„Wann hat mr gnuag?

12. Dezember 2008

– gnuag glernt, gnuag gschwätzt, gnuag gschafft. Wann?
Wann hat mr gnuag gseah und ghört,
gnuag agschafft, gnuag mitgmacht?
Wann hat mr gnuag omtriebe, ageaba,
rumgschria, austeilt, eingschteckt?
Gibt’s oimal im Leaba an Punkt, wo mr gnuag hat?
Net gnuag vom Leaba – bei Gott net,
sondern gnuag vo‘ ällem, vo‘ dem mr moint,
dass mr net gnuag drvo kriage könnt!

Gnuag –
es sott oifach amol gnuag sei drmit,
dass mr suacha muass, schtreba muass,
kämpfa muass ond immer meh‘ wella muass.
Wenn’s so an Idealzuschtand geba könnt,
vielleicht däd mr no für an Moment
sogar ’s wahre Leaba seah!
Solang mir ons aber in onserm „Gnuag?“
no‘ Gedanke drüber machet,
ob’s au g’wieß langt – jo, solang des so isch,
do hent mr scho‘ viel z’viel …!“

Sonja und Wilfried Albeck, Flein
(aus: die Rundschau 11.12.2008)

Eine Reaktion zu “„Wann hat mr gnuag?”

  1. Nathalieam 13. Dezember 2008 um 13:20 Uhr

    Übersetzung von Margie aus dem Forum:

    Wann hat man genug?

    -genug gelernt, genug geredet, genug gearbeitet. Wann?
    Wann hat man genug gesehen und gehört,
    genug angeschafft, genug mitgemacht?
    Wann hat man genug getrieben, angegeben, herumgeschrien, ausgeteilt, eingesteckt?
    Gibt es einmal im Leben einen Punkt, wo man genug hat?
    Nicht genug vom Leben- bei Gott nicht,
    sondern genug von allem, von dem man meint,
    dass man nicht genug davon kriegen könnte!

    Genug-
    es sollte einfach einmal genug sein damit,
    dass man suchen muss, streben muss,
    kämpfen muss und immer mehr wollen muss.
    Wenn es so einen Idealzustand geben könnte,
    vielleicht würden wir dann für einen Moment
    sogar das wahre Leben sehen!
    Solange wir uns aber in unserem „Genug“
    noch Gedanken darüber machen,
    ob es auch wirklich reicht – ja, so lange das so ist,
    haben wir schon viel zu viel…!

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