Es reicht jetzt!

20. Februar 2009

Hallo zusammen!

Zuerst ein dickes Kompliment an die Initiatoren.

Wir als geschädigte sind in der Gefahr zwischen den handelnden Institutionen und Personen zerrieben zu werden. Hier hilft nur Öffentlichkeit.

Ich schlage neben allen anderen Aktivitäten jedem vor  seinen  Abgeordneten anzuschreiben  und sich nicht mit leeren Phrasen abspeisen zu lassen.

Es ist Wahljahr!

Wenn es der Politik gelingt das Problem bis zur Wahl auszusitzen, wir hatten da mal so einen Kanzler, sinken unsere Chancen erheblich.  Andereerseits muss befürchet werden,  dass sich viele enttäuschte Anleger den Splitterparteien zuwenden. Für die ist dieser Skandal eine Steilvorlage.

Beispiel:  30 000 Geschädigte, mit Ehepartenern 60 000 Wähler, hinzu kommen nähere Verwandte und Freunde die das Dilemma hautnah mitbekommen. Also mindestens noch einmal soviele Wähler. Diese Gruppe ist hochmotiviert und geht mit Sicherheit 100 %ig zur Urne und — wählt sicher keine Regierungspartei!

Also 120 000 Wählerstimmen gewinnen oder verlieren das rechnet sich.

Ich habe daher ein Schreiben an mehrere Abgeordnete und Minister und Vorsitzende verschickt.

Mehmt es als Muster:

Sehr geehrte Dame oder Herr,

auch  ich gehöre zu den Geschädigten der Kauphting-Bank.

Seit Monaten verfolge ich aufmerksam das unwürdige Geschehen um die Entschädigung der Anleger. Ohne hier auf Einzelheiten einzugehen bleibt festzustellen:

Ø Andere Regierungen haben vor z.T. längerer Zeit Regelungen gefunden, deren Landsleute sind bereits entschädigt.

Ø Das BaFin hat zwar ein Moratorium erlassen, sich aber vorher um den deutschen Anlegerschutz in keinster Weise gekümmert, sondern zugelassen, dass eine Zweigstelle in Deutschland eröffnet wurde, die mit, wie sich heute herausstellt, mit unzutreffenden Garantien geworben hat.

Ø Der Bundesfinanzminister hat dankenswerter Weise die Entschädigung der deutschen Anleger versprochen, also garantiert! Andererseits bewegt sich seit Monaten nichts, sondern es werden von vielen Beteiligten Behauptungen in die Welt gesetzt (Deutsches Kreditangebot; angeblich unannehmbare Bedingungen), deren Wahrheitsgehalt für den Normalanleger nicht nachprüfbar ist.

Ø Im zwischenstaatlichen Bereich ist es unwürdig und beschädigt die Glaubwürdigkeit der isländischen Regierung auf Jahrzehnte, wenn nun versucht wird, trotz des isländischen Entschädigungsfonds die Zahlung hinauszuzögern oder sogar zu verweigern. Es sind keine politischen Interventionen seitens der Bundesregierung gegenüber Island oder den  IWF oder ähnlichen Institutionen bekannt, um Island zur Vertragstreue zu mahnen.

Diese kurze Aufzählung mag Ihnen, auch wenn Sie mit der Materie bis jetzt nicht vertraut waren, aufzeigen, dass erheblicher und vor allem unverzüglicher Handlungsbedarf besteht.

Ich frage Sie daher, ob und wenn ja auf welchem Weg Sie bereit sind, Ihr politisches Gewicht einzusetzen, dass diese unwürdigen Vorgänge endlich ein Ende nehmen und die Anleger in vollem Umfang, gleich den Anlegern anderer EU-Staaten, unverzüglich entschädigt werden.

Ihr Einverständnis voraussetzend, werde ich Ihre Antwort im Forum: http://kaupthing-edge.helft-uns.de veröffentlichen. Dort können Sie auch weitere Einzelheiten über dieses offensichtliche Versagen deutscher Stellen und die vielfältigen öffentlichen Aktivitäten und Resonanzen erfahren.

Ähnlich lautende Schreiben erhalten von mir auch die Bundeskanzlerin; die zuständigen Minister, sowie die Parteivorsitzenden der sich für die Bundestagswahl bewerbenden Parteien.

Übrigens hätte ich auch einen kurzfristig realisierbaren Lösungsvorschlag:

Die Bundesregierung lässt sich von den Geschädigten die Ansprüche gegen die Kauphting-Bank, bzw. den isländischen Sicherungsfonds rechtswirksam abtreten und nimmt die vorgehaltene Kreditsumme, um die Anleger zu entschädigen. Mit den dann gebündelten Forderungen dürfte es der Bundesregierung sowohl auf diplomatischen als auch juristischen Weg ein Leichtes sein, diese Forderung wieder einzutreiben.

Für weitere Informationen oder Rückfragen erreichen Sie mich auch unter den obigen Kontaktdaten.

Mit freundlichen Grüßen!

XXXXXXXXXXXX

P.S.: Ich hätte da noch einen pragmatischen Vorschlag, die moralischen Verwerfungen des Finanzwesens und damit auch die Bilanz der Bundesrepublik Deutschland positiv zu beeinflussen:

Die hochbezahlten Manager und Investmentbanker, die im Rahmen ihrer Tätigkeit zuließen, dass Finanzinnovationen in beträchtlichem Umfang gehandelt wurden, deren Konstruktion und Auswirkungen auf das sie beschäftigende Unternehmen nicht verstanden wurden, haben sich ausnahmslos grob fahrlässig oder vorsätzlich diverser Pflichtverletzungen gegenüber ihren Arbeitgebern schuldig gemacht. Gegen diese Kräfte muss seitens der Arbeitgeber zivil- und arbeitsrechtlich, möglicherweise sogar strafrechtlich vorgegangen werden. Es muss jeder Führungskraft klar sein, dass sie dafür entlohnt wird, im Sinne ihres Unternehmens und nicht evtl. im Sinne obskurer Bonuszahlungen zu handeln hat. Mindestens dort, wo sich der deutsche Staat in irgendeiner Weise engagiert, müssten solche Verfahren eine der unabdingbaren Voraussetzungen sein.

Das würden die Bürger, denn die sind der Staat, in ihrer Mehrheit verstehen und bei den anstehenden Wahlen sicher auch die Parteien honorieren, die für solche Entwicklungen sorgen.

Wie im Schreiben angekündigt werde ich die Antworten veröffentlichen.

Viel Erfolg uns allen!

Eine Reaktion zu “Es reicht jetzt!”

  1. jukama2002am 22. Februar 2009 um 21:09 Uhr

    Hallo Mitstreiter/In,
    hatte am 18.02.2009 [http://kaupthing-edge.helft-uns.de/2009/02/18/analyse-zur-situation-dz-bank-uberweisungen-vom-080910-resolution-committee/#comments] folgende „Wählerverlustrechnung“ aufgemacht:
    (Auszug)
    Aufgrund der bevorstehenden Wahlen hier eine kleine Berechnung für unsere regierenden Parteien von verlustig gegangenen potenziellen Wähler, die dann die „Konkurrenz“ (FDP, Grünen, evtl. die Linken [aber auf keinen Fall Rechts]) wählen werden:
    30.800 Wähler davon 59% mit Partner = 48.972
    multipliziert mit geschätzt durchschnittlich je 3 Familienangehörigen (Eltern, Schwiegereltern, Kindern, Enkeln oder Geschwistern) = 146.916
    multipliziert mit geschätzt durchschnittlich je 5 Bekannten (Verwandte, Freunde, Vereinsmitglieder oder Arbeitskollegen) = 734.580.
    Diese Zahl kann durch entsprechende Publikationen im Lokal- und Boulevard-Presseteil sicherlich noch erhöht werden.
    Diese Wähler gehen den Parteien CDU, SPD und CSU verloren und gehen an die anderen, also zählen sie doppelt. Bei einer durchschnittlichen Wahlbeteiligung von 60% und der Garantie von den hier vorgerechneten Wählern, wählen zu gehen, kann dies noch einmal mit dem Faktor 1,666 multipliziert werden = 2.447.620.
    Kann darauf eine Partei heutzutage getrost verzichten?
    (Gibt es nicht sogar für jede Stimme eine „Stück vom Wahlkuchen“?)
    Wäre das auch etwas für eine Aktion, z.B. als Nachsatz zu allen Schreiben, egal ob Mail oder Brief, an Poltiker Selbstredend einschl. der beiden obersten und ersten Ansprechpartner der ersten „Schreckstunde“ Frau (Ehrendoktor) Merkel und Herrn FM Steinbrück?

    Viel Erfolg uns Allen und viele Grüße Markus

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