    Dietmar Fries

    Hallo Dietmar, klar das verstehe ich. Aber wo hinterlegen wir das? In der Datenbank? Wenn ja, wie kommen die Betreffenden Personen dann zueinander? Irgendwie müssen sie ja von dem anderen erfahren.

  3. DietmarFriesam 6. Februar 2009 um 17:04 Uhr

    Eine Datenbank zur jeweiligen Veranstaltung wäre sicher hilfreich.

    Dazu müßte man im Menue einen Button einrichten, in dem sich alle Leute eintragen können, die fahren würden und jemanden mitnehmen können.

    Beispiel:

    Veranstaltung am ……. in Frankfurt

    Fahrbereitschaft:

    D. Fries, Nürnberg, Telefon ……, eMail ………….
    H. Meyer, München, Telefon ……., eMail …………
    Fr. Schmidt, Dortmund, Telefon …….., eMail ………

    usw.

    Dann brauchen Interessierte nur noch anzurufen und man kann sich verabreden. So haben es Markus und ich auch gemacht.

    An Mißbrauch möchte ich nicht glauben, ich meine eher, dass in unserer Gemeinschaft viel Gemeinsinn herrscht und sich sicher so mancher, der grade knapp bei Kasse ist, über diese Möglichkeit der Kostenreduktion freut.

    Anmerkung Nathalie: Ich denke, dass das datenschutztechnisch bedenklich ist. Aber ich werde deinen Vorschlag mal aufnehmen. Hoffen wir aber mal grundsätzlich, dass wir nicht mehr viele Fahrgemeinschaften brauchen.

  4. h.hettam 6. Februar 2009 um 17:49 Uhr

    Hallo liebe Mitstreiter,

    daß uns die Presse in Frankfurt so ignoriert hat, nagt auch jetzt noch an mir. Wie Nathalie, die Gute, oben geschrieben hat, hatte mir Dirk die Mail-Adresse einer Dame beim hr hier in Frankfurt, gar nicht weit von unserem Veranstaltunsort übrigens, geschickt. Ich habe dann eine Mail mit unserem Vorhaben und dem Termin in Berlin dorthin gemailt. Allerdings erst einen Tag vor unserer „Mahnwache“. Das gleiche habe ich bei der „Frankfurter Neuen Presse“ Abt. Lokalredaktion und Wirschaft gemacht. Bei der FR habe ich nichts unternommen. Auf deren Webseite kam ich nicht weiter. Da stand, sie wollen keine Mitteilungen oder Presseerklärungen. So habe ich das jedenfalls verstanden. Wenn ich eine Mailadresse gefunden hätte, dann hätte ich es aber trotzdem getan.
    Telefonische Kontaktaufnahme wäre wohl der bessere Weg gewesen. Dies hat mir auch Frau Dr. Mechthild Curtius empfohlen, die an unserer Veranstaltung vorbei kam. Frau Dr. Curtius hat bereits öfter für den Hessischen Rundfunk gearbeitet (kann gegoogelt werden). Sie hat mir Ihre Karte gegeben, und mir freigestellt, sie zu kontaktieren, wenn noch einmal eine Aktion in Frankfurt stattfinden sollte. Dann könnten ihre guten Beziehungen zum HR von Nutzen sein. Dafür war es während unseres Gespräches leider schon zu spät.
    Hier mein Dank nochmal an Frau Dr. Mechthild Curtius für ihr freundliches Angebot und ihr sofortiges Verständnis unserer Forderungen.
    Jetzt wird es hier zu lang. Das mit dem Organisator habe ich insgeheim dann hingenommen und kein Problem damit. Ich hab mich zuerst nicht getraut. Aber auf euer Vertrauen bin ich Stolz. Und eine „Wahnsinnsarbeit“ war es nicht, liebe Nathalie. die wird woanders gemacht. Und einen sehr langen Weg haben die Anwesenden dort zum Teil auf sich genommen. Das war der wirkliche Wahnsinn.
    Also, liebe Mitstreiter, wir werden unser Geld bekommen, Alles, für Alle.
    Gruß Horst
    PS Nathalie, wenn Du das jetzt noch kürzen/redigieren kannst, tue es.

    Anmerkung Nathalie: Nein, warum sollte ich das tun? Schmälere deine Leistung bitte nicht. Aber natürlich möchte ich ALLEN danken, die nach Frankfurt gefahren sind!

    Anmerkung Jan: Lieber Horst, ohne dich hätte es diese Mahnwache nicht gegeben! Dennoch gilt der Dank auch allen, die die z.T. sehr weite Reise nach Frankfurt mitten in der Woche unternommen haben. Und ihr konntet ausführlich und persönlich mit Herrn Kramer sprechen – so konntet ihr beweisen, dass die Mehrzahl der Kaupthing-Sparer ganz normale, vernünftige Menschen sind, die aber berechtigte Forderungen haben. Und dass die Pressearbeit nicht da war – naja, wir waren da alle eben etwas unkoordiniert und zu langsam. Dafür haben es die Berliner, umso mehr geschafft auf die Mahnwachen aufmerksam zu machen – das ist doch auch was. Ich selbst habe am frühen Donnerstagmorgen noch die Kontaktdaten und Telefonnummern auf den Webseiten von FAZ und FR zusammen gesucht und hatte sie Nathalie geschickt. Dann kam leider ihr kleines Missgeschick dazwischen (nur allzu verständlich, denn ihre Beanspruchung durch Sohnemann, Beruf und vollem Einsatz für Kaupthing ist unermesslich). Mein Fazit: Wir haben nichts falsch gemacht. Wir können nur noch manches besser machen. Lernen wir draus für die Zukunft. Vielleicht ersparen sich ja eine gewisse Clearing Stellen bzw. andere Stellen weitere Demonstrationen durch ein festes Rückzahlungsdatum aller Einlagen.

  5. too_lateam 6. Februar 2009 um 22:56 Uhr

    Thema Presse in Frankfurt …
    ich glaube die Kommunikation mit Herrn Kramer wäre nicht ganz so offen verlaufen oder ggf. wäre er garnicht rausgekommen wenn die Presse dort gewesen wäre. Er hat ja auch bei den Fotografen ablehnend reagiert. Daher, war es für mich eine informative Veranstaltung und ich danke Horst für die Organisation und euch allen fürs Kommen und die vielen interessanten Fragen.
    Schönes WE
    Uwe.

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