Brief an BaFin, Fr. Lautenschläger

10. Februar 2009

Per Fax 0228 / 4108 – 1550
Per Mail poststelle@bafin.de
10.02.2009

Kaupthing Sparer

Sehr geehrte Frau Lautenschläger,

in Ihrem Zuständigkeitsbereich sind sowohl die Aufsicht über ausländische europäische Banken (Referat BA 15) als auch die Aufsicht über die DZ Bank AG (Referat BA 45) angesiedelt.

Wie die Kaupthing Island in dem am 05.02.2009 veranstalteten Gläubigertreffen in Reykjavik darstellte, stellt die Bank 275 Millionen Euro liquide Mittel zur Rückzahlung der Sparguthaben deutscher Sparer bereit und ist weiter auf die bei der DZ Bank beschlagnahmten 55 Millionen Euro angewiesen, um 100% der Einlagen zurückzahlen zu können.

Durch diese Vorgehensweise sind wir als Betroffene zum Spielball der DZ-Bank geworden, damit diese ihre Forderung gegen die Kaupthing mit Nachdruck durchsetzen kann.

Bei den Spareinlagen der deutschen Kunden handelt es sich um priorisiert zurückzuzahlende Forderungen. Durch die Einbehaltung sehen wir uns von der DZ-Bank als Druckmittel missbraucht und die mögliche Rückzahlung direkt durch Kaupthing wird uns verwehrt.

Obliegt diese Angelegenheit der BaFin? Ist in dieser Angelegenheit mit einer Aufklärung durch die BaFin bzw. unter Mitwirkung zu rechnen? Wenn ja, bis wann?

Das Resolution Committee hat auf Lösung in Zusammenarbeit mit der BaFin hingewiesen. Wie sieht die Lösung der BaFin aus?
Wie bewertet die BaFin die Situation, dass die Kaupthing Bank bereits 80% der Einlagen zurückzahlen kann?

Nach Informationen der Kaupthing findet am heutigen Dienstag ein Treffen der beteiligten Parteien statt.

Wir freuen uns auf Ihre schriftliche Stellungnahme bis Donnerstag, 12.02.2009 (auch gerne per Mail), da viele Menschen von diesem Vorgang betroffen sind und die Rückzahlung seit 5 Monaten ungeklärt ist und auch für die nahe Zukunft ungewiss. Gerne nehmen wir Ihre Stellungnahme auch anlässlich des Privatkundenforum 2009 persönlich entgegen.

Freundliche Grüße
Karlheinz Bellmann und Dirk Schwarz
ke@helft-uns.de

Anlage: Präsentation der Kaupthing Bank, Seite 25
http://www.kaupthing.com/lisalib/getfile.aspx?itemid=20052

3 Reaktionen zu “Brief an BaFin, Fr. Lautenschläger”

  1. Lampeam 11. Februar 2009 um 10:42 Uhr

    Hallo ihr unentwegten Streiter,
    eure Arbeit ist wirklich toll.
    Ich meine, Bafin sollte hier kräftig angegangen werden. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, das alle beteiligten Stellen – wohl jeder aus anderem Grund – kräftig mauern.
    Wieso wird erst jetzt bekannt, das Kaupthing und DZ über das Geld verfügt. Was machen die seit Monaten damit?
    Welchen Infostand hat seit wann Bafin? Warum informieren die nicht?
    Dietrich

  2. Eugenalam 11. Februar 2009 um 12:01 Uhr

    Als erstes Danke an alle aktiven Mitstreiter!
    Es erinnert ja langsam an einer Bananenrepublik was hier nach diesem hickhack abgeht.
    Die deutschen u.isländischen involvierten Stellen sollen nicht glauben,daß wir das bisher u.noch kommende so schnell vergessen werden. Es sind viele Bekannte,Rentner von uns die auch geschädigt sind,aber kein Internet-da älter als 65 Jahre-die von mir über den Sachstand jeweils informiert werden.
    Es ist also nur ein Bruchteil der Geschädigten die sich hier schlau machen können. Es wird sich bei diesen als sehr negativ in Köpfen festsetzen; und das zum Schaden unseres Landes, sehr schade!!!
    Liegt es daran,daß es bei den KE-Sparern um relativ kleine Summen geht, bei dem sich es sich nicht so lohnt entsprechend einzusetzen? -wie bei der Finanz-Auto-Lobby? Wenn es um Geld geht,das von den Bürgern gezahlt werden soll,wird mächtig Druck gemacht,aber jetzt wo diese ihr Geld zurückhaben wollen sind diese anscheinend nicht mehr so wichtig,sind ja nur klein-Sparer!
    Ich/wir finden den gesamten Ablauf bis jetzt sehr traurig u.es wird uns sehr lange im Kopf sitzen.
    Grüsse von Anton,Aleja,Manfred u.a.(die keinen I-netanschluß haben)

  3. rein47hexam 11. Februar 2009 um 17:13 Uhr

    Hallo Leute, wenn ich mir die ganze Angelegenheit nüchtern betrachte (kann man das überhaupt noch?). Bleibt nur festzustellen, selbst die, in dem Angebot KE zugesicherte und immer wieder betonte 100% tige Absicherung/Rückzahlung bei Einlagen bis 20887 € ist nicht möglich. Die Schuldigen sitzen auch in Deutschland. Mit leeren Versprechungen (Steinbrück) werden wir hingehalten, und von Bafin und DZ seit Monaten verar….t. Stellt sich die Frage was kann getan werden. Bis jetzt hat die Brisanz der Situation noch nicht Raum gegriffen. In Berlin am 5.2. „nur“ ca 70 Leute. Für einen Wochentag und Vormittags nicht schlecht, aber um wirklich Druck zu machen sollten wir aufwecken. Vielleicht mit mehr Leuten beim nächsten Mal vor der „DZ“? Bis jetzt war mir der Bank-Name unbekannt, kann sich ändern.

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