Zinsen und Freistellungsauftrag

6. Januar 2009

Telefonat mit der KE Zentrale in Deutschland. Die Guthabenzinsen für 2008 werden wohl zum Jahresende (31.12.2008) von KE formal den Konten der Kunden gutgeschrieben, wobei aber wegen des am 09.10. verhängten Moratoriums der BaFin noch unklar ist, für welchen Zeitraum die Zinsen berechnet werden. Üblicherweise muß bei Gutschrift der Zinsen von der Bank Zinsabschlagssteuer an das zuständige Finanzamt abgeführt werden. Das ist für KE aber so lange nicht möglich, wie das Moratorium der BaFin besteht. Denn KE ist aufgrund dieses Moratoriums nicht befugt, Zahlungen zu leisten, sofern diese nicht der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs der Bank dienen. Und das ist bei Steuerzahlungen – mit Ausnahme der Lohnsteuer – nicht anzunehmen.

Selbst wenn KE die Zinsen den Konten gutschreibt, heißt das nicht, daß diese Gelder am Ende tatsächlich auch an die Kunden ausbezahlt werden. Sollte die BaFin das Moratorium im neuen Jahr aufheben und die Zinsabschlagssteuer für 2008 nachträglich an das Finanzamt abgeführt werden, die KE-Kunden die ursächlichen Zinsen aber gar nicht erhalten, müßte man als Sparer versuchen, die von KE an das Finanzamt abgeführte Zinsabschlagssteuer über die Einkommenssteuererklärung unter Hinweis auf den nicht erfolgten Zufluß wieder zurückzubekommen.

Um die Abführung des Zinsabschlages an das Finanzamt zu verhindern, kann man bei KE einen Freistellungsauftrag über den erwarteten Zinsbetrag einreichen, wobei es um den Freistellungsauftrag 2008 geht, weil der Zinsertrag als am 31.12.2008 zugeflossen gilt. Der Freistellungsauftrag ist direkt an die KE-Zentrale in Frankfurt zu senden. Zu beachten ist natürlich, daß die maximale Freistellung für 2008 pro Person 801 Euro für Alleinstehende und 1.602 Euro für Verheiratete beträgt. Diese Grenzen dürfen in der Summe aller erteilten Freistellungsaufträge auch bei anderen Banken nicht überschritten werden.

Zusatzinformation: Entgegen der Hotline-Ansage von KE ist das Servicecenter der Bank wieter existent. Dieses Servicecenter wird von einem externen Dienstleister betrieben, der von KE bei Bedarf nur noch fallweise beauftragt wird, um Kosten zu sparen.

Titan

Quelle: Forum

Die Mail erreichte uns am 29.12.2008. Wir freuen uns, dass die BaFin aufmerksam unsere Seite verfolgt, da diese Mitteilung von der BaFin aus kam -ohne Anfrage unsererseits.

Anmerkung der BaFin:

Hallo Frau E.,
der Fachbereich hat mir zum Thema Freistellungsaufträge folgenden Text für Sie zur Verfügung gestellt (gern auch zur Veröffentlichung):

Zum Beitrag „Zinsen und Freistellungsauftrag“ (Nathalie 20. 12. 2008)

In dem zitierten Text heißt es:
„Zu beachten ist natürlich, dass die maximale Freistellung pro Person…… Diese Grenzen dürfen in der Summe aller erteilten Freistellungsaufträge nicht überschritten werden.“

Entscheidend ist aber nicht die Summe der gestellten Aufträge, sondern die Summe der auf Grund eines Freistellungsauftrages vom Zinsabschlag verschonten Zinserträge. Die Banken melden letztere Beträge.

Zum Kontrollverfahren für Freistellungsaufträge sind weitere Informationen auf der Seite des Bundeszentralamtes für Steuern

www.bzst.bund.de/

unter dem Stichwort

Kontrollverfahren BSA

zu finden.

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