Islands Börse bricht um 76 Prozent ein

14. Oktober 2008

Während sich die Kurse an den internationalen Aktienmärkten seit zwei Tagen steil nach oben bewegen, erlebt die isländische Börse ein Fiasko: Der Standardwerte-Index rauschte um 76 Prozent in den Keller und liegt nur noch bei etwas über 700 Punkten.

Die Kurse an der isländischen Börse sind bei der Wiederaufnahme des Handels am Dienstag dramatisch eingebrochen. Der Standardwerte-Index fiel um 76 Prozent oder 2286 Punkte auf 717 Zähler in die Tiefe. Beim letzten regulären Handel am vergangenen Mittwoch hatte der Index mit 3004 Zählern – mehr als 50 Prozent unter dem Vorjahresschluss – notiert. Sein Allzeithoch vom 19. Juli 2007 steht mit 9093 Zählern sogar höher als beim Dax, der am 13. Juli 2007 mit 8151 Punkten einen Rekordstand markierte. Seit Mittwoch vergangener Woche war die Börse geschlossen, erst am Dienstag wurde der Handel wieder aufgenommen.

Den Aktien der sechs größten Finanzinstitute blieb der Absturz erspart: Sie sind weiter vom Handel ausgesetzt. Die isländische Regierung hatte vergangene Woche die Kontrolle über die Banken Kaupthing, Landsbanki und Glitnir übernommen. Island ist wegen der starken Expansion ihrer Bankhäuser besonders stark von der Finanzkrise betroffen.

Island verhandelt seit Montag mit dem Internationalen Währungsfonds um Hilfe, damit eine mögliche Staatspleite vermieden werden kann. Experten des Währungsfonds hatten sich schon Ende vergangener Woche in Reykjavik ein Bild vom Umfang der auf Island besonders akuten Banken- und Finanzkrise gemacht.

Reuters

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