Bundeswirtschaftsminister Glos beschimpft Kleinanleger- Sie waren zu gierig

20. Oktober 2008

Viel hatte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) trotz Finanzkrise in letzter Zeit nicht zu sagen. Dezent hielt er sich hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) zurück. Nun prescht Deutschlands oberster Wirtschafts-Mann vor. In einem Interview beschimpft er Kleinanleger!

„Für mich ist es beispielsweise unverständlich, wie Zigtausende Menschen via Internet ihr Geld einer kleinen Bank in Island überweisen konnten, ohne sich über die Risiken einer Geldeinlage im Vorfeld zu informieren.
Es ist doch klar, dass es keine überdurchschnittlichen Renditen ohne überdurchschnittliche Risiken gibt", sagte Glos der WELT. Die Menschen seien einfach zu gierig gewesen.

Immerhin: Eine Mitschuld gibt der Wirtschaftsminister den Beratern der Banken. Anlageprodukte müssten zukünftig besser geprüft werden, fordert Glos. „Aber das enthebt den Anleger am Ende nicht seiner eigenen Informations- und Nachfragepflichten."

http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/10/20/wirtschaftsminister-michael-glos/kritisiert-gier-der-kleinanleger.html

4 Reaktionen zu “Bundeswirtschaftsminister Glos beschimpft Kleinanleger- Sie waren zu gierig”

  1. herbalthoughtsam 20. Oktober 2008 um 11:13 Uhr

    Der gute Herr Herr Glos macht entscheidende Fehler, wenn er auf auf uns eindrischt: Zumindest sitzt er im Verwaltungsrat der Staatseigenen KfW Banken Gruppe, die sich bekanntlich auch nicht mit Ruhm bekleckert hat, zum anderen ist er abwechselnd mit Peer Steinbrück auch noch Vorsitzender des Gremiums. Da Frage ich mich doch ernsthaft, wer hier seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.
    Der deutsche Kleinanleger ist ja auch ein gefundenes Opfer – wir sind nur 30.000 und was die staatseigenen Banken (Sachsen LB, WestLB, BayernLB, KfW, IKB) schon alles versenkt haben geht auf keine Kuhhaut mehr. Dort waren immer Politoker verantwortlich – im Verwaltungsrat hätten Sie jeweils Ihrer Aufsichtspflicht nachkommen müssen – nur das interessiert anscheinend den Herrn Minister nicht.
    Bleibt nur zu wissen, dass die nächste Wahl bestimmt kommt Herr Glos…

  2. Bertram.Meyeram 20. Oktober 2008 um 13:15 Uhr

    Frechheit ! Wie kann nur ein Minister derartigen Unsinn von sich geben !? Jeder halbwegs informierte Mensch weiß mittlerweile, wenn er sich zu KE Anlagen äußert, dass die Konditionen a) dort überhaupt nicht exorbitant waren b) Festgeld nun wirklich keine spekulative Anlage ist und c) bei einer garantierten Einlagensicherung der größten Bank eines zivilisierten Staates Europas nun wirklich nicht mit Leichtsinn zu tun hat.
    Dass man das tatsächlich jemandem, der eigentlich wissen müßte, was er äußert, nach ich weiß nicht wieviele Malen, immer noch einmal schreiben muss, ist wirklich ein Armutszeugnis für einen solchen Mann !
    Möchte er wirklich einst wieder gewählt werden ? Dann sollte er sich schleunigst deutlich korrigieren !
    Ich werde diese Zeilen auch direkt an ihn bzw. seine Büros versenden.

  3. tooolateam 20. Oktober 2008 um 15:34 Uhr

    Wir können hier jammern und schimpfen. Das ändert gar nix. Tatsache ist doch: das Geld im Topf des
    isländischen Sicherungsfonds reicht bei weitem nicht für alle. Auch nicht für alle bis 20887 €. Vom
    deutschen Staat gibts auch nix. Die Politiker fürchten eher um Wählerstimmen, wenn sie jetzt zuviel
    für uns tun. Die Stimmung ist grad nicht gut. Trotzdem scheint es Verhandlungen mit Island zu geben.
    Ich bin der Meinung von Thomas&Silke aus diesem Forum:
    Die werden nicht sagen, wir verhandeln, um dann ohne brauchbare Lösung „heim zu kommen“.
    Eine Option wäre, dass eine große deutsche Bank den deutschen Kaupthing-Zweig kauft.
    Ähnliche Fälle gab es in der Vergangenheit. Verliert nicht die Hoffnung!
    Und bitte: Achtet auf eure Terminologie gegenüber den Politikern! Wir brauchen ihre Unterstützung.
    Hinterher müssen dann wieder Entschuldigungs-Mails geschrieben werden. Das ist kontraproduktiv.

  4. fridolinam 20. Oktober 2008 um 16:00 Uhr

    Der Minister hat wohl noch nie was von Tagesgeld gehört. dier bekommt seine Apanagen und Spesen hinterhergeschmissen, was interessiert ihn Spareinlage kleinen Leute, der selber spielt doch in anderen Liga, da muss sich keiner Sorgen machen, was in 10 Jahren wird.

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