Ironie der Geschichte: BaFin lobt im Februar-Journal Zusammenarbeit mit Island!

1. März 2009

Im BaFin Journal Februar 2009 ist ein Interview mit BaFin-Abteilungsleiter Thomas Schmitz-Lippert, aus welchem ich einen Auszug zitieren möchte:

„Anfang Februar hat BaFin-Abteilungsleiter Thomas Schmitz-Lippert einen Sitz im Büro des Komitees der Europäischen Bankenaufseher (CEBS) übernommen.“

„Welche Rolle spielt CEBS in der Finanzkrise?

Eine ganz zentrale Rolle für die EU. CEBS hat die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch aller Bankenaufseher in der EU organisiert. Eine Telefonkonferenz, eine Sondersitzung jagte die andere, um den erforderlichen Informationsaustausch über die Situation der einzelnen grenzüberschreitend
tätigen Banken sicherzustellen. Der Einsatz an Menschen und der Aufwand an Ressourcen waren riesig. Das ist aber auch richtig, da die Politik auf europäischer Ebene zu Recht erwartet, dass CEBS, CESR und CEIOPS untereinander verstärkt zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass ihre Mitglieder noch enger kooperieren als in der Vergangenheit. Daneben haben wir den EU-Gremien wie KOM und EFC, aber auch dem ECON Empfehlungen zur Verbesserung der Aufsichtsregeln gegeben.

Ein konkretes Beispiel für Krisenmanagement durch CEBS ist etwa der Fall der drei großen isländischen Banken (Kaupthing, Landsbanki und Glitnir), in dem CEBS sich wirklich bewährt hat. Da haben wir zahlreiche Telefonkonferenzen zwischen den Fachaufsehern der jeweiligen isländischen Tochtergesellschaften, Zweigniederlassungen und den Isländern organisiert, die  Zusammenarbeit strukturiert und versucht, Abläufe zu koordinieren, damit die Anleger in Deutschland keinen Schaden nehmen.Wir in CEBS haben die notwendige europäische Networking- Plattform gegeben. Kaupthing hatte natürlich nicht das Ausmaß von Lehmann, deren Untergang letztlich die nationalen Rettungspakete zur Folge hatte. Bei der akuten Krisenresolution, also der Rettung von Banken, ist die Rolle der Aufseher beschränkt, national wie international.
Da agieren zu Recht die Regierungen, die schließlich auch die Zeche zahlen.“

Quelle: Forum und BaFin-Journal Februar 2009

Anmerkung Jan: Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BaFin, bei dem Versuch, dass die Anleger in Deutschland keinen Schaden nehmen ist es leider bisher geblieben. Deshalb sollten Sie gerade vor dem Hintergrund der gestrigen dpa-Meldung, die Island-Blamage erst als Erfolg feiern, wenn es wirklich mal endlich einen gibt. Nutzen Sie Ihre Abkürzungen, damit die Sparer schnellstmöglich wenigstens erst einmal 80% ihrer Einlagen zurück erhalten.

Eine Reaktion zu “Ironie der Geschichte: BaFin lobt im Februar-Journal Zusammenarbeit mit Island!”

  1. Papageitaucheram 1. März 2009 um 09:54 Uhr

    Moment mal, soll das ein ‚fake‘ sein oder weiß die Bafin / das Komitees der Europäischen Bankenaufseher (CEBS) gar nicht, dass wir unser Geld immer noch nicht zurückhaben? Ist ja echt nicht zu fassen, die machen aber auch vor keiner Blamage halt.

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