Antwort des auswärtigen Amtes

5. November 2008

Sehr geehrter Herr Nestmann,

Bundesminister Dr. Steinmeier dankt Ihnen für Ihre E-Mail vom 18.10.2008 und hat mich gebeten, Ihnen zu antworten.

Wir verstehen Ihre Sorgen um Ihre bei der Kaupthing Bank in Deutschland angelegten Gelder und können Ihnen nach dem derzeitigen Stand unserer Kenntnisse Folgendes mitteilen:

Die Kunden der Deutschen Kaupthing sind über die isländische, jedoch nicht über die deutsche Einlagensicherung abgesichert. Dies entspricht dem EU-rechtlich vorgesehenen Absicherungssystem und ergibt sich im Übrigen auch aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Kaupthing unter Punkt 20 „Einlagensicherungsfonds“. Nach dem AGB sind Einlagen bis zu einem Gegenwert von insgesamt 20.887 € vollständig (zu
100%) abgesichert. Der Betrag von 20.887 € ergibt sich aus der Umrechnung.

Die Kaupthing Bank hf., Niederlassung Deutschland, untersteht der isländischen Bankenaufsicht. Sie durfte als eine EWR-Niederlassung im Sinne des Kreditwesengesetzes (KWG) Bankgeschäfte betreiben. Die isländische Finanzaufsicht prüft gegenwärtig die Vermögenslage des Kreditinstituts. Die Kaupthing Bank ist bis jetzt weder ein Entschädigungsfall noch insolvent.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 9.
Oktober 2008 gegenüber der Kaupthing Bank hf., Niederlassung Deutschland, ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot erlassen. Außerdem hat die BaFin der Niederlassung untersagt, Zahlungen entgegenzunehmen, die nicht zur Tilgung von Schulden ihr gegenüber bestimmt sind („Moratorium“). Das Moratorium war erforderlich geworden, um zum Schutz der Kunden in Deutschland die verbliebenen Vermögenswerte der Niederlassung zu sichern, da die Muttergesellschaft, die Kaupthing hf., Island, der Niederlassung nicht mehr ausreichend Liquidität zur Verfügung gestellt hatte.

Kunden der Kaupthing Bank Deutschland können sich bzgl. der Sicherung ihrer Einlagen über die Seiten http://www.kaupthingedge.de/Kaupthing-Edge/Einlagensicherung und http://www.tryggingarsjodur.is/ informieren bzw. im Entschädigungsfall ihre Ansprüche geltend machen. Deutsche Anleger können sich auch direkt beim isländischen Einlagensicherungsfonds unter der Webadresse www.tif.is in deutscher Sprache über aktuelle Neuigkeiten informieren, die E-Mailadresse lautet tif@tif.is. Unter der Telefonnummer 00354 540 1200 steht beim isländischen Einlagensicherungsfonds eine telefonische Anlaufstelle in der Zeit von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr (MEZ) in deutscher Sprache zur Verfügung.

Die Bundesregierung und die Aufsichtsbehörde stehen in Kontakt mit Island, damit Maßnahmen ergriffen werden, um die gesetzlichen Ansprüche deutscher Anleger zu erfüllen. Die isländische Regierung prüft eine Variante von möglichen Maßnahmen. Noch ist es zu früh über ein Ergebnis Aussagen zu machen, da der Prozess noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Ich hoffe, wir konnten Ihnen mit diesen Auskünften weiterhelfen und und rate Ihnen, über die oben angebenen Kontaktwege Verbindung mit der Kaupthing Bank und der isländischen Einlagensicherung zu halten.

Mit freundlichen Grüßen


Sabine Haake
Länderreferentin für Norwegen,Island,
Schweiz und Liechtenstein

Auswärtiges Amt
Referat 208-2
Werderscher Markt 1
10117 Berlin

Tel.: +49 (0)30 1817 7495
Fax : +49 (0)30 1817 57495
E-Mail: 208-2@diplo.de

3 Reaktionen zu “Antwort des auswärtigen Amtes”

  1. Nathalieam 5. November 2008 um 18:32 Uhr

    Wie alt ist denn diese Antwort? Zitat „…bis jetzt weder ein Entschädigungsfall…“

    Ich finde es klasse, dass es Antworten gibt, die schon ein paar Tage ums Eck sind. Wahnsinn! Ich frage mich, ob wir wirklich weiter E-Mails schreiben sollten, denn außer Aufregen gibt´s da nicht wirklich was Interessantes.

    Wir sind besser informiert als viele Politiker. Vielleicht liegt es daran, dass es uns betrifft und somit auch interessiert.

  2. besterFreundeinesBetroffenenam 5. November 2008 um 18:37 Uhr

    Sorry, habe gerade gemerkt, dass die vom Mi 29.10.2008 09:45 war.

  3. Nathalieam 5. November 2008 um 18:47 Uhr

    Ok, aber solche Anworten sind trotzdem keine Seltenheit

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