Hohe Zinsen = Hohes Risiko? Von wegen! „Das Geld ist bei uns sicher“

27. Januar 2009

Siehe das Interview in der FAZ vom 02.05.2008, in welchem dem ehemaligen Chef unserer Bank breiter Raum gegeben wurde und in dem er ausführlich alle Bedenken zerstreuen durfte. Einige Aussagen von Herrn Sigurdsson:

Herr Sigurdsson, Sie bieten Ihren Kunden in Deutschland 5,65 Prozent Zinsen auf dem Tagesgeldkonto, so viel wie niemand sonst. Wie ist das möglich?

Wir arbeiten sehr kosteneffizient. Wir sind mit unserem Internetangebot in neun Ländern aktiv. Alles basiert auf einem Computersystem, das leicht den jeweiligen Marktgegebenheiten angepasst werden kann. Wir haben keine Kosten für Filialen, und daher können wir den Kunden sichere und gute Konditionen bieten.

[…]Wir konnten unsere gute Liquiditätslage aber bewahren und sind in einer exzellenten Lage. Wir haben strikte Regeln für unsere Liquiditätsausstattung, die haben wir eingehalten, und davon profitieren wir heute.

Also keine Gefahr für deutsche Anleger?

Nein, die Geldanlage bei uns ist absolut sicher.

Die Kosten für die Absicherung gegen den Ausfall Ihrer Kredite sind überproportional gestiegen, ein eindeutiges Zeichen mangelnden Vertrauens in die Kaupthing Bank.

Es kamen zwei Sachen zusammen. Die Liquiditätslage am gesamten Kapitalmarkt hat sich während der Kreditkrise deutlich angespannt, darunter leiden alle. Zudem hatte Island spezifische Probleme. […] Unser Finanzsystem ist in den vergangenen Jahren sehr schnell gewachsen. Es gibt die berechtigte Befürchtung, dass es nun etwas langsamer wächst.

Sind die Banken zu groß für die Insel geworden?

Das ist ein häufiges Missverständnis. Sie vergleichen doch die Royal Bank of Scotland auch nicht mit der Einwohnerzahl von Glasgow. Kaupthing ist natürlich groß, wir machen unser Bankgeschäft aber in vielen verschiedenen Ländern, wir sind die drittgrößte dänische Bank. 25 Prozent unserer Vermögenswerte liegen in Großbritannien. Wir sind eine europäische Bankengruppe.

[…]

Wenn Ihre Kreditabsicherungen dauerhaft so teuer bleiben, welche Folgen hat das für Kaupthing?

Es würde für uns ein langsameres Wachstum bedeuten. In den vergangenen Jahren sind wir sehr schnell gewachsen. Aber wenn sie sich unsere Cost-Income-Ratio anschauen, sind wir eine der effizientesten Banken in Europa. Deswegen können wir auch höhere Zinsen an unsere Kunden zahlen. Das Wachstum kann sich zwar verlangsamen, es ist aber nichts, wo wir besonders beunruhigt sein müssten. Wir sind eine gesunde Bank.

Die Rating-Agenturen haben die Noten für Kaupthing gesenkt und einen negativen Ausblick gegeben.

Das Rating, das wir derzeit haben, ist in Ordnung. Moody’s ist von der Qualität unserer Vermögenswerte überzeugt und auch von unserem diversifizierten Geschäftsmodell. Wir waren natürlich gerne eine „AAA“-Bank, aber „A“ zerstört nicht unser Geschäftsmodell.

Und der negative Ausblick von Fitch?

Wir glauben, der negative Ausblick begründet sich in der unruhigen Lage an den internationalen Finanzmärkten. Das Vertrauen wird aber bald in die Märkte zurückkehren, so dass der negative Ausblick zurückgenommen wird.

Welche Folgen hat die internationale Kreditkrise für Kaupthing?

Wir hatten ein paar Verluste in der zweiten Jahreshälfte 2007. Das erste Halbjahr war ein Rekordjahr, das zweite war nicht so gut. Wir sind aber bei weitem nicht so stark betroffen wie viele andere Banken. Wir waren und sind überhaupt nicht in Subprime-Kredite investiert. Wir haben im zweiten Halbjahr 2007 200 Millionen Euro abgeschrieben. Der Nettogewinn lag aber bei einer Milliarde Euro.

Könnte die Zentralbank Sie im Zweifel retten?

Das wird nicht nötig sein.

Das gesamte Interview gibt es hier .

Eine Reaktion zu “Hohe Zinsen = Hohes Risiko? Von wegen! „Das Geld ist bei uns sicher“”

  1. moneyam 28. Januar 2009 um 14:55 Uhr

    Also, wer will denn da noch meckern; bei der KE i s t und b l e i b t das Geld sicher aufgehoben. Nichts anderes wurde versprochen und wird auf lange Sicht auch (ein)gehalten.

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein, um kommentieren zu können.