Brief an einen Bundestagsabgeordneten

21. Mai 2009

Folgende E-Mail an einen Bundestagsabgeordneten erreichte uns, mit der Bitte um Veröffentlichung:

Sehr geehrter Herr Weiß,

am 30.03 hatte ich zusammen mit Herrn B. einen Gesprächstermin bei Ihnen im Büro Emmendingen.

Obwohl Ihr Büro bei Herr B. noch mal nachgefragt hat und von dort auch meine E-Mail Adresse erhalten hat, habe ich bis heute keine Antwort von Ihnen erhalten.
Wie mir Herr B. mitgeteilt hat, habe er ein „Standartschreiben“ erhalten: Dieses ist keineswegs persönlich, sondern anscheinend ein vorgefertigtes Schreiben, das bundesweit zum Einsatz kommt.
Ich hatte nach dem Gesprächstermin wirklich wieder Hoffnung, aber anscheinend besteht von Seiten der Bundesrepublik Deutschland -genau so wie von Seiten Islands- kein Interesse daran, ob die 30 000 Sparer Ihr Geld zurückerhalten oder eben nicht.
Seit Längerem wird jetzt schon vermeldet, das die Kaupthing Bank genügend Mittel hat um die deutschen Sparer auszubezahlen, aber alle Termine werden verschoben. Letztes Beispiel: Der angekündigte Brief, der am 15.05 versendet werden sollte. Diese Versendung wurde auf KW 22 verschoben.

Ich bin mir sicher damit ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Wenn der Brief versandt wird, wird die Meldung kommen, dass man erst einmal 4 Wochen warten muss bis alle Briefe zurückkommen, dann noch mal 6-8 Wochen um alle Schreiben zu überprüfen, dann noch mal 6-8 Wochen bis die Zahlungen veranlasst werden können usw. Die Isländer sind da sehr einfallsreich. Es sieht so aus, als ob das Ziel Anfang Oktober ist, dann wird aus Deutschland kein Nachfragen mehr erwartet.
Hier läuft etwas komplett falsch, vielleicht könnte ein Machtwort der deutschen Regierung, ähnlich wie das welches aus Großbritannien an Island gerichtet wurde, helfen?

Ich kann es nicht sagen, ich sehe nur wie andere Länder Ihren Bürgern geholfen haben und diese allesamt ihr Geld zurückerhalten haben.
Ich habe über 10 Jahre gespart um meinen Baukredit, der diese Jahr im Mai abzulösen war, etwas nach unten zu drücken. Ich habe auf Einiges verzichtet in den Jahren, jetzt musste ich mein Darlehen, welches ich vor 3 Jahren als Forward Darlehen vereinbart habe um die Summe, die bei Kaupthing „eingefroren“ ist, aufstocken.
Bei meinem Arbeitgeber, wir haben kurz über die INA gesprochen, wird die Lage auch nicht besser. Ich bin 12 Tage pro Monat mind. in Kurzarbeit, sicher besser als arbeitslos, aber mein derzeitiger Lohn, welcher am Monatsende zusammen mit dem Kurzarbeitergeld überwiesen wird, reicht nicht einmal für die Darlensrate, Strom, Wasser, Müll, Heizung, Grundsteuer, Versicherung usw.
Für Nahrungsmittel und ähnliche notwendige Sachen ist nichts mehr da! Geschweige dann mal ein Extra, so wie etwa am Muttertag mal mit der Familie in einer Gaststätte Essen gehen!
Die Nerven liegen Blank und dann kommt dieses Gefühl, ich schreibe bewusst Gefühl, denn ich hoffe nicht das es so ist, von den Volksvertretern im Stich gelassen zu werden.

Herr Weiß, sagen Sie mir Bitte wie es in Sache Kaupthing weitergehen soll und bitte kein Standartschreiben, dann lieber keine Antwort.
Über 30 000 Sparer hoffen auf die Bundesregierung, hoffentlich nicht vergeblich.

Hochachtungsvoll

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