Zinskampf zwischen deutschen Banken mit Tendenz nach unten

14. Februar 2009

Die hohen Kundenzuwachszahlen bei den Autobanken aufgrund hoher Festgeld-Zinsen haben die Sparkassen aufgeschreckt. Diese kämpfen nun öffentlich gegen die Inanspruchnahme des staatlichen Rettungsfonds durch die Autobanken. Nach der Flucht zu den Sparkassen infolge des Zusammenbruchs von Lehman Brothers und Kaupthing im Oktober und November greifen wieder bei höheren Zinsangeboten anderer Banken zu. Siehe den Bericht von Handelsblatt.

Der Tagesspiegel berichtet über sinkende Festgeld-Zinssätze.

Anmerkung Jan: Kleine Rechenübung. Bis vor wenigen Wochen lag der Zinssatz bei den Autobanken zwischen 5 und 5,3%, der Marktpreis in Form des EONIA-Interbankenzinssatzes um die 2%, d.h. mehr als 3 Prozentpunkte Unterschied. Bei Kaupthing lag der Zinssatz bei 5,65% und der EONIA-Zinssatz die meiste Zeit des letzten Jahres bei 4,5%, d.h. Unterschied etwas mehr als 1 Prozentpunkt. Wo sind unsere Oberschlauen, die uns die ganze Zeit ,,Hohe Zinsen=Hohes Risiko“ predigen? 😉 Wenn ich ihre Formel auf das Rechenbeispiel anwende, muss ich daraus schließen, dass es wegen der Lücke zwischen Marktpreis und Zinsangebot um die deutsche Autoindustrie schlimmer steht als um Kaupthing damals. 😉 Wo sind unsere Mahner? Wahrscheinlich schon mit ihrem Geld bei den Autobanken, schließlich sind es ja die anderen – die Kaupthing-Kunden – , die angeblich gierig sind. 😉 Die Welt ist verrückt. 😉

Eine Reaktion zu “Zinskampf zwischen deutschen Banken mit Tendenz nach unten”

  1. akbabaam 14. Februar 2009 um 17:20 Uhr

    Bitte nicht ärgern. Dass alle Leute um einen herum immer so unheimlich viel schlauer sind als man selbst, ist ja nun wirklich überhaupt nichts Neues.

    Gestriges Telefongespräch in anderer Sache, eher beruflich mit jemanden, der von Rechtsproblemen und Finanzen zwangsläufig berufsbedingt was versteht: Auch er hängt indirekt mit drin (Kaupthing), was mich natürlich etwas tröstete bzw. etwas Balsam für mein Selbstwertgefühl war.
    Fakt ist wohl, dass auch in Deutschland nach dessen Meinung nach pro Jahr so eine kleine 2-stellige Zahl von Banken pleite geht, die Kunden dies jedoch kaum merken, weil diese Banken dann von anderen Banken geschluckt werden. An sich hielt der Herr (s.o.), und der muss dies wirklich von Berufswegen wissen, eine Anlage bei Kaupthing für total unproblematisch insbesondere unter Berücksichtigung der ja vorhandenen Einlagensicherung (bis etwas über 20 TD EURO, wie ja allgemein bekannt). Dass unser Land offenbar das letzte Land ist, bei dem die Entschädigungen noch nicht flossen, hielt er auch für ein schwaches Bild. Ich erzählte ihm die Geschichte von meinem allerletzten Telefonat mit dem Entschädigungsfonds in Island ganz dicht vor Weihnachten, wo bekannt wurde, dass ca. 10 % der Deutschen Entschädigungsanträge bearbeitet waren, jetzt zu den 4 damit betrauten Personen eine fünfte hinzugekommen ist (mein Gesprächspartner meinte, vielleicht das Christkind) und man sich damit ja schon im Kopf ausrechnen kann, wie lange das noch dauern kann, wenn nicht eine etwas praktikablere Lösung gefunden wird.

    Also bitte nicht ärgern. Der Anlagebereich hat mehr Tücken als ein gut mit Krokodilen gefüllter Fluss. Der Herr der heute spottete, wird vielleicht morgen schon gesenkten Hauptes an Ihnen vorbeilaufen.

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