BBC News: Der isländische Präsident meldet sich zu Wort

19. Januar 2009

Dabei kritisierte Präsident Grimsson v.a., dass Island in einer politischen Debatte in Schottland jetzt als Negativbeispiel genommen werde. Hintergrund ist, dass die Befürworter einer schottischen Unabhängigkeit bisher die ,,Achse des Wohlstands“ – bestehend aus Norwegen, Irland und Island – als Vorbild angeführt hatten. Alle drei Länder sind im 20. Jahrhundert unabhängig geworden und haben sich seitdem gut entwickelt. Aufgrund der Turbulenzen, die im Zuge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise in diesen Ländern aufgetreten sind – speziell in Island, aber auch in Irland – sprechen Gegner der Kampagne für die schottische Unabhängigkeit nun von einer ,,Achse der Insolvenz“. Island und die anderen beiden Staaten würden schneller wiederauferstehen als sich manche heute vorstellen könnten – im Vergleich zu GB, Deutschland, Frankreich und den Vereinigten Staaten.

Interessanter für uns dürfte sein, wie sich Präsident Grimsson zu unserer Entschädigung geäußert hat: Die Gespräche mit der Europäischen Union (Großbritannien eingeschlossen) gingen weiter, wie man den durch den Zusammenbruch der isländischen Banken betroffenen Sparern helfen könne. Obwohl er meinte, dass diejenigen, die ihr Geld auf Konten mit höheren Erträgen angelegt hätten, auch um die höheren Risiken gewusst hätten. Das isländische Volk sei guten Willens und entschlossen, diese Angelegenheit zu lösen. Aber man könne von Island nicht erwarten, dass es Großbritannien, Deutschland und andere Länder in höherem Umfang entschädige als sein eigenes Volk.

Außerdem verwies er in diesem Zusammenhang auf das entstandene Unrecht durch die Anwendung der britischen Anti-Terror-Gesetze.

Schottische Gemeinden haben noch eingefrorene Spareinlagen von fast umgerechnet ca. fast 60 Mio. €.

Zum Bericht von BBC News geht es hier.

Meinung von Jan: Dies scheint in die Verhandlungsposition der Isländer zu passen (siehe schon hier). Eine Unverschämtheit, wie wenig Einsicht die isländische Politik anscheinend in ihre Verfehlungen zeigt. Erst macht sich Kaupthing nach ganz Europa auf, um das Geld der Sparer einzusammeln, obwohl überhaupt keine Einlagensicherung besteht. Dies wusste mindestens die isländische Finanzaufsicht und schreitet dagegen trotzdem nicht ein! Und dann will die isländische Politik dafür nicht mal Verantwortung übernehmen. Kein Wunder, dass die Isländer außer sich sind über diese politische Führung.

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