Lanze für die Bundesregierung, Teil II

3. November 2008

Drohender Staatsbankrott Pakistans, Bericht hier .

Wenn Pakistan nicht geholfen wird, dann brauchen wir uns auch nicht mehr überlegen, wie wir unser Geld zurück bekommen.

Soviel zu meinem letzt verfassten -sehr kristisierten- Artikel, in dem ich um Verständnis bat, dass es in Zeiten der Finanzkrise vielleicht noch andere Themen gibt, die Politiker beschäftigen.

Gerne nochmal: Ich bin auch Kunde, ich will auch mein Geld zurück. Lieber gestern als im Januar.

6 Reaktionen zu “Lanze für die Bundesregierung, Teil II”

  1. Eisiger Nordwindam 3. November 2008 um 15:01 Uhr

    @ Nathalie: Stimme ich dir zu. Allerdings muss ich sagen, dass die Bundesregierung doch mal wenigstens ab und zu ein Zeichen der Unterstützung für die deutschen Kaupthing-Kunden geben könnte: ,,Wir werden dafür sorgen, dass Island für alle deutschen Einlagen aufkommt, aber im Moment sind wir mit größeren globalen Problemen befasst.“

    Dabei muss ich auch sagen: Deutschland ist sicher stärker globaler involviert als Finnland oder Luxemburg. Aber z.B. Großbritannien, wo die Kaupthing-Sache schon geklärt ist, sehe ich 1. wegen einer dortigen Immobilienkrise und bereits eingesetzter Rezession stärker von der Finanzkrise betroffen und 2. auch global stärker involviert, indem die Briten mit ihren Kampftruppen im Irak UND in Afghanistan an vorderster Front kämpfen.
    Warum schafft es diese Regierung den Bürgern nicht nur Unterstützung und nicht Risikovorwürfe zuzusagen, sondern das Kaupthing-Problem schneller zu lösen? Das ist für mich unverständlich.

  2. Dirkam 3. November 2008 um 15:03 Uhr

    ..vermutlich weil deren Kommunen einen Haufen Geld bei Kaupthing in Isalnd angelget hatten. Bei uns ist es ja „nur“ eine Landesbank….

  3. Eisiger Nordwindam 3. November 2008 um 15:06 Uhr

    Da hätten’s die Briten genauso machen können, wie Master Glos: Gierige Kleinanleger beschimpfen, Kommunen (wie BayernLB) unter den Rettungsschirm der Regierung – ist für mich der Königsweg, um Geld zu sparen ;-).

  4. Eisiger Nordwindam 3. November 2008 um 16:50 Uhr

    Es ist einfach merkwürdig, dass die deutsche Bundesregierung sich so extrem zurückhält im Vergleich zu den anderen Mitgliedsstaaten. Die anderen wissen – denke ich ganz genau – dass hier der gemeinsame Binnenmarkt nicht funktioniert hat und sie deshalb helfen müssen, wenn sie die das Vertrauen in diesen nicht völlig zerstören müssen.
    Ich habe das Gefühl, dass die Bundesregierung uns erst offiziell helfen will, wenn wir ein paar Monate umsonst gewartet haben. Ich habe den Verdacht, dass die Bundesregierung uns als willkommene ,,Werbung“ ansieht, schließlich ist sie selbst über die Sparkassen und Landesbanken Banker und diese stehen im direkten Wettbewerb zur Kaupthing. Seit der Kaupthing-Pleite haben die Sparkassen und z.B. auch die Commerzbank (seit heute mischt der Staat mit) deutlich Kunden gewonnen, wie sie selbst immer gerne sagen. Da hilft das Schreckgespenst ,,Kaupthing“ ungemein bei der Stärkung der Kapitalbasis mit, damit die deutschen Anleger ihre Erparnisse auf Tagesgeld- und Festgeldkonten legen. Vielleicht brauchen die Sparkassen selbst dringend Geld – veröffentlichte Zahlen gibt’s ja nicht – kann mir nicht vorstellen, dass die losgekoppelt von den Finanzmärkten sind, zumal sie auch mit Lehman etc. (siehe Verkauf von Zertifikaten) in Kontakt standen. Und unter den deutschen Gläubigerbanken kann gut und gerne eine deutsche Sparkasse sein. Und nicht zuletzt gehören die Landesbanken zu einem größeren Teil den Sparkassen, da müssen die mit Geld nachbuttern.
    Kurz und gut: Ich glaube, die Bundesregierung braucht uns notleidende Sparer als Lockvogel zur Stärkung der Finanzbasis der deutschen Banken, insbesondere Sparkassen.
    D.h. der Staat ist im Bankenmonopoly nicht neutral und braucht uns noch ein paar Monate, um bleibende Angst vor ausländischen Tochtergesellschaften zu schaffen, selbst wenn sie wie die ING-diba etc. dem deutschen Einlagensicherungsfonds angehören. Hier geht es meiner Meinung nach auch darum, der unliebsamen Konkurrenz ein Bein zu stellen – ich denke nur an die Geldautomatensperrung durch die Sparkassen für Kunden von Online-Banken. Dazu passt auch der europaweit einzigartig erhobene Risikovorwurf.

    Aber ich denke trotzdem, dass unsere Regierung uns helfen wird, wenn sie genug ,,Werbung“ mit uns gemacht haben – aber nicht vor 6 bis 12 Monaten, solange werden wir ,,gebraucht“.

  5. Nathalieam 3. November 2008 um 17:14 Uhr

    Schau mal, haben wir doch die gleiche Meinung 😉

  6. herbalthoughtsam 5. November 2008 um 13:26 Uhr

    Hallo Nathalie,

    Teil 1 hat ganz schön Wind aufgewirbelt und Teil 2 scheint auch noch ein Reizthema zu sein.

    Vorab: Ich finde es toll was Ihr Zwei hier macht und wie Ihr Euch für die Gemeinschaft einsetzt und quasi selbstlos Eure Zeit opfert.

    Kritik ist wohl immer erlaubt, allerdings sollte sie immer noch jedem einzelnen den entsprechenden Respekt zollen, das scheinen einige hier vergessen zu haben.

    Nun zur Lanze für die Bundesregierung: Vollkommen klar das in solchen Zeiten, in denen Unsummen im Milliardenbereich verhandelt werden, in der es um die weltweite Stabilisierung (gerade von Schwellenländern) geht, die Priorität nicht unbedingt auf 30.000 Sparern liegt mit einem „lächerlichen“ Einlagevolumen von 308 Mio. Euro.

    Ich habe selbst viele E-Mails an die Politik geschrieben und Hoffnung gehabt vernünftige Antworten zu bekommen.

    Das Problem liegt nicht im Handeln: Selbstverständlich werden die entsprechenden Stellen Druck auf Island ausüben.

    Das Problem liegt in der Kommunikation: Wenn ich von 5 Abgeordneten von 3 Parteien die gleichen Standardantworten bekomme (inklusive Wortlaut und Schriftbild), dann fühle ich mich nicht ernst genommen, weil eine Truppe Praktikanten im Bundestag den Auftrag hat ein Mail an alle zu senden. Wenn dann aber von Ministern auch noch Schwafel-Schreiben zurückkommen (siehe mein gestriges Roland Koch Post), werd ich sauer.

    Es muss doch in Deutschland auch möglich sein entsprechend mit dem Volk zu kommunizieren. Haben Holländer, Engländer und all die anderen einfach die bessere PR Maschine? Oder frei nach der alten Regel: Halte das Volk dumm?

    Jedoch: Unqualifizierte Aussagen von den Ministern Glos und Steinbrück zum Thema Gier sind inakzeptabel.

    Gut, wahrscheinlich will Berlin vom spontanen Bürgerbegehren noch etwas lernen: Denn wenn ich meine Google-Alerts lese steht das Thema Kaupthing alle paar Minuten in einem neuen Artikel. Gerade für jene mit 20558+ wird dies die Nagelprobe.
    Wir haben es bis jetzt geschafft 1 Monat sichtbar zu sein: Sobald die Formulare verschickt sind und das warten beginnt wird auch der Zuspruch weniger: „Jetzt ist alles getan, jetzt kann ich nur noch warten und Tee trinken“.

    Das kann es nicht sein, denn wir sind alle wir sitzen alle im gleichen Boot: Es kann ja nicht sein das ein Staat, der dem EWR angehört, sich verhält wie eine Bananenrepublik – das würde einreißen: Demnächst würde also die Queen Ihr Meißener Porzelan nicht mehr zahlen?

    Ja, Lanze gebrochen. Aber nicht durch. Da gibt es noch Raum zur Verbesserung. Und. Am Ball bleiben…

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