An BFM Steinbrück – Beenden Sie diesen Albtraum bis 24.02.09

7. Februar 2009

Quelle: Forum

Kaupthing – Beendet diesen Albtraum!
Bundesfinanzminister Steinbrück – sorgen Sie dafür, dass die deutschen Privatanleger bis zum 24. Februar 2009 ihre Einlagen vollständig zurück erhalten!
(Klartext: Wer A am 24.11.2008 zusichert, dass deutsche Betroffene im Falle Kaupthing ihre Einlagen vollständig zurück erhalten, der sollte dies B auch innerhalb von drei Monaten bis zum 24.02.2009 einhalten.)

Da war mal ein Aufruf dieses Forums vom 24. Oktober 2008 an alle Politiker (die sich laut Quellen auch hier im Forum informieren). Einfach zur Erinnerung ggf. auch für die, die erst später ins Forum gekommen sind. Was hat sich seitdem getan?.

Offener Brief/ Appell an verantwortliche Politiker (vom 24.10.2008)

Beenden Sie mit einem klaren Statement das Informationschaos im Falle Kauphing Edge Deutschland. Sorgen Sie dafür, dass das in unsere Volksvertreter gesetzte Vertrauen aller – nicht nur der konkret betroffenen – deutschen Sparer gerechtfertigt ist.

Inzwischen wird deutlich, dass sich deutsche Politiker – wie dies auch für Politiker anderere Länder selbstverständlich ist – für die Interessen betroffener Sparer in Deutschland einsetzen. Wie die geradezu enthusiastischen Reaktionen auf das Gespräch der Forumsteilnehmer Thomas/ Silke mit MdB Volker Theissen zeigen, sind Betroffene für diese Unterstützung dankbar.

Was allerdings bis zum jetzigen Zeitpunkt fehlt, ist ein klares, in der allgemein zugänglichen Presse veröffentlichtes Statement eines verantwortlichen Politikers – sei das von Bundesfinanzminister Steinbrück persönlich, oder eines offiziellen Vertreters, welches das herrschende Informationschaos beendet.

Selbst hier im Forum, in dem sich Betroffene umfassend aus allen möglichen Quellen – offiziellen, inoffiziellen, objektiven, subjektiven etc. – informieren, schwankt die Stimmung beinahe stündlich zwischen Enthusiasmus und Verzweiflung. Wie mag es Betroffenen gehen, die Informationen nur aus der Presse erfahren – ich erwähne hierzu nur die zuletzt getroffene fehlerbehaftete Aussage von Bundeswirtschaftsminister Glos in der Welt, welche wiederum in der Bild-Zeitung zitiert und damit einem Großteil der Bevölkerung zugänglich gemacht wurde.

Gerade dieses – auch von deutschen Politikern verantwortete – Informationswirrwarr sorgt für Vertrauensverlust und Hilfslosigkeit bei den Betroffenen, während bei anderen Teilen der Bevölkerung Hohn und Häme gegenüber den Betroffenen gefördert werden. Den Schaden, den diese Situation verursacht, verdeutlichen folgende Beispiele:

– Die Entsolidarisierung unserer Gesellschaft sowie der Vertrauensverlust der Bürger in die Volksvertreter schreiten voran.
– Anwälte treiben ihr Spielchen und schlagen – teilweise unter Veröffentlichung zweifelhafter eigener Pressemeldungen – Profit aus der verworrenen Situation.
– Die von Betroffenen, Politikern, Medien zu verarbeitende Informationsflut bindet Ressourcen, die anderweitig gegebenenfalls sinnvoller eingesetzt wären.
– Betroffene bangen – gegebenenfalls zu unrecht – um ihre Existenz und entwickeln teilweise Krankheitssymptome

Kann dies alles im Interesse der Betroffenen, der Volksvertreter, der deutschen Bevölkerung sein? Ich meine: NEIN

Fazit:

Die Lösung ist eigentlich ganz einfach. Veröffentlichen Sie ein Statement/ eine Aussage von offizieller Stelle in den allgemein zugänglichen Medien, welches die momentan für alle Seiten unbefriedigende Situation bereinigt.

Hierzu ein Vorschlag für ein Statement:

„Die deutsche Bundesregierung/ das Bundesfinanzministerium vertritt die Interessen deutscher Sparer und setzt sich im Falle der von Island verstaatlichten deutschen Niederlassung der Kaupthing Bank für die Sicherung der deutschen Guthaben ein. Welche Lösung in den aktuell laufenden Verhandlungen zwischen Vertretern der deutschen Bundesregierung sowie offizieller Stellen in Island gefunden wird, lässt sich momentan noch nicht konkretisieren. Ziel ist in jedem Falle eine möglichst rasche, im Interesse deutscher Sparer liegende Lösung. Soweit die Verhandlungssituation dies zulässt, werden Informationen unverzüglich von offizieller Seite veröffentlicht.“

Was ist inzwischen passiert:

– Inzwischen haben alle anderen betroffenen Länder längst eine Lösung gefunden
– Karlheinz ist nach Island geflogen
– für die deutschen Betroffenen gab es eine Zusage von Steinbrück (24.11.2008)
– deren „Depublizierung“ erfolgte am 08.01.2009
– die BaFin hat seit dem 16.10.2008 keine aktuellen Informationen veröffentlicht
– die Regierung in Island tritt (für das BMF vollkommen überraschend) zurück
– erneut fliegt eine Gruppe Betroffener nach Island
– die angestrebte Verhandlunslösung des BMF löst sich in Luft auf
– Politiker/ Ansprechpartner tauchen ab
– die Agenda/ Lösung bestimmt plötzlich das Resolution Committee
– deren Vorschlag – der sicher nicht erst seit dem 05.02. den deutschen Verhandlungspartnern bekannt war, wird von deutscher Seite nicht kommentiert
– der DZ-Bank wird der schwarze Peter zugeschoben (zu Recht?)
– eine konkrete Lösung mit konkretem Termin ist immer noch nicht in Sicht, …

Was ist aus den damaligen Gründen des Aufrufs,, warum das BMF (Beamte und Volksvertreter)- wie in anderen Ländern auch – das Recht und die Interessen der deutschen Betroffenen durchsetzen sollen geworden:

Entsolidarisierung der Gesellschaft: wurde vollständig erreicht
bspw. Steuermittelpropaganda (Fakt: Kaupthing verfügt über genügend Vermögenswerte zum Ausgleich der deutschen Einlagen), Hetze von saturierten institutionellen Versagern wie Commerzbank-Müller, Zinslügerei von Steinbrück/ Glos (bis 9 %) und Medien, Leserkommentare/ Einstellungen aufgrund von Fehlinformationen (z.B. „Ihr Selbstverständnis, dass sich die BRD für IHRE SPEKULATIONEN einsetzen und SIE auf Kosten der Steuerzahler schadfrei halten sollte, verstehe ich nicht.)

Anwälte treiben ihr Spielchen: wurde vollständig erreicht
Irreführende Pressemeldungen der Anwälte, null Ergebnisbeitrag, laut einem Betroffenen hat ein Anwalt für das Abschicken des Formulars, anschließendem Nichtstun sowie Entzug des Mandats bei der Rechtschutzversicherung über 2500 EUR abgerechnet – kann man mal hochrechnen was da sinnlos an Geldern verschwendet bzw. umverteilt wird.

Informationsflut/ Bindung von Ressourcen: wurde vollständig erreicht
Engagement der Betroffenen in Foren, Briefe, Mailings, Reisen nach Island, sinnloses Abschicken der Anträge nach Island, Demonstrationen, sinnlose Verhandlungen des BMF, etc.

Existenzsorgen/ Krankheiten bei Betroffenen: wurde vollständig erreicht
Zahlungsunfähigkeit, Pfändungen, (Wucher-)Notkredite, Nervenzusammenbrüche, Familienzerrüttung, Suchtverhalten, etc. (Einzel-Schicksale sind u.a. auf der Kaupthing helft uns-Seite aufgeführt)

Ergänzung:

(Bürgerfreundliche) Lösung auch für die deutschen Kaupthing-Betroffenen: wurde (bisher) vollständig verfehlt

Zur Erinnerung: Diese ganze deprimierende Stümperei mit ihren Negativwirkungen ging an allen anderen betroffenen Ländern bzw. deren Bürgern weitgehend vorbei.

Aufruf:

Kaupthing – Beendet diesen Albtraum!
Bundesfinanzminister Steinbrück – sorgen Sie dafür, dass die deutschen Privatanleger bis zum 24. Februar 2009 ihre Einlagen vollständig zurück erhalten!

Chronologie der Informationspolitik/ Bemühungen deutscher Volksvertreter/ Beamter + weitere Ereignisse: (aus dem Aufruf vom 24.10.2008 mit aktuellen Ergänzungen)

Der Informationswirrwarr lässt sich daran ablesen, dass sich im Themenbereich „Öffentliche Reaktionen und Infos“ nur wenige Aussagen von offizieller Stelle finden lassen, das Forum inzwischen aber auf tausende von Beiträgen angeschwollen ist. An dieser Stelle nur ein kurzer Abriss der Informationssituation:

– 10.10.2008: Hartmut Wohlfahrt, BMF, Leitungsstab Referat Bürgerangelegenheiten per E-Mail:

„Die Kaupthing Edge Bank besitzt keine deutsche Banklizenz. Auch die deutsche Niederlassung der Kaupthing Bank unterliegt den Regularien der Isländischen Bankenaufsicht. Daher ist sie nicht der deutschen , sondern der isländischen Einlagensicherung zugeordnet und unterliegt somit nicht der zusätzlichen – durch die Bundesregierung abgegebenen – Staatgarantie. Genaue Auskünfte kann nur die Kaupthing Edge Bank selbst erteilen.
Auf die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht getroffenen Maßnahmen darf ich hinweisen“

Zusammenfassung (ggf. leicht subjektiv): Dieses Problem geht uns nichts an. Klären Sie das mit ihrer Bank

13.10.2008: Bundesfinanzminister Steinbrück, Pressekonferenz auf Anfrage zum Fall der Sparguthaben deutscher Anleger im Falle Kaupthing.

Steinbrück: Gibt Frage an seinen Staatssekretär Asmussen weiter
Assmussen: „.. da gilt die Zusage, die gemacht worden ist, die bezieht sich auf dt. Sparer und Sparerinnen“
Steinbrück: „..will sagen, eine isländische Bank mit einer Niederlassung oder Tochter in Deutschland wird abeschirmt, mit dem was wir machen…, die Töchter deutscher Banken in Island nicht!“

Zusammenfassung (ggf. leicht subjektiv): Gesamten Einlagen sind abgesichert

16.10.2008:Veröffentlichung des BMF auf Homepage:

„Die Garantieerklärung der Bundesregierung umfasst Spareinlagen in Form von Sparbüchern, Sparbriefen, Girokonten und Termingeldern. Grundsätzlich gilt sie für Banken, die Teil der deutschen Einlagensicherung [Glossar] sind. Auch Tochtergesellschaften von ausländischen Banken können Teil der deutschen Einlagensicherung sein. Die Kaupthing Bank ist es jedoch nicht. Das Institut hat Sparerinnen und Sparern höhere Renditen geboten als andere Institute in Deutschland. Dafür sind die Sparer größere Risiken eingegangen, weil die Bank nicht Teil der deutschen Einlagensicherung ist. Die Bundesregierung versucht mit der isländischen Regierung Wege zu finden, wie man im Einzelfall helfen kann. Abzuwarten ist, ob es überhaupt zu Schäden kommt, da erstmal die isländische Einlagensicherung greift.“

Zusammenfassung (ggf. leicht subjektiv): Ihre Einlagen sind bis 20877 abgesichert, im Einzelfall vielleicht auch darüberhinaus.

Die Aussage ist absolut missverständlich formuliert. Weiß das BMF bereits, dass der Sicherungsfond-Fall eintreten wird und das dieser genug Finanzmittel hat – Kaupthing ist noch nicht insolvent, im Fond angeblich nur 100 Mio; Was bedeutet Einzelfall – bezieht sich dies auf Einlagen, welche die Höhe von 20877 EUR überschreiten?

20.10.2008: Wirtschaftsminister Glos, Interview in Welt, am 21.10.2008 zitiert in Bild auf die Frage nach Beratung bei Finanzprodukten und Gier:

„Gier ist ein ebenso schlechter Ratgeber wie Angst. Für mich ist es beispielsweise unverständlich, wie Zigtausende Menschen via Internet ihr Geld einer kleinen Bank in Island überweisen konnten, ohne sich über die Risiken einer Geldeinlage im Vorfeld zu informieren. Es ist doch klar, dass es keine überdurchschnittlichen Renditen ohne überdurchschnittliche Risiken gibt. Hier braucht es wieder ein Stück Maßhalten.“

Zusammenfassung (ggf. leicht subjektiv): Selber schuld, warum seid ihr auch nur Kleinsparer und keine Bayerische Landesbank

22.10.2008: MdB Carl-Ludwig Thiele, FDP, Vorsitzender der AG Finanzen und Steuern, per E-Mail

„Grundsätzlich ist dieser isländische Sicherungsfonds für die Entschädigung der Kunden der Kaupthing-Bank zuständig.
Trotzdem führt die Bundesregierung Gespräche mit der isländischen Regierung darüber, ob und wenn ja auf welche Weise für deutsche Betroffene im Falle von Verlusten durch die isländische Kaupthing-Bank eine Lösung gefunden werden kann.
Ich bitte Sie, die Ergebnisse dieser Gespräche abzuwarten. Die Wirtschaftspresse berichtet nahezu täglich darüber.“

Zusammenfassung (ggf. leicht subjektiv): Eine Lösung wird gesucht.

21/22.10.2008: Neue Rhein Zeitung mit Berufung auf Ministeriumssprecher

„Das Bundesfinanzministerium dämpft die Hoffnung deutscher Kunden der verstaatlichten isländischen Kaupthing-Bank auf ein schnelles Eingreifen der Bundesregierung. „Eine nationale Lösung ist die Ultima Ratio”, sagte gestern ein Ministeriumssprecher.“ Bei den Gesprächen mit Island gehe es nicht primär um eine bilaterale Vereinbarung, so der Ministeriumssprecher „Es geht darum, dass wir für die Sparer aus Deutschland im Rahmen der internationalen Stabilisierung des isländischen Finanzsystems eine Lösung finden, bei der sie nicht diskriminiert werden.”“

Zusammenfassung (ggf. leicht subjektiv): Der Blick in die Wirtschaftspresse macht die Informationslage nicht unbedingt klarer.

22.10.2008: MdB Ingbert Liebig, Mitglied der Ausschüsse Tourismus, Umwelt, Inneres: Antwort auf Abgeordnetenwatch; sehr ausführliche Antwort, aber ist das offiziell?

„…Es gibt Bestrebungen von Seiten der Bundesregierung, mit der isländischen Regierung zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Sie setzt sich dafür ein, dass für die Sparer aus Deutschland Entschädigungen gemäß der isländischen Einlagensicherung gezahlt werden. Derzeit ist davon auszugehen, dass zumindest die Entschädigungssummen gerettet werden.“

22.10.2008: MdB Jörn Theissen, Ausschüsse für Verteidigung, Ernährung; persönliches Gespräch mit Forumsmitgliedern Thomas&Silke

„Herr Steinbrück selbst weiß von uns, ebenso vom Forum und natürlich auch der ebenso lobenswerten Homepage. Auch hier hat er nichts geschönt in dem er uns übermittelte, daß die Regierung an einer Lösung arbeiten wird, jedoch momentan noch nicht mit einem Ergebnis zu rechnen ist. Er weiß auch, daß jeder Tag des Wartens für einige von uns ein Martyrium ist. Aber der Hexer ist er nunmal nicht. Ein entscheidender Satz war für uns:“Sie können sicher sein, daß sie alle von uns allen als Kleinsparer angesehen werden, die berechtigte Forderungen haben und denen wir helfen werden.“
Ich befragte ihn auch, ob man sich in Berlin, wenn gar nichts anderes mehr geht, schon einmal Gedanken über einen zweckgebundenen Kredit für Island Gedanken gemacht hat. Er hat mir, mit einem Augenzwinkern, keine Auskunft dazu erteilen können. Ich stellte die Frage um, um zu erfahren, ob es bereits Gesprächsthema war und ob Herrn Steinbrücks Ministerium dies ausgeschlossen hat. Die Antwort bezüglich eines Ausschlusses war ein klares Nein. Ebenso steht fest, daß man, auch von deutscher Seite, Island nicht seinem finanziellen Schicksal überlassen wird.“

12.11.2009: Der deutsche Betroffene Karlheiz Bellmann ergreift die Initiative und reist nach Island.

24.11.2009: Zusage des Bundesfinanzministeriums, Webseite des BMF, bezeugt Bundesfinanzminister Steinbrück im Interivew mit Tagesspiegel

„Geld zurück für deutsche Kunden der Kaupthing-Bank – Bundesregierung gewährt Island Kredit

Von der internationalen Finanzmarktkrise ist Island besonders stark betroffen: Unter anderem musste im Oktober 2008 die größte Bank des Landes, die Kaupthing-Bank, verstaatlicht werden.

Bei der Kaupthing Bank Deutschland handelt es sich nicht um eine Tochtergesellschaft, sondern um eine unselbständige Niederlassung, die sowohl der isländischen Aufsicht als auch der isländischen Einlagensicherung [Glossar] unterliegt. Deshalb gilt die unbeschränkte Garantie für alle Spareinlagen in Deutschland, die die Bundesregierung am 5. Oktober 2008 gegeben hat, für die deutschen Kunden der Kaupthing-Bank nicht.

Trotzdem hat die Bundesregierung mit ihren internationalen Partnern nach einer Lösung gesucht, damit Island wieder zahlungsfähig wird. Erfolgreiches Ergebnis war das am 19. November 2008 für Island vereinbarte IWF [Glossar]-Programm. Island hat sich im Gegenzug verpflichtet, isländische und nicht-isländische Kunden bei der Einlagenentschädigung gleich zu behandeln.

Gemeinsam mit den Niederlanden und Großbritannien wird die Bundesregierung Island mit einem Kredit unterstützen, damit es seinen finanziellen Verpflichtungen aus der isländischen Einlagensicherung erfüllen kann. Die deutschen Kunden werden ihre Einlagen vollständig zurückerhalten.“

24.11.2008: Finanznachrichten – Angebot zur direkten Lösung über Kauphting

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2008-11/12455261-kaupthing-bank-will-entschaedigung-von-kunden-direkt-aus-deutschland-016.htm

„Die zwangsverstaatlichte Kaupthing-Bank (News) in Island hat Aussagen von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) über die Entschädigung von 30.000 deutschen Kunden zurückgewiesen. Banksprecher Jónas Sigurgeirsson sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montag: „Wir verstehen nicht, warum die deutsche Seite eine Entschädigung über Islands Einlagensicherungsfonds abwickeln will. Das könnte Monate dauern.“ Die deutschen Kunden warten seit Oktober auf die Rückzahlung von Einlagen über 308 Millionen Euro.

Steinbrück hatte am Wochenende angekündigt, dass die deutschen Kunden der isländischen Bank voll entschädigt würden. Die Kunden in Deutschland würden vom isländischen Einlagensicherungsfonds so behandelt wie isländische Kunden. Der Kaupthing-Sprecher erklärte, dass eine direkte Auszahlung in Deutschland ohne Einschaltung des isländischen Sicherungsfonds „für die Kunden viel schneller geht“. Das habe man auch bei Verhandlungen letzte Woche in Berlin von isländischer Seite vorgeschlagen

DEN SELBEN PROZESS WIE IN ANDEREN LÄNDERN GEWÜNSCHT

Während alle Gelder bei einem direkten Vorschuss der Bundesregierung „innerhalb weniger Tage“ ausgezahlt werden könnten, könnte es über die isländischen Stellen mehrere Monate für die Kunden dauern. Die Rückzahlung des Hilfskredites an die Bundesregierung bezeichnete der Kaupthing-Sprecher als gesichert: „Es liegen genügend Werte in der deutschen Kaupthing-Tochter, um die offene Summe komplett abzudecken.“ Die isländische Bank verfüge über ausreichend Barmittel und Assets, um alle Einlagen in Deutschland abzudecken.

Kaupthing wünsche denselben Prozess, wie er bereits in Österreich, Norwegen, Schweden und Finnland mit der vollständigen Rückerstattung aller Kundeneinlagen abgeschlossen worden sei./tb/DP/he

AXC0090 2008-11-24/13:17″

24.11.2008: Antwort des BMF durch Sprecher Thorsten Albig auf die Anfrage, warum die von Kaupthing angebotene direkte Lösung nicht unterstützt wird.

„Hallo…..,

ich freue mich, dass Sie – als erster – sich für die (nicht selbstverständlichen) Bemühungen der deutschen Regierung und letztendlich des deutschen Steuerzahlers bedanken. In der Tat haben wir gemeinsam mit IWF, UK und den NL eine Lösung gefunden, über den isländischen Einlagensicherungsfonds, den wir gemeinsam in die Lage versetzen werden – so denn notwendig – seinen Verpflichtungen auch Ihnen gegenüber nachzukommen. Genauso würden wir uns in dem Fall verhalten, in dem eine deutsche Bank, die der deutschen Einlagensicherung angehört, unterstützt werden müsste. Auch hier würden wir nur die Einlagensicherung und nicht direkt die Bank stärken. Eine Besserstellung gegenüber den Sparern, die in Deutschland angelegt haben, werden Sie ja nun wohl doch nicht erwartet haben. Ich hoffe, dass Sie und die anderen Anleger in Island in absehbarer Zeit aus Island Ihr Geld zurückerhalten und bei der nächsten Anlageentscheidung stärker als bisher die Qualität der deutschen Einlagensicherung mitberücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen

TA“

08.01.2009: BMF – Webseite
Unkommentierte „Depublizierung“ der Zusage

16.01.2009: BMF – Webseite:
vage Stellungnahme nach Intervention von Betroffenen

„Warum wurden die Informationen zum Thema „Kaupthing-Bank“ von der Internetseite des BMF genommen und wo finde ich weitere Informationen?
Das Bundesministerium der Finanzen ist bemüht, das Internetangebot, welches im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt wird, möglichst aktuell zu halten. Insoweit wird die Website regelmäßig überarbeitet. Dabei wurden auch die erwähnten Artikel zur Kaupthing-Bank depubliziert.

Die Bundesregierung steht weiterhin zu ihrem Angebot, an Maßnahmen einer Vorfinanzierung mitzuwirken, mit deren Hilfe die isländische Einlagensicherung [Glossar] ihren Verpflichtungen gegenüber den betroffenen Einlegern in Deutschland nachkommen kann. Die komplexen Verhandlungsführungen mit Island sind derzeit jedoch noch nicht abgeschlossen. Über laufende Verfahren wird in der Regel aus den unterschiedlichen Gründen wenig berichtet bzw. oft ausdrückliche Verschwiegenheit und Diskretion bis zum Abschluss der Verhandlungen vereinbart. Sobald neue Informationen zu dem Verfahren verliegen, werden diese auf der Website auch wieder zur Verfügung gestellt.“

05.02.2009: Publikation des Resolution Committee im Rahmen einer Gläubigerversammlung:
http://www.kaupthing.com/pages/164?path=K/133944/PR/200902/1287739.xml

Kaupthing EDGE Germany is a branch of the Bank. It was established in 2008 and offered competitive solutions for depositors. The operation has been seized by the German government, and its assets have been frozen by the German Financial Regulatory Authority, Bafin. The Resolution Committee has been committed to pay back all priority claims as quickly as possible and therefore its put a great importance in settling the claims of the 30.000 depositors in Germany and has put forward several
proposals to achieve this.
As the Bank has now secured sufficient funds it is now possible to pay the large majority of the German depositors back. However, 55 m Euro (out of the total of 330m Euro) have been seized by DZ Bank and therefore it is not achievable to pay deposits back in full at this stage. The Bank wants to start the payments as quickly as possible and is liaising with Bafin on the right process to achieve this. A press
release will made once the plan is ready.

Zum Schluss:

Ich sag nix, die Schlussfolgerungen zieht lieber der geneigte Leser!

Aufruf:

Kaupthing – Beendet diesen Albtraum!
Bundesfinanzminister Steinbrück – sorgen Sie dafür, dass die deutschen Privatanleger bis zum 24. Februar 2009 ihre Einlagen vollständig zurück erhalten!

Eine Reaktion zu “An BFM Steinbrück – Beenden Sie diesen Albtraum bis 24.02.09”

  1. DietmarFriesam 8. Februar 2009 um 10:37 Uhr

    Hallo Nathalie,

    da hast Du Dir aber eine Menge Arbeit gemacht! Bravo!

    Ich zitiere nur nochmal Herrn Kramer, Kaupthing Frankfurt:

    „Es besteht keineswegs ein Angebot über einen Kredit der
    Bundesregierung, sondern es laufen lediglich Verhandlungen dazu“.

    Na ja, das kann wohl dauern….!

    Trotzdem vielen Dank für Deine große Mühe!

    Freundliche Grüße

    Dietmar

    Anmerkung Nathalie: Das ist nicht von mir, sondern von frankbooth10 aus dem Forum. Bitte Quelle beachten.

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