Was stört euch an der gegenwärtigen Situation

21. Oktober 2008

Immer wieder werden wir als Gierhälse hingestellt. Bekommen keine Informationen, weder von der Bank – noch von der Bundesregierung.

Hier könnt ihr posten, was euch stört.

Anmerkung: Bitte sachlich bleiben. Ansonsten werden die Artikel nicht veröffentlicht.

Um die Übersicht zu erhalten, wäre es am Besten, wenn ihr das Ganze stichpunktartig niederschreiben würdet.

  • 12 Kommentare

12 Reaktionen zu “Was stört euch an der gegenwärtigen Situation”

  1. Island-Ponyam 21. Oktober 2008 um 11:39 Uhr

    Diese ganze Gier- und Neiddiskussion über die sog. Kaupthing-Zocker kann man nur als typisch „deutsch“ bezeichnen. In anderen Ländern würde so eine bedauernswerte Diskussion nie aufkommen. Hier gönnt eben keiner dem anderen auch nur den Bruchteil einer „Wurst auf dem Brot“!

    Wie sind denn die Fakten zu den Einlagen deutscher Sparer bei Kaupthing.

    Knapp 31000 Sparer haben bei 308 Millionen Einlagen durchschnittlich 10000 Euro dort angelegt zum Zinssatz von 5.65 %. Vergleichbare Angebote „deutscher Institute“ boten auch über 5 % zu diesem Zeitpunkt. Somit ergeben sich ca. 50 Euro „gierige Zinsen“ mehr pro Jahr auf dieses Geld, als bei vergleichbaren Angeboten deutscher Banken. Und das auch nur wenn man das Geld nicht anfasst.

    Der allgemeine Tenor der Kaupthing-Geschädigten in den Foren spricht jedoch davon, ihre Gelder nur kurzfristig dort geparkt zu haben um für Anschaffungen, Renovierung etc. kurzfristig verfügbar zu sein. Somit relativiert sich der Zinsertrag erheblich und man kann nicht von einer „gierigen Geldvermehrung“ sprechen.

    Ja, all ihr cleveren, konservativen Sparer die es schon immer wussten, legt euer Geld zu Zinssätzen unterhalb der Inflationsmarke an, und schaut zu wie es sich langsam verringert.
    Aber lasst doch bitte die „gierigen Sparer“ in Ruhe, die vielleicht mit Ihren 50 Euro Zinsertrag im Jahr am Strand liegen und Cocktails schlürfen. 😉

  2. herbalthoughtsam 21. Oktober 2008 um 19:14 Uhr

    Wisst Ihr was mich wirklich stört? Briten, Holländer, Schweizer, Österreicher und Finnen bekommen ihr erspartes wieder und bei uns passiert nichts. Die Antworten (auf etwas über 200 Mails), die ich nach Berlin und was ich noch wohin gesendet habe sind dürftig: Gerade mal zwei MdBs haben geantwortet. Immerhin, klassische 2 % bei Mailings…Nein, im Ernst, dann bekommt man auch noch eine Standard-Vorlage mit Info’s von letzter Woche. Wir sind denen egal.

    Warum auch was tun? Das ist die typische deutsche Politiker Haltung wie schon immer Sonntags bei Christiansen und Will zu sehen – bloß nicht auf konkrete Fragen antworten, selber Verantwortung übernehmen und zu seinem Wort stehen.

    Für mich wird es Zeit darüber nachzudenken ob es sich noch lohnt in einem Land wie diesem zu leben. Hier zahlst als Single 50% Abgaben und was davon sparst liegt auf Eis und interessieren tuts niemanden – da kann ich auch gleich in die USA gehen – da weiß ich wenigstens worauf ich mich eingelassen habe.

    Gruß Herbal

  3. Stradivariam 21. Oktober 2008 um 22:08 Uhr

    Ich finde es unverschämt, dass wir immer wieder auf unsere Informationspflicht und die Tatsache, dass die Situation der Bank absehbar gewesen sei, hingewiesen werden.
    Wenn man in der Finanzbranche tätig ist, mag das auf der Hand liegen, der Durchschnittsbürger kann aber mit Finanz-Fachzeitschriften und ähnlichem wenig anfangen und vertraut anderen Tatsachen: Vergleichstests und die Politik/Gesetze in Deutschland.

    Leider.

    Aber die Hoffnung auf Unterstützung seitens der Politiker lebt noch!
    Enttäuscht uns bitte nicht!

  4. Freddieleinam 25. Oktober 2008 um 17:10 Uhr

    zu Stradivari:

    es ist ja nicht nur, dass von den „Experten“ vorausgesetzt wird, man hätte sich ja mal schlau machen können …

    Ich habe das im April getan, als die Frage nach einer Kontoeröffnung bei KE offenstand: Von allen möglichen ‚Expertenseiten‘ im Internet habe ich Fakten gelesen, die mich dazu bewogen haben, mein Geld bei KE anzulegen.
    Auf den Internetseiten der KE wurde und wird nach wie vor verbrieft, dass das Kapital von 20.887,00 € zu 100% durch den Isländischen Finanzsicherungsfond gesichert ist. – Daran bestand übrigens auch in der Fachwelt – zumindest was die Artikel auf den entsprechenden Internetseiten anging – kein Zweifel.
    Unsere Bundeskanzlerin hat kurz bevor die Konten eingefrohren wurden, noch eine Garantie für alle deutschen Sparer gegeben – kurz darauf wurde diese unmißverständlichle Aussage plötzlich relativiert.

    Es fällt mir schwer, unter diesen Gesichtspunkten ein Vertrauen zu irgendwelchen Banken oder gar Politikern nicht zu verlieren.

  5. Janam 25. Oktober 2008 um 21:09 Uhr

    Zweimal Grüße aus Absurdistan:

    ,,Die Auswüchse des Kapitalismus, die wir derzeit auf den Finanzmärkten erleben, zeigen, wie wichtig eine gute Regulierung ist. Auch ein freier Markt braucht kräftige Leitplanken.“ Herr Glos, hätten Sie mal die Leitplanken der kleinen isländischen Bank angelegt, die hier in DEUTSCHLAND Geld OHNE BANKLIZENZ einsammeln durfte – dank internationaler Verträge, die die BRD unterzeichnet hat. Die Einlagensicherung nach EU-und EWR-Recht war mir übrigens bekannt! Aber eine Kontrolle, ob die Mitgliedsstaaten ihre Verpflichtungen erfüllen, gab’s auch nicht – auch hier keine Leitplanke. Und Ihre BayernLB darf ja sowieso machen was sie will: Zitat Erwin Huber: ,,Die Insolvenz der US-Bank Lehman und neue Risiken etwa aus Island werden zu weiteren Verlusten führen.“ Gut, dass diese risikoscheue Musterstaatsbank als erstes mit einem Betrag abgesichert wird, der allein die kompletten Einlagen der Kaupthing-Sparer übersteigt. Da muss man wirklich Proritäten setzen, denn Tages- und Festgeld gilt ja als die gefährlichste Anlage überhaupt!

    ,,Isländische Geldhäuser und sonstige Kreditnehmer schulden deutschen Banken über 21 Milliarden Dollar, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervorgeht. Das entspricht rund einem Drittel aller Schulden des finanziell beinahe kollabierten Inselstaats im Nordatlantik.“

    Unglaublich, unsere Banken inkl. Staatsbanken spekulieren als die größten Zocker richtig fröhlich direkt im isländichen Wirtschaftsboom. Und uns wirft man vor, wir gingen vermeintlich hohes Risiko ein, weil wir Tagesgeld von durchschnittlich 10.000 € bei einer Niederlassung in Deutschland angelegt haben. Ich lach mich kaputt – wenn’s nicht so traurig wäre.
    Na, die 21 Milliarden bekommen die armen Banken bestimmt auch noch ersetzt, das können die sich doch gar nicht leisten. Ich stehe deshalb natürlich gerne ganz hinten an!

    Nochmal schöne Grüße aus Absurdistan!

  6. Nathalieam 30. Oktober 2008 um 09:00 Uhr

    Sehr geehrte „Moderatoren“,

    vielen Dank für die sehr übersichtliche und informative Seite !

    Ich habe anfang des Jahres 10000€ in Festgeld und 2500€ in Tagesgeld bei
    der KE angelegt.
    Vorher habe ich mich eingehend mit der Bank beschäftigt und nur positives
    gelesen.
    Auch in der €uro Zeitung die ich abonniere war KE immer an oberster Stelle.
    Da die Bank
    eine deutsche Niederlassung hat bzw. hatte ging ich davon aus, dass Sie der
    deutschen
    Einlagensicherung unterliegt.
    Das einige Politiker behaupten, mann wäre einfach zu „gierig“ gewesen und
    hätte bei höheren Zinsen
    eben ein höheres Risko ist in meinen Augen eine Unverschämtheit die
    vermutlich daraus resultiert,
    dass sich diese Politiker nicht annähernd mit dem Thema beschäftigt haben.

  7. Nathalieam 30. Oktober 2008 um 09:02 Uhr

    Hallo, da gibt es nicht so viel zu erzählen, die Tagesgelder liegen fest – oder im schlimmsten Fall: sind futsch…
    habe 20.000,- EUR als Tagesgeld angelegt, in dem Glauben, daß bei einer Bank mit Sitz in Karlsruhe das deutsche Einlagensicherungssystem bis 20.0000,- EUR garantiert greift.
    Und was nun? Nur spärlich fließen irgendwelche Infos durchs Internet – keine Hilfestellung offizieller Stellen, Ministerien etc.
    Kaupthing hält hin…
    Natürlich will ich wissen, ob ich konkrete Schritte einleiten muß – überall lauern schon dubiöse Anwälte auf den fetten Braten. Auf ,Geschädigten-Interessen-Gruppen‘ mit Abgabe von Prozenten habe ich keinen Bock.
    Viele Grüße und bleibt dran!

  8. Alfred Plischkaam 6. November 2008 um 22:31 Uhr

    Was micht u.a. stört, ist, dass ein „Wirtschaftsminister“ wie Herr Glos, Kaupthing-Anleger als „Zocker“ (5,65% !!!) bezeichnet, während er u.a. daran beteiligt ist, Landesbanken, an denen der Staat beteiligt ist, mit immensen Geldbeträgen zu subventionieren, damit diese wieder „auf die Beine“ kommen. Die Quittung dafür erhält der Steuerzahler, d.h. auch der von Herrn Glos als solcher bezeichnete „Kaupthing-Zocker“.

    Hat er als beteiligter Aufsichtsrat denn nicht „aufgepasst“, dass so etwas passieren konnte. – Man sollte ihm im Nachhinein die Aufsichtratsentschädigung für seine uneffektive Tatigkeit streichen und ihm stattdessen die „Rote Karte“ zeigen. – Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen auf kleine Anleger werfen, die nun möglicherweise um ihre sauer verdienten Ersparnisse gebracht werden.

    A. Plischka, Oberhausen

  9. andi16am 20. November 2008 um 11:30 Uhr

    Bei all diesen Abläufen der letzten Wochen müsste es ja langsam allen hier im Land klar geworden sein, dass in unserem Kapitalistischen System der Wurm drin ist und das an diesen Abläufen dringend was verändert werden muss.
    Das alles ist ja noch nicht das Ende der Fahnenstange mit Kreditkarten und in der Wirtschaft wird dieses Erdbeben weitergehen.

    Am schlimmsten finde ich mittlerweile den extremen Vetrauensverlust in all diese Mechanismen..

    Gruss Andreas..

  10. rustyam 27. November 2008 um 17:43 Uhr

    Meinen Anspruch bei der fme habe ich per Formular angemeldet… (hoffe doch, daß mein Schreiben angekommen ist!?)
    Das eine offizielle Organisation wie die fme jedoch nicht in der Lage ist eine Empfangsbestätigung zu schicken, finde ich traurig!

    so long
    Rusty

    Anmerkung: Laut unserer Info arbeiten 4 Personen beim Fonds. Die haben über 30000 Schreiben zu beantworten. Der Fall ist einmalig. Bitte habe etwas Geduld. Wenn du unseren Leitfaden gelesen hast, dann sollen, wenn alles klappt ab nächster Woche die Eingangsbestätigungen versendet werden. Kritik an dieser Stelle finde ich äußerst unangebracht, da die Isländer stets freundlich waren und wenigstens Auskunft gegeben haben, wenn man angerufen hat (im Gegensatz zu deutschen Behörden)

  11. hermieam 20. Januar 2009 um 11:58 Uhr

    1. das Kaupthing bzw. der Sicherungsfonds keine Bestätigungen versendet.
    2. das Kaupthing bzw. der Sicherungsfonds die Ansprüche jur. nicht anerkennt.
    3. keine Handlungen gegenüber den Gläubigern angestrengt werden, wie z.b. Vereinbarungen ggf. die Gelder dort länger belassen zu können.
    Statt dessen wird das Vertrauensverhältnis seit Monaten durch gefühlte Untätigkeit vernichtet.

    Die Bürger Islands kann ich durchaus verstehen, dass Sie nicht für Schulden ausländischer Anleger einstehen wollen; die eigenen Probleme stehen im Vordergrund.

    Darf aber dagegen schon mal die Frage gestellt werden.
    Welche politischen und wirtsch. Verhältnisse haben die Isländer in der Zukunft zu erwarten.

    Ich kann nur zum offenen Dialog aufrufen anstatt die Blockadepolitik weiter aufrecht zu erhalten.

    Argumente wie „wir sind überfordert, das dauert länger“ gehören einfach nur in den Mülleimer. So geht es nicht!

    Ich hoffe, die Gläubigerversammlung bleibt friedlich, denn auch hier geht es um Existenzen.
    Andere Länder sollen ja auch schon länger entschädigt worden sein!?

  12. zerosourceam 11. Februar 2009 um 14:44 Uhr

    Ein wenig beachteter Aspekt ist meiner Meinung auch, dass immer von der europäischen Einigung und den gemeinsamen Binnenmarkt inklusive Finanzdienstleistungen die Rede war und die KED Kunden genau das gemacht haben, wovon Medien und Politik immer geredet und geschrieben haben: Die in Deutschland verfügbaren Angebote aller Banken in Europa verglichen und dann das beste genutzt.

    Will man sich jetzt vom europäischen Binnenmarkt wieder verabschieden?