Bericht von der INVEST-Aktion

26. April 2009

Hier in Auszügen der Bericht aus dem Forum:

Vielen Dank an alle Aktiven die dabei waren oder dabei sein wollten! Es war klasse. Wir waren geschätzt um die 30 Menschen vielleicht auch knapp darüber. Alleine 2 komplette Wagenladungen voll aus der RG WEST/NRW.

[…]

Ich ging gemeinsam mit Leyla nochmals zum BaFin Stand um in einem 6 Augen Gespräch einiges zu vertiefen. Der Mitarbeiter nahm sich sehr viel Zeit, wir besprachen bis 30 Minuten nach Messeschluss!

  • DZ-Bank hat alle notwedigen Unterschriften inklusive einer Erklärung der BaFin daß einer Rückzahlung der 1,6 Mio. nicht im Wege steht. DZ ist umgehend in Auszahlungspflicht. Es bestehen keinerlei Hinderungsgründe mehr!
  • Eine Rückzahlung aus Island ist sofort möglich, der gesamte Prozess solle innerhalb weniger Wochen machbar sein!
  • Auf den Brief, den wir von Kaupthing erhalten sollen angesprochen, war er mit mir einer Meinung daß dieses Schreiben erst durch eine eventuelle Verzichtserklärung der Zinsen ab Moratoriumserlass Sinn ergäbe.
  • Darauf angesprochen daß die ‚händische Rückrechnung‘ zu einer monatelangen weiteren Verzögerung des Rückzahlungsprozesses führt sagte er: Ich bin erstaunt, das habe ich noch nicht gehört.

[…]

In dem 6 Augen Gespräch gab es dann nützliche Informationen über die Hintergründe der bisherigen Entwicklung und des Zusammenspieles Kaupthing Island <-> Kaupthing Edge Deutschland <-> BaFin <-> DZ Bank

In weiten Bereichen wurden die Informationen von Titan und Stephan bestätigt, mit einer Verfeinerung hinsichtlich des Abwicklungsprocedere. Alles was ich jetzt schreibe ist die persönliche Meinung eines Menschen der zufällig bei der BaFin arbeitet und stellt explizit keine öffentliche Stellungnahme der BaFin dar!
Der Auszahlungsprozess sollte eigentlich in wenigen Wochen abgeschlossen sein. Von Verzögerungen aufgrund technischer Schwierigkeiten seitens des Dienstleisters Fiducia um mehrere Wochen bis Monate war so nicht bekannt. Hier werden wir Dr. Schick bitten, sich bei der Fiducia für uns einzusetzen, gleichwohl sind wir uns nach dem Gespräch sicher, daß auch in der BaFin diese Angelegenheit nochmal ‚auf den Tisch kommt. Von einer Rückzahlung im Zeitrahmen einiger Wochen war die Rede, nicht jedoch mehrere Monate!

Für Überraschung sorgte daß die weitere Verzögerung der Rückzahlung nunmehr an technischen Problemen der Rückrechnung zum Tag des Moratoriums seitens des IT-Dienstleisters Fiducia hängen solle. Hier haben wir die BaFin sensibilisiert – und ich habe einen simplen Vorschlag angebracht wie dieses Problem einfach und schnell lösbar sei, wenn man nur will: Auf (z.B.) einem vorhandenen, redundanten Computersystem wird die Datensicherung zum Zeitpubnkt des Moratoriums eingespielt. Damit sind alle Daten zu diesem Tag aktuell vorhanden. Nichts muss umständlich zurückgerechnet werden oder ähnliches. Das dauert wenige Stunden und nicht mehrere Monate. Es ist vom WOLLEN abhängig, technisch ist das Wiederherstellen einer Datensicherung erprobt uns problemlos möglich. Unser Gesprächspartner war überrascht wie einfach manche Probleme doch lösbar sind.

In dem 6-Augen-Gespräch wurde insistierend die Thematik des angeblich notwendigen Briefes seitens Kaupthing besprochen. Als ein möglicher Grund ist unsere Zustimmung zu der Kündigung der Konten vorstellbar.
Zur Überprüfung der Validität der ‚Stammdaten‘ ist dieser Brief hingegen nicht notwendig – hier sind wir mit den AGB’s der Kaupthing Edge völlig d’accord es ist eine Bringschuld unsererseits. Mein Vorschlag, daß Kaupthing ja einfach einen Cent zu überweisen könne, und nur die sich so ergebenden Rückläufer bearbeiten könne, wurde mit einem sehr sehr breiten Grinsen kopfnickend ‚kommentiert‘.
Als wahrscheinlicher für die Versendung des Briefes hat sich jedoch unsere mögliche Zustimmung zur Änderung des Vertragsverhältnis mit Blick auf die zu zahlenden Zinsen herauskristallisiert. Das wurde von dem Geprächspartner als ‚vorstellbarer‘ Grund kommentiert, ohne jedoch eine rechtliche Wertung damit abzugeben.

Resümee:

  • Frau Künast ist informiert, besonders über die die unhaltbaren Zustände, mit denen wir Verbraucher und Kleinsparer uns in einem Gebiet herumschlagen müssen, daß von einer klaren EU/EWR-weiten rechstssicheren Regelung weit entfernt ist. Da Frau Künast nicht nur Anwältin ist, sondern selbst auch Bundesministerin für Verbraucherschutz war, ist Sie nun mit aktuellsten Informationen auf dem Weg nach Berlin.
  • Herr Dr. Schick sagte Unterstützung zu, und, da selbst vom Fach ist er nicht nur spontan mit uns zum BaFin-Stand gegangen, sondern war erstaunt die Situation als auch die Position aller Beteiligten in Erfahrung zu bringen. Er wird sich für uns einsetzen, ohne jeden Zweifel!
  • Der runde Tisch aller Beteiligten inclusive Geschädigter rückt (leider) in greifbare Nähe, schade daß es soweit kommen muß!
  • BaFin ist sensibilisiert was die erneute Verzögerung der Rückzahlung anbelangt, dies, sowie der zu erwartende Brief werden, da sind wir uns sicher, mit einer überaus gespannten BaFin wachsam begleitet werden.
  • DZ-Bank war komplett überrascht. Über 30 bestens informierte Kaupthing-Opfer stellten Fragen, macht 6 Kaupthing-Opfer auf einen Ansprechpartner. Zeitgleich informierte Köppi, in Warnweste, ALLE interessierten Messebesucher sehr ausführlich über die Pfändung von Vermögen der Kaupthing, aus denen auch Sparguthaben der Einleger bedient werden sollten.
  • Durch das von uns seit nunmehr 1/2 Jahr angesammelte Hintergrundwissen wurde erstmals öffentlich der Mißstand kommuniziert, der um den 08.10 / 09.10 auftrat, und auch ein klein wenig die Position der isländischen Kaupthing erklärbar macht: Eine deutsche Behörde BaFin fordert offiziell Geld aus Island zur Sicherstellung der Liquidität nach, diese Mittel sind zweifelsohne für unsere Abverfügungen gedacht, (das betrifft die Ebene Kaupthing -> Kleinsparer <–> DZ-Bank als Subunternehmer).
    Diese Mittel kommen auch nach Deutschland, werden jedoch von dem Vertragspartner der Kaupthing auf deren Vetragsverhältnis in das Pfandrecht angewendet, da die DZ-Bank als institutioneller Anleger selbst milliardenschwer investiert hat, und hieraus den Anspruch ableitet.
    Das betrifft hingegen das Verhältnis Kaupthing als institutioneller Kunde <–> DZ-Bank als institutioneller Kunde.
    Hier sind schlicht 2 Ebenen vermengt worden, dies ist der mangelnden vertraglichen Ausgestaltung mit nur einem einzigen Konto geschuldet.
  • Es wird interessant sein, in Erfahrung zu bringen, auf wessen Wunsch hin alles über nur ein einziges Konto abgewickelt wurde, eine klare Trennung ist so niemals möglich, und machte eine Pfändung der Gelder, die für uns Einleger bestimmt war, erst möglich.
  • Den Messebesuchern sowie den Angesprochenen durch uns wurden ’neue Blickweisen‘ auf den Ausrichter der Messe, DZ-Bank geboten, das sollte einer nunmehr wirklich sofortigen Rückzahlung der 1,6 Mio. zuträglich sein.

Den ganzen Bericht (und weitere Berichte) findet ihr hier.

Eine Reaktion zu “Bericht von der INVEST-Aktion”

  1. iAndy89am 26. April 2009 um 17:41 Uhr

    Vielen Dank für euren Einsatz. Anscheinend habt ihr wieder ein kleines Stückchen bewegen können.
    lg andy

    Anmerkung Dirk: Wir konnten leider am Samstag nicht persönlich anwesend sein, wegen eines schon seit Januar geplanten Termins. Am Sonntag wurde es ja dann abgesagt…

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