Bernd Wittkowski (Börsen-Zeitung) behauptet: Deutschlands dümmste Sparer

26. November 2008

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16 Reaktionen zu “Bernd Wittkowski (Börsen-Zeitung) behauptet: Deutschlands dümmste Sparer”

  1. Nathalieam 26. November 2008 um 10:32 Uhr

    Sehr geehrter Herr Wittkowski,

    ich bin Kaupthing-Bankkunde und Mitarbeiter der Seite http://kaupthing-edge.helft-uns.de/ . Ich würde gern einige Worte zu Ihrem Pamphlet gegen die Kaupthing-Bankkunden in der Börsen-Zeitung von heute morgen verlieren. Dabei möchte ich Ihren Behauptungen gern ein paar Fakten gegenüber stellen:

    „Dass die Einlagen lediglich nach isländischem Recht und nur bis zu einem Betrag von 20.887 Euro geschützt sind, war nicht nur auf der deutschen Homepage des Instituts nachzulesen. Die hiesige Presse – auch die Börsen-Zeitung – hat darüber frühzeitig und fortlaufend berichtet.“
    Richtig, die hiesige Presse hat darüber frühzeitig und fortlaufend berichtet, und zwar v.a. mit zahlreichen Werbeanzeigen und redaktionellen Empfehlungen: Empfohlen wurde Kaupthing von zahlreichen Internetportalen wie financescout24, tagesgeldvergleich.net, biallo.de, forum.de, aber auch durch zahlreiche bekannte Fachmagazine wie Capital, WiSo, ARD Ratgeber Geld, Guter Rat, etc. Dagegen gibt es – soweit ersichtlich – nur zwei kritische Beiträge: Finanztest (Artikel mir persönlich bis vor wenigen Wochen unbekannt) und Focus-Money. Dabei ist zum Focus-Money-Artikel zu sagen, dass die Funktionsfähigkeit der isländischen Einlagensicherung nicht in Frage gestellt wurde, sodass eine Anlage bis 20.887 € als sicher gelten konnte. Das wird dadurch bestätigt, dass Focus-Online in seinem Tagesgeldvergleich Kaupthing Edge trotz des kritischen Beitrags weiter als Tipp führte, wobei die gesetzliche Einlagensicherung bestätigt wurde. Damit verbleibt nur ein einziger Beitrag, der auch die isländische Einlagensicherung als unzureichend angesehen hat. Die Wahrscheinlichkeit ist daher sehr gering, dass man auf diesen Artikel überhaupt gestoßen ist, wobei die Empfehlungen renommierter Institute überwiegen.
    Wenn ich bei Ihnen auf der Seite ‚Kaupthing‘ eingebe, datiert der erste Artikel, den ich finde, vom 10.10.2008. Danke, dass Sie uns frühzeitig informiert haben, Herr Wittkowski, denn an diesem Tag waren die Konten bereits geschlossen.
    Dass die Einlagensicherung in Island nicht funktioniert, hat überhaupt nur der Bericht von finanztest befürchtet. Und genau darum geht es, Herr Wittkowski, um die Einhaltung von zwingendem Recht, das auch unsere Bundesanstalt für FinanzleistungsAUFSICHT zu prüfen hatte. Sie spricht selbst von ,,beschränkter Rechtsaufsicht“. Und wenn Sie in Ihrer Ausgabe des Kreditwesengesetz (KWG) blättern, kommen Sie über den für EWR-Niederlassungen einschlägigen § 53b Absatz 3 Satz 1 Nr. 1 KWG u.a. auf § 6 Absatz 2 KWG. Und darin steht Folgendes: ,,Die Bundesanstalt [für Finanzdienstleistungsaufsicht] hat Mißständen im Kredit- und Finanzdienstleistungswesen entgegenzuwirken, welche die Sicherheit der den Instituten anvertrauten Vermögenswerte gefährden…“ Was meinen Sie bedeutet dieser Satz?

    “Zudem war es spätestens seit 2006 ein öffentliches Thema, dass Island-Anlagen hochriskant sind.“
    In Ihrer Zeitung habe ich auf der Webseite dazu nichts gefunden. Der kritische FAZ-Artikel vom 05.05.2008 schließt jedenfalls sehr versöhnlich: „Am Ende sind alle erleichtert: Der Gewinn ist zwar leicht geschrumpft, liegt mit umgerechnet 184 Millionen Euro aber immer noch auf gutem Niveau. Engagements in Subprime-Kredite sind keine bekannt geworden, und die Liquiditätslage wird mehrfach als sehr stark bezeichnet. Der Aktienkurs steigt daraufhin, die Krone erholt sich, und die Mitarbeiter atmen auf – als Kaupthing-Beschäftigte wie auch als Isländer. Vulkanausbrüche in der Natur sind die Isländer gewöhnt, im Finanzsektor jedoch nicht. Wie es aussieht, dürfte es fürs Erste bei einem Grummeln bleiben.“
    Auch die Rating-Agenturen sahen es etwas andes als Sie. Übersetzt werden können die Ratings von Moody’s und Fitch bis zum Tag der Kontenschließung (!) mit: ,,Investiv. Diese Schuldner haben solide Fähigkeiten zur Zins- und Kapitalrückzahlung. Allerdings kann eine Eintrübung der gesamtwirtschaftlichen Lage die Zuverlässigkeit beeinflussen.“
    Und selbst in dem zitierten Artikel von Finanztest stoßen Sie auf folgende inhatliche Relativierung der Kritik: ,,Die Kaupthing Bank gehört zu den drei führenden Banken Islands und ist vor allem in Nordeuropa stark vertreten. An der Seriosität des Instituts bestehen keine Zweifel.” Von hochspekulativ kann keine Rede sein.
    Bitte erwarten Sie nicht, dass die Sparer schlauer sein sollen als alle Finanzmagazine und Rating-Agenturen, inklusive Ihrer Zeitung zusammen.

    “Viele Sparer waren – glaubt man ihren Darstellungen in Funk und Fernsehen oder in Leserbriefen – dennoch dumm genug, ihr ganzes Geldvermögen, oft ein Mehrfaches besagter 20887 Euro, bzw. ihre kompletten Ersparnisse für die Altersvorsorge bei Kaupthing anzulegen. (Nebenbei: Wo war die Gier eigentlich größer? Bei „den“ Banken, die diesbezüglich seit Beginn der Finanzkrise am Pranger stehen, oder bei zahlreichen „Kleinanlegern“?)“
    Der Durchschnittsanlagebetrag bei Spareinlagen von 308 Millionen Euro und 30.800 Kunden liegt bei etwa 10.000 €. Außerdem haben diejenigen, die über 20.887 € investiert haben, auf eine Tagesgeldeinlage bei einer seriösen europäischen Großbank gesetzt. Die Risiken sind erst nach der Kontenschließung ersichtlich geworden. So schreibt die FAZ rückblickend am 18.11.2008: “Tagesgeldkonten zählen derzeit zu den beliebtesten Anlageklassen in Deutschland. Das Geld ist täglich verfügbar und bietet damit – zumindest im Normalfall – ein hohes Maß an Sicherheit. Obendrein sind viele Konten gut verzinst. 3 bis 4 Prozent jährlicher Rendite sind Standard, es geht auch rentabler. Besonders interessante Angebot bieten häufig ausländische Banken, die im Auftrag ihrer Muttergesellschaften Geld einsammeln. Bei Zinsen, die nicht selten jenseits von 5 Prozent liegen, verleihen viele deutsche Sparer ihr Geld gern. ‚Warum auch nicht?‘, hätte man noch vor einem Jahr gefragt. Die Banken sind in aller Regeln seriös und werden von ebenso seriösen Aufsichtsbehörden kontrolliert. Doch in der Finanzkrise können schon vermeintlich kleine Unterschiede für die Anleger schmerzliche Folgen haben. Der rechtliche Sitz einer Bank hat Auswirkungen auf die staatliche Beaufsichtigung und vor allem – im Fall der Insolvenz – auf die Absicherung der Einlagen.“

    “Gar nicht so dumm. Denn Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat offenbar zu viel Geld.“
    Warum glauben Sie, haben alle betoffenen europäischen Staaten ähnlich wie die deutsche Regierung gehandelt? Bis Ende Oktober sind uns von Regierungsseite v.a. Risikovorwürfe entgegen geschlagen. Stellen Sie sich da nicht die Frage, warum diese Vorwürfe von Regierungsseite nicht nur verklungen sind, nein, warum die Regierung ihre Meinung um 180 Grad geändert hat? Antwortvorschlag: Es gibt zur Einlagensicherung eine entsprechende EU-Richtlinie, die auch Island als EWR-Mitglied umsetzen musste. Das hatte auch die BaFin (mindestens) zu prüfen (s. oben). Offenbar hat die Bundesregierung die Rechtsverstöße ihrer eigenen Behörde (Bundesanstalt für FinanzdienstleistungsAUFSICHT), die selbst von ,,beschränkter Rechtsaufsicht” spricht. Wissen Sie, dass die deutsche Einlagensicherung auf der gleichen Richtlinie wie die Islands aufgebaut ist? Die deutsche Einlagensicherung läuft übrigens bei der KfW zusammen – wie es um deren Anlagestrategie und Bonität steht, brauche ich Ihnen sicher nicht zu schreiben. Es scheint, dass die europäischen Staaten erkannt haben, dass die Einlagensicherung in der EU nur auf dem Papier besteht und nun eine absolute Panik verhindern wollen.
    Von ‚zuviel Geld‘ kann daher keine Rede sein, sondern Herr Steinbrück hat sich Zeit gelassen und ziemlich genau geprüft, was die Fakten sind.

    „Jetzt sind andere die Dummen. Erstens die Sparer, die so vorsichtig waren, ihr Geld für weniger als 5,65% bei Häusern mit deutschem Einlagenschutz anzulegen. Zweitens Banken und Sparkassen mit Sitz in Deutschland, die künftig damit leben müssen, dass ihre Kunden das Geld zu jeder x-beliebigen Bude mit Superextramegazins umleiten. Wenn’s Zocker, Pleitiers oder Gauner sind: macht nichts, Steinbrück zahlt (jedenfalls bis zur Bundestagswahl)!“
    Hier zeigen Sie wenigstens, wes Geistes Kind Sie sind. In Ihrem Kommentar zur Commerzbank-Rettung vom 04.11.2008 schreiben Sie: „Nein, es ist keine Schande, wenn Commerzbank, HSH Nordbank, WestLB & Co. jetzt implizit eingestehen müssen, dass sie Hilfe vom Staat benötigen, um die globale Finanzkrise zu überleben. […] Commerzbank und HSH Nordbank hatten es, wie die teilweise katastrophalen Zahlen des dritten Quartals belegen, bitter nötig. Jetzt geht es ihnen, ihren Eigentümern und ihren Kunden und damit absehbar auch dem Finanzmarkt besser. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.“ Da fehlte ihr Hinweis „Wenn’s Zocker, Pleitiers oder Gauner sind: macht nichts, Steinbrück zahlt!“
    Der „Supermegaextrazins“ von 5,65 % war ein Angebot für Neukunden und setzten sich zusammen aus 5,1 % bis zum 01.01.2009 und 0,55 % für das erste halbe Jahr. Also kein Risikoaufschlag, sondern ein Aufschlag für den Markteintritt zur Kundenwerbung. Soll ich aus diesem Zinssatz die Gefahr einer Pleite ablesen? Dann, sage ich nur ‚Vorsicht Deutschland‘, „Supermegaextrazins“ gibt es inwzischen bei der BMW-Bank (5,4 % auf Festgeld), bei der Commerzbank-Tochter comdirect (5 % auf Tagesgeld) und Deutsche Bank (5,25 % für Festgeld). Ich gehe davon aus, dass Sie fest mit dem baldigen Zusammenbruch dieser Unternehmen rechnen und bin gespannt auf Ihren Kommentar, in dem Sie das hinterher vorher vorausgesehen haben wollen.

    „Drittens sind die deutschen Steuerzahler die wahren Dummen. Sie dürfen für die Fehlspekulationen der nur vermeintlich dümmsten Sparer geradestehen. Zumindest bürdet die Bundesregierung den Steuerzahlern das Risiko auf, dass Island oder künftig irgendein anderer Staat den von Steinbrück so großzügig wie unnötig gewährten Kredit nicht zurückzahlt.“
    Komisch, dass auch eine entsprechende Passage im Ihrem eben erwähnten Kommentar vom 04.11.2008 zur Commerzbank-Rettung fehlt? Ich mache mal folgende Rechnung auf: Die Commerzbank erhält vom deutschen Steuerzahler 23,2 Milliarden Euro an Sicherheiten, der isländische Staat 300 Millionen Euro; dies entspricht ca. 1,3 % der Rettungssumme für die Commerzbank. Auch bei Hypo Real Estate, IKB, BayernLB, SachsenLB, HSH Nordbank, Landesbank BaWü, WestLB und KfW bewegen wir uns im Milliarden-Bereich. Was ist wahrscheinlicher? Dass ein Staat(!), dessen Zahlungsfähigkeit gerade durch den IWF und zahlreiche andere Staaten gesichert wurde, Geld nicht mehr zurückzahlt oder dass eines dieser Unternehmen die Staatshilfen nicht mehr zurückzahlt?
    Dass deutsche Banken mit 21 Milliarden Euro in Island investiert waren und damit mit Abstand den größten Gläubigerblock, wissen Sie bestimmt.

    Geben Sie es doch zu, Herr Wittkowski, Sie waren genauso ahnungslos wie wir, einen aufrüttelnden Kommentar zum Thema Kaupthing habe ich von Ihnen jedenfalls im Zeitraum 2006 bis Oktober 2008 nicht gelesen. Ach, eigentlich wissen Sie es bestimmt selbst. Wenn ich sehe, dass Sie einen Kommentar (!) als Pressemitteilung herausgeben, weiß ich, dass Sie um ein bisschen Effekthascherei für Ihre Zeitung aus sind. Wenn Sie so die Stammtisch-Klientel zum Kauf Ihrer Zeitung annimieren möchten, bin ich stolz darauf, weiterhin Nicht-Leser Ihrer Zeitung zu sein.

    „Deutschlands dümmste Bank hatten wir schon. Diverse Medien haben den Titel inzwischen mehrfach verliehen. Doch wer sind Deutschlands dümmste Sparer?“
    Um den Titel ‚Deutschlands dümmster Kommentar‘ spielen Sie jedenfalls ganz vorne mit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jan

    P.S.: Auch ich werde dieses Schreiben veröffentlichen und zwar auf unserer Seite http://kaupthing-edge.helft-uns.de/

  2. Karl-Heinzam 26. November 2008 um 11:36 Uhr

    Super Jan, hervorragend argumentiert und das in der Kürze so umfassend – – ich gratuliere!! Ich bin auf die Antwort bzw. Reaktion dieses Herrn sehr gespannt!!

  3. Bertram.Meyeram 26. November 2008 um 11:47 Uhr

    Ich hab auch geschrieben da, etwas kürzer und hoffentlich nicht zu empört. (ich weiß, ich hätte den Aufbau evtl. strategisch klüger fassen können *seufz*) … :

    Sehr geehrte Damen und Herren !

    Der Text Ihres Autoren Bernd Wittkowski ist in nahezu bodenloser Weise rüde, haltlos, unverantwortlich und verächtlich in einer Weise, die ein aussergewöhnlich schlechtes Licht auf alle wirft, die an so einer Veröffentlichung beteiligt sind.

    Es tut mir leid, so schreiben und auch, so etwas lesen zu müssen; ausführliche Fakten und Widerlegungen finden Sie bei Interesse unter http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2008/11/25/antwort-an-hr-ruhkamp/ .

    Der nahezu geschlossene, ganz andere, Tenor zum Thema in Politik und Medien gründet auf entsprechenden Recherchen und Kenntnissen. Dass Sie und Herr Wittkowski in der vorliegenden Form veröffentlichen, disqualifiziert in einer erstaunlichen Gewichtigkeit.

    Ich hoffe auf eine Unachtsamkeit in der Redaktion und darauf, dass hier nicht eine gebilligte Meinung veröffentlicht wurde und würde mir wünschen, dass Sie entsprechend korrigieren.

    Bertram Meyer.

  4. kagelam 26. November 2008 um 13:11 Uhr

    Klasse Jan ! Falls Du Zeit hast, schick Deine Antworten doch mal an die Portale, die diese Kommentare von solch unqualifizierten Leuten wie Ruhland, Müller, Wittkowski und Consorten ungeprüft übernehmen. Ob man uns (Dir) soviel Platz einräumt ?
    Dank + Gruß Kagel.

  5. Janam 26. November 2008 um 14:13 Uhr

    @ kagel: Mache ich gerne, wenn du mir die email-Adressen der Portale schickst, die das veröffentlicht haben.
    Gruß zurück, Jan

  6. badboyam 26. November 2008 um 17:39 Uhr

    hallo liebe leidensgenossinen und leidensgenossen,
    dazu fällt mir nur folgenes ein 😉

    fürn durscht gibts a bier,
    für die stiefel a wichs,
    gegen die flöh gibts a pulver,
    loss gegen dummheit gibts nix!

  7. MMam 26. November 2008 um 19:18 Uhr

    Ganz hervorragend Jan! Deine Argumentation ist wirklich klasse nachvollziehbar und eindrücklich belegt. Ob Herr Wittkowski wohl die Kapazität sie sich zu Herzen zu nehmen, darüber denke ich immer noch nach. Auch wenn keine Antwort kommt, geht dieser Punkt ganz klar und fair an Dich!

  8. tonicam 26. November 2008 um 21:26 Uhr

    Sauber formuliert Jan!
    Ich denke der Kommentarentwerfer wird zu feige sein, um ein Statement abzugeben. Durch die punktuelle Auseinandernahme und Widerlegung seiner Behauptungen von Dir, würde es mich wundern, wenn er noch etwas anderes drauf hätte, außer weitere haltlose und beschämende Argumentationsansätze!
    Nach meiner Meinung ein ganz klarer Punktsieg für Dich.

  9. goldsaam 27. November 2008 um 14:19 Uhr

    prima,
    super, habe gestern auch einen nur an die redaktion geschrieben in der ich sie darauf hinweise das die leute die sich fuer geldanlage interessieren garatniert nicht mehr ihr blättchen kaufen nachdem sie diese häme heraushauen und ob sie damit ihre kunden verkraulen wollen.

  10. hbrosam 27. November 2008 um 14:45 Uhr

    Liebe Kämpfer/innen an vorderster Front,

    die Beiträge zum unsäglichen Beitrag des scheinbar vom Geldadel gewonnenen Lobbyisten Ruhkamp und zu den dummen Äußerungen von Herrn P. Müller (Exvorstand der Commerzbank) finde ich treffend, notwendig und vollkommen richtig. Vielen Dank!!
    Diese Beiträge müssen veröffentlicht werden. Es kann nicht sein, dass Manager, auch wenn diese noch so gut sein sollten, das Hundertfache des Normalbürgers verdienen und ebenfalls Renten beziehen, die 6 Generationen von Normalbürgern nicht erhalten.
    Sollten die 308 Millionen den Sparern ausbezahlt werden, so wird das Geld wieder in Deutschland (ich lasse z. B. mein Dach erneuern) ausgegeben oder angelegt (Steuern). Es kommt also mit der Rückzahlung des Kredites durch Island unserem Land zweimal zugute.
    Haben sie daran mal gedacht Herr Ruhkamp??
    Heute lese ich in der WAZ, dass der Porschevorstand in diesem Jahr 120 ooo ooo (hunderzwanzigmillionen) EURO kassiert hat. Diese Leute sollen sich schämen, denn man könnte mit Hundertmillionen davon den Arbeitern mehr bezahlen bzw. Bildung, Forschung und Wohltätigkeit fördern. Diese Leute sind kein Vorbild mehr, sondern sie bringen uns wieder den NEOkommunismus.
    Mfg hbros

  11. nomoneyam 27. November 2008 um 16:36 Uhr

    Danke Jan!

    Hervorragende Argumentationskette!
    Mir persönlich fällt es inzwischen schon ziemlich schwer, gedanklich sachlich und fair zu bleiben.

    Der „kleine“ Mann wird einfach verladen und betrogen wo immer es möglich ist.
    @hbros: Ein System, das Demokratie genannt wird, wäre nie eingeführt worden, hätten damals die Mächtigen „bessere“ Ideen gehabt, die Schäfchen in Zaum zu halten.

    MfG
    immernoch nomoney 🙁
    und gemessen an Müller, Ruhrkamp, und wie sie sonst noch so heißen, wird sich das wohl auch kaum ändern! 😉

  12. ML-NRWam 27. November 2008 um 20:29 Uhr

    Gut geklappert, Jan! 🙂

    Gruß
    ml-nrw

  13. mikethespikeam 27. November 2008 um 21:05 Uhr

    super jan,
    habe dich ja schon an anderer stelle gelobt!
    mir fehlt eigentlich nur noch, folgende Überschrift in der F.A.Z:

    KE-Sparer sind schuld am globalen Finanzdesaster!!

    mikethespike

  14. jimmy06am 28. November 2008 um 08:55 Uhr

    Danke Jan!!!
    Schön daß sich jemand so kompetent zu solchen Artikeln äußern kann!! Ich war leider nur sprachlos, als ich den Artikel las… 🙁

  15. ERICH_FRENZELam 29. November 2008 um 15:37 Uhr

    Prima, Jan, dass Du sachlich bleibst.

    Ich bin immer noch erschüttert über den Kommentar von Herrn Wittkowski.
    Tröstlich ist eigentlich nur die Erfahrung , dass so ein Machwerk irgendwann auf seinen Verursacher zurückschlägt. Lassen wir es dabei, er ist es nicht wert, dass wir
    Zeit auf ihn verschwenden . Ich werde auch seine Telefonnummer und email-adresse aus dem online-Impressum seiner Zeitung nicht nutzen.
    Trotzdem stelle ich mir gerade vor, was passieren würde , wenn die Herren Wittkowski, KP Müller und Ruhkamp den 30 000 „dümmsten Sparern“ einmal persönlich gegenüber stehen müssten.

  16. Nathalieam 1. Dezember 2008 um 10:54 Uhr

    Sehr geehrter Herr Wittkowski,

    vielen Dank für Ihren Artikel vom 25.11.2008 zu „Deutschlands dümmsten Sparern“. Ich finde ihn hochinformativ. Man lernt dabei, auf welcher Ebene sich die deutsche Presse bewegt und dass auch die FAZ über das bereits hinlänglich bekannte BILD-Niveau nicht hinausgeht. Bei der Gelegenheit konnte ich auch gleich die – mir bis dahin unbekannte – „Börsen-Zeitung“ qualitativ richtig einordnen.

    Es ist geradezu hanebüchen, dass ein (angeblich) auf Wirtschaftsthemen spezialisiertes Blatt wie die „Börsen-Zeitung“ einen so großen Haufen zum Himmel stinkender Polemik ausschließlich mit unzutreffenden „Fakten“ zu „untermauern“ versucht.

    1. Die Frankfurter Kaupthing-Niederlassung hat nie verschwiegen, dass sie der isländischen Einlagensicherung angehört.

    2. In der Presse wurde nicht der Totalausfall als Worst-Case-Szenario angesprochen, sondern darauf hingewiesen, unterhalb der Einlagensicherung zu bleiben. Aber falls Ihre journalistischen Fähigkeiten über reine Polemik hinausgehen sollten, dann sind Sie sicher in der Lage, Ihre Aussage mit signifikanten Zahlen zu belegen.

    3. Über lange Zeit sind Banken größere Krisen erspart geblieben, so dass sich bei der Bevölkerung der Eindruck verfestigt hat, dass Banken stabile und „sauber“ funktionierende Konstrukte sind. Es kann nicht jeder schon einmal bei einer Bank gearbeitet haben, um das Gegenteil zu wissen. Auch ist sehr erstaunlich, dass man von normalen Sparern diese Weitsicht fordert, während die großen Wirtschaftslenker von der Bankenkrise „kalt erwischt“ wurden.

    4. Ihre Aussage über die „dummen Kunden“, die Ihr Geld bei deutschen Sparkassen und Banken zu ungünstigeren Konditionen arbeiten lassen, könnte durchaus einen wahren Kern haben. Allerdings einen anderen als Sie zu suggerieren versuchen. Eine Bank, die wie Kaupthing weniger Geld für Prunkbauten, Ackermänner und „Berater“ ausgibt, kann in der Tat auch bessere Konditionen anbieten.

    5. Kaupthing war keine „x-beliebige Bude“ sondern eine der größten Banken Europas. Die Tatsache, dass die britische öffentliche Hand ihre Gelder isländischen Banken anvertraute, lässt Ihre Sorte Berichterstattung mit Ihren „x-beliebigen Buden“ im richtigen Licht erscheinen.

    6. Kaupthing ist durch einen „bank run“ zahlungsunfähig geworden. Keine Bank dieser Welt hätte bei der Berichterstattung und dem ungeschickten Vorgehen des isländischen Premiers überleben können, auch keine der „seriösen doitschen“ Banken, aus deren Umfeld dieser Artikel offensichtlich lanciert wurde. Den Nachweis, dass sich Kaupthing in Schieflage befand und die Unternehmenswerte die Kundeneinlagen nicht decken, sind Sie schuldig geblieben.

    7. Die deutschen Steuerzahler stehen derzeit primär für die Löcher deutscher Banken gerade, die im Gegensatz zu Kaupthing nicht durch einen „bank run“ sondern durch Zockereien am Rande der Legalität entstanden sind. Nach dem derzeitigen öffentlichen Kenntnisstand wird davon ausgegangen, dass bei Kaupthing genügend Werte zur Abwicklung zur Verfügung stehen. Einen gegenteiligen Nachweis sind Sie schuldig geblieben.

    8. Wer im Zusammenhang mit Tages- und Festgeldkonten bei einem EWG-Land von „Spekulanten“, „Zockern“ oder „Gaunern“ spricht, hat fraglos nicht mehr alle Tassen im Schrank.

    9. „Kauf nicht beim Juden“ hatten wir schon mal, der neue Trend geht anscheinend zum „leg dein Geld nicht beim Skandinavier an“.

    10. Es sind genügend Fälle bekannt die nahelegen, dass von Beratern „seriöser deutscher Banken und Sparkassen“ mehr Bürger geschädigt wurden, als nach Abwicklung von Kaupthing vermutlich der Fall sein wird.

    Also als Fazit: Von journalistischen Tiefschlägern und Idioten, sehr geehrter Herr Wittkowski, lass ich mich noch lange nicht für „dümmst“ erklären.

    Mit freundlichen Grüßen
    Konrad Weiss

    PS
    Ich gehöre nicht zu denjenigen, die bei Kaupthing um ihre Einlagen fürchten mussten, weil ich den bank run kommen sah. Das hat wiederum damit zu tun, dass ich mein Wirtschaftswissen nicht aus Revolverblättern wie der „Börsen-Zeitung“ beziehe.

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