Finanzspritzen – Symptombekämpfung mit Folgen

16. November 2008

Die Kaupthing hat mich wachgerüttelt und dabei auch mein Interesse an der Funktion der Finanzmärkte geweckt.  Dabei bin dabei auf einen sehr Interessanten (und für jedermann verständlichen) Artikel in der Zeitschrift für Sozialökonomie gestossen:

http://www.berndsenf.de/pdf/ZfSO-156-157-SENF.pdf

Man braucht da mehr als 2 Minuten um den Artikel zu lesen, aber es lohnt sich. Was einleuchtet und nicht wirklich beruhigend wirkt, ist dass Finanzspritzen die Blase nur noch weiter aufblähen. Der Knall wird umso grösser sein.

Es wären also grundlegende Veränderungen auf den Märkten erforderlich um die nächste (viel schlimmere) Krise zu verhindern.

Deutschland pumpt Geld (was es gar nicht hat, wenn ich das kurz erwähnen darf…) in eine Seifenblase!

2 Reaktionen zu “Finanzspritzen – Symptombekämpfung mit Folgen”

  1. Lehaneam 17. November 2008 um 12:45 Uhr

    Hi Stradivare,
    Gut das Du das eingestellt hast. Durfte so ähnlichen Text schon am Samstag lesen. Meine Wohnungsgenossenschaft hat eine 12seitige Sonderausgabe mit dem Titel „Realsatire Finanzkrise “ für Ihre Mieter drucken lassen. Der Text ist extrem gut. Leider im Internet nicht aufrufbar.
    Was wird das Ende der Geschichte sein? Eine Währungsreform?
    LG Lehane

  2. Stradivariam 17. November 2008 um 13:37 Uhr

    Hallo Lehane,

    Wenn ich das Problem richtig verstanden habe, müsste man den ganzen Sekundärmarkt abschaffen, der ja offenbar die Blase bildet, oder sogar die eigentliche Blase ist. Damit dies aber möglich würde, müsste die Weltwirtschaft auf dem Zahnfleisch kriechen.

    Es ist beängstigend dass der Finanzmarkt um ein vielfaches grösser ist als das, was effektiv auf unserem Planeten an Waren produziert wird. Das kann nicht gut gehen, aber zu viele Leute wollen mit Handel mehr verdienen als überhaupt produziert und verkauft werden kann.
    Investitionen sind daher ethisch nur dann vertretbar, wenn man in neue Aktien (Erstausgabe, wo das Geld direkt in die Produktion von Waren einfließt) investiert. Der Handel mit bereits ausgegebenen Aktien kann zwar sehr lukrativ sein, doch ist es genau das, was unter anderem die Blase bildet.

    Ich bin Handwerker, und somit einer von denen die produzieren. Und ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich mein verdientes Geld zur Verfügung stellen will um andere damit eine Blase bilden zu lassen. Lieber ausgeben – und beim Tischler ein neues Bett anfertigen lassen. Oder ein schönes Fahrrad kaufen. So fließt das Geld wieder in den Kreislauf…

    Was ich aber als weiters ungelöstes Problem sehe, ist der Konsumwahn, fast jeder deutsche Haushalt hat 2 Autos, 7 Mobiltelefone, 2 Breitbildfernseher, isst Roastbeef von Aldi usw. Jeder will wie die upper class leben, das funktioniert aber nicht auf lange Sicht. Irgendjemand wird dabei ausgenutzt. Die Natur ganz sicher, aber auch viele Menschen.

    Gruss!

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