Hoffnungsvolle News aus Island zum Auszahlungsverfahren

18. Mai 2009

Uns erreichte folgende Mail (Danke an blau):

Hallo, liebes helft-uns-Team

habe gerade folgendes im Forum gefunden, Übersetzung durch MacMoso:

http://www.mbl.is/mm/frettir/innlent/2009/05/17/lidkad_fyrir_greidslum_af_edge/

Übersetzung:
Die Regierung hat auf Vorschlag des Wirtschaftsministers beschlossen, einen Entwurf zur Änderung des Bankgesetzes vorzulegen, der den Weg für die Rückzahlung der Kontoinhaben bei Kaupthing in Deutschland freimachen soll.
Etwas mehr als 30 Tausend Sparer haben ca 330 Millionen Euro auf den Edge-Sparkonten bei Kaupthing in Deutschland, was etwa 56 Milliarden Kronen entspricht.
Der Wirtschaftsminister Gylfi Magnússon sagt dazu dass es notwendig sei, um alle Zweifel auszuräumen das es legal sei diese Gelder auszuzahlen bevor alle Forderungen an die Konkursverwaltung eingegangen sind, dem Gesetz eine einfache provisorische Klausel zuzufügen. Der Entwurf wird demnächst den Abgeordnetenfraktionen der Regierungsparteien presentiert, bevor er dem Althing vorgelegt wird.

Dies würde ja bedeuten:

– die Auszahlung wird sich weiter verzögern und weiter nach hinten verschieben ;-(

– wir sind keine priority claims, wie viele user sicher noch der Annahme sind

Anmerkung Jan: In der Tat sind wir rechtlich noch keine Priority Claims (siehe dazu bereits die Erklärung von „Priority Claims“ in den FAQs). Bevor jetzt alle in Panik ausbrechen: Ich sehe die Nachricht als positives Signal aus Island. Denn die Gesetzesänderung ist notwendig, damit unsere Auszahlung gegen Anfechtungen durch andere Gläubiger der Kaupthing Bank rechtlich abgesichert wird. Denn schließlich ist es nicht „normal“, dass eine bestimmte Gläubigergruppe einfach so ihr Geld von einem Unternehmen erhält, das sich in einem Vorverfahren (Moratorium) zu einem Insolvenzverfahren befindet – das wissen auch die anderen Gläubiger. Deshalb ist es für mich ein gutes Signal, weil es zeigt: Die Isländer arbeiten nun anscheinend endlich an der technischen Umsetzung der Auszahlung. Es scheint voran zu gehen, wenn auch mit kleinen Schritten.

2 Reaktionen zu “Hoffnungsvolle News aus Island zum Auszahlungsverfahren”

  1. Pleiteministeram 19. Mai 2009 um 08:24 Uhr

    Kann mir mal jemand erklären, wieso in Österreich die Sparer ihr Geld einschl. der Zinsen zurückerhalten haben, ohne dass diese Beträge per Gesetz zu “priority claims” erhoben werden mussten? Schließlich war die Österreichische KaupthingBank auch eine unstelbstständige Zweigniederlassung der isländischen KaupthingHF, genau wie die deutsche KaupthingEdge.

  2. Janam 19. Mai 2009 um 15:15 Uhr

    @Pleiteminister: Zu Zeit der Auszahlung in Österreich gab es noch kein Moratorium und Island und damit noch keine insolvenzähnlichen, rechtlichen Maßnahmen. Andererseits hat Kaupthing im Februar und März 2009 Gelder in Norwegen ausgezahlt, wobei zu diesem Zeitpunkt das Moratorium längst in Kraft gewesen ist.

    Das Ganze ist mehr als undurchschaubar. Fakt ist jedenfalls Folgendes:
    – Wir sind die letzten Sparer in Europa, bei denen vollständig eine Lösung fehlt, selbst für diejenigen unter der Garantiesumme. D.h. wir warten am längsten.
    – Darüber hinaus will man uns anscheinend jegliche Zinsen absprechen.
    – Die deutsche Regierung hat es im Gegensatz zu ihren Nachbarn bis heute nicht geschafft, eine Einigung mit Island zu erzielen. Und die Isländer können derzeit anscheinend machen, was sie wollen und die Regierung schaut sich das alles mal an.

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