Verschiedenes zur (wirtschaftlichen) Situation in Island

17. Januar 2009

Iceland’s hangover, part I – Die Situation einer entlassenen Bankmangerin und ihres Mannes

In The Huffington Post beschreibt eine isländische Journalistin, wie hart die Situation allein für bisherige isländische Gutverdiener ohne Kinder (!) ist (man mag sich nicht vorstellen, wie die Situation dann erst für den isländischen Durchschnittsbürger ist!). Eine ehemalige Bankmanagerin sucht jetzt aus Verzweiflung Putzjobs in Dänemark! Interessant ist die Einschätzung der ehemaligen Bankmanagerin, dass die Risiken einfach verdrängt worden seien – erst nach dem Ende sehe man wieder klar, wie verrückt das Bankensystem gewesen sei. Zum Bericht (auf Englisch) geht es hier.

Dezember-Arbeitslosenquote in Island

Die Quote lag im Dezember 2008 bei 4,8 %. Dies ist ein Anstieg um 45% gegenüber November 2008 und der höchste Stand seit Januar 1997.  Dies meldet IceNews (auf Englisch).

Schweden gibt umgerechnet 580 Mio. € Kredit

Nach dem schwedischen Finanzministerium sei der Kredit Teil des Kreditpaketes der nordischen Länder, das wiederum Teil des IWF-Hilfsprogramms sei. Island erwartet umgerechnet 2,3 Milliarden € an Krediten aus den nordischen Staaten (Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland) sowie Polen und Russland. Außerdem sei ein Kreditvertrag zwischen Island und den Färöer-Inseln in Höhe von umgerechnet 38 Millionen € abgeschlossen worden. Dies meldet IcelandReview hier (auf Englisch).

Plötzlich ist Island erschwinglich für Amerikaner

Selbst in Kalifornien wird inzwischen für Island-Reisen geworben. Island sei zum ,,50%-Rabatt-“ Winterspielplatz für US-amerikanische Touristen geworden. Ein ausführlicher Reisebericht einer Journalistin der Los Angeles Times (auf Englisch) findet sich hier.

Dringender Appell eines britischen Professors

Der Professor an der London School of Economics und Island-Experte Robert Wade zeigte sich frustriert, dass seine (und anderer) dringenden Warnungen zur isländischen Wirtschaft in den letzten Jahren nicht gehört worden seien. Die Ungleichgewichte in der isländischen Wirtschaft seien so groß gewesen wie nirgendwo anders auf der Welt. Zu den isländischen Banken meint er, es sei nicht nur eine Frage, welche Regeln es gebe, sondern auch wie diese Regeln umgesetzt – oder eben nicht umgesetzt würden. Die isländische Finanzaufsicht sei eher wie ein Helfer der Banken und nicht wie ihr Kontrolleur aufgetreten. Mit Blick auf die Zukunft sehe er das Schlimmste erst kommen. Er erwarte noch höhere Arbeitslosigkeit und dass die Pensionsfonds ihre Zahlungen verringern würden. Er glaube, dass ein weiterer weltweiter Scheidepunkt (wie die Entscheidung der amerikanischen Notenbank vom September, Lehman Brothers nicht zu retten) im März oder Mai kommen werde. Nach Wades Meinung könne sich die isländische Regierung in der noch verbleibenden Zeit auf diese Erschütterungen gut vorbereiten, indem sie Parteipolitik beiseite lasse und große Schritte unternehme. Der Bericht von IceNews (auf Englisch) findet sich hier.

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