Und mal wieder ein Gier-Vorwurf einer Uninformierten…

12. Dezember 2008

…. diesmal vorgetragen von Frau Ursula Heinen, MdB, vorgetragen in Kölnische Rundschau: Der blanke Hohn wie Frau Heinen wie schlecht informiert über den Fall Kaupthing urteilt und wie sie mit zweierlei Maß in den Fällen Lehman und Kaupthing misst. Was stellt sie sich denn vor, wie wir angelegt haben?

„Ich bin da sehr zurückhaltend“, sagt die Kölner CDU-Bundestagsabgeordnete Ursula Heinen. Wer Erspartes habe, wolle das natürlich auch anlegen – mit dem Anspruch, richtig über die Risiken beraten zu werden. „Bei den Lehman-Papieren war das offenbar nicht der Fall“, sagt die Staatssekretärin im Verbraucherschutzministerium. Viele Leute, die Zertifikate der später pleitegegangenen US-Bank bei deutschen Geldinstituten gekauft hätten, seien davon ausgegangen, sichere Papiere zu erlangen, „etwa wie Bundesanleihen oder Bundesschatzbriefe“. Tatsächlich aber genießen Zertifikate nicht solche Sicherheit wie Einlagen in einer Bank, die über einen Sicherungsfonds geschützt sind.

Doch gibt es nicht nur Lehman-Betroffene, sondern auch Anleger, die ihr Geld gezielt ins Ausland gebracht haben, etwa die Kunden der nun insolventen isländischen Kaupthing-Bank. Wer sein Geld bewusst in obskure Finanzprodukte gesteckt und sich „weit außerhalb der Reichweite von Bankenaufsicht und Einlagensicherungsfonds bewegt hat“, kann bei Heinen nicht auf Verständnis hoffen.

Bitte nicht verwechseln: Bundespäsident Horst Köhler hat dagegen nur ALLGEMEIN ,,viele Normalsparer“ kritisiert – ob er damit uns Kaupthing-Kunden meint, lässt sich dem Zitat überhaupt nicht entnehmen!

5 Reaktionen zu “Und mal wieder ein Gier-Vorwurf einer Uninformierten…”

  1. TEGEL1am 12. Dezember 2008 um 12:46 Uhr

    Ach Uschi mach kein Quatsch, ach Uschi komm sei lieb zu mir….

    Im Ernst : Haben wir nicht einen Standardbrief um auf solchen Unfug zu reagieren ?
    So langsam ist man es ja leid sich aufzuregen. Ich weiß aber nicht ob der Journalist bewusst wieder provoziert oder ob Ursula, die Staatssekretärin im Verbraucherschutzministerium (!) , so unbedarft ist.

  2. Janam 12. Dezember 2008 um 13:30 Uhr

    @ TEGEL1: Du sprichst mir aus der Seele. 😉

    Eine Standardmail geht auf jeden Fall noch raus – auch wir haben mittlerweile Textbausteine. 😉

    Die gleiche Frage habe ich mir auch gestellt. Es hört sich wirklich fast so an, als ob der ,,Journalist“ da eine hübsche Collage gegen uns zusammen gebastelt hat. Besonders unseriös ist, dass der ,,Journalist“ nicht mal den Konjunktiv verwendet, wenn er jemand anderes zitiert.

  3. JoWaLoam 12. Dezember 2008 um 16:12 Uhr

    Ach, die Urschel hat da wohl nur ein paar Wörter verwechselt.

    Statt:
    Wer sein Geld bewusst in obskure Finanzprodukte gesteckt und sich „weit außerhalb der Reichweite von Bankenaufsicht und Einlagensicherungsfonds bewegt hat“, kann bei Heinen nicht auf Verständnis hoffen.

    muss es heussen:
    Wer seine Wählerstimme bewusst an obskure Parteien gesteckt und sich „weit außerhalb der Reichweite von Vernunft und Realität bewegt hat“, kann bei Heinen auf Verständnis hoffen.

    Grüße
    JoWaLo
    P.S.: Das sind von uns gewählte Volksvertreter!

  4. budisovam 13. Dezember 2008 um 14:24 Uhr

    Gut, dass wir mit unserem Anliegen nicht durch den Haushaltsausschuss müssen. Das Darlehen an die überforderte deutsche Einlagensicherung EdW für Wertpapieranleger war dort wohl erst gescheitert und wird jetzt „durch die Hintertür“ gewährt. Dem Europarecht sei Dank. http://www.wiesbadener-tagblatt.de/wirtschaft/objekt.php3?artikel_id=3556289

    Gegen dieses Darlehen sprach sie auch ein SPD-Abgeordneter Schneider aus. Ich frage mich, welche Partei am ehesten die Interessen der Sparer vertritt. Das ist hier keine Wahlplattform und es geht auch nicht um Stimmenkauf. Aber eine neutrale Aufstellung oder eine Diskussion, aus der jeder seine eigenen Schlüsse ziehen kann, fände ich schon interessant. Auf besonders wenig Verständnis stoßen wir wohl bei der FDP und CSU. Aus der Richtung ist mir überhaupt kein positives Statement bekannt. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

  5. xyzam 14. Dezember 2008 um 07:55 Uhr

    Frei nach Shakespeare: Auch wenn es verrückt klingt, es steckt Methode dahinter.
    Man will sich auf unserem Rücken bei bei der breiten Wählerschaft, die man für oberflächlich, vorurteilshaft und dumm hält (nicht unbedingt zu unrecht, die aber verständlicherweise auch nicht immer informiert sein kann), einen Namen machen. Solche Politiker gehören eigentlich nicht in unsere politische Landschaft, sind aber leider der Normalfall – gehören also doch dorthin. Es ist die unterste Schublade.
    Aber es ist richtig, dass wir zukünftig bei Geldanlagen sehr viel mehr als bisher die Sicherheit der Anlage beachten müssen. Den Vorwurf müssen wir uns auch selber machen. Das gilt aber ebenfalls für jeden Anlager, also auch jene, mit Geld bei einem deutschen Geldinstitut, nicht gerade bei der Kaupthing, die nur durch Einspringen des Staates nicht unsere Probleme haben. Und insoweit hat auch der Bundespräsident recht. Nur, man kennt die Absicht und ist verstimmt. Und ich wehre mich dagegen, dass uns und nur uns Kaupthing-Sparern dieser Schuh angezogen werden soll – sei es auch vom Bundespräsidenten. Ebenso und noch mehr wehre ich mich auch weiter dagegen, wegen der 0,5 – 1% mehr Zinsen, die es damals bei der Kaupthing gab und die man in der damaligen Zeit steigender Zinsen leicht auch bald anderweitig erhalten hätte, als Zocker und Spekulant bezeichnet zu werden. Diese abstrus-diffamöse Verzerrung der Realität macht nur deutlich, in welcher moralinen Ecke man den normalen Sparer haben will und wo er sich begnügen soll.

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein, um kommentieren zu können.