E-Mail eines Betroffenen an Herrn Wolfgang Bosbach, MdB

28. Oktober 2008

XXX, den 28. Oktober 2008

per E-Mail an Herrn Wolfgang Bosbach, MdB

wolfgang.bosbach@wk.bundestag.de

Sehr geehrter Herr Bosbach,

mit Interesse las ich die heutige Meldung der Lokalpresse (WGA) , in der
mitgeteilt wurde, daß Sie erneut für die Bundestagswahl am 27.9.2009 in
unserem Wahlkreis für ein Direktmandat kandidieren werden. In diesem
Zusammenhang lobten Sie in Ihrer Rede in Odenthal ausdrücklich die
„Handlungsfähigkeit der Bundesrepublik gerade in Zeiten der globalen
Finanzkrise“. Das möchte ich nicht in Abrede stellen. Gerade dieser
Punkt aber wird von einigen tausend Mitbürgerinnen und -bürgern, nun
sagen wir „sehr differenziert“ betrachtet. Der Grund: es gibt es ca.
30000 Steuerzahler, die ihr Erspartes bei einer deutschen Niederlassung
der isländischen Kaupthing Edge-Bank angelegt haben. Einer Bank, die mit
deutscher Zulassung unter europäischem Recht und einer Einlagensicherung
die durchaus konservative Form des Tagesgeldkontos anbot. Die
Spareinlagen deutscher Steuerzahler wurden am 9.10. durch ein Moratorium
der BaFin eingefroren. Die Betroffenen wissen seit dem nicht, was mit
ihrem Geld passiert. Offizielle Informationen gibt es praktisch nicht.
Einige der Sparer, die nun fürchten von der Hilfsaktion der
Bundesregierung „vergessen“ worden zu sein, leben auch in Ihrem
Wahlkreis – so auch ich.

Übrigens: als Mittel zur Selbsthilfe tauschen wir dank einiger sehr
engagierter Menschen Informationen über ein Internet-Forum aus, so gut
es eben geht: http://kaupthing-edge.helft-uns.de

Meine Intention ist es nun, Sie in meiner „Funktion“ als
wahlberechtigter Bürger in Ihrem Wahlkreis höflich auf diesen Sachstand
hinzuweisen. Es sind noch nicht alle Probleme in dieser Hinsicht gelöst.
Der in Odenthal von Ihnen ausgesprochene Satz (Zitat) „Die Menschen
haben Sehnsucht nach Werten“ ist für Einige von uns derzeit von
schmerzlicher Mehrdeutigkeit.

Natürlich würden wir uns über eine Darstellung der Lage aus Ihrer Sicht
oder aktuelle Informationen freuen.

In diesem Sinne verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Ralf Steinberg

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