Statement des isländischen Präsidenten

10. Februar 2009

Pressemitteilung des Präsidenten von Island, Ólafur Ragnar Grímsson, vom 10.02.2009

In Anbetracht eines irreführenden Berichtes von einem Interview des Präsidenten von Island, Ólafur Ragnar Grímsson, mit der Financial Times Deutschland möchte der Präsident betonen, dass er in seinem Gespräch mit dem Journalisten hervorgehoben hat, dass es einen klaren und deutlichen Willen gibt, den Zusagen von isländischen finanziellen Institutionen in anderen Ländern nachzukommen. Dies wurde auch einige Tage zuvor deutlich, als bekannt gegeben wurde, dass die Konteninhaber in Österreich, Norwegen und Finnland voll ausgezahlt werden. Es war jedoch wichtig, dass sich die Menschen in den anderen Ländern, einschließlich unserer Freunde in Deutschland, darüber bewusst sind, dass die Bevölkerung Islands, normale Bürger, Familien, Rentner und andere, große finanzielle Verluste zu erleiden haben. Es war von mancher Seite in den anderen Ländern eine irreführende Annahme, dass die isländischen Bürger voll ausgezahlt würden, während die Menschen in den anderen Ländern Verluste erleiden würden. Der Präsident sagte, dass es Zeit in Anspruch nehmen würde, sich durch diese Schwierigkeiten hindurchzuarbeiten, aber dass die Ergebnisse in Österreich, Norwegen und Finnland klar zeigen, dass die isländischen Behörden und Institutionen versuchen, in Übereinstimmung mit früheren Aussagen der Behörden und Banken ihr Bestes zu tun.

Außerdem hat der Präsident in dem Interview unterstrichen, dass das derzeitige europäische Bankenregulierungssystem den Banken erlaubt, quer durch den europäischen Markt zu operieren, wohingegen die Aufsichtsbehörden an nationale Grenzen gebunden sind. In einer dringend notwendigen Reform des europäischen Finanzsystems wäre es wichtig, diese Schwachstelle zu korrigieren.

Anmerkung: Diese Klarstellung wurde auch in Island veröffentlicht, siehe Iceland Review (auf Englisch).

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