Infos aus Norwegen: So lief dort die Auszahlung der Sparer

13. Mai 2009

Am 13.10.2008 wurde die norwegische Niederlassung der Kaupthing Bank hf. in staatliche Zwangsverwaltung genommen, siehe die entsprechende Mitteilung auf der Webseite der norwegischen Finanzmarktaufsicht (in Englisch).

Am selben Tag (13.10.2008) gab die norwegische Regierung eine Garantieerklärung für die ca. 1000 Sparer (Zahlenangabe bei cbcnews.ca) bei Kaupthing Norwegen. Sinngemäße Übersetzung der Mitteilung auf der Seite des norwegischen Finanzministeriums:

Die norwegische Regierung hat entschieden, die Spareinlagen bei der norwegischen Niederlassung der Kaupthing Bank zu garantieren

Die norwegische Regierung hat heute entschieden, für Spareinlagen bei der Kaupthing Bankniederlassung Norwegen bis zur Höhe der isländischen Einlagensicherung einzustehen. Der isländische Einlagensicherungsfonds soll bis zum entsprechenden Gegenwert i.H.v. ca. 20.000 € je Sparer absichern. Die Gesamtsumme der Garantie umfasst 400 Mio. Norwegische Kronen (umgerechnet ca. 45 Mio. €).

Sparer bei der norwegischen Niederlassung der Kaupthing Bank sind – durch Kaupthings „Topping Up“ Mitgliedschaft im Norwegischen Einlagensicherungsfonds (Bankenes sikringsfonds) bis zu einer Höhe von 2 Mio. NOK (umgerechnet ca. 225.400 €) abgesichert – abzüglich des Betrags, den der isländische Einlagensicherungsfonds abdecken soll.

Die Regierung wird mit „Bankenes sikringsfonds“ hinsichtlich der weiteren Verwaltung der garantierten Spareinlagen zusammenarbeiten.

Am 30.01.2009 gaben Zwangsverwalter der Kaupthing Bankniederlassung Norwegen und das Auflösungskomitee von Kaupthing Island eine Einigung über die Abwicklung der norwegischen Niederlassung bekannt, siehe bereits unseren Artikel vom 30.01.

Am 06.02.2009 meldete die FAZ in ihrem Artikel „Bangen um die Einlagen“ dann Folgendes:

Einigung mit Norwegen

Unterdessen haben sich die norwegische Bankenaufsicht und Kaupthing auf eine Lösung geeinigt: Sogenannte prioritierte Ansprüche – es geht nach einer Mitteilung aus dem Finanzministerium um 381 Millionen Kronen [Anmerkung: umgerechnet ca. 43 Mio. €] des Staates, rund 800 Millionen Kronen [Anmerkung: umgerechnet ca. 90,1 Mio. €] des norwegischen Einlagensicherungsfonds und alle weiteren Einlagen im Einzelwert von mehr als 2 Millionen Kronen (umgerechnet 225 000 Euro) – werden den Gläubigern demnach nun erstattet, nachdem Teile der im Oktober eingefrorenen Werte der Bank wieder zugänglich gemacht wurden.

Für Einlagen bis zur Grenze von 2 Millionen Kronen hatte der Einlagensicherungsfonds schon im vergangenen Jahr eine Garantie ausgestellt.

Nach Auskunft des norwegischen Finanzmarktaufsicht haben die norwegischen Sparer ihr Geld schließlich Mitte März 2009 zurückerhalten, wobei Zinsen bis zum Einfrieren der Konten gezahlt wurden.

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